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Leitfaden Nachhaltiges Bauen
Zukunftsfähiges Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden
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Inhaltsübersicht
Vorwort ���������������������������������������������������������������������4 Anhang ������������������������������������������������������������������167 Glossar ..................................................................................168 Vorbemerkungen zum Leitfaden���������������������������5 Bildnachweise .....................................................................169
- Nachhaltiges Planen, Bauen, Nutzen und Quellenverzeichnis .............................................................170 Betreiben von Gebäuden .........................................7 Abkürzungsverzeichnis .....................................................173
- Regelungsbereich des Leitfadens Anlagenübersicht ...............................................................174 Nachhaltiges Bauen ..................................................8 Impressum ...........................................................................175
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen ����13
- Dimensionen und Prinzipien des nachhaltigen Bauens ..............................................15
- Nachhaltigkeitsbewertung mit dem BNB ..........20
- Qualitäten des nachhaltigen Bauens ..................29
- BNB – Systemvarianten und Anwendungsfälle der Module ..............................................................49
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen �����������������55
- Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Planungsprozess .............................................57
- Projektvorbereitung ...............................................60
- Entwurfs- und Genehmigungsplanung ..............74
- Ausführungsplanung, Vergabe und Bauausführung ........................................................82
- Bauübergabe und Baubestandsd okumentation .................................86
- Betriebsoptimierung ..............................................88
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden ������������������������������89
- Nachhaltiges Nutzen und Betreiben ...................91
- Beteiligte in der Nutzungsphase ..........................92
- Kriterien zum nachhaltigen Nutzen und Betreiben ..........................................................94
- Berücksichtigung der Nachhaltigkeits kriterien in der Nutzungsphase .........................................121
Teil D – Bauen im Bestand ����������������������������������131
- Nachhaltige Bestandsentwicklung ...................133
- Begriffe der nachhaltigen Bestandsentwicklung ..........................................134
- Grundsätze des nachhaltigen Bauens im Bestand .............................................................138
- Spezifische Kriterien des nachhaltigen Bauens im Bestand ..............................................140
- Nachhaltigkeitsbewertung von Baumaßnahmen im Bestand ..............................163
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Vorwort zur 3. Auflage
Das nachhaltige Bauen – als wichtiger Bestandteil der Aber auch über den Bundesbau hinaus wird die Vorge 2017 fortgeschriebenen deutschen Nachhaltigkeits hensweise im Sinne des Leitfadens Nachhaltiges Bauen strategie – ist im Bundesbau seit vielen Jahren ein gewürdigt und mit zunehmendem Interesse zur Kennt selbstverständlicher Teil der Planungs und Bauprozes nis genommen. Einige Bundesländer haben das BNB se. Hierfür spricht nicht nur die notwendige Vorbild bereits in ihrer Zuständigkeit eingeführt. Andere prüfen funktion des Bundes als größter öffentlicher Bauherr die Einführung oder sammeln entsprechende Erfah in Deutschland, sondern auch die Notwendigkeit zur rungen in Pilotvorhaben. Erfreulich ist auch die wach Umsetzung von aktuellen politischen Zielsetzungen. sende Akzeptanz bei Entscheidern und Projektverant Es geht dabei um Fragen zum umwelt und klima wortlichen auf kommunaler Ebene. Auch dort gibt es gerechten Bauen, zur gebotenen Energie, Ressourcen bereits eine Reihe von sehr interessanten Beispielen und Kosteneffizienz oder auch zu den Anforderungen von Schulen, Kindertagesstätten oder funktionalen der demographischen Entwicklung. Verwaltungsgebäuden, die zur Nachahmung ermun tern sollten. Für die zivilen Baumaßnahmen des Bundes wurden die Methoden des Leitfadens Nachhaltiges Bauen bereits Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat 2001 verbindlich eingeführt. Mit der vollständig über begrüßt diese Entwicklungen sehr und möchte auch arbeiteten Fassung 2013 wurden die Qualitätsanfor weiterhin bei der gemeinsamen Kraftanstrengung zur derungen für die Bundesbauten grundlegend fortent Gestaltung und Erhalt einer lebenswerten baulichen wickelt und praxisnah präzisiert. Diese müssen auch Umwelt allen Beteiligten ein verlässlicher Partner sein. weiterhin überprüft und dem Erfordernis für einen modernen Bundesbau angepasst werden. Die Baumaß Nachhaltiges Bauen ist und bleibt eine Daueraufgabe. nahmen sind auf Grundlage des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) nach festgelegten Kriterien und Bewertungsmaßstäben transparent zu dokumen tieren und zu bewerten. Die bisherigen Zertifizierungen des Bundes zeigen bereits, dass sich auch hohe Nach haltigkeitsqualitäten durchaus wirtschaftlich realisieren lassen. Der Bund wird diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen.
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Vorbemerkungen
zum Leitfaden
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Vorbemerkungen zum Leitfaden
1� Nachhaltiges Planen, Bauen, Nutzen und Betreiben von Gebäuden ����������������������������7
2� Regelungsbereich des Leitfadens Nachhaltiges Bauen ������������������������������������8 2.1 Veranlassung ..............................................................8 2.2 Anwendung und Geltungsbereich .......................11 2.3 Aufbau des Leitfadens ...........................................11
6 Vorbemerkungen zum Leitfaden
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1. Nachhaltiges Planen, Bauen, Nutzen und
Betreiben von Gebäuden
National wie international stellt das Thema Nachhal Als Hilfestellung für das tägliche Handeln der Bundes tigkeit eines der wichtigsten Leitbilder für die Zukunft bauverwaltungen1 sowie interessierte Kreise hat das dar. Nachhaltiges Handeln bedeutet, ökologische, öko Bundesbauministerium erstmalig 2001 den Leitfaden nomische und soziale Gesichtspunkte gleichberechtigt Nachhaltiges Bauen veröffentlicht. zu berücksichtigen, um nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt und gleiche Lebenschancen hin terlassen zu können. Speziell das Bauwesen muss sich Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen baut auf aufgrund der in Anspruch genommenen materiellen folgenden Überlegungen auf: und monetären Ressourcen sowie der entstehenden Umweltwirkungen intensiv dem Thema annehmen. ■ Die Berücksichtigung von Prinzipien einer nachhal- Für den Gebäudesektor wird dies angesichts des Klima tigen Entwicklung wird zum integralen Bestandteil wandels und der knapper werdenden Ressourcen im aller Planungs- und Entscheidungsprozesse über mer wichtiger. Gebäude stellen komplexe Systeme zur den Lebenszyklus einer Immobilie. Dies schließt die Erfüllung definierter Aufgaben und Funktionen dar. Formulierung von Zielen sowie die Überprüfung Sie sind unter anderem Lebensraum und Arbeitsum und Bewertung der Zielerreichung mit ein. gebung, haben Einfluss auf Komfort, Gesundheit und ■ Zur Unterstützung der Akteure stehen abhängig vom Zufriedenheit der Nutzer sowie auf die Qualität des Arbeits-, Verantwortungs- und Einflussbereich und Zusammenlebens. Sie stellen einerseits sowohl im von der Lebenszyklus phase spezifische Anforderun- betriebs als auch im volkswirtschaftlichen Sinne einen gen, Vorgehensweisen und Hilfsmittel zur Verfügung. ökonomischen Wert dar und tragen zur Wertschöpfung ■ Dabei sind die Komplexität des Planens, Bauens und bei und verursachen andererseits Energie und Stoff Betreibens im Allgemeinen sowie der in die üblichen ströme mit entsprechenden Wirkungen auf die globale Entscheidungsprozesse eingebetteten Nachhaltig- und lokale Umwelt. keitsbewertung zu berücksichtigen. Gleichzeitig sind handhabbare Lösungen mit einem angemesse- Ziel unseres Handelns sollten deshalb möglichst nach nen Aufwand an Kosten und Zeit zu entwickeln. haltige Gebäude sein, die damit auch energiesparende und ressourcenschonende Qualtäten aufweisen. Die umfängliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeits Er richtet sich an alle beteiligten Akteure in der Phase aspekten im Lebenszyklus eines Gebäudes, das heißt der Planung und Realisierung von Gebäuden und bei der Planung, Errichtung, Nutzung und Modernisie deren Außenanlagen und bietet eine Unterstützung für rung sowie dem Rückbau, sollte aktiv gestaltet und die Nutzungs und Betriebsphase des Gebäudes. Auf beeinflusst werden. Ein baulichtechnisches Gebäude grund der hohen Planungs und Bauqualität sowie der konzept muss grundsätzlich sowohl die gesetzlichen Regelungsdichte wird in Deutschland bereits standard und normativen Anforderungen als auch die Regeln mäßig eine Vielzahl an Einzelaspekten des nachhaltigen der Technik berücksichtigen. Die spezifischen, in der Bauens berücksichtigt. Darüber hinausgehend formu Regel durch den Auftraggeber formulierten, Nutzungs liert das nachhaltige Bauen ergänzende Anforderungen, anforderungen sind unter definierten Rahmenbedin insbesondere an den Umweltschutz, und fordert eine gungen zu erfüllen. Für die Wahrnehmung der Verant ganzheitliche, gleichberechtigte Betrachtung der ein wortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft sowie zur zelnen Qualitäten. Mit dem Leitfaden sollen die Akteure Sicherung der Wirtschaftlichkeit ist es darüber hinaus unterstützt werden, ihren Einfluss auf die Nachhaltig erforderlich, Anforderungen an die Nachhaltigkeit, das keit des Bauwerks zu erkennen, zu bewerten und im heißt an die ökologische, ökonomische und soziale positiven Sinne zu beeinflussen. Um der Vorbildrolle Qualität von Gebäuden, zu definieren. der öffentlichen Hand gerecht zu werden, sollten über den Bundesbau hinaus verbindliche Regelungen zur Umsetzung des nachhaltigen Bauens getroffen werden.
1 Bundesbauverwaltung: BBR und die für den Bund tätigen Länderbauverwaltungen
Vorbemerkungen zum Leitfaden 7
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2. Regelungsbereich des Leitfadens
Nachhaltiges Bauen
2�1 Veranlassung Verwaltungshandeln. Die öffentliche Hand muss ihrer Anknüpfend an die Beschlüsse der Konferenz von Rio Vorbildfunktion gerecht werden und hat mit ihrem de Janeiro im Jahr 1992 hat die Bundesregierung im Gesamtbudget für Beschaffungen relevanten Einfluss April 2002 die nationale Nachhaltigkeitsstrategie2 unter auf die Nachf rage und Entwicklung nachhaltiger Pro dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ verabschiedet. dukte.“4 Neben Maßnahmen und Projekten enthält die Strategie politische Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wird vom Die Fortschritte werden anhand von aktuell 21 Indika Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung toren und Zielen kontinuierlich erfasst und bewertet. kontrolliert und fortentwickelt. Das „Green Cabinet“ ist darüber hinaus Ansprechpartner für den Parlamen Mit diesen Fortschrittsberichten entwickelt die Bun tarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, für die desregierung die nationale Nachhaltigkeitsstrategie Länder und die kommunalen Spitzenverbände. Mit dem weiter. „Grundlage ist ein Verständnis von Nachhaltig kontinuierlich fortgeschriebenen Maßnahmenpro keit, das wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit öko gramm legt der Staatssekretärsausschuss dar, wie die logischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit nationale Nachhaltigkeitsstrategie in den Verwaltungen verbindet […]. Es geht um eine Politik und Art des des Bundes umzusetzen ist. Das erste am 6. Dezember Wirtschaftens, die […] Kurzfristdenken zugunsten einer 2010 beschlossene Maßnahmenprogramm „Nachhaltig langfristig angelegten, übergreifenden Verantwor keit konkret im Verwaltungshandeln umsetzen“ sowie tungspolitik überwindet“3. Zur Erreichung dieser Ziele dessen Fortschreibung am 30. März 2015 fordern die ist nicht nur die Politik allein gefragt, vielmehr sollen Ausrichtung von Bundesbauten an den Anforderungen sich auch Wirtschaft, Gesellschaft und jeder Einzelne des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen als wichtige in den Prozess einbringen. „Das Leitprinzip einer nach Teilmaßnahme. haltigen Entwicklung gilt insbesondere auch für das
2 Vgl. Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (2002) 3 Vgl. Fortschrittsbericht 2012 4 Vgl. Fortschrittsbericht 2012
MEILENSTEINE DER NACHHALTIGKEIT ABBILDUNG 1
Konferenz der Vereinten Nationen Integriertes „Brundtland-Bericht” über Umwelt und Rat für Nationale Klima- und definiert den Begriff Entwicklung Nachhaltige Nachhaltigkeits- Energie - Nachhaltigkeit Rio de Janeiro Entwicklung strategie pro gramm 1987 1992 2001 2002 2007
1977 2001 2002 2008
- Wärmeschutz- Leitfaden Energieeinspar - Entwicklung des verordnung Nachhaltiges Bauen verordnung Deutschen Gütesiegels (LFNB) und Runder für Nachhaltiges Bauen Tisch Nachhaltiges in Zusammenarbeit mit Bauen der DGNB (Pilotversion) Quelle: BBSR
8 Vorbemerkungen zum Leitfaden
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Als folgerichtige Konsequenz hat das Bundesbau Im Hinblick auf den Gebäudesektor soll „Nachhaltigkeit ministerium den Leitfaden Nachhaltiges Bauen von von Gebäuden […] vermehrt über den Lebenszyklus durch 2001 weiterentwickelt und die oben genannten Anfor Einbeziehung ökologischer, ökonomischer wie auch derungen für den Baubereich operationalisiert. Seit sozialer Aspekte transparent, messbar und überprüfbar der Aktualisierung des Leitfadens im Jahr 2013 werden ausgewiesen werden – bei gleichzeitiger Beachtung der neben dem Neubau auch die Modernisierung und der städtebau lichen, gestalterischen, technischen und funk- Umbau von Gebäuden abgedeckt. Ergänzend dazu tionalen Qualität. Die Beurteilung soll sich dabei auf werden Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und wissenschaftlich anerkannte Methoden der Ökobilan- Betreiben von Gebäuden an die Hand gegeben. zierung und Lebenszykluskostenrechnung stützen“5.
Nachhaltiges Bauen bedeutet auch, die zur Ver fügung stehenden natürlichen Ressourcen bestmöglich unter den Gesichtspunkten von schonender Entnahme, effizientem Einsatz und Vermeidung von Umweltbe lastungen zu verwenden. Mit Verabschiedung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms 2012 und dessen Fortschreibung 6 wurde seitens der Bundes regierung ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines ganzheitlichen und zukunfts orientierten Han delns unternommen.
5 Vgl. Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung 6 Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess), BMUB (2015 b)
Erneuerbare- Weiterentwicklung Energien- Maßnahmenpro- Wärme gesetz, gramm „Nachhaltig- Nutzung regene- Maßnahmenprogramm keit“ des Staatssek- Reduktion der rativer Energie zur „Nachhaltigkeit“ des retärsausschusses Ziel: Reduktion Treibhausgas- Beheizung / Kühlung Staatssekretärsausschusses für nach haltige der Treibhausgas- Emission um von Gebäuden für nachh altige Entwicklung Entwicklung Emission um 40 % 80 bis 95 % 2009 2010 2015 bis 2020 bis 2050
2009 2011 2013 bis 2020 bis 2050 Einführung des LFNB und BNB Ergänzung des LFNB klimaneutrale Reduktion des Bewertungssystems verbindlich für um Teil C „Empfehlungen Neubauten Primärenergie- Nachhaltiges Bundesbauten für nachhaltiges Nutzen bedarfs im Bauen (BNB) und Betreiben von Gebäuden“ Gebäudesektor und Teil D „Bauen im Bestand“ um 80 %
Vorbemerkungen zum Leitfaden 9
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Oben: Komplettmodernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe Unten: Erstes Bundesgebäude mit begleitender BNB-Anwendung in allen Leistungsphasen, Umweltbundesamt Haus 2019
10 Vorbemerkungen zum Leitfaden
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2�2 Anwendung und Geltungsbereich 2�3 Aufbau des Leitfadens Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen erläutert allgemein gültige Grundsätze und Methoden für das nachhaltige Planen, Bauen, Nutzen und Betreiben und dient als Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen gliedert sich Arbeitshilfe für die Berücksichtigung von Nachhaltig wie folgt: keitsaspekten über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Liegenschaften im Sinne einer Einheit ■ Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen von Bauwerk und Grundstück. ■ Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen ■ Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen BUNDESBAU Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen ist bei und Betreiben von Gebäuden der Durchführung der Hochbauaufgaben des Bundes ■ Teil D – Bauen im Bestand von den Verwaltungen im Zuständigkeitsbereich des ■ Anlagen Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI)7 verbindlich entsprechend den Regelungen der „Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben Teil A umfasst die allgemeinen Grundsätze und Metho des Bundes“ (RBBau)8 und den „Baufachlichen Ergän den des nachhaltigen Planens, Bauens, Nutzens und zungsbestimmungen“ (ZBau), unter Berücksichtigung Betreibens. Diese können für Bauvorhaben der öffent der aktuellen Erlasslage, anzuwenden. Bei Zuwendungs lichen Hand wie der Privatwirtschaft gleichermaßen maßnahmen erfolgt die Anwendung des Leitfadens angewendet werden. Dazu werden die auf den Bau und in Abstimmung mit den Zuwendungsgebern. Für Bau Immobilienbereich übertragenen Prinzipien einer nach maßnahmen des Bundes im Ausland ist der Leitfaden haltigen Entwicklung, die Handlungsanweisungen Nachhaltiges Bauen sinngemäß anzuwenden, wobei zur Nachhaltigkeitsbewertung mit dem BNB sowie die ein Zertifikat grundsätzlich nicht vergeben wird. Aus Qualitäten des nachhaltigen Bauens, Nutzens und nahmen werden durch Erlass geregelt. Betreibens erläutert.
Für die öffentlichen Hochbaumaßnahmen der Länder Im Teil B „Nachhaltige Baumaßnahmen“ werden die und der Kom munen sowie der Privatwirtschaft hat der aufgabenbezogenen Grundsätze, die zu betrachtenden Leitfaden einen empfehlenden Charakter. Der Leitfaden LebenszyklusSzenarien und die Planungsgrundlagen selbst gilt jeweils in der auf dem Informationsportal für Neubaumaßnahmen dargestellt. Sie orientieren www.nachhaltigesbauen.de veröffentlichten Fassung. sich an der chronologischen Abfolge einer an der Nach haltigkeit orientierten Planung. Grundsätzlich ist Teil B Für die in diesem Leitfaden genannten Normen, die auch auf Baumaßnahmen im Bestand anzuwenden. verwendeten Unterlagen und technischen Anforderun gen, die sich auf Erzeugnisse beziehungsweise Prüfver Teil C nimmt Bezug auf die betrieblichen Aufgaben fahren be ziehen, ist Folgendes zu berücksichtigen: der verantwortlichen Liegenschaftsverwaltungen und Sofern das geforderte Schutzniveau auf Sicherheit und beschreibt Empfehlungen für eine Optimierung der Gebrauchstauglichkeit gleichermaßen dauerhaft er Nutzungs und Bewirtschaftungsprozesse. Dies eröffnet reicht wird, dürfen auch solche Erzeugnisse beziehungs die Möglichkeit, die Umsetzung der Anforderungen weise Prüfverfahren angewendet werden, die Normen an das nachhaltige Bauen über den gesamten Lebens oder sonstigen Bestimmungen und / oder technischen zyklus einer Baumaßnahme sicherzustellen. Vorschriften anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union, eines EFTAStaats oder der Türkei entsprechen.
7 Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) legt mit eigenem Erlass Art und Umfang der Leitfadenanwendung in seinem Zuständigkeitsbereich aufgrund der Besonderheiten des militärischen Bauens selbst fest. 8 BMUB (2016)
Vorbemerkungen zum Leitfaden 11
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Informationsportal Nachhaltiges Bauen
Die Besonderheiten nachhaltiger Bestandsmaßnahmen behandelt der Teil D „Bauen im Bestand“. Teil D geht mit seinen Erläuterungen, Vorgaben und Empfehlungen auf die zahlreichen bestandsspezifischen Besonderhei ten ein und ergänzt daher die Teile A und B. Die beson dere Behandlung des Bauens im Bestand ist zum einen darin begründet, dass sich der Planungs und Baupro zess einer Baumaßnahme im Bestand in zahlreichen Aspekten von dem einer Neubaumaßnahme unterschei det. Zum anderen sind einige Nachhaltigkeitsaspekte im Kontext bereits bestehender Bausubstanz unter an deren Gesichtspunkten zu betrachten.
Die Anlagen zum Leitfaden (siehe Anlagenübersicht Seite 174) umfassen die für die Umsetzung des Leitfadens benötigten Dokumente. Sie stehen im Informationspor tal Nachhaltiges Bauen (www.nachhaltigesbauen.de) als Download zur Verfügung. Dieses Vorgehen ermög licht eine stetige Fortschreibung der den Leitfaden er gänzenden Informationen, Arbeitshilfen und sonstigen Dokumente und sichert so ein Höchstmaß an Aktuali tät. Zu den Anlagen zählen Nachweisanforderungen in den einzelnen Planungsphasen, Zielvereinbarungs tabellen oder das Muster zum „Energetischen Pflichten heft“. Die Anlagen des Leitfadens (ausgenommen An lagen A1 und B7) haben grundsätzlich empfehlenden Charakter und können projektspezifisch angepasst werden. Anwender, die das internetgestützte Bewer tungs und Dokumentationsinstrument Nachhaltiges Bauen (eBNB – siehe Kapitel A2.3) anwenden, können auf die dort hinterlegten Arbeitshilfen zurückgreifen.
12 Vorbemerkungen zum Leitfaden
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Teil A
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Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen
Bauen
1� Dimensionen und Prinzipien des 4� BNB – Systemvarianten und nachhaltigen Bauens ���������������������������������15 Anwendungsfälle der Module �����������������49 4.1 Systemvarianten ......................................................49 2� Nachhaltigkeitsbewertung mit 4.1.1 Büro- und Verwaltungsgebäude (BNB_B) ..........49 dem BNB �����������������������������������������������������20 4.1.2 Unterrichtsgebäude (BNB_U) ...............................49 2.1 Bewertungssystem Nachhaltiges 4.1.3 Laborgebäude (BNB_L) ..........................................50 Bauen BNB ...............................................................20 4.1.4 Überbetriebliche Berufsbildungsstätten 2.2 Nachhaltigkeitsbewertung des Planungs- (BNB_ÜBS) ................................................................51 und Bauprozesses nach BNB ................................24 4.1.5 Außenanlagen (BNB_AA) .......................................51 2.3 Instrumente zur Unterstützung der 4.1.6 Sinngemäße Anwendung des BNB ......................52 Umsetzung des nachhaltigen Bauens .................25 4.2 Module und ihre Anwendungsmöglichkeiten ...53
3� Qualitäten des nachhaltigen Bauens ������29 3.1 Ökologische Qualität .............................................29 3.1.1 Schutz des Ökosystems .........................................30 3.1.2 Schonung natürlicher Ressourcen .......................31 3.1.3 Ökobilanzierung ......................................................32 3.2 Ökonomische Qualität ...........................................33 3.2.1 Lebenszykluskostenanalyse ..................................33 3.2.2 Wirtschaftlichkeit ...................................................35 3.2.3 Wertstabilität ...........................................................36 3.3 Soziokulturelle und funktionale Qualität ..........38 3.3.1 Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit ...............................................38 3.3.2 Funktionalität ..........................................................41 3.3.3 Sicherung der Gestaltungsqualität ......................42 3.4 Technische Qualität ................................................43 3.5 Prozessqualität ........................................................45 3.5.1 Qualität der Planung ..............................................45 3.5.2 Qualität der Bauausführung .................................46 3.5.3 Qualität der Vorbereitung der Betriebsführung ......................................................46 3.6 Standortmerkmale ..................................................47
14 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
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A 1
1. Dimensionen und Prinzipien des
nachhaltigen Bauens
Das übergeordnete Leitbild einer zukunftsverträglichen Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit Entwicklungspolitik – aufbauend auf den drei Dimen wird als ein primäres Schutzziel die Ressourcenschonung sionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien Soziokultur (Abbildung A1) – stellt den Ausgangspunkt und Bauprodukten, eine geringe Flächeninanspruch für die Entwicklung der Prinzipien und Bewertungs nahme, die Erhaltung und Förderung der Biodiversität grundlagen für ein nachhaltiges Bauen dar. Dieses sowie eine Minimierung des Energie und Wasser Leitbild trägt ökologischen, ökonomischen und sozio verbrauchs angestrebt. Betrachtet werden alle erforder kulturellen Anforderungen gleichzeitig und gleichge lichen Energie und Stoffströme von der Gewinnung wichtig Rechnung und bezieht zukünftige Generationen über den Transport und Einbau bis hin zum Rückbau in die Betrachtung mit ein. Darüber hinaus betont es sowie die globalen und lokalen Umweltwirkungen die damit verbundene individuelle Verantwortung durch den Energieverbrauch aus der Herstellung der eines jeden und im Speziellen die Rolle der öffentlichen Baustoffe und in der Phase der Geb äudenutzung. Ziel ist Hand im Sinne eines Vorbilds. die Minimierung der Umwelt belastungen auf lokaler und globaler Ebene.
DIMENSIONEN DER NACHHALTIGKEIT Bei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit ABBILDUNG A1 werden über die Anschaffungs beziehungsweise Er richtungskosten hinausgehend insbesondere die Bau folgekosten betrachtet. Im Fokus stehen demnach die S gebäudebezogenen Lebenszykluskosten, die Wirtschaft o mi e z io k lichkeit und die Wertstabilität. Wie Praxisbeispiele o u n lt zeigen, können die Baufolgekosten die Errichtungskos o u Ö k r e ll ten um ein Mehrfaches überschreiten. Durch eine um e fangreiche Lebenszykluskostenanalyse lassen sich zum s Teil erhebliche Einsparpotenziale während der Planung identifizieren. Als Lebenszykluskosten (LifeCycleCosts – LCC) werden dabei insbesondere die Errichtungskosten und die Baunutzungskosten betrachtet.
Der sozialen und kulturellen Dimension werden Schutzziele zugeordnet, die sowohl die soziale und Ökologie kulturelle Identität als auch das Wertempfinden des Quelle: BBSR Menschen beeinflussen. Ein Identifikationsprozess findet statt, indem der Mensch seine Umgebung wahr nimmt und bewusst oder unbewusst beurteilt. Die Aus den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit lassen daraus resultierenden positiven oder auch negativen sich zunächst allgemeine Schutzgüter und –ziele ab Empfindungen spiegeln sich im Grad des Wohlbefin leiten. Für den Baubereich werden diese an die Belange dens und der Motivation wider. Dabei spielen soziale des nachhaltigen Bauens sowie seine spezifischen Bedürfnisse des Einzelnen ebenso eine Rolle wie kultu Arbeits und Entscheidungsabläufe und Bewertungs relle Wertvorstellungen eines gesellschaftlichen Systems. methoden angepasst (siehe Abbildung A2). Hierzu gehören vor allem immaterielle Werte wie Gesundheit, Mobilität und Lebensqualität sowie Chan cengleichheit, Partizipation, Bildung und kulturelle Vielfalt. Diese Dimension der Nachhaltigkeit stellt so mit einerseits die Nutzerbedürfnisse und Funktionali tät, andererseits die kulturelle und ästhetische Bedeu tung des Gebäudes in den Mittelpunkt.
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 15
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A 1
SCHUTZGÜTER UND -ZIELE DER NACHHALTIGKEIT ALLGEMEIN UND AUF DEN BAUBEREICH BEZOGEN ABBILDUNG A2
| ÖKOLOGIE | ÖKONOMIE | SOZIOKULTURELLES | ||
|---|---|---|---|---|
| RETÜGZTUHCS | tiekgitlahhcaN niemeglla | ■ natürliche Ressourcen ■ natürliche Umwelt | ■ Kapital / Werte ■ ökonomische Leistungs fähigkeit | ■ menschliche Gesundheit ■ soziale und kulturelle Werte |
| segitlahhcaN neuaB | ■ natürliche Ressourcen ■ globale und lokale Umwelt | ■ Kapital / Werte | ■ Gesundheit ■ Nutzerzufriedenheit ■ Funktionalität ■ kultureller Wert | |
| ELEIZZTUHCS | tiekgitlahhcaN niemeglla | ■ Schutz der natürlichen Ressourcen / sparsamer und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ■ Effizienzsteigerung ■ Reduktion von Schadstoffbelas- tungen / Umwelteinwirkungen ■ Schutz der Erdatmosphäre, des Bodens, des Grundwassers und der Gewässer ■ Förderung einer umweltver- träglichen Produktion | ■ Lebenszykluskosten senken ■ Verringerung des Subven tionsaufwandes ■ Schulden verringern ■ Förderung einer verantwor- tungsbewussten Unterneh- merschaft ■ Schaffung nachhaltiger Konsumgewohnheiten ■ Schaffung dynamischer und kooperativer internationaler wirtschaftlicher Rahmen- bedingungen | ■ Schutz und Förderung der menschlichen Gesundheit ■ sozialen Zusammenhalt und Solidarität stärken ■ kulturelle Werte erhalten ■ Chancengleichheit ■ Sicherung von Erwerbsfähig - keit und Arbeitsplätzen ■ Armutsbekämpfung ■ Bildung / Ausbildung ■ Gleichberechtigung ■ Integration ■ Sicherheit / lebenswertes Umfeld |
| segitlahhcaN neuaB | ■ Schutz der natürlichen Ressourcen ■ Schutz des Ökosystems | ■ Reduzierung der Lebens zykluskosten ■ Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ■ Erhalt von Kapital / Wert | ■ Bewahrung von Gesundheit, Sicherheit und Behaglichkeit ■ Gewährleistung von Funktio nalität ■ Sicherung der gestalterischen und städtebaulichen Qualität |
Quelle: BBSR
16 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
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A 1
KONZEPTION DER BEWERTUNG DER NACHHALTIGKEIT VON GEBÄUDEN ABBILDUNG A3
Nachhaltigkeitsbewertung Kommunikation
Umwelt- Sozial Ökonomisch bezogen
Entwurfslösung oder bestehendes Gebäude
Technische Merkmale Funktionalität und Eigenschaften
Funktionales Äquivalent: technische und funktionale Anforderungen
| Bewertungsergebnisse mit den festgelegten Indikatoren für: | ||
|---|---|---|
| Umwelt | Soziales | Ökonomie |
| Umw� / soz� / ökonom� Anforderungen aus dem Lastenheft des Auftraggebers | ||
| Angegebene funktionale und technische Qualität des Gebäudes | ||
| Funktionales Äquivalent |
technische und funktionale Anforderungen
Technische Anforderungen an das Gebäude
Anforderungen Anforderung en aus dem Lastenheft Funktionale Anforderungen an das Gebäude des Gesetzgebers des Auftraggebers
Umweltbezogene, soziale und / oder ökonomische Anforderungen an das Gebäude
Quelle: BBSR, in Anlehnung an DIN EN 15643-2:2011
Gemäß der DIN EN 15643 „Nachhaltigkeit von Bau lässt sich über diese fünf identifizierten Nachhaltig werken – Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden“ keitsqualitäten beschreiben und bewerten (Abbildung sind die drei Dimensionen gleichzeitig und gleichbe A4). Diese stehen in der Regel in direkter Wechselwir rechtigt zu beurteilen (Abbildung A3). Diese Norm kung zueinander, sodass eine ganzheitliche Betrach fordert zusätzlich die Betrachtung und Bewertung der tung erfolgt. funktionalen und technischen Qualitäten. Daran ange lehnt wird die technische Qualität im nationalen An Ergänzend werden die Informationen zu den Stand satz als Querschnittsqualität eingeführt, da sich auch ortmerkmalen betrachtet, da ein Gebäude stets eine die technischen Eigenschaften des Gebäudes bestim Reaktion auf die Standortgegebenheiten darstellt. Bei mend auf die Nachhaltigkeitsqualität auswirken. Glei der Nachhaltigkeitsbewertung von Außenanlagen ches gilt für die prozessualen Aspekte der Planung und werden die Standortmerkmale nicht nur informativ Ausführung. Die Prozessqualität beeinflusst einerseits ausgewiesen, sondern sind als Standortqualität inte bereits in frühen Planungsphasen in hohem Maße auch graler Bestandteil der Bewertung. die anderen Qualitäten der Nachhaltigkeit des Gebäu des und bedingt andererseits in der Ausführungsphase den Grad der tatsächlichen Umsetzung der geplanten Qualität. Der Grad der Nachhaltigkeit eines Gebäudes
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A 1
QUALITÄTEN DES NACHHALTIGEN BAUENS Rahmen der ganzheitlichen Planung werden diese ABBILDUNG A4 Einzelaspekte im Hinblick auf ihre Wechselwirkung miteinander verknüpft, sinnvoll ergänzt, optimiert und
daraus zukunftsfähige Gesamtlösungen abgeleitet.
Lebenszyklusbetrachtung Erst die Betrachtung über den Lebenszyklus kann Aufschluss über die tatsächliche Qualität eines Gebäudes geben, da diese üblicherweise über sehr lange Zeiträu me genutzt werden. Der Lebenszyklus eines Gebäudes setzt sich aus den Phasen Planung, Errichtung, Nutzung einschließlich Instandhaltung, Modernisierung sowie Rückbau, Verwertung und Entsorgung zusammen (Abbildung A5). Diese Lebensphasen eines Bauwerks müssen im Hinblick auf die unterschiedlichen Aspekte
| Ökologische Qualität | Ökonomische Qualität | Soziokulturelle und funktionale Qualität |
|---|---|---|
| Technische Qualität | ||
| Prozessqualität |
müssen im Hinblick auf die unterschiedlichen Aspekte der Nachhaltigkeit analysiert und in ihrem Zusammen Standortmerkmale wirken optimiert werden.
Die Anwendung der Lebenszyklusanalyse basiert auf Quelle: BBSR folgenden Voraussetzungen:
■ Das Bauwerk und sein Lebenszyklus müssen in Integrale Planung geeigneter Weise modelliert und der jeweiligen Zukunftsfähiges und nachhaltiges Bauen und Betreiben Bewertungsaufgabe entsprechend angemessen setzt eine ganzheitliche und integrale Planung voraus. vollständig beschrieben werden. Bereits in der frühen Planungsphase werden die Wei ■ Die erforderlichen Entscheidungen und Handlungs chen für die spätere Nachhaltigkeitsqualität eines schritte müssen zeitlich definiert und im Lebens Gebäudes gestellt. Daher gilt es, die Aspekte der Nach zyklus verortet werden. haltigkeit in allen Planungs, Bau und Bewirtschaf ■ Die dafür relevanten Akteure sind zu identifizieren. tungsprozessen entsprechend zu berücksichtigen, um ■ Es ist ein dem Akteur und seinem Handlungs, die Qualität des Gebäudes herzustellen (Neubau), auf Verantwortungs und Einflussbereich angemessener rechtzuerhalten (Betrieb) und zu verbessern (Bauen im Betrachtungsrahmen zu definieren. In diesem Kon Bestand). Hierbei steht der Lebenszyklus des Bauwerkes text ist die Perspektive (Konzentration auf aktuelle „von der Wiege bis zur Bahre“ im Vordergrund. Viele Situation, Vorausschau, Rückschau) zu klären. Aspekte einer ganzheitlichen Planung sind heute bereits Gegenstand der konventionellen Planung. Diese be Ziel ist es, zu einer objektivierenden und quantifizie schränkt sich jedoch bisher auf eine Vielzahl von Ein renden Bewertungsmethode für den Variantenvergleich zelaspekten in den jeweiligen Lebenszyklusphasen, unterschiedlicher Gebäudeentwürfe zu gelangen, um ohne Berücksichtigung etwaiger vorhandener Abhän eine möglichst hohe Gebäude und Nutzungsqualität gigkeiten oder Wechselwirkungen. Beispiel hierfür ist mit möglichst geringen Aufwendungen und Umwelt die Fokussierung auf die Errichtungsphase unter An wirkungen zu erreichen und langfristig aufrechtzuer satz meist gedeckelter Investitionskosten oder die auf halten. Vor der Entscheidung für einen Neubau sollte die Nutzungsphase beschränkten Nachweise der Ener grundsätzlich die Nutzung eines Bestandsgebäudes in gieeffizienz nach Energieeinsparverodnung (EnEV). Im Erwägung gezogen werden. Die Weiter oder Umnutzung
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A 1
VEREINFACHTE DARSTELLUNG DES LEBENSZYKLUS ABBILDUNG A5
Planungsphase Bauphase Nutzungsphase Modernisie- Nutzungsphase Rückbauphase rungsphase
Projekt- Errichtung Instandhalten Umbau Instandhalten Rückbauplan entwicklung Inbetrieb- Betreiben Instandsetzen Betreiben Rückbau Planung nahme Bewirtschaften / Modernisieren Bewirtschaften / Verwertung / Verwalten Verwalten Entsorgung
Nutzen Nutzen
Rohstoffgewinnung / Herstellung Transport
Quelle: BBSR, in Anlehnung an Lützkendorf, T. (2007)
eines Bestandsgebäudes bietet gegenüber dem Neubau den Vorteil, dass in der Regel deutlich geringere Ener gie und Stoffströme für die Konstruktion anfallen und damit der Verbrauch natürlicher Ressourcen reduziert und die Umwelt geschont wird. In Einzelfällen sind die Varianten Umbau, Erweiterung, Teilrückbau, Rückbau und Neubau beziehungsweise deren Kombinationen ganzheitlich miteinander zu vergleichen, da nur eine Gesamtbilanz über einen definierten Nutzungszeit raum Klarheit über die Vorteilhaftigkeit der jeweiligen Variante schaffen kann. Bei Maßnahmen der Instand haltung oder Modernisierung, bei denen Bau oder Anlagenteile ausgetauscht werden, ist im Vorfeld festzu legen, wie die jeweiligen Stoffströme und die Umwelt wirkungen infolge Abriss, Entsorgung oder Recycling angemessen zu berücksichtigen sind. Gleiches gilt für den Rückbau von Gebäuden oder von Gebäudeteilen.
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2. Nachhaltigkeitsbewertung mit dem BNB
A 2
Zur Umsetzung und Quantifizierung der Anforderun und Betreibens dar, so liefert das BNB die anzuwenden gen an das nachhaltige Bauen wurde für die ganzheit de Nachweismethodik. Das Bewertungssystem setzt die liche Bewertung von Bundesgebäuden das Bewertungs Anforderungen des Leitfadens in eine Struktur von Be system Nachhaltiges Bauen (BNB) erarbeitet. Das BNB wertungskriterien und Bewertungsmaßstäben um, mit ist ein praxisgerechtes Instrument zur Optimierung denen die Erfüllung der Anforderungen des Leitfadens der Nachhaltigkeitsanforderungen in der Planung von mess und darstellbar wird. Ziel ist es, die Qualität der Bauprojekten. Mit der systematischen Beurteilung der Nachhaltigkeit von Gebäuden und baulichen Anlagen Nachhaltigkeitsqualitäten, die sich an den Schutzzielen in ihrer Komplexität zu beschreiben und zu bewerten. des nachhaltigen Bauens orientieren, wird eine Gesamt beurteilung und Vergleichbarkeit der Gebäude im Hin Das BNB kann als Bewertungssystem nur die Aspekte blick auf ihre Nachhaltigkeitsqualität erreicht. heranziehen, für die eindeutige Bemessungsregeln be schrieben werden können. Die konkrete Planung hin Das BNB bietet als ein Bewertungssystem der zweiten gegen sollte im Sinne der übergeordneten Schutzziele Generation einen ganzheitlichen Bewertungsansatz. auch auf weitere Einzelfragen eingehen, die nicht ex Im Unterschied zu anderen Zertifizierungssystemen plizit adressiert werden wie beispielsweise: der ersten Generation erfolgt eine erweiterte Bewertung des Gebäudes über den Lebenszyklus unter Einbezie ■ Schutz vor Radoneinträgen in das Gebäude hung aller Dimensionen der Nachhaltigkeit. Die Basis ■ elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog) für das BNB bildet der nationale Kriterienkatalog, der ■ mögliche Wärmeinseleffekte mit Verbänden der Baubranche am „Runden Tisch ■ soziale Aspekte der Beschaffung (social corporate Nachhaltiges Bauen“ des Bundesbauministeriums er responsibility) arbeitet wurde. ■ Transportaufwendungen bei der Beschaffung ■ Risikobetrachtungen / WorstCaseSzenarien Stellt der Leitfaden Nachhaltiges Bauen das erklärende ■ Reboundeffekte Rahmendokument für die Umsetzung und Operatio nalisierung des nachhaltigen Planens, Bauens, Nutzens 2�1 Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen BNB Das BNB schafft für alle Projektbeteiligten wie Bauherren1, Planer, Nutzer 2, Investoren sowie weitere Marktteil nehmer durch einen vereinheitlichten Bewertungs ansatz die erforderliche Systemtransparenz und ermög licht es, mit seinem Bewertungsschema herausragende Planungsleistungen im Bereich des nachhaltigen Bauens zu identifizieren und zu würdigen. Das System zeichnet sich aus durch die umfassende Betrachtung des gesam ten Lebenszyklus von Gebäuden unter gleichberechtig ter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualität sowie der technischen und prozessualen Aspekte. Das Bewertungssystem ist transparent und objektiv nachvollziehbar und spiegelt damit die internationalen Entwicklungen im Bereich Normung sowie anderer Initiativen zum nachhaltigen Bauen wider. Gold-Standard im Rahmen der System entwicklungsphase, Umweltbundesamt Dessau
1 Im Sinne der Prozessabläufe des Leitfadens Nachhaltiges Bauen: Maßnahmenträger (Eigentümer). 2 Nutzer im Sinne von nutzender Einrichtung (Firma, Unterneh- men, Dienststelle etc.)
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WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN DEM LEITFADEN NACHHALTIGES BAUEN (LFNB) UND DEM BEWERTUNGSSYSTEM NACHHALTIGES BAUEN (BNB) ABBILDUNG A6 A 2
Leitfaden Bewertungssystem Leitfaden Nachhaltiges Bauen
Zukunftsfähiges Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden Nachhaltiges Bauen Nachhaltiges Bauen
Teil A: Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
Teil B: Modul Neubau Nachhaltige Baumaßnahmen z. B. Büro- und Verwaltungsgebäude BNB_BN
Teil C: Modul Nutzen und Betreiben Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen z. B. Büro- und Verwaltungsgebäude BNB_BB und Betreiben von Gebäuden
Teil D: Modul Komplettmodernisierung Bauen im Bestand z. B. Büro- und Verwaltungsgebäude BNB_BK
Quelle: BBSR
Das BNB stellt darüber hinaus auch ein Qualitäts Lässt sich ein Gebäude aufgrund seines Standorts (bei managementsystem für das Planen, Bauen, Nutzen und spielsweise Ausland), der Gebäude und Nutzungsarten Be treiben von Gebäuden dar. Es dient Bauherren und oder aufgrund des Maßnahmenumfangs beziehungs Planern als Checkliste, Entscheidungs und Planungs weise der tiefe nicht eindeutig einer Systemvariante hilfsmittel sowie als Verständigungsgrundlage. Außer zuordnen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer dem kann das BNB als Struktur für die Beschreibung sinn gemäßen Anwendung. Dabei sind die individuellen der jeweils wesentlichen Gebäudemerkmale und Rahmenbedingungen für das jeweilige Land, die Klima eigenschaften verwendet werden. In der Nutzungsphase zone oder den Gebäudetyp herzuleiten. Ziel ist es, die unterstützt das BNB Eigentümer / Betreiber und Nutzer Schutzziele der Nachhaltigkeit in Abstimmung mit allen bei einer sich an den Zielen einer nachhaltigen Ent Projektbeteiligten möglichst umfassend im Projekt zu wicklung orientierenden Gebäudebewirtschaftung und berücksich tigen. Die projektspezifische Anwendung er bietet die Grundlagen für die Bereitstellung von Daten folgt in Abstimmung mit der Konformitätsprüfungsstelle. beispielsweise für den Einsatz von Umweltmanage mentsystemen oder Nachhaltigkeitsberichterstattungen. Die Systemvarianten
Systemvarianten ■ Büro und Vewaltungsgebäude Für ausgewählte Gebäude und Nutzungsarten hält das ■ Unterrichtsgebäude BNB jeweils spezifische Systemvarianten vor, um die ■ Laborgebäude entsprechenden Anforderungen bei der Nachhaltigkeits ■ Überbetriebliche Berufsbildungsstätten bewertung systematisch berücksichtigen zu können. ■ Außenanlagen
sowie das Vorgehen bei der sinngemäßen Anwendung werden ausführlicher im Kapitel A4 vorgestellt.
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 21
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ZEITLICHER ZUSAMMENHANG LEITFADEN NACHHALTIGES BAUEN (LFNB) UND BEWERTUNGSSYSTEM NACHHALTIGES BAUEN (BNB) ABBILDUNG A7 A 2
Neubaumaßnahme Neubestand Altbestand Komplettmo- Neubestand dernisierung
Bauphase Nutzungsphase Bauphase Nutzungsphase
Planungs- und Inbetriebnahme- Planungs- und Inbetriebnahme- Bauphase phase Bauphase phase
Zeit 0 5 Jahre x Jahre 0 5 Jahre
Projektbeginn Baufertigstellung Ende der Ende der Baufertigstellung Ende der Ge- Gewährleistung Nutzungs phase währleistung
LFNB Teil C LFNB Teil C
LFNB Teil B LFNB Teil D
LFNB Teil A
BNB-Modul BNB-Modul Nutzen BNB-Modul Komplett- BNB-Modul Nutzen Neubau und Betreiben modernisierung und Betreiben
Quelle: BBSR
(A) Beschreibung und Methode (B) Bewertungsmaßstab (C) Anlagen
Exemplarischer Steckbrief
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A 2
Modularer Aufbau Kriteriensteckbriefe Ein Gebäude sowie seine Nutzungs und Betriebspro Das BNB gliedert sich in drei Ebenen: die Hauptkrite zesse können über den Lebenszyklus eines Gebäudes riengruppen, die aus den fünf Qualitäten der Nachhal mehrfach einer Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen tigkeit und den Standortmerkmalen abgeleitet sind, die werden. Das BNB ist zu diesem Zweck modular aufge Kriteriengruppen und die Einzelkriterien (Abbildung baut. Folgende drei Module kommen zum Einsatz: A8). Die Einzelkriterien werden anhand von Kriterien steckbriefen genau definiert. Diese sind im Wesentlichen ■ Modul Neubau gegliedert nach (A) Beschreibung des Einzelkriteriums, ■ Modul Nutzen und Betreiben (B) Bewertungsmaßstab und (C) Anlagen (vergleiche ■ Modul Komplettmodernisierung nebenstehenden exemplarischen Steckbrief). Für jedes Kriterium werden Zielsetzung und Methode beschrieben; Die Module des BNB spiegeln die in diesem Leitfaden Hinweise zu Regelwerken und Fachinformationen behandelten Fälle der Planung und Errichtung von sowie zu den erforderlichen Unterlagen und zur Nach Neubauten, der Nutzung und des Betriebs von Gebäu weisführung vervollständigen die Kriteriensteckbriefe. den sowie der Planung und Realisierung von Moder Anhand der kriterienspezifischen Bewertungsmaßstäbe nisierungs und Umbaumaßnahmen wider (siehe auch werden die projektspezifischen Qualitäten eingestuft. Abbildungen A6 und A7). Die Module Neubau und Komplettmodernisierung erfassen jeweils den geplan AUFBAU DES BNB ten und realisierten Zustand der Gebäude. Bezogen auf ABBILDUNG A8 den Leitfaden sind für Neubauten vor allem Teil A „Grundsätze zum nachhal tigen Bauen“ und Teil B Hauptkriteriengruppe 5� Prozessqualität „Nachhaltige Baumaßnahmen“ von Bedeutung. Für die Fortentwicklung eines bereits existierenden Gebäudes Kriteriengruppe 5�1 Planung ist primär Teil D „Bauen im Bestand“ bei gleichzeitiger Beachtung der Teile A und B anzuwenden. Das Modul Kriterium 5�1�2 Integrale Planung Nutzen und Betreiben dient der Erfassung und Be wertung der konkreten Objektqualität unter Nutzungs Teilkriterium Interdisziplinäres Projektteam bedingungen sowie der Qualität der Nutzungs und Qualifikation des Projektteams Betriebsprozesse. Es steht somit im direkten Zusam menhang mit Teil C „Empfehlungen für nachhaltiges Integraler Planungsprozess Nutzen und Betreiben von Gebäuden“ des Leitfadens. Nutzerbeteiligung Darüber hinaus ermöglicht das BNBModul Nutzen und Betreiben auch eine IstAnalyse eines bislang noch Öffentlichkeitsbeteiligung nicht unter Nachhaltigkeitsaspekten betrachteten Quelle: BBSR Bestandsgebäudes, sodass unter Umständen in Abhän gigkeit der Analyseergebnisse entsprechende Moder nisierungsmaßnahmen abgeleitet werden können. Die IstAnalyse von Einzelgebäuden kann gleichzeitig als Basis für die Portfolioanalyse von Gebäudebeständen dienen.
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GEWICHTUNG DER HAUPT - KRITERIENG RUPPEN IM BNB ABBILDUNG A9 A 2
Ö k o n o misc
2 h
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Q
5 u
%
alität Sozi
2 okultu re lle & f u n 2 u � n 2 d N B a a c u h p h r a o l z ti e g s k s e e i s t s n b a e c w h e B r N tu B ng des Planungs- 2 k , 5 t io Im Zuge einer Bewertung nach dem BNB wird die % n a Qualität jeder der fünf Hauptkriteriengruppen anhand a l u i t ä t % M St e a r n k d m o a rt le - l e Q a u d er e f r o E lg in t z fü el r k d ri i t e e r e i i e n n z e q l u n a e n n t i K ta r t i i t v e r a i b e g n e d bi u ld rc e h t. D di i e e V B e e r w g e a r b t e u ng Q e h c 5 ,2 2 t ä til v In o s n g e B s e a w m e t r t k u a n n g n s p in u n je k d t e e m n n K a r c it h e r fe iu st m ge e l i e n g e te m n a R x e i g m e a ln le . Be s 2 ig o
lo k Ö % 01 %
5, 2
n h c e T w Be e r r e t c u h n n g u v n o g n s v 1 o 0 r 0 s P ch u r n i k ft t e e n rr e e i n c t h s t p w re e c r h d e e n n d , w de o r b j e e i w d e e i r l igen
csi Wert 100 immer der Zielwertdefinition entspricht. Die h tätilauqssezorP tätilau Q e e H in au ze p l t n k e r n it e E r r i g en eb g n ru is p s p e e w z e u r s d a e m n m in e n n e g r e h f a ü l h b r d t. e D r j i e e w G e e i w lig ic e h n tung der einzelnen Kriterien, abhängig von der jeweiligen Relevanz für die Schutzziele, erfolgt mit einem festge Quelle: BBSR setzten Bedeutungsfaktor von 1 bis 3. Aus dem Verhält nis von maximal erreichbarer und tatsächlicher Punkt zahl errechnet sich der Erfüllungsgrad innerhalb der BEWERTUNGSSKALA IM BNB Hauptkriteriengruppe (siehe Abbildung A9). Mit fest ABBILDUNG A10 gelegter Gewichtung werden die Ergebnisse der fünf 100 % Hauptk riteriengruppen zu einem Gesamterfüllungsgrad verrechnet. Anhand des erreichten Gesamterfüllungs 95 % 1,0 grades wird die Endnote ermittelt.
90 % Das BNB basiert auf festgelegten Systemregeln: Für jedes Einzelkriterium sind Mindesterfüllungsgrade, die 85 % sogenannten Grenzwerte im jeweiligen Bewertungs Gold maßstab, einzuhalten. Abhängig von der Art des Gebäu 80 % 1,5 des (Standardgebäude oder besonderes Gebäude (Kapitel B1), mit oder ohne Denkmaleigenschaften (Kapitel D3)) 75 % beziehungsweise von der Art der Maßnahme (Komplett oder Teilmodernisierung (Kapitel D2)) sind darüber 70 % hinaus Mindesterfüllungsgrade für die Hauptkriterien Silber 65 % 2,0 gruppen und für den Gesamterfüllungsgrad festgelegt (siehe Anlage B7). Als Grundsatz gilt die Ausgewogenheit 60 % aller Kriteriengruppen.
55 % Je nach Gesamterfüllungsgrad wird ein Qualitätsstan dard – in der Regel Gold, Silber oder Bronze – erreicht Bronze 50 % 3,0 (siehe Abbildung A10). Mit Hilfe der Gesamtnote wird die Nachhaltigkeit von Gebäuden objektiv dar gestellt Quelle: BBSR und quantifiziert, sodass Vergleiche zwischen bewerteten beziehungsweise zertifizierten Gebäuden möglich sind. Da die fünf Hauptkriteriengruppen getrennt bewertet werden, bietet dies die Möglichkeit, auch herausragende Qualitäten in einzelnen Teilbereichen gesondert darzu stellen. Die Standortmerkmale, auf die die Gebäudepla nung nur bedingt Einfluss nehmen kann, werden ge trennt von den Objektqualitäten bewertet und lediglich
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informativ ausgewiesen. Eine verbindliche abschließen 2�3 Instrumente zur Unterstützung der de Überprüfung der Ergebnis unterlagen (Konformi Umsetzung des nachhaltigen Bauens tätsprüfung) dient der Qualitätssicherung im Rahmen Für die ganzheitliche Planung sowie für die Bewertung einer Zertifizierung. von Nachhaltigkeitsaspekten im Bauwesen stehen eine Reihe von Grundlagen, Informationen und Arbeitshilfen BUNDESBAU Für Bundesgebäude wird die verpflicht zur Verfügung. Diese sollen die Integration von Nach ende Anwendung des BNB durch den vorliegenden haltigkeitsaspekten in die Planung und Ausführung Leitfaden und den begleitenden Einführungserlass ver sicherstellen. Darüber hinaus sind Anwendungshilfen bindlich geregelt. Der Qualitätsstandard Silber des Be zu finden, die Berechnungen, Nachweisführung sowie wertungssystems Nachhaltiges Bauen ist als Mindest eine umfassende Dokumentation von Nachhaltigkeits standard für die im Erlass adressierten Bundesbauten aspekten erleichtern. einzuhalten. Für ausgewählte Gebäude sollte der Gold Standard an gestrebt werden. Erste Modellvorhaben des Dazu zählen: Bundes konnten bereits zeigen, dass sich auch höchste Nachhaltigkeitsanforderungen des GoldStandards wirt ■ Informationsportal Nachhaltiges Bauen als schaftlich mit hohem Nutzungskomfort realisieren lassen. übergreifende Plattform ■ eBNB (internetgestütztes Bewertungs und Die Anwendung des Bewertungssystems erfolgt Dokumentationsinstrument) planungs und baubegleitend und dient sowohl als ■ Daten und Datenbanken Arbeitshilfe als auch der kontinuierlichen Qualitäts ■ eLCA (Ökobilanztool) kontrolle bei der Durchführung von Baumaßnahmen. ■ Broschüren zu verschiedenen Systemvarianten Das BNB steht mit seinen Systemvarianten und ■ Systematik für Nachhaltigkeitsanforderungen Kriteriensteckbriefen auf dem Informationsportal in Planungswettbewerben (SNAP) www.nachhaltigesbauen.de zum Download zur Ver ■ Beschaffungshilfen (Nachhaltigkeitskompass) fügung. Es greift vorrangig die Belange des Bundesbaus ■ Netzwerk nachhaltiger Bundesbau auf, steht aber auch anderen Bauherren zur Beschrei bung und Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Informationsportal Gebäuden und baulichen Anlagen offen. Das Informationsportal Nachhaltiges Bauen (www.nachhaltigesbauen.de) stellt neben allgemeinen Systemgrenzen Informationen und Grundlagen zum nachhaltigen Als räumliche Systemgrenze wird das Gebäude – in Bauen eine Reihe von Leitfäden und Arbeitshilfen, wenigen Einzelkriterien auch Nutzungsaspekte des zu Baustoff und Gebäudedatenbanken sowie Informa gehörigen Grundstücks – als Betrachtungsgegenstand tionen zu Forschungsprojekten und Veranstaltungen bei der Nachhaltigkeitsbewertung der Planungs und zur Verfügung. Parallel hält das BNBPortal Bauphase herangezogen, da dieses direkt im Einfluss (www.bnbnachhaltigesbauen.de) sämtliche Steckbriefe bereich des Bauherrn liegt. aller BNBModule beziehungsweise Systemvarianten zum Download bereit. Als zeitlicher Rahmen werden hierbei sämtliche Lebens zyklusphasen des Gebäudes einschließlich ausgewählter Aspekte des Gebäuderückbaus zugrunde gelegt. Die Betrachtung des Lebenszyklus erfolgt auf Basis der IstDaten der Errichtung, die mit den Prognosedaten der Nutzungs und Rückbauphase zu kombinieren sind. Für den Betrachtungszeitraum sind beispielsweise für den Neubau eines Büro und Verwaltungsgebäudes die ersten 50 Jahre anzusetzen. Der festgelegte Betrach tungszeitraum ist nicht automatisch mit der geplanten Nutzungsdauer des Gebäudes beziehungsweise der ma ximalen Gebrauchsdauer identisch.
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eBNB (internetgestütztes Bewertungs- und Dokumentationsinstrument) Das eBNB wurde als ein internetgestütztes Projektma nagementsystem für die Umsetzung des BNB im Bundesbau entwickelt (www.ebnb.bundesbau.de). Zentrales Ziel ist eine Harmonisierung der Nachweis Ansicht der Gesamtbewertung im eBNB und Dokumentationsprozesse im BNB, die Qualitäts sicherung im Bereich der Konformitätsprüfungen sowie ein verbesserter Informationsfluss in die Bundesbauabteilungen. Mit dem eBNB als ein zentrales Datenbanksystem besteht nunmehr die Möglichkeit, alle erforderlichen Informationen einer BNBBewer tung systematisch zu erfassen und zu dokumentieren. Darüber hinaus können die erforderlichen Konformi tätsprüfungen ebenfalls digital erfolgen. Die Bundes bauabteilungen arbeiten dabei in eigenständigen Pro jektbereichen, die teilweise individuell anpassbar sind. Mit dem eBNB liegt ein Instrument vor, das komplexe Gebäudeinformationen in Form dynamisierter Gebäu Mit eLCA modellierter Außenwandaufbau dedaten zentral für den gesamten Bundesbau erfasst und diese für eine wissenschaftliche Nutzung sowie die Politikberatung vorhält. Darüber hinaus bestehen Im ÖKOBAUDAT portschnittstellen zu BNBRechenwerkzeugen wie zum Die deutsche OnlineBaustoffdatenbank ÖKOBAUDAT4 Beispiel eLCA, aber auch Exportschnittstellen zu Kos bildet die Datengrundlage für die Ökobilanzierung von tendatenbanken wie PLAKODA. Gebäuden hinsichtlich Energieverbrauch, Ressourcen einsatz sowie globaler ökologischer Wirkungen, die eLCA unter anderem Treibhauseffekt, sauren Regen, Smog oder Das eLCA3 wurde vom Bundesinstitut für Bau, Stadt Überdüngung verursachen. Die ÖKOBAUDAT stellt für und Raumforschung (BBSR) als kostenfreie internet die wesentlichen Bauproduktgruppen, sowie Nutzungs gestützte Softwarelösung für die Erstellung von Öko und Verwertungswege vereinheitlichte und qualitäts bilanzen entwickelt. Auf Basis eines dynamischen geprüfte Ökobilanzdaten zur Verfügung. Die hohe Bauteileditors und einer grafischen Oberfläche können Datensatzqualität ermöglicht verlässliche Aussagen zur einzelne Bauteile bis hin zu ganzen Gebäuden an ökologischen Qualität eines Gebäudes. Die ÖKOBAU wenderfreundlich modelliert werden. Die Software DAT bietet DIN EN 15804konforme Daten sowie ist direkt mit der nationalen OnlineBaustoffdaten generische und produktspezifische Daten aus Umwelt bank ÖKOBAUDAT verknüpft. Die ermittelten Umwelt produktdeklarationen (EPD), den Export von Öko wirkungen werden unter Einbeziehung zusätzlicher bilanzdaten in Ökobilanzierungstools, wie zum Beispiel Gebäudedaten den BNBBenchmarks bewertend gegen eLCA, und Regeln für die Aufnahme von Ökobilanz übergestellt. Darüber hinaus besteht eine Exportfunk daten in die ÖKOBAUDAT. tion der Berechnungsdaten zum eBNB. Mit dieser Softwarelösung wurde eine einheitliche Grundlage für globalökologische Betrachtungen im Bauwesen und im Speziellen für den Bundesbau geschaffen. Das Programm kann nach erfolgter Registrierung unter www.bauteileditor.de aufgerufen werden.
3 www.bauteileditor.de 4 www.oekobaudat.de
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UmweltProduktdeklarationen (TypIIIUmweltzeichen) Planungsphase Prognoseszenarien unter per Konvention bieten herstellerbezogene Ökobilanzdaten (Energie definierten Randbedingungen erarbeitet werden, die und Ressourceneinsatz, Umweltwirkungen, technische eine Abschätzung der LCC und LCA ermöglichen. Eigenschaften) für eine ökologische Lebenszyklusbe trachtung an. Diese UmweltProduktdeklarationen PLAKODA werden durch unabhängige Dritte geprüft und stellen Das Planungs und Kostendatenprogramm der Länder somit eine verlässliche und sichere Datenquelle für und des Bundes (PLAKODA) stellt in Abhängigkeit umwelt und gesundheitsrelevante Informationen zu der in einer gemeinsamen Datenbank erfassten realen Bauprodukten dar. Darüber hinaus können auch andere Bauprojekte unterschiedliche PLAKODAModule für normkonforme TypIII UmweltProduktdeklarationen die öffentlichen Bauverwaltungen zur Verfügung. Die der Industrie herangezogen werden. In Deutschland PLAKODAModule bieten einen ersten kalkulatorischen erfolgt die Veröffentlichung über die EPDProgramm Anhaltspunkt im Umgang mit Investitions und Nut halter oder Dritte mit vergleichbarer Sachkunde. zungskosten für Neu und Bestandsbauten der öffentli Grundlage für die Erstellung von UmweltProduktde chen Hand nach der Mittelwertmethode. Ferner stellt klarationen stellt die DIN EN 15804 dar.5 das Modul Lebenszykluskosten einen Einstieg in das lebenszyklusorientierte Planen dar. Im Rahmen einer Fachinformationssystem WECOBIS frühen Kostenschätzung besteht somit die Möglichkeit, WECOBISBaustoffinformationen6 unterstützen eine auf Basis ausgewählter Bauwerke investive Kosten zu ganzheitlich ökologische Bauproduktwahl durch die bestimmen und darüber hinaus die Folgekosten abzu Bereitstellung produktneutraler umwelt und gesund schätzen. Somit bildet das PLAKODAModul Lebens heitsrelevanter Daten. Die Beschreibung der ökologi zykluskosten die Anforderungen des BNB im Hinblick schen Qualität von Bauprodukten und Grundstoff auf die Berechnung von ausgewählten Kosten im gruppen über den Lebenszyklus wird ergänzt durch Lebenszyklus direkt ab und lässt darüber hinaus unter allgemeine Planungs und Ausschreibungshilfen sowie schiedliche Berechnungsmöglichkeiten (wie Barwertme Textbausteine zu materialökologischen Anforderungen. thode, Endwertmethode) zu. Herausgeber der PLAKODA Die Inhalte nehmen direkt Bezug auf Baustoffanforde Module ist das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft rungen aus dem BNB. WECOBIS ermöglicht es somit, des Landes BadenWürttemberg. Ziele und Qualitäten im Planungsprozess bezüglich Baustoff und Materialauswahl zu definieren, Bau produkte abzugleichen, Ausschreibungen und Umset zungen unter Berücksichtigung des Lebenszyklus zu begleiten und schließlich auch die Auswirkungen der Baustoffe auf Gebäudenutzer und die Nachnutzungs phase einzuordnen.
Nutzungsdauern von Bauteilen Für die Berechnung von Lebenszykluskosten (LCC) und Ökobilanzen (LCA) von Gebäuden im Rahmen der An wendung des BNBSystems steht die Tabelle „Nutzungs dauern von Bauteilen“ zur Verfügung, die Angaben zu den Verweildauern von Bauteilen für den definierten Übersicht zu Bauproduktgruppen auf www.wecobis.de gebäudebezogenen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren liefert. Mit den Daten zur Nutzungsdauer können in der
5 Vgl. DIN EN 15804: 2014-07 6 www.wecobis.de
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Unterstützende Broschüren Netzwerk Nachhaltiger Bundesbau Das BBSR stellt als BNBAnwendungshilfe Infor Das Netzwerk Nachhaltiger Bundesbau besteht aus den mationsbroschüren für einzelne Systemvarianten wie ausgebildeten BNBNachhaltigkeitskoordinatoren der beispielsweise Büro und Verwaltungsgebäude oder Bundesbauverwaltungen sowie Vertretern des BMI, Unterrichtsgebäude auf dem Informationsportal des BBSR, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Nachhaltiges Bauen zur Verfügung. (BImA) und der Landesbauverwaltungen. Für die im Rahmen der praktischen BNBAnwendung gesammel Systematik für Nachhaltigkeitsanforderungen in ten Erfahrungen stehen dem Netzwerk eine internet Planungswettbewerben (SNAP) basierte Informations und Austauschplattform sowie Eine Hilfestellung zur Berücksichtigung von Nachhal ein Diskussionsforum zur Weiterentwicklung des BNB tigkeitsanforderungen in Wettbewerbsverfahren wird zu Verfügung. Einen wesentlichen Baustein im Netz mit der Systematik für Nachhaltigkeitsanforderungen werk bilden die von der Geschäftsstelle Nachhaltiges in Planungswettbewerben (SNAP)7 bereitgestellt. Beim Bauen organisierten jährlichen BNBAnwendertreffen. Planungswettbewerb sollen neben den üblichen städte Dort erhalten die Nachhaltigkeitskoordinatoren die baulichen, architektonischen und gestalterischen Qua Gelegenheit zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch litäten auch weitere ausgewählte Nachhaltigkeitskrite zur Umsetzung des Leitfadens und des BNB in den je rien berücksichtigt werden. Die Auswahl der relevanten weiligen Bauverwaltungen. Nachhaltigkeitskriterien, der Umfang der geforderten Leistungen und die Bedeutung des Nachhaltigkeitsan satzes für die Entscheidungsfindung der Preisrichter des Preisgerichtes sind dabei stets auf den jeweiligen Wettbewerb und das zu erreichende BNBQualitäts niveau anzupassen. Hierzu wurden detaillierte Empfeh lungen in der SNAPBroschüre zusammengestellt und ein excelbasiertes Arbeitsinstrument für die Vorprüfung der Wettbewerbsbeiträge entwickelt.
Beschaffungshilfen Nachhaltiges Beschaffen stellt für viele öffentliche Ver waltungen derzeit noch ein Hindernis dar, da oftmals keine darauf ausgerichteten Beschaffungsunterlagen oder hilfen vorliegen. Deshalb wurden zwei Informati onsplattformen zur nachhaltigen Beschaffung ins Leben gerufen. Mit der Kompetenzstelle für nachhaltige Be schaffung beim Beschaffungsamt des Bundesministeri ums des Inneren (www.nachhaltigebeschaffung.info) sowie dem Kompass Nachhaltigkeit des Bundesministe riums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent wicklung (www.kompassnachhaltigkeit.de) stehen vielfältige Leistungsbausteine zur öffentlichen Beschaf fungsthematik zur Verfügung. Die Informationsplatt formen adressieren dabei nicht nur das Bauwesen be ziehungsweise Gebäude, sondern auch weitere Bereiche des öffentlichen Beschaffungswesens und tragen somit zu einer gezielten Verbreitung bei.
7 BMVBS (2013 b)
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3. Qualitäten des nachhaltigen Bauens
Die Qualitäten des nachhaltigen Bauens werden im wurden quantifizierbare Indikatoren festgelegt. Grund A 3 Folgenden exemplarisch anhand der Systemvariante lage für diese Indikatoren9 stellt die Ökobilanzierungs Büro und Verwaltungsgebäude (Modul Neubau, Version methodik mit der Berechnung von Wirkungsbilanzdaten 2015) beschrieben. Abhängig von den spezifischen An als Instrument zur globalen ökologischen Bewer tung forderungen und Rahmenbedingungen der einzelnen von Gebäuden dar. Diese Form der Bewertung führt zu Systemvarianten können bei der Bewertung anderer einer Objektivierung und stellt gegenüber den bisher Gebäudetypen in einzelnen Kriterien Abweichungen im Bauwesen häufig verwendeten Negativ / Positiv erforderlich sein. Mit den folgenden Ausführungen listen von Bauprodukten als Stellvertreter für eine öko werden auch weitergehende Hinweise auf Einzelaspek logische Bauweise erstmalig einen global ausgerichte te gegeben, die bisher noch nicht mit der Methodik des ten Bewertungsansatz dar. BNB beschrieben werden, aber dennoch in die Planung eines Gebäudes mit einbezogen werden sollten. Neben dem Effizienzansatz, der grundsätzlich Opti mierungspotenziale verfolgt, werden zukünftig stärker 3�1 Ökologische Qualität Suffizienzansätze im Bauwesen eine Rolle spielen. Im Unterschied zur Optimierung ist in einem ersten Schritt der formulierte Bedarf kritisch zu hinterfragen. Die ökologische Qualität adressiert die Schutzgüter Der Suffizienzgedanke folgt stärker der Reduktion auf „Schutz der globalen und lokalen Umwelt“ und „Natürli- Notwendiges. Dieser Paradigmenwechsel bei Bauherr che Ressourcen“ mit den stellvertretenden Schutzzielen: und Nutzer, speziell im Bereich der sozialenfunktio nalen Fragestellungen, hat direkte positive Auswirkun ■ Schutz des Ökosystems gen hinsichtlich des Schutzes von Ökosystemen und ■ Schonung der natürlichen Ressourcen natürlichen Ressourcen.
Die Ziele der ökologischen Qualität werden auf natio Grundsätzlich verursachen Gebäude durch den Ener naler Ebene unter anderem unterstützt durch: gie und Rohstoffbedarf während der Herstellungs, Er richtungs, Nutzungs und Entsorgungsphase erhebli ■ die Fortschreibung des nationalen Klimaschutz che Eingriffe in bestehende Ökosysteme. Somit haben programms mit der Festlegung, die Emissionen der Gebäude beträchtliche Energie und Stoffströme sowie im KyotoProtokoll10 genannten Treibhausgase bis Wirkungen auf die lokale und globale Umwelt zur Fol 2050 um circa 85 Prozent gegenüber 1990 zu senken ge. Nachhaltiges Bauen strebt durch eine optimierte ■ die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Auswahl von Bauteilen und Energieträgern eine Mini Gebäuden11 mierung des Energieverbrauchs sowie der Inanspruch ■ das Integrierte Energie und Klimaprogramm (IEKP) nahme anderer Ressourcen und möglichst geringe Um der Bundesregierung12 weltwirkungen an. Dies entspricht damit in besonderer ■ das Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) der Weise der Zielsetzung der nationalen Nachhaltigkeits Bundesregierung strategie8, die Effizienz unter Beibehaltung der Stan dards und Ansprüche an heutige Bauwerke zu steigern. Um die unterschiedlichen ökologischen Schutzziele be schreiben und deren Umsetzung bemessen zu können,
9 Vgl. DIN EN 15643-2: Nachhaltigkeit von Bauwerken – Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden – Teil 2: Rahmenbedingungen für die Bewertung der umweltbezogenen Qualität 10 Vgl. UNO (1997) 8 Vgl. Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (2002), 11 Vgl. EU (2010) Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit (2010), BMU (2012) 12 Vgl. Bundesregierung (2007)
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3.1.1 Schutz des Ökosystems A 3 Bezüglich des Schutzes des Ökosystems ist zwischen Wirkungen auf die globale und auf die lokale Umwelt zu differenzieren. Um die unterschiedlichen Umwelt wirkungen beschreiben zu können, werden Bewer tungskriterien anhand von quantitativen und qualitati Gezielter Einsatz der nachwachsenden Ressource Holz am ven Indikatoren13 festgelegt. Beispiel des Umweltbundesamtes Haus 2019
WIRKUNGEN AUF DIE GLOBALE UND LOKALE UMWELT Im Rahmen der Ökobilanzierung werden die Wirkun TABELLE A1 gen auf die globale Umwelt derzeit hinsichtlich der Kriterien* Auswirkung im Treibhauseffekte, des Ozonschichtabbaus in der Strato Hinblick auf sphäre, der bodennahen Ozonbildung, der Versauerung Treibhauspotenzial BNB 1�1�1 Klimaerwärmung und der Überdüngung beschrieben und anhand der (Global Warming entsprechenden stellvertretenden Wirkungspotenziale Potential GWP) (BNB 1.1.1 bis 1.1.5) bewertet. Dies betrifft sowohl die Ozonschichtabbaupo- BNB 1�1�2 Zerstörung der Ozon- Phase der Herstellung als auch die der Nutzung. tenzial (Ozone Depletion schicht Potential ODP) Die Thematik der nachhaltigen Materialgewinnung / Ozonbildungspotenzial BNB 1�1�3 bodennahe Ozonbildung Biodiversität (BNB 1.1.7) wird im Sinne des Leitfadens (Photochemical Oxidant in Form von Sommersmog Nachhaltiges Bauen aktuell den qualitativen globalen Creation Potential POCP) Umweltwirkungen zugerechnet, da sie sich bisher mit Versauerungspotenzial BNB 1�1�4 Versauerung von Böden der Ökobilanzierungsmethodik noch nicht adäquat ab (Acidification Potential AP) und Gewässern bilden lässt. Der bedrohte Lebensraum Wald / Tropen Überdüngungspotenzial BNB 1�1�5 Gewässer, Grundwasser wald repräsentiert ein wesentliches global wirkendes (Eutrophication Potential und Böden Ökosystem, welches aufgrund seiner biologischen EP) Vielfalt ein hohes Schutzgut darstellt. Durch die Sicher Risiken für die lokale BNB 1�1�6 Reduzierung von Schad- stellung einer nachhaltigen Forstwirtschaft können Umwelt stoffen in Wasser, Boden, biologisch vielfältige Lebensräume einerseits geschützt Luft bei der Verarbeitung und andererseits dauerhaft genutzt werden. Mit dem auf der Baustelle oder Fortschreiten der wissenschaftlichen Beschreibungs durch Abwitterung in der methoden sind mittelfristig weitere zu bewertende As Nutzungsphase pekte der Biodiversität in die Kriteriengruppe „Globale nachhaltige Material- BNB 1�1�7 Schonung und Erhalt und lokale Umwelt“ des BNB zu integrieren. gewinnung / Biodiversität tropischer, subtropischer und borealer Waldregio- Risiken für die lokale Umwelt (BNB 1.1.6) können nen der Erde und damit durch Schadstofffreisetzungen aus Bauprodukten ent verbunden der Erhalt stehen, die insbesondere während der Verarbeitung auf der biologischen Vielfalt der Baustelle oder im Gebäudebetrieb in Wasser, Boden
- Verweis auf die entsprechenden Kriteriensteckbriefe, und Luft gelangen und gesundheitliche Beeinträchti abrufbar unter: www.bnb-nachhaltigesbauen.de gungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten Quelle: BBSR und Verunreinigung der Innenraumluft verursachen können. Daher gilt es, auf die Verwendung von Baupro dukten mit geringen Risiken während der Planungs und Erstellungsphase zu achten und die eingebauten Materialien dahingehend zu überprüfen. Die erfolgrei che Verwendung emissionsarmer Bauprodukte wird nach Fertigstellung des Gebäudes im Rahmen einer 13 Vgl. DIN EN 15643-2: 2011-05 Innenraumluftmessung überprüft (BNB 3.1.3).
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Zu den potenziellen Schadstoffen zählen gefährliche globalen wie lokalen biologischen Vielfalt grundsätz A 3 und besonders besorgniserregende Stoffe, Schwerme lich zu berücksichtigen. Beispielsweise stellen die Le talle, flüchtige organische Verbindungen, halogenierte bensräume Wälder, Seen, Moore oder Gebirge einerseits Kälte und Treibmittel und Biozide. Die sorgsame Ressourcenlager für die Bauwirtschaft dar und anderer Vermeidung dieser Stoffe ist besonders wichtig, da im seits komplexe Ökosysteme mit einer hohen biologi Bauwesen eine Vielzahl von Produkten und Rezepturen schen Vielfalt. In Abgrenzung zur Kriteriengruppe vorkommen können, die ein hohes Risikopotenzial „Schutz des Ökosystems“, in der die Auswirkungen auf bergen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sowohl das die biologische Vielfalt betrachtet werden, ist hier der Chemikalienrecht und die gesetzlichen Regelungen für Lebensraum selbst als natürliche Ressource zu verstehen. Bauprodukte auf europäischer und nationaler Ebene mit entsprechenden Kennzeichnungspflichten als auch die Zusammensetzungen der Produkte stetig weiter Im Bauwesen ist der Schutz der natürlich vorkom- entwickelt werden. menden Ressourcen durch folgende Maßnahmen voranzubringen: Darüber hinausgehend werden hinsichtlich der Wir kungen auf die lokale Umwelt weitere Aspekte in der baustoffliche Ressourcen Fachwelt wissenschaftlich diskutiert. Dies sind bei ■ Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten, spielsweise: Baukonstruktionen und Gebäuden ■ Einsatz wiederverwendbarer oder -verwertbarer ■ Mikroklima: Auswirkungen von gebäudeabhängi Bauprodukte / Baustoffe gen Wärme inseleffekten urbaner Strukturen im ■ gefahrlose Rückführung der Stoffe in den techni- Vergleich zum Umland schen oder, soweit sinnvoll, in den natürlichen ■ Ökotoxizität: Bestimmung der Ökotoxizität im Stoffkreislauf Rahmen der lokalen Ökobilanzierung und deren ■ Senkung des Ressourcenbedarfs bei der Erstellung Berücksichtigung im BNB und dem Betrieb von Gebäuden ■ Rückbau: Freisetzung von gebunden Schadstoffen ■ Einsatz nachhaltig erzeugter nachwachsender Roh- durch den Rückbau von Gebäuden stoffe (auch unter dem Aspekt der Erhaltung der biologischen Vielfalt) Jedoch können bisher nicht alle Themen inhaltlich be ziehungsweise mit abgesicherten Bewertungsmethoden nicht baustoffliche Ressourcen hinterlegt werden. ■ Nutzung von Regen- oder Grauwasser sowie Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs 3.1.2 Schonung natürlicher Ressourcen Der Begriff der natürlichen Ressourcen umfasst eine energetische Ressourcen Vielzahl von Einzelressourcen, die nach unterschiedli ■ Reduzierung von Transportaufwendungen von chen Maßstäben zu beurteilen sind. Die Ressourcenin Baustoffen und -teilen anspruchnahme geht dabei mit der Ressourcenverknap ■ Minimierung des Energiebedarfs in der pung einher. Eine wissenschaftliche Beurteilung der Nutzungsphase verfügbaren Ressourcen im Hinblick auf ein nachhalti ■ Einsatz regenerativer Energie ges Handeln zusammengefasst in einem Indikator existiert derzeit noch nicht, sodass übergangsweise der biologisch vielfältige Flächenressourcen Grundsatz der Vermeidung / Verringerung der Ressour ■ Minimierung der Flächeninanspruchnahme ceninanspruchnahme verfolgt werden muss. durch das Gebäude ■ Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen Dabei ist mit der Ressourceninanspruchnahme nicht nur die Frage der primären Verfügbarkeit zu beleuch ten, sondern indirekt ist auch der Aspekt der Zerstörung vielfältiger Lebensräume (zum Beispiel durch Flächen inanspruchnahmen) und damit die Bedrohung der
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A 3 Das Schutzziel „Schonung natürlicher Ressourcen“ 3.1.3 Ökobilanzierung wird stellvertretend durch folgende Kriterien des BNB Die Berechnung von globalen und lokalen Umwelt beschrieben und bewertet: wirkungen sowie die Abbildung der in Anspruch genommenen Ressourcen können größtenteils sehr gut durch gebäudespezifische Ökobilanzierungen SCHONUNG NATÜR LICHER RESSOURCEN UND vorgenommen werden. Sämtliche Berechnungsschritte ERHALT DER BIOLOGISCHEN VIELFALT unterliegen genormten Verfahren, sodass vergleichba TABELLE A2 re Abbildungsgenauigkeiten sichergestellt werden kön Kriterien* Beschreibung und Bewer- nen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der tung im Hinblick auf Anwendung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen und Primärenergiebedarf BNB 1�2�1 Schonung begrenzter des BNB grundsätzlich die Betrachtungseinheiten fossiler Energieträger, (funktionelle Einheit) auf Bauteilebene oder Bauwerks Erhöhung der Deckungs- ebene zu wählen sind. rate durch erneuerbare Energien In Abhängigkeit von der konkreten Fragestellung im Trinkwasserbedarf und BNB 1�2�3 Reduzierung der Umwelt- Projekt bietet ein Ökobilanzierungsverfahren verschie Abwasseraufkommen belas tung infolge Trink- dene Bestimmungstiefen an. Neben der ökologischen wasser auf be reitung und Risikoanalyse (qualitative Betrachtung) und der Stoff Abwasserreinigung stromanalyse (Quantifizierung ohne Betrachtung von Flächeninanspruch- BNB 1�2�4 Minimierung der zusätz- Umweltwirkungen) bietet die gebäudespezifische Öko nahme lichen Bodenversiegelung bilanz die höchste Aussagekraft, da gegenüber den und Maß nahmen zur anderen Verfahren eine Quantifizierung von Umwelt Ent siegelung bereits wirkungen erfolgt. Die Ökobilanz (LCA – Life Cycle ver siegelter Flächen Assessment)14 dient als Instrument zur quantitativen
- Verweis auf die entsprechenden Kriteriensteckbriefe, Berechnung der Umweltwirkungen eines Systems, das abrufbar unter: www.bnb-nachhaltigesbauen.de entweder aus einem einzelnen Produkt, einem Bauele Quelle: BBSR ment oder auch aus dem gesamten Gebäude bestehen kann. Für Bauprodukte können anhand der Ökobilan zen die Umweltwirkungen aus den Lebenszyklusphasen Die daraus ableitbaren Anforderungen decken sich mit Herstellung, Transport, Einbau, Betrieb, Rückbau sowie nationalen Zielsetzungen, beispielsweise bezüglich des das daraus generierte Recyclingpotenzial ermittelt Primärenergieaufwands oder mit denen des Integrier werden. Die Ergebnisse werden für die einzelnen Bau ten Energie und Klimaprogramms. produkte in den UmweltProduktdeklarationen (EPD – Environmental Product Declaration) zusammengefasst. Darüber hinaus werden branchenspezifische Durch schnittsdaten für Bauprodukte in der ÖKOBAUDAT zur Verfügung gestellt.15 Aufbauend auf diesen baupro duktbezogenen Daten der Herstellung wird unter Be rücksichtigung der Umweltwirkungen aus den folgenden Lebenszyklusphasen eine quantifizierende Bewertung
14 Vgl. DIN EN ISO 14040: 2009-11 und 14044: 2006-10 15 www.nachhaltigesbauen.de/baustoff-und-gebaeudedaten/ oekobaudat.html
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von Gebäudeteilen oder Gebäuden ermöglicht. In Ab 3.2.1 Lebenszykluskostenanalyse A 3 hängigkeit der betrachteten Lebenszyklusphasen spielt Im Rahmen einer Lebenszykluskostenanalyse werden die Dauerhaftigkeit der einzelnen Bauteile / Komponen die Kosten betrachtet, die während Erstellung, Nutzung ten im Hinblick auf die anzusetzende Nutzungsdauer und im Einzelfall beim Abriss eines Gebäudes anfallen. eine wesentliche Rolle für die Berechnungsergebnisse, Im Sinne der Wirtschaftlichkeit kann mit dieser Me da erhöhte Austauschzyklen in der Regel höhere Um thode sichergestellt werden, dass eine Kostenoptimie weltwirkungen verursachen. Als Orientierungshilfe für rung über den gesamten Lebenszyklus erfolgt. Ergebnis die Nutzungsdauern von Bauteilen dient die auf dem der Lebenszykluskostenanalyse ist unter anderem ein Informationsportal Nachhaltiges Bauen veröffentlichte zeitbereinigter Geldbetrag (Barwert) bezogen auf die Nutzungsdauertabelle (siehe auch Kapitel A2.3). Nutz oder Brutto grundflächen (in Euro pro Quadrat meter). Hierfür werden alle absehbaren Kosten unter 3�2 Ökonomische Qualität Berücksichtigung bestehender Risiken inklusive Preis steigerungsraten kumuliert. Mit Hilfe der Barwertme thode wird der Gegenwartswert ermittelt. Die ökonomische Qualität eines Gebäudes spiegelt sich im Grad der Umsetzung folgender Schutzziele wider: LEBENSZYKLUSKOSTEN TABELLE A3 ■ Minimierung der Lebenszykluskosten Lebenszykluskosten in der Nachhaltigkeitsbewertung ■ Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ■ Erhalt von Kapital und (Gebäude-)Wert Herstellungskosten gemäß Baukosten DIN 276-1* Baunutzungskosten gemäß Betriebskosten Kosten, Ertrag und Wertstabilität werden hierbei im DIN 18960** Kosten für Reinigung, Pflege Schutzgut „Kapital“ gebündelt und abhängig von Vor und Instandhaltung haben und Lebenszyklusphase anhand verschiedener Ersatzinvestition Indikatoren beurteilt. Je nach Lebenszyklusphase und Abrisskosten gemäß DIN 276-1 Kosten für Rückbau und individuellen Rahmenbedingungen kommt den Ein (derzeit in der Nachhaltigkeits- Entsorgung bewertung nicht berücksichtigt) zelindikatoren eine unterschiedliche Bedeutung zu. Ziel der ökonomischen Betrachtung ist es stets, eine * Vergleiche DIN 276-1: 2008-12 ganzheitliche Optimierung der wirtschaftlichen Para ** Vergleiche DIN 18960: 2008-02 meter zu erreichen. Maßnahmen zur Optimierung der Quelle: BBSR Lebenszykluskosten müssen folglich im Einklang mit einem angemessenen Wert und Werterhalt des Objektes stehen. Der damit einhergehende langfristige Zeithori Wesentliche Herausforderung bei der Abschätzung des zont legt den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit der Im Versorgungsbedarfs beziehungsweise bei den Betriebs mobilie über den gesamten Lebenszyklus und bindet kosten ist, dass diese unterschiedlichen Einflüssen aus ökonomische Einflussfaktoren ein. Im Vordergrund gesetzt sind, deren prognostizierte Entwicklung mitu nter steht das Gebäude samt Gebäudebetrieb, wodurch ei erheblichen Abweichungen unterliegt. Zu den Einflüs nerseits Kosten verursacht und andererseits Substanz sen gehören neben Gebäudenutzungsart und Service werte geschaffen beziehungsweise erhalten werden. Level Agreements (SLA)16 das Nutzerverhalten, die kli matischen Bedingungen sowie funktionale und tech nische Eigenschaften des Gebäudes. Zudem kann sich jeder dieser Einflussfaktoren im Betrachtungszeitraum
16 Als Service Level Agreements werden Qualitätsstandards für Dienstleistungen wie Reaktions- und Behebungszeiten bezeichnet, die leistungsbezogen definiert sind und vertraglich festgehalten werden.
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LEBENSZYKLUSKOSTEN ABBILDUNG A11
n
netsoK etreilumuK red % 58–08 uz sib netsoktmaseG A 3
| konvention bei Kosten lebenszyklusopt Kosten bei | nung Pla eller imierter Planung | hcan sulkyzsnebeL gnurapsniE elleiznetoP sed fualbA | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Beeinflussbar | keit der Kosten |
Zeit Konzept Planung Erstellung Nutzung Abbruch
Quelle: BBSR, in Anlehnung an Jones Lang LaSalle (2008 b)
INVESTITIONSRECHNUNG ABBILDUNG A12
Verfahren zur Betrachtung der ökonomischen Vorteilhaftigkeit
Statisches Verfahren Dynamisches Verfahren
mit unterschiedlichen mit einheitlichem Zinssätzen für Anlage und Kalkulationssatz Aufnahme finanzieller Mittel
Kostenvergleichsrechnung Kapitalwertmethode Vermögensendwertmethode
Dynamische Gewinnvergleichsrechnung Sollzinsmethode Amortisationsrechnung
Statische Methode der vollständigen Interne Zinsfußmethode Amortisationsrechnung Finanzpläne
Rentabilitätsrechnung Annuitätsmethode
Quelle: BBSR, in Anlehnung an Pfarr (1984)
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ändern. Hilfestellung zur Orientierung bieten Studien 3.2.2 Wirtschaftlichkeit A 3 über nutzungsartabhängige Nebenkosten oder ausge Mit der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird die öko wählte Kostenangaben der Planungs und Kostendaten nomische Vorteilhaftigkeit eines (Investitions)Vorha bank PLAKODA17. Eine systematische Grundlage für bens beschrieben, wobei das Verhältnis eingesetzter den Ansatz bietet beispielsweise die BS ISO 15686518. Mittel zu erreichtem Ergebnis beurteilt wird. Ziel ist es, einen effizienten Mitteleinsatz im Sinne einer dauer Darüber hinaus ist bei allen finanzwirksamen Maßnah haft hohen Ressourcenproduktivität sicherzustellen. men der öffentlichen Hand der Grundsatz der Wirt Aufgrund unterschiedlicher Ziele und Motive, die ein schaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten und im Vorhaben begründen, gibt es verschiedene methodi Hinblick auf die finanziellen Auswirkungen einer Maß sche Herangehensweisen bei der Wirtschaftlichkeitsbe nahme sollten hierbei insbesondere auch die künftigen trachtung. Hierbei spielen die Art des Vorhabens und Ein und Auszahlungen Berücksichtigung finden. Um die jeweilige Sichtweise der Beteiligten eine zentrale dem Minimalansatz gerecht werden zu können, müssen Rolle. Wird beispielsweise eine Immobilie energetisch die Kosten einer Baumaßnahme mindestens entspre saniert, entstehen einerseits Investitionskosten und chend der BNBLebenszykluskostenmethodik (LCC) andererseits laufende Einsparungen. Diese können im betrachtet werden. Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mitein ander in Bezug gesetzt werden. Während bei Selbstnut Die zukünftige Preisentwicklung ist unter anderem zung des Eigentums die Amortisation der Maßnahme abhängig von der Entwicklung der Preise auf den inter aufgrund verringerter Betriebskosten entscheidend ist, nationalen Rohstoffmärkten, der Entwicklung von läge der Fokus bei Vermietung auf der Erhöhung der Wechselkursen sowie der Kostenentwicklung inländi Kaltmiete und damit auf der Kapitalrentabilität. scher Produktionsfaktoren. Daher ist es notwendig, eine jährliche Preis steigerungsrate festzulegen und an Wie Abbildung A12 verdeutlicht, wird bei einzelwirt schließend einheitlich anzuwenden. Bei der Abschät schaftlichen Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zung der Kosten sind auch die Auswirkungen einer von grundsätzlich zwischen statischen und dynamischen der technischen Lebensdauer des Gebäudes abweichen Verfahren unterschieden. Dynamische Verfahren be den Nutzungsdauer in der Regel bei Gebäuden mit rücksichtigen im Gegensatz zu statischen die Entwick hoher Spezialisierung auf bestimmte Nutzungen zu lung der Zahlungsströme im Zeitablauf. Zur Beurtei berücksichtigen. Wie der Abbildung A11 zu entnehmen lung der Wirtschaftlichkeit einer Immobilie hat die ist, übersteigen die Baufolgekosten während der Le Kapitalwertmethode die meiste Verbreitung in der Pra bensdauer eines Gebäudes die Errichtungskosten. Eine xis gefunden. Statische Verfahren sind zur Beurteilung qualitativ hochwertige Ausführung sollte zu deutlich der Wirtschaftlichkeit von Immobilieninvestitionen niedrigeren Kosten in der Nutzungsphase führen. In grundsätzlich nicht geeignet. Dies gilt erst recht bei Abhängigkeit von der Komplexität der Planungsauf lebenszyklusorientierten Betrachtungen. gabe kann dies mit höheren Errichtungskosten sowie mit höherem Planungsaufwand verbunden sein. Über einen Variantenvergleich mit Hilfe der Lebenszyklus kostenanalyse lässt sich das mögliche Optimierungs beziehungsweise Einsparpotenzial bereits während der Planungsphase ermitteln.
17 PLAKODA des Landesbetriebes Vermögen und Bau Baden-Württemberg 18 BS ISO 15686-5: 2008-06: Hochbau und Bauwerke – Planung der Lebensdauer – Teil 5: Kostenberechnung für die Gesamt- lebensdauer
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A 3 BUNDESBAU Maßgeblich für die Durchführung von Gemäß der „Verordnung über die Grundsätze für die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen auf Bundesebene Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken“ (Im sind neben § 7 Bundeshaushaltsordnung (BHO) die Ver mobilienwertermittlungsverordnung – ImmoWertV)21 waltungsvorschrift (VV) zu § 7 BHO, die Arbeitsanleitung gibt es drei wesentliche Verfahren zur Ermittlung von „Einführung in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen“19, Verkehrs beziehungsweise Marktwerten von Immo die einschlägigen Vorschriften der RBBau sowie – ins bilien, die der folgenden Übersicht zu entnehmen sind. besondere mit Blick auf lebenszyklusorientierte Wirt Welches Wertermittlungsverfahren zum Einsatz kommt, schaftlichkeitsuntersuchungen – der Leitfaden „Wirt hängt ab vom Zweck der Bewertung, von der zu bewer schaftlichkeitsuntersuchungen bei PPPProjekten“20. tenden Immobilienart sowie von den Gepflogenheiten des jeweiligen Grundstücksmarktes. 3.2.3 Wertstabilität
Die Erhaltung von ökonomischem Kapital ist eines der
Die Erhaltung von ökonomischem Kapital ist eines der Schutzziele der ökonomischen Dimension einer nach haltigen Entwicklung. Übertragen auf den Betrach tungsgegenstand Immobilie ist dies die Aufrechterhal tung beziehungsweise der Schutz des (ökonomischen) Immobilienwertes im Zeitablauf beziehungsweise ent
| Wesentliche Verfahren zur Ermittlung von Verkehrs- beziehungsweise Marktwerten von Immobilien gemäß ImmoWertV: | |
|---|---|
| Immobilien gemäß ImmoWertV: | |
| ■ Vergleichswertverfahren (gegenwartsorientiert): |
Immobilienwertes im Zeitablauf beziehungsweise ent Vergleichswertverfahren (gegenwartsorientiert): lang des Immobilienlebenszyklus. Die gebräuchlichste Es werden mittelbar oder unmittelbar Handelswer- Definition des ökonomischen Immobilienwertes ist die te miteinander verglichen, das heißt, der Vergleichs- des Verkehrs beziehungsweise Marktwertes. Der Ver wert bringt einen bereits vollzogenen Interessens- kehrs / Marktwert einer Immobilie ist in § 194 Bauge ausgleich zwischen Marktteilnehmern zum Ausdruck. setzbuch (BauGB) wie folgt definiert: „Der Verkehrswert Der Vergleichswert wird auf der Basis von Preisen (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der zu möglichst aktueller Markttransaktionen vergleich-
dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im barer Objekte ermittelt.
dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der
| barer Objekte ermittelt. | |
|---|---|
| ■ Sachwertverfahren (vergangenheitsorientiert): |
Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der Sachwertverfahren (vergangenheitsorientiert): sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks orientiert sich an den Reproduktions- beziehungs- oder des sonstigen Gegenstandes der Wertermittlung weise Herstellungskosten des Bewertungsobjektes. ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Dem Sachwertverfahren liegt die Überlegung zu- Verhältnisse zu erzielen wäre.” Die Wertstabilität einer grunde, dass sich der Kaufpreis und somit auch der Immobilie kann demnach über die zeitliche Entwick Verkehrswert eines bebauten Grundstücks an den lung des Immobilienmarktwertes gemessen beziehungs Kosten orientiert, die entstehen, um ein vergleich- weise beurteilt werden. Eine Immobilie kann daher bares unbebautes Grundstück zu beschaffen und als wertstabil bezeichnet werden, wenn der Marktwert dann darauf vergleichbare bauliche Anlagen zu er-
der Immobilie im Zeitablauf nicht abnimmt, sondern richten.
der Immobilie im Zeitablauf nicht abnimmt, sondern konstant bleibt oder steigt.
| richten. | |
|---|---|
| ■ Ertragswertverfahren (zukunftsorientiert): |
Ertragswertverfahren (zukunftsorientiert): orientiert sich am künftigen, dauerhaft erzielbaren Ertrag eines bebauten Grundstücks. Der Ertrags- wert ergibt sich als Summe der Barwerte aller bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung aus dem Grund- stück dauerhaft erzielbaren Reinerträge einschließ- lich des Barwertes des Bodens.
19 Rundschreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 12. Januar 2011 20 Mit BMF-Schreiben IIA3-H1000/06/0003 vom 20. August 2007 bekannt gegeben 21 ImmoWertV (2010)
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Entscheidend ist jedoch, dass der Wert beziehungsweise Jedoch können die gebäudebezogenen Faktoren nicht A 3 die Wertentwicklung und damit die Wertstabilität eines losgelöst von den standort und marktbezogenen bebauten Grundstücks – relativ unabhängig vom jewei Faktoren betrachtet und beurteilt werden. Im Idealfall ligen Wertermittlungsverfahren – durch eine Vielzahl ist eine Immobilie in der Lage, durch ihre Merkmale von Faktoren beeinflusst wird, die sich in standort, und Eigenschaften auf bestimmte Markt und Stand markt und gebäudebezogene Fakt oren einteilen lassen. ortgegebenheiten zu reagieren und sich an Verände Zu den standort und markt bezogenen Faktoren (exo rungen exogener Faktoren im Zeitablauf anzupassen gene Faktoren) zählen zum Beispiel baurechtliche beziehungsweise mit möglichst geringem Ressourcen Aspekte, die Nahversorgungssituation, die Immissions verbrauch anpassen zu lassen. Erst hierdurch werden lage, die Verkehrsanbindung, die Wirtschaftsstruktur die Voraussetzungen für ein Maximum an Wertstabili und Wirtschaftslage und vieles mehr. Diese Faktoren tät geschaffen. Eine ausführliche Erläuterung des sind nicht konstant, sondern unterliegen Änderungen Zusammenhangs zwischen verschiedenen nachhaltig im Zeitablauf; man spricht in diesem Zusammenhang keitsbezogenen Gebäudefaktoren und Immobilienwer von einem Markt und Standortänderungsrisiko und ten findet sich im Leitfaden „Nachhaltigkeit und Wert folglich auch von einem Wert änderungsrisiko. Um ermittlung von Immobilien“22. Markt und Standortrisiken insgesamt zu minimieren, werden im Vorfeld von Projektentwicklungsmaßnah Im vorliegenden Leitfaden Nachhaltiges Bauen stehen men üblicherweise detaillierte Markt und Standort mit der Flächeneffizienz und der Anpassungsfähigkeit analysen durchgeführt. In der Nutzungsphase einer die gebäudebezogenen (wertbeeinflussenden) Faktoren Immobilie tendiert der Grad einer möglichen Einfluss im Vordergrund der Betrachtung. nahme auf exogene Faktoren allerdings gegen Null. Die Möglichkeiten einer Risikominimierung beziehungs Die Steigerung der effizienten Nutzung bereits versie weise die Schaffung der Voraussetzungen für eine hohe gelter Flächen ist neben einer prinzipiellen Reduzierung Wertstabilität einer Immobilie müssen daher bereits der Inanspruchnahme neuer Flächen ein Ziel der na in der Planungsphase über entsprechende gebäudebe tionalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. zogene Merkmale und Eigenschaften sichergestellt Eine wichtige Maßnahme zur Umsetzung dieses Ziels werden. Zu diesen gebäudebezogenen Faktoren zählen ist die Steigerung der Flächen effizienz (BNB 2.2.1). zum Beispiel: Auch die Anpassungsfähigkeit (BNB 2.2.2) ist von nicht ■ Flächeneffizienz zu unterschätzender Bedeutung für die Nachhaltigkeit ■ Anpassungsfähigkeit (Flexibilität und Umnutzungs eines Bauwerks. Denn Gebäude, die heute gebaut wer fähigkeit) den, stehen aufgrund der angestrebten langen Nut ■ Widerstandsfähigkeit zungsdauern vor der Herausforderung, nicht nur der ■ Dauerhaftigkeit zeitige, sondern auch künftige Nutzungsanforderungen ■ energetische Eigenschaften zu erfüllen. Dabei gilt es zu beurteilen, welches Maß an Flexibilität die baulichen Strukturen zulassen, bezie Diese und weitere Faktoren haben einen unmittelbaren hungsweise mit welchem Aufwand die Anpassung an Einfluss auf den Wert sowie die Wertentwicklung und sich wandelnde Rahmenbedingungen verbunden ist. damit die Wertstabilität einer Immobilie. Die Anpassungsfähigkeit einer Immobilie beeinflusst die Gesamtnutzungsdauer und damit auch die gebäude bezogenen Kosten im Lebenszyklus und die damit zu sammenhängenden Stoffströme.
22 kostenfrei abrufbar unter www.zora.uzh.ch/id/eprint/76701/
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3�3 Soziokulturelle und funktionale Qualität 3.3.1 Gesundheit, Behaglichkeit und A 3 In der soziokulturellen und funktionalen Qualität wer Nutzerzufriedenheit den sämtliche Faktoren betrachtet, die Einfluss auf die Nutzerbezogene Qualitätsziele, die der Optimierung soziale und kulturelle Identität des Menschen und sein der Aufenthaltsqualität und Leistungsfähigkeit der Wertempfinden haben. Soziokulturelle und funktiona Nutzer dienen und gesundheits und komfortrelevante le Aspekte haben eine hohe Bedeutung bei der Beurtei Belange berücksichtigen, stellen eine besondere lung des Gebäudes durch die Nutzer und die Gesell Herausforderung dar, da das Ergebnis oftmals nicht schaft. Somit wirkt sich eine hohe Nutzerzufriedenheit gänzlich kalkuliert und zudem im Einzelfall unterschied im Sinne der Nachhaltigkeit positiv auf das Gebäude lich wahrgenommen werden kann. Während beim aus und führt zu einer besonderen Wertschätzung und Neubau diese Belange nach einschlägigen technischen Wertbeständigkeit des Gebäudes. Daher sind alle sozio Baubestimmungen, arbeitsschutzrechtlichen Anforde kulturellen Aspekte am Menschen zu orientieren und rungen und der Bedarfsplanung geplant und umgesetzt stets an der Schaffung eines hohen Nutzwertes auszu werden, stehen zur Bewertung der tatsächlichen Situa richten. tion im bestehenden Gebäude Nutzerzufriedenheits befragungen zur Verfügung. Die gesundheitliche und komfortbezogene Vorsorge in der Planung ist somit Die soziokulturellen Schutzziele im nachhaltigen Bauen Voraussetzung, wenn auch kein Garant für das Wohl adressieren folgende Bereiche: befinden der späteren Nutzer.
■ Bewahrung von Gesundheit, Sicherheit und Dies erfolgt beispielsweise durch die Optimierung von Behaglichkeit Maßnahmen zur Sicherstellung gesundheits und be ■ Gewährleistung von Funktionalität haglichkeitsfördernder Aspekte, die zu einer Erhöhung ■ Sicherung der gestalterischen und städtebaulichen von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Nutzer Qualität des Gebäudes führen können.
Gesundheit Demnach sind sowohl die Gesundheit, Behaglichkeit Primäres Kriterium zur Vermeidung gesundheitlicher und Zufriedenheit der Nutzer als auch die zweckmäßi Beeinträchtigungen der Raumnutzer ist die Sicherstel ge Nutzbarkeit des Gebäudes und ein hohes Maß an lung einer hygienisch unbedenklichen Innenraumluft räumlichem und funktionalem Komfort von Bedeu qualität (BNB 3.1.3), für die vor allem gebäudebedingte tung. Da alle einzelnen Faktoren im Zusammenwirken und nutzerbedingte Einflüsse maßgeblich sind. Dazu wesentlichen Einfluss auf Gebäudeentwurf, Material zählen Schadstoffemissionen aus Baustoffen und auswahl, Baukonstruktion und Anlagentechnik haben, Bauprodukten, mikrobielle Verunreinigungen durch sind bereits in der frühen Planungsphase entsprechen Feuchteeinwirkung und hohe Kohlendioxidkonzentra de Ziele festzulegen und Konzepte auszuarbeiten. Da tionen in der Raumluft. Da Gerüche subjektiv wahrge die soziokulturelle Identität des Menschen auch durch nommen werden und kein verlässlicher Indikator für das Erscheinungsbild des Gebäudes und seiner unmit höhere Raumluftbelastungen sind, können diese nach telbaren Umgebung beeinflusst wird, spielt auch die derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnissen noch städtebauliche Integration und das gestalterische Er kein Aufschluss über einhergehende gesundheitliche scheinungsbild eine wichtige Rolle. Für die Sicherstel Risiken geben. lung der architektonischen und städtebaulichen Quali täten ist ein bewertender Vergleich durch Fachexperten Eine gezielte Auswahl emissionsarmer Bauprodukte erforderlich. Die wesentlichen Inhalte der Kriterien verfolgt das Ziel, eine hohe Raumluftqualität ohne sind in den folgenden Kapiteln 3.3.1 bis 3.3.3 erläutert. gesundheitliche Beeinträchtigungen zu ermöglichen. Durch stichprobenartige Messungen im Anschluss an Baumaßnahmen lässt sich der Erfolg der vorbeugen den Planung überprüfen. Messbar sind flüchtige organische Verbindungen in Summe und als Einzel konzentrationen sowie Formaldehyd als leicht flüchtige
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organische Verbindung. Maßgeblich für die hygieni der Raumluft bestehen. Eine visuelle und sensorische A 3 sche Bewertung sind die Leitwerte des Ausschusses für Inspektion während und nach Gebäudefertigstellung Innenraumrichtwerte23, die angeben, welche Konzen dient dazu, einen mikrobiellen Befall durch längerfris trationen als hygienisch unbedenklich eingestuft wer tige bau oder schadensbedingte Feuchteeinwirkungen den. Diese Werte sind aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht vorzubeugen. für Arbeitsstätten verbindlich einzuhalten und aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten möglichst zu unter Weiterführende Hinweise und Angaben zu Kohlen schreiten. „In umschlossenen Arbeitsräumen muss unter dioxid in der Innenraumluft, Lüftungsverhalten und Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperli Schimmelpilzvermeidung können verschiedenen Leit chen Beanspruchung und der Anzahl der Beschäftigten fäden25 des Umweltbundesamtes entnommen werden. sowie der sonstigen anwesenden Personen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein.“24 Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit Für behagliche Nutzungsbedingungen und einen Die Anforderung nach Arbeitsstättenverordnung be qualitativ hochwertigen und sicheren Aufenthalt ist trifft ebenso Maßgaben bezüglich Verunreinigungen ein gleichermaßen thermisch, akustisch und visuell der Innenraumluft durch Kohlendioxid, die durch die angenehmes Raumklima zu gewährleisten. Wissen Atemluft der Raumnutzer entstehen. Diese werden in schaftliche Studien26 haben gezeigt, dass die Zufrieden der seit 2012 existierenden „Technischen Regel für heit und Leistungsfähigkeit der Gebäudenutzer in Arbeitsstätten – Lüftung“ (ASR A3.6) festgeschrieben. direktem Zusammenhang mit der räumlichen Situation Zur Sicherstellung einer möglichst niedrigen COKon stehen und darüber hinaus auch eine gesundheitliche 2 zentration ist bei der Planung auf einen ausreichenden Relevanz haben können. Luftwechsel durch Frischluftzufuhr – sowohl bei natür licher wie auch bei mechanischer Belüftung – zu achten. Da der COGehalt beziehungsweise der erforderliche 2 Luftvolumenstrom von der Raumgröße und der Anzahl der anwesenden Personen abhängig ist, muss die Art der Lüftung (Fensterlüftung und / oder mechanische Lüftung) sorgsam geplant werden und sollte nicht rein nach Kosten / Nutzenabwägung entschieden werden.
Grundsätzlich kann in jedem – auch neugebauten Gebäude – aufgrund nicht beseitigter oder erkannter Feuchteschäden ein verstecktes oder sichtbares Schim melwachstum vorherrschen und dadurch die Gefahr des Vorhandenseins mikrobieller Verunreinigungen Beispielhafte Darstellung einer Temperaturasymmetrie im Bereich beheizter Decke und Außenwand
23 Der „Ausschuss für Innenraumrichtwerte“ legt im Auftrag der Gesundheitsministerkonferenz bundeseinheitliche Richtwerte für die Innenraumluft fest. Sie besteht aus Fachleuten der 25 www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/ Innenraumlufthygienekommission (IRK) und Fachleuten der kohlendioxid_2008.pdf Arbeitsgruppe Innenraumluft des Umwelthygieneausschusses www.umweltbundesamt.de/publikationen/leitfaden-fuer- der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbe- innenraumhygiene-in-schulgebaeuden hörden (AOLG). Die Richtwerte sind nach hygienisch-toxikolo- www.umweltbundesamt.de/publikationen/anforderungen- gischen Kriterien abgeleitet und veröffentlicht durch das an-lueftungskonzeptionen-in-gebaeuden Umweltbundesamt unter: www.umweltbundesamt.de/ Verschiedene Fachbroschüren zur Vorbeugung und Sanierung themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ von Schimmelpilz unter dem Stichwort „Schimmel“ unter: ad-hoc-arbeitsgruppe-innenraumrichtwerte-0 www.umweltbundesamt.de/publikationen 24 Vgl. Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV 2004) 26 Siehe Bosti-Studie (1985), EU-Arbeitsschutzstrategie 2007-2012
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A 3 Der thermische Komfort im Winter und im Sommer stärker bemerkbar. Eine natürliche Belichtung ist der (BNB 3.1.1) bildet eine wichtige Grundlage für effizien künstlichen Beleuchtung vorzuziehen, da sie qualitativ tes Arbeiten und Lernen und steht in engem Zusam das bessere Licht darstellt und als angenehmer emp menhang mit der Nutzerzufriedenheit. Wichtige funden wird. Parameter sind Raumtemperatur, Raumluftfeuchte, Luftgeschwindigkeit mit dem einhergehenden Zugluft Zur Sicherstellung einwandfreier Belichtung sollten risiko, Strahlungstemperaturasymmetrie und Fußbo Tageslichtöffnungen (Fenster und Oberlichter) ein dentemperatur. Wesentlich für die Planung ist es, angenehmes Helligkeitsniveau erzeugen und eine zwischen maschinell beheizten und unbeheizten bezie hinreichende Sichtverbindung zwischen Innen und hungsweise gekühlten und ungekühlten Räumen und Außenraum auch bei aktiviertem Sonnenschutz er Bauteilen zu unterscheiden, da es hierfür unterschied möglichen. Durch eine frühzeitige und integrale Tages liche Komfortmodelle gibt. Auch hier ist eine sorgsame licht und Kunstlichtplanung kann eine hohe Beleuch Abwägung und zielgerichtete Kombination verschiede tungsqualität bei möglichst niedrigem Energiebedarf ner technischer Maßnahmen unter Berücksichtigung geschaffen werden. Richtwerte für Mindestbeleuch des Nutzerverhaltens erforderlich, da das Maß des ther tungsstärken für unterschiedliche Nutzungsbereiche mischen Komforts auch wesentlichen Einfluss auf den und Maßgaben für die Tageslichtversorgung sind den Energieverbrauch hat. „Technischen Regeln für Arbeitsstätten – Beleuchtung“ (ASR A3.4) zu entnehmen. Bezüglich des akustischen Komforts (BNB 3.1.4) ist es das Ziel, die Hörsamkeit entsprechend der jeweiligen Entscheidend für die Wahrnehmung der Behaglichkeit Raumnutzung zu optimieren. Die akustische Qualität ist neben den technischen und baulichen Vorausset eines Raumes hat großen Einfluss auf das Verstehen zungen die individuelle Einflussnahme der Nutzer von Sprache, auf die Kommunikationsbedingungen (BNB 3.1.6) auf die Bereiche Lüftung, Sonnenschutz, und somit auf das Wohlbefinden sowie auf die Konzen Blendschutz und Temperatur während und außerhalb trations und die Leistungsfähigkeit der Gebäudenut der Heizperiode sowie auf die Steuerung von Tages zer. Eine ungenügende Raumakustik kann belastend und Kunstlicht. Dies erhöht einerseits die Akzeptanz, wirken und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Nutzer. führen, da dadurch in der Regel auch der Lärmpegel Andererseits beeinflusst die individuelle Anpassbarkeit innerhalb des Raumes verstärkt wird, der wiederum an den tatsächlichen Bedarf den Energieverbrauch. die sprachliche Kommunikation beeinflusst. Allen Nut zungen gemein ist die Erfordernis einer akustischen Aufenthaltsbereiche im Gebäude sowie im unmittelba Dämpfung der Räume durch ein nutzungsabhängiges ren Außenraum (BNB 3.1.7) des Gebäudes dienen dem Mindestmaß an schallabsorbierenden Raumbegren Allgemeinwohl der Nutzer. Kommunikationsfördernde zungsflächen. Bereiche im Gebäudeinneren sowie ansprechende, wettergeschützte Außenräume fördern den kommuni Visueller Komfort (BNB 3.1.5) wird durch einen mög kativen Austausch zwischen den Mitarbeitenden, die lichst hohen Anteil an Tageslicht, ergänzt durch eine nen dem Allgemeinwohl der Nutzer und begünstigen ausgewogene künstliche Beleuchtung ohne nennens die Akzeptanz für das Bauwerk. Das Ziel dabei ist, mög werte Störungen wie Direkt und / oder Reflexblendung lichst vielen Nutzern eine Vielfalt an Aufenthaltsmög erreicht. Dabei ist sowohl auf ein ausreichendes als lichkeiten mit hoher Ausstattungsqualität anzubieten auch auf ein an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbares und damit die Raumqualitäten zu befördern. Generelle Beleuchtungsniveau zu achten. Die Lichtqualität beein Anforderungen an den Außenraum sind in der Broschü flusst nicht nur die momentane Sehfähigkeit, sondern re „Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundeslie hat auch Einfluss auf die Konzentrations und Leis genschaften“ 27 und in der BNBSystemvariante Außen tungsfähigkeit. Zudem machen sich durch eine unzu anlagen beschrieben. reichende Belichtung bestehende Sehfehler wesentlich
27 Vgl. BBSR (2018 a)
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Das subjektive Empfinden von Sicherheit trägt grund Barrierefrei sind Gebäude und Anlagen dann, „wenn sie A 3 legend zur Behaglichkeit von Menschen bei. Ein weite für alle Menschen, mit oder ohne Behinderung, in der res Ziel ist daher die Erhöhung des subjektiven Sicher allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis heitsgefühls durch den unmittelbaren Schutz von und grundsätzlich ohne Hilfe zugänglich und nutzbar Mensch und Eigentum sowie durch die Vermeidung sind“ 29. Dies ist für die öffentlich genutzten Bereiche zu von Gefahren und Unfällen (BNB 3.1.8). Maßnahmen, gewährleisten und sollte gleichfalls für die als Arbeits die das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, sind in stätten ausgewiesenen Nutzungsbereiche sichergestellt der Regel auch dazu geeignet, die Gefahr von Übergrif werden. fen durch andere Personen zu verringern. Objektive Sicherheit ist gegeben, wenn potenzielle Gefahrensitu BUNDESBAU Im Bereich von Bundesbaumaßnahmen ationen bestmöglich vermieden werden beziehungs ist die Umsetzung der Barrierefreiheit verbindlich gere weise die Auswirkung eines Schadensereignisses wie gelt (siehe auch Leitfaden Barrierefreies Bauen30). zum Beispiel das Risiko durch Brandgase weitestge hend reduziert wird. Für ein möglichst positives Sicher Darüber hinaus wird die Akzeptanz und Integration heitsempfinden sind entsprechende Präventionsmaß von Gebäuden innerhalb des Stadtquartiers, einer Stadt nahmen bei der Planung der Erschließungswege beziehungsweise der Region durch eine öffentliche Zu inner und außerhalb des Gebäudes bis hin zu Sicher gänglichkeit (BNB 3.2.4) des Bauwerks gefördert. Dabei heitseinrichtungen, die ein schnelles Eingreifen durch sorgt ein vielfältiges Nutzungsangebot, wie zum Bei Dritte ermöglichen, zu berücksichtigen. Dies erfolgt in spiel eine Cafeteria, Ausstellungsflächen und zugängli Abhängigkeit des Sicherheitsbedarfs je nach Nutzungs che Grünanlagen für die Belebung des öffentlichen und Standortgegebenheiten. Raumes auf Gebäude und Quartiersebene. Somit trägt die Teilhabe und Wertschätzung durch die Öffentlich 3.3.2 Funktionalität keit zur Wertbeständigkeit des Gebäudes bei. Gleichzei Funktionalität bezeichnet die Eigenschaft eines Gebäu tig kommen externe Nutzungen der ökonomischen des, bestimmte Funktionen in Abhängigkeit von Nut Nachhaltigkeit im Gebäudebetrieb zu Gute. zungsanforderungen zu erfüllen. Funktional ist ein Gebäude dann, wenn beispielsweise das Gesamtent Angebote, welche die Nutzung von Fahrrädern oder wurfskonzept, die Funktions und Raumzuordnungen, Elektromobilität und CarsharingAngeboten befördern, die Detail und Innenraumgestaltung, die infrastruk unterstützen die Nutzer darin, verstärkt einen umwelt turelle Zugänglichkeit sowie die Ver und Entsorgung gerechten Anfahrtsweg zur Arbeitsstätte zu wählen und optimal aufeinander und mit den Nutzungsanforde reduzieren somit den klassisch motorisierten Individu rungen abgestimmt sind. alverkehr. Zu den wesentlichen Aspekten der Mobili tätsinfrastruktur (BNB 3.2.5) zählen das Vorhandensein Die barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von von entsprechenden Stellplätzen und auch qualitative Gebäuden ist Voraussetzung für die Teilhabe an gesell Ausstattungsmerkmale, die den Nutzerkomfort erhöhen. schaftlichen und beruflichen Aktivitäten in allen Lebens phasen.28 Daher zählt die Barrierefreiheit (BNB 3.2.1) beziehungsweise die nutzerorientierte Planung und Umsetzung eines barrierefreien Bauwerks für Perso nengruppen mit eingeschränkten visuellen, auditiven, kognitiven oder motorischen Fähigkeiten zu den wichtigsten funktionalen Aspekten der Nachhaltigkeit. Gerade unter Berücksichtigung des demografischen Wandels in Deutschland und dem damit verbundenen steigenden Anteil älterer Menschen gewinnt die Barrie refreiheit an Bedeutung.
29 Vgl. DIN 18040-1: 2010-10 28 Vgl. Behindertengleichstellungsgesetz (BGG 2007), § 1 30 BMI (2019 a)
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3.3.3 Sicherung der Gestaltungsqualität A 3 Die öffentliche Hand steht mit ihren Bauwerken in besonderer Weise im Blickfeld der Öffentlichkeit und ihr kommt damit eine Vorbildfunktion zu. So sollen die Bauwerke des Bundes das baukulturelle Niveau und Verständnis in Deutschland widerspiegeln und darüber hinaus bestehendes Kulturgut schützen. Damit spielt die Sicherstellung einer hohen Gestaltungsqualität spe ziell bei Bauaufgaben des Bundes eine wichtige Rolle. Dies umfasst nicht nur die anspruchsvolle, dem Stand ort und der Nutzung angemessene architektonische Erweiterungsbau für den UN-Campus in Bonn mit BNB-Gold- Gestaltung des Gebäudes und seiner Außenanlagen, Anforderungen, überarbeiteter Wettbewerbsentwurf sondern auch die Qualität der stadträumlichen Einbin dung. Nachhaltiges Planen erfordert nicht nur die Berücksichtigung derzeit geltender Werte, sondern Komplexität eines Einzelvorhabens in Verbindung mit aufgrund des langfristigen Zeithorizonts ebenso die den mehrdimensionalen Anforderungen der Nachhal Berücksichtigung von künftig geltenden Werten. In Be tigkeit in geeigneter Weise begegnet werden. Auch an zug auf ästhetische Aspekte werden die Planenden dere diskursive Verfahren unter Beteiligung unabhängi dabei vor eine besondere Herausforderung gestellt. ger Fachgremien können im Planungsprozess zur Denn im Sinne der Nachhaltigkeit soll die Gestaltungs Steigerung der architektonischen Qualität beitragen. qualität für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes gewährleistet werden. Aufgrund der Komplexität kön Kunst am Bau (BNB 3.3.2) ist ein Element der Baukultur, nen architektonische und städtebauliche Qualitäten das Qualität und Ausdruckskraft eines Gebäudes mit nicht standardisiert bewertet werden, sondern verlangen prägt. Sie ist daher ein integraler Bestandteil der Bau eine projektspezifische Schwerpunktlegung. Eine ein aufgabe. In diesem Sinne soll Kunst am Bau31 ein heitliche Beurteilung kann lediglich auf sehr abstraktem selbstverständlich in das Gebäude integriertes Element Niveau stattfinden. sein und damit zur Erhöhung der gebauten Qualität beitragen. Die Umsetzung von Wettbewerben unter Berück sichtigung der Richtlinie für Planungswettbewerbe BUNDESBAU Bei Bundesbauten sollen Leistungen an (RPW 2013) kann dabei einen ersten Rahmen vorgeben. bildende Künstler und Künstlerinnen vergeben werden, Planungswettbewerbe bieten dabei die Chance, neben sofern Zweck und Bedeutung des Bauwerks dies gemäß der Sicherung der Gestaltungsqualität auch Schutzziele RBBau rechtfertigen. der Nachhaltigkeit mit Hilfe des Kriteriums „Gestalte rische und städtebauliche Qualität“ (BNB 3.3.1) in den Gebäudeentwurf zu integrieren. Die Vergabe von Pla nungsleistungen über Wettbewerbe hat sich bewährt, um die beste architektonische und baulichkonstruk tive Lösung zu erhalten. Auf diese Weise kann die bau kulturelle Vielfalt gesichert und der kaum darstellbaren
31 Vgl. Leitfaden Kunst am Bau (BMVBS 2012 b) auch abrufbar unter: www.nachhaltigesbauen.de/leitfaeden-und- arbeitshilfen-veroeffentlichungen/weitere-leitfaeden-und- arbeitshilfen.html
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3�4 Technische Qualität Für beide Aspekte – Brandschutz und Schallschutz – A 3 Die technische Qualität fokussiert auf die Qualität der gilt gleichermaßen, dass eine spätere Optimierung der technischen Ausführung des Gebäudes und seiner Qualitäten während der Ausführungsphase beziehungs Anlagenteile. Folgende Aspekte spielen bei der Planung weise des Betriebs mit technisch aufwendigen und in eine wesentliche Rolle: der Regel sehr kostspieligen Maßnahmen verbunden ist. Somit sollte besonders viel Wert auf die Ausarbei ■ Brandschutz tung der jeweiligen Konzepte schon in den frühen ■ Schallschutz Planungsphasen gelegt werden. ■ Wärme und Feuchteschutz ■ Reinigung und Instandhaltung Ziel hinsichtlich der wärme und feuchteschutztech ■ Bedienungs und Instandhaltungsfreundlichkeit nischen Qualität (BNB 4.1.2) ist die Minimierung des der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) Wärme und Kältebedarfs für die Raumkonditionie ■ Rückbaufähigkeit des Gebäudes rung von Gebäuden entsprechend der EnEV bei gleich ■ Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren zeitiger Sicherstellung einer hohen thermischen Be haglichkeit (siehe Kapitel 3.3.1) und der Vermeidung Die Anforderungen an den baulichen Brandschutz von Bauschäden beispielsweise durch Tauwasser oder sind in den jeweiligen Landesbauordnungen und in Schimmelpilzbildung. den technischen Baubestimmungen geregelt. Die Reinigungs und Instandhaltungsfreundlichkeit BUNDESBAU Darüber hinaus stellt der „Brandschutz (BNB 4.1.3) des Baukörpers sowie die Bedienungs und leitfaden“ 32 des Bundes eine für den Bundesbau verbind Instandhaltungsfreundlichkeit der TGA (BNB 4.1.6) liche Arbeits hilfe dar und ist in die Planung mit einzu haben einen großen Einfluss auf die Betriebsorganisati beziehen. on, die Kosten sowie die Umweltwirkung eines Bau werkes während der Nutzungsphase. Bauteile, die eine Anforderungen an den baulichen Schallschutz (BNB 4.1.1) optimale Instandhaltung erfahren, können eine maxi unterliegen den allgemein anerkannten Regeln der male Nutzungsdauer erreichen. Flächen, die sich leicht Technik. Mindestanforderungen sind in der DIN 4109 33 reinigen lassen, benötigen geringe Aufwendungen an festgelegt. Damit ist der nach dem Bauordnungsrecht Reinigungsmitteln, reduzieren den Wasserverbrauch geschuldete Mindestschallschutz zu garantieren. Diese und verursachen in der Regel geringere Reinigungs Anforderungen schließen jedoch nicht automatisch kosten. Die Zugänglichkeit und die Optimierung der alle möglichen, sondern nur die unzumutbaren Beläs TGAKomponenten können die Nutzbarkeit eines tigungen ein. Darüber hinausgehende Anforderungen Gebäudes positiv beeinflussen. an den Schallschutz in Bürogebäuden tragen zur Vermeidung von Störgeräuschen, zur Wahrung des Ver traulichkeitsschutzes und zur Sprachverständlichkeit bei. Ziel ist es hierbei jedoch nicht, die Schallschutz maßnahmen in einem erheblichen Maß über einen sinnvollen Rahmen hinaus zu steigern. Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz sind dem Beiblatt 2 der DIN 4109 zu entnehmen.
32 Vgl. BMVBS (2006), auch abrufbar unter: www.nachhaltigesbauen.de/leitfaeden-und-arbeitshilfen- veroeffentlichungen/weitere-leitfaeden-und-arbeitshilfen.html 33 Schallschutz im Hochbau: Anforderungen und Nachweise (DIN 4109: 1989-11 bzw. neu: DIN 4109-1: 2018-01)
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 43
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EINFLUSSNAHMEMÖGLICHKEITEN AUF DIE BAUWERKSEIGEN SCHAFTEN WÄHREND DER PLANUNG ABBILDUNG A13
100 %
A 3 80 %
60 %
40 %
20 %
| Idee (Be | ginn Beda | rfsplanung | ) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorber | eitung | ||||||||
| Idee | (Moderni | sierung / U | mbau) | ||||||
| Pl | anung | Vo | rbereitun | g | |||||
| E in | |||||||||
| fl u | Aus ssn a | führung | Planun | g | |||||
| h m e | Üb | ergabe | Ausfüh | rung | |||||
| Nutz | ung | Nutzung |
Quelle: BBSR
Zielsetzung währen der Planung ist es, durch eine ge der einzelnen Bauteile. Hierbei gilt folgende Reihenfol zielte Material und Bauteilauswahl reinigungs und ge: Vermeidung vor Verminderung von Abfällen, wobei instandhaltungsintensive Elemente zu vermeiden und eine Wiederverwendung einer stofflichen Wiederver während der Nutzung durch geeignete Strategien die wertung vorzuziehen ist. Ist dies nicht möglich, folgen eingesetzten Materialien und TGAKomponenten die thermische Verwertung und zuletzt die Deponie bis an ihre maximal mögliche Lebensdauer zu führen. rung. Anzustreben sind der Verzicht auf nicht notwen Gleichzeitig sollen die Aufwendungen für die Reinigung dige Bauteilschichten, eine möglichst sortenreine und Instandhaltung des Baukörpers sowie für Bedie Trennung und besonders die Vermeidung von Gefahr nung und Instandhaltung der TGA im Betrieb möglichst stoffen. Konzepte für den Rückbau schwer zu trennender gering gehalten werden. Auf eine Einbindung des Maß oder heterogener Baukonstruktionen und die Verun nahmenträgers (Eigentümers / Betreibers) in die Planungs reinigung des Bauschutts durch anhaftende potenzielle entscheidungen ist dabei gezielt zu achten. Störstoffe sind dabei ebenfalls zu berücksichtigen.
Da rund 79 Prozent der mineralischen Abfallmengen Bei Fragen in Bezug auf das klimaangepasste Bauen in Deutschland aus dem Bauwesen stammen34 und ist das Gebäude in Abhängigkeit von der Standortwahl insgesamt rund 52,5 Prozent des gesamten Abfallaufkom und den dort vorhandenen Umwelteinflüssen wie mens der Bauwirtschaft zugerechnet werden können, Extremwetterereignissen zu betrachten und gegebe sollte im Sinne eines zukunftsorientierten Handelns nenfalls zu optimieren. Eine ausreichende Widerstands die Eignungsprüfung eines Gebäudes hinsichtlich Rück fähigkeit der Konstruktionen beziehungsweise der bau, Trennung und Verwertung (BNB 4.1.4) bereits in Gebäudehüllflächen gegenüber Starkwind, Starkregen, der Planung Berücksichtigung finden. Adressiert werden Hagel, Schnee oder Hochwasserereignissen muss der Aufwand für Demontage oder Abbruch, der Aufwand deshalb möglichst bereits in der Planungsphase be für sortenreine Trennung und die Wiederverwertbarkeit rücksichtigt werden (BNB 4.1.5).
34 Abfallaufkommen nach Wirtschaftszweigen gemäß EU-Abfallstatistik 2013, Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2015
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3�5 Prozessqualität QUALITÄT DES PLANUNGSPROZESSES A 3 TABELLE A4 Im Rahmen der Prozessqualität sind folgende Aspekte Kriterien zu betrachten: BNB 5�1�1 Projektvorbereitung ■ Qualität des Planungsprozesses Bedarfsplanung ■ Qualität der Bauausführung Zielvereinbarung ■ Qualität der Vorbereitung der Betriebsführung Planungswettbewerb BNB 5�1�2 integrale Planung 3.5.1 Qualität der Planung interdisziplinäres Projektteam Da die im frühen Planungsstadium, beispielsweise im Qualifikation des Projektteams Rahmen der Entscheidungsunterlage – Bau (ESBau), integraler Planungsprozess getroffenen Entscheidungen großen Einfluss auf die Nutzerbeteiligung spätere Qualität des Gebäudes haben, kommt der Pla Öffentlichkeitsbeteiligung nungsqualität besondere Bedeutung zu. So sind die BNB 5�1�3 Komplexität und Optimierung der Planung Einwirkungsmöglichkeiten auf die Bauwerkseigenschaf Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) ten und Kosten einer Maßnahme zu Beginn der Maß Ver- und Entsorgungskonzept nahme am größten, wie die Abbildungen A11 und A13 Energiekonzept zeigen. In hohem Maße kostenwirksame Entscheidungen Mess- und Monitoringkonzept werden bereits bei der Programmdefinition (Bedarfs Wasserkonzept planung) und in der ersten Konzeptphase getroffen. Dies Konzept zur Vermeidung von Umwelt- und gilt auch für hiermit einhergehende Umweltwirkungen. Gesundheitsrisiken aus Bauprodukten Fragen wie die Erschließung sowie planungsrechtliche, Lüftungskonzept funktionale, städtebauliche, architektonische und Abfallkonzept / Wertstoffkonzept bauordnungsrechtliche Belange (insbesondere Stand Tages- und Kunstlichtoptimierung sicherheit und Brandschutz) müssen frühzeitig in Konzept zur Sicherung der Reinigungs- und der Vorplanung und im Zuge von Architektur und Instandhaltungsfreundlichkeit Ingenieurwettbewerben in der Gesamtheit erfasst und Umbaubarkeits-, Rückbau- und Recyclingkonzept im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert werden. Die Konzept zur Vermeidung und Beherrschbarkeit Qualität des Planungsprozesses wird anhand von fünf von Risiken Kriterien beschrieben (siehe Tabelle A4). BNB 5�1�4 Ausschreibung und Vergabe Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Die Qualitätssicherung des Planungsprozesses von der Ausschreibung Bedarfsermittlung über die Erarbeitung von Optimie Qualitätssicherung bei Vergaben rungskonzepten, die nachhaltige Ausschreibung und BNB 5�1�5 Voraussetzungen für eine optimale Bewirtschaftung Vergabe bis hin zur Objektdokumentation ist Grundla planungsbegleitende Erstellung einer Gebäudeakte / ge für die Nachhaltigkeitsqualität des Gebäudes. Objektdokumentation Erstellung von Wartungs-, Inspektions-, Betriebs- und Pflegeanleitungen Anpassung der Pläne und Berechnungen an das realisierte Gebäude Erstellung eines Nutzerhandbuchs
Quelle: BBSR
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 45
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A 3 3.5.2 Qualität der Bauausführung Die Qualität der Bauausführung wird anhand folgender Die Bauausführung ist ebenfalls im Hinblick auf das Kriterien beschrieben: Ziel der Schonung von Umwelt und Ressourcen zu steuern. Gleichzeitig ist die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen. Neben der Qualität des Baustellenablaufs QUALITÄT DER BAUAUSFÜHRUNG TABELLE A5 muss daher im Sinne einer zielorientierten Planung auf Kriterien die Umsetzung der vereinbarten Nachhaltigkeitsquali täten im Bauprozess geachtet werden. Umfassende BNB 5�2�1 Baustelle / Bauprozesse Qualitätskontrollen sind dabei durchzuführen, um wertstoffoptimierte Baustelle einerseits Mängel und Schäden am Gebäude zu vermei lärmarme Baustelle den und andererseits die Erreichung der gesetzten Ziele staubarme Baustelle zu gewährleisten. Die Realisierung des Entwurfs ist zu Boden- / Grundwasserschutz auf der Baustelle überwachen und die eingesetzten Materialien und BNB 5�2�2 Qualitätssicherung der Bauausführung Bauprodukte sind genau zu dokumentieren. Die Erfah Dokumentation der verwendeten Baustoffe und rungen aus der Praxis bestätigen, dass aufgrund von -produkte und der Sicherheitsdatenblätter fehlerhaften Bauablaufplänen, regelmäßig auftreten Messungen zur Qualitätskontrolle (z. B. Luft- den aber unvorhersehbaren Verzögerungen oder dichtigkeitsprüfung der Gebäudehülle) unklaren Festlegungen, die Ausführung am Gebäude BNB 5�2�3 Systematische Inbetriebnahme kurzfristig verändert wird und sich somit erhebliche Inbetriebnahmemanagement Abweichungen zur geplanten Qualität ergeben können. Inbetriebnahme / Einregulierung Quelle: BBSR Folgende Faktoren bestimmen die Qualität des entstehenden Werkes35: 3.5.3 Qualität der Vorbereitung der ■ Qualität der Bauüberwachung durch Architekten Betriebsführung beziehungsweise Fachplaner Durch eine systematische Inbetriebnahme (BNB 5.2.3) ■ Grad der Intensität der Baustellenbetreuung werden die einzelnen Komponenten der haustechni durch die Planer schen Anlagen nach der Abnahme aufeinander abge ■ Bauablaufkoordination stimmt und einreguliert. Im Anschluss ist die Anlage ■ Kostenkontrolle im Rahmen der Betriebsoptimierung spätestens nach ■ umfassende Dokumentation der eingebauten einer ersten Laufzeit von circa einem Jahr erneut nach Baustoffe und produkte zujustieren. Hinsichtlich der Betriebsoptimierung in ■ Qualitätsmanagementsystem des Unternehmens der Nutzungsphase wird empfohlen, die Ausführungen ■ Qualität der Projektsteuerungsleistungen des Teils C des Leitfadens zu beachten. ■ Qualitätssicherung und Einbindung der Projekt steuerung in die Qualitätssicherung Schon mit der Planung sind die messtechnischen ■ Aus und Weiterbildung der Bauausführenden Voraussetzungen für ein effektives und umfassendes Monitoring (BNB 5.1.3) zur Ermittlung der wichtigsten Energie und Medienkennwerte zu schaffen. So können im Rahmen der Qualitätssicherung die Ergebnisse der Baudurchführung und des Betriebes an den Vorgaben der Planung gemessen, dokumentiert und bewertet werden. Das Monitoring ist darüber hinaus ein wichti ger Baustein des „Managements der Energie und Was serverbräuche“ in der Nutzungsphase (siehe auch Leit faden Teil C, Kapitel 3.2.3.1 und BNB_BB 5.3.2), mit dem der Verbrauch an Energie und Wasser dauerhaft über 35 Vgl. Endbericht zum Forschungsprojekt Dialog Bauqualität, wacht und minimiert werden kann. BBR (2002)
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Die Gebäudeeffizienz ist dabei durch einen systemati Gebäudehülle oder konstruktive Maßnahmen zum A 3 schen Ansatz der Optimierung der erforderlichen Schutz vor Naturgewalten. Insofern sind im Rahmen Planungs und Ausführungsqualität, der Gebäudeinbe einer Standortsuche die Aspekte des Standorts zu be triebnahme unter Einbindung des Maßnahmenträgers schreiben und in die qualitative Standortbewertung (Eigentümers / Betreibers) und des Nutzers und dessen einzubeziehen, die die Nachhaltigkeit beeinflussen. Aufklärung sowie der Betriebsführung und kontrolle kontinuierlich zu verbessern. Anforderungen an die Obgleich sich der Leitfaden Nachhaltiges Bauen in der Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Regel auf das Gebäude selbst als Betrachtungsgegen Verbesserung eines effektiven Energiemanagementsys stand beziehungsweise als räumliche Systemgrenze be tems sind beispielsweise in der DIN EN ISO 5000136 schränkt, werden im Rahmen der abschließenden formuliert. Im Rahmen eines effizienten operativen Nachhaltigkeitsbewertung für das Gebäude die für die und kaufmännischen Gebäudemanagements müssen Standortvorbewertung ermittelten Standortmerkmale im Zuge des Betriebs durch turnusmäßige Auswertun zusätzlich informativ ausgewiesen. Unter Berücksichti gen der Medienverbräuche etwaige Verfehlungen von gung der oben genannten Einschränkungen ist der Benchmarks identifiziert, bewertet und notwendige Standort eines Gebäudes nach mindestens folgenden Maßnahmen zur Verbesserung ausgelöst werden. Kriterien zu beurteilen: Anforderungen an die dafür erforderlichen Technik konzepte sind dem Energetischen Pflichtenheft (siehe Teil B, Kapitel 2.4.3) zu entnehmen. KRITERIEN ZUR STANDORTBEURTEILUNG TABELLE A6 3�6 Standortmerkmale Kriterien Beschreibung und Bewer- tung im Hinblick auf Für die Wahl des Standortes sind zum einen politische und strategische Aspekte relevant wie: Risiken am BNB 6�1�1 natürliche Gefahren und Mikrostandort von Menschen induzierte Katastrophen ■ Ansiedlungs beziehungsweise Unterbringungs konzept (zentral / dezentral) Verhältnisse am BNB 6�1�2 vorhandene Belastungen, Mikrostandort die der Gesundheit ■ verwaltungstechnische oder militärische abträglich sein können Anforderungen ■ infrastrukturelle Entscheidungen (Verkehrsanbindung) Quartiersmerkmale BNB 6�1�3 Attraktivität und soziale Qualität ■ Restrukturierung belasteter Brachen ■ regionale Stärkung des Arbeitsmarktes Verkehrsanbindung BNB 6�1�4 Vernetzung von Bahn, Bus, S-Bahn und An bindung des Radwegenetzes (integriertes Zum anderen fließen in die Entscheidung konkrete Nahverkehrssystem) Standortmerkmale ein, die Abhängigkeiten zwischen Quartier, Liegenschaft beziehungsweise Grundstück Nähe zu nutzungs BNB 6�1�5 Bandbreite, Anzahl und relevanten Einrich- Entfernung von ausge- und dem zu errichtenden Gebäude beschreiben. tungen wählten Einrichtungen im Standort und Gebäude beeinflussen sich somit immer näheren Umfeld gegenseitig. Klimatische und geologische Randbedin gungen am Standort sowie die möglichen Orientierun anliegende Medien / BNB 6�1�6 Forderung nach Alternativen gen des Gebäudes auf dem Grundstück entscheiden Erschließung bei der Ver- und Entsorgung von erschlossenem Bauland maßgeblich über die Umsetzung von Nachhaltigkeits nach dem integrierten zielen, wie die Nutzung von regenerativen Energien am Energie- und Klimapro- Gebäude, erforderliche energetische Qualitäten der gramm der Bundesregierung von Dezember 2007*
- Vgl. Bundesregierung (2007) Quelle: BBSR
36 Vgl. DIN EN ISO 50001: 2011-12
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KRITERIENTABELLE AM BEISPIEL DER SYSTEMVARIANTE BÜRO- UND VERWALTUNGSGEBÄUDE (VERSION 2015) ABBILDUNG A14
A 3
| BNB-MODUL NEUBAU | ||||
|---|---|---|---|---|
| Nachhaltigkeitskriterien | Bedeutungsfaktor | Gewichtung Gesamtbewertung | ||
| ÖKOLOGISCHE QUALITÄT | 22,5% | |||
| Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt | ||||
| 1�1�1 | Treibhauspotenzial (GWP) | 3 | 3,750% | |
| 1�1�2 | Ozonschichtabbaupotenzial (ODP) | 1 | 1,250% | |
| 1�1�3 | Ozonbildungspotenzial (POCP) | 1 | 1,250% | |
| 1�1�4 | Versauerungspotenzial (AP) | 1 | 1,250% | |
| 1�1�5 | Überdüngungspotenzial (EP) | 1 | 1,250% | |
| 1�1�6 | Risiken für die lokale Umwelt | 3 | 3,750% | |
| 1�1�7 | Nachhaltige Materialgewinnung / Biodiversität | 1 | 1,250% | |
| Ressourceninanspruchnahme | ||||
| 1�2�1 | Primärenergiebedarf | 3 | 3,750% | |
| 1�2�3 | Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | 2 | 2,500% | |
| 1�2�4 | Flächeninanspruchnahme | 2 | 2,500% | |
| ÖKONOMISCHE QUALITÄT | 22,5% | |||
| Lebenszykluskosten | ||||
| 2�1�1 | Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus | 3 | 11,250% | |
| Wirtschaftlichkeit und Wertstabilität | ||||
| 2�2�1 | Flächeneffizienz | 1 | 3,750% | |
| 2�2�2 | Anpassungsfähigkeit | 2 | 7,500% | |
| SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT | 22,5% | |||
| Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit | ||||
| 3�1�1 | Thermischer Komfort | 3 | 2,935% | |
| 3�1�3 | Innenraumlufthygiene | 3 | 2,935% | |
| 3�1�4 | Akustischer Komfort | 1 | 0,978% | |
| 3�1�5 | Visueller Komfort | 3 | 2,935% | |
| 3�1�6 | Einflussnahmemöglichkeiten durch Nutzer | 2 | 1,957% | |
| 3�1�7 | Aufenthaltsqualitäten | 1 | 0,978% | |
| 3�1�8 | Sicherheit | 1 | 0,978% | |
| Funktionalität | ||||
| 3�2�1 | Barrierefreiheit | 2 | 1,957% | |
| 3�2�4 | Zugänglichkeit | 2 | 1,957% | |
| 3�2�5 | Mobilitätsinfrastruktur | 1 | 0,978% | |
| Sicherung der Gestaltungsqualität | ||||
| 3�3�1 | Gestalterische und städtebauliche Qualität | 3 | 2,935% | |
| 3�3�2 | Kunst am Bau | 1 | 0,978% | |
| TECHNISCHE QUALITÄT | 22,5% | |||
| Technische Ausführung | ||||
| 4�1�1 | Schallschutz | 2 | 4,500% | |
| 4�1�2 | Wärme- und Tauwasserschutz | 2 | 4,500% | |
| 4�1�3 | Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit | 2 | 4,500% | |
| 4�1�4 | Rückbau, Trennung und Verwertung | 2 | 4,500% | |
| 4�1�5 | Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren | 1 | 2,250% | |
| 4�1�6 | Bedienungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit der TGA | 1 | 2,250% | |
| PROZESSQUALITÄT | 10,0% | |||
| Planung | ||||
| 5�1�1 | Projektvorbereitung | 3 | 1,429% | |
| 5�1�2 | Integrale Planung | 3 | 1,429% | |
| 5�1�3 | Komplexität und Optimierung der Planung | 3 | 1,429% | |
| 5�1�4 | Ausschreibung und Vergabe | 2 | 0,952% | |
| 5�1�5 | Voraussetzungen für eine optimale Bewirtschaftung | 2 | 0,952% | |
| Bauausführung | ||||
| 5�2�1 | Baustelle / Bauprozess | 2 | 0,952% | |
| 5�2�2 | Qualitätssicherung der Bauausführung | 3 | 1,429% | |
| 5�2�3 | Systematische Inbetriebnahme | 3 | 1,429% | |
| STANDORTMERKMALE | ||||
| Standortmerkmale | ||||
| 6�1�1 | Risiken am Mikrostandort | 2 | – | |
| 6�1�2 | Verhältnisse am Mikrostandort | 2 | – | |
| 6�1�3 | Quartiersmerkmale | 2 | – | |
| 6�1�4 | Verkehrsanbindung | 3 | – | |
| 6�1�5 | Nähe zu nutzungsrelevanten Einrichtungen | 2 | – | |
| 6�1�6 | Anliegende Medien / Erschließung | 2 | – |
Quelle: BBSR
48 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
[Seite 49]
4. BNB – Systemvarianten und
Anwendungsfälle der Module
4�1 Systemvarianten der jeweiligen Bildungseinrichtung und die Identifika Die dargelegten Dimensionen, Prinzipien und Qualitä tion der Nutzergruppe mit dem Gebäude angemessen ten des nachhaltigen Bauens gelten grundsätzlich für unterstützt werden. In diesem Zusammen hang sind alle Gebäudetypen in gleicher Weise. Allerdings weisen beispielsweise der Einsatz neuer Medien, der Bedarf verschiedene Gebäudetypen zahlreiche typenspezifische von Bewegungsflächen und Ruhezonen sowie zusätz A 4 Besonderheiten auf. Dies kann unterschiedliche Schwer liche infrastrukturelle Angebote zu berücksich tigen. punkte, andere Einzelaspekte oder abweichende Ge Auch muss zukünftig mehr Wert auf die syner getische wichtungen in der Nachhaltigkeitsbewertung notwen Nutzung von Flächen gelegt werden. Dabei begünstigt dig machen. So ist der spezifische Nutzerbedarf von die fortschreitende Digitalisierung das informelle Lernen Unterrichtsgebäuden von unterschiedlichen pädagogi innerhalb und außerhalb von Unterrichtsgebäuden. schen Konzepten und vielfältigen Nutzergruppen im Gebäude geprägt. Nutzungsspezifische Anforderungen Insofern bestehen innerhalb einer Bildungseinrichtung sind daher detaillierter in die Planung einzubeziehen funktional vielfältige Anforderungen insbesondere im und zu berücksichtigen als dies im Büro und Verwal Hinblick auf Raumtypen, Raumfunktionen, Nutzungs tungsbau üblicherweise erforderlich ist. Daher hält das zeiten und Nutzergruppen. So ist z. B. die Bandbreite an BNB für einzelne, im öffentlichen Bereich stark nach Räumen, die ein Unterrichtsgebäude vorhalten muss, wie gefragte Gebäudetypen, spezifische Systemvarianten Klassenräume oder Hörsäle unterschiedlicher Größen, des BNB vor (siehe auch Abbildung A15). Im Einzelnen verschiedenste Fachräume oder Pausen und Freiräume sind dies die folgenden Systemvarianten. im Innen und Außenbereich, vergleichsweise groß.
4.1.1 Büro- und Verwaltungsgebäude (BNB_B) Die spezifischen räumlichen Anforderungen an Unter Büro und Verwaltungsgebäude machen den über richtsgebäude resultieren aus den unterschiedlichen wiegenden Anteil der Bundesgebäude aus. Daher war pädagogischen Konzepten und den vielfältigen Lern dieser Gebäudetyp Ausgangspunkt für die prinzipielle aufgaben und gruppen. Nutzungsspezifische Bedürf Entwicklung des Bewertungssystems Nachhaltiges nisse sind daher detaillierter in die Planung einzubezie Bauen und ist die Grundlage aller weiteren System hen und zu berücksichtigen als dies im Büro und varianten wie z. B. Nachhaltige Unterrichtsgebäude, Verwaltungsbau üblicherweise erforderlich ist. Laborgebäude und überbetriebliche Ausbildungsstätten. Beispielsweise werden Unterrichtsgebäude und Ein 4.1.2 Unterrichtsgebäude (BNB_U) zelräume in der Regel von vielen Personen gleichzeitig Bildung nimmt einen zentralen Stellenwert in unserer genutzt. Damit kommt den Kommunikationsbedin Gesellschaft ein und ist eine wichtige Voraussetzung gungen innerhalb der Räume ein hoher Stellenwert zu. um Chancengleichheit herzustellen und Benachtei ligungen auszugleichen. Bildungseinrichtungen können als Bestandteil des öffentlichen Lebens verbindendes Element zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen darstellen. Sie bieten allen Menschen gemeinsame Grunderfahrungen und Bil dungsmöglichkeiten, die sich auf das gesamte Leben des Individuums, aber auch auf zukünftige gesellschaft liche Entwicklungen auswirken.
Veränderungen im gesellschaftlichen Leben wiederum haben Einfluss auf die Lehre und damit auf die Unter richtsgebäude, die dafür ausreichend flexibel zu konzi pieren sind. Dies gilt für die Nutzbarkeit der Räume ebenso wie für die Ausstattung und die Technik. Gleich Anwendung der Systemvariante Unterrichtsgebäude beim Neubau zeitig ist sicherzustellen, dass das spezifische B ildungsziel der Europäischen Schule München
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 49
[Seite 50]
DAS BNB MIT SEINEN MODULEN UND SYSTEMVARIANTEN ABBILDUNG A15
Leitfaden Nachhaltiges BNB Module BNB Systemvarianten Bauen (LFNB)
Teil A Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
Büro- und Verwaltungsgebäude A 4 Unterrichtsgebäude Teil B BNB Neubau Außenanlagen Nachhaltige Baumaßnahmen Laborgebäude
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten Teil C Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen BNB Nutzen und Betreiben Büro- und Verwaltungsgebäude und Betreiben von Gebäuden
Teil D Büro- und Verwaltungsgebäude BNB Komplettmodernisierung Bauen im Bestand Unterrichtsgebäude
Quelle: BBSR
Aber auch die gemeinsamen Nutzungs, Pausen und Benchmarks sowie Gewichtung im Gesamtsystem sind Ferienzeiten haben Auswirkungen auf Gebäudeentwurf bei Bedarf angepasst. Um auf die besonderen Anforde und Gebäudetechnik. Gemeinsame Aufenthalts und rungen von Laborgebäuden reagieren zu können, wird Pausenräume sowie flexible Räume für unterschied bei der Bewertung der Ökobilanz sowie der Lebenszyk liche Begegnungs, Arbeits und Lernsituationen haben luskosten das zu bewertende Gebäude mit einem in Bildungsbauten im Allgemeinen eine größere Be sogenannten virtuellen Laborgebäude verglichen. Das deutung als im klassischen Büro und Verwaltungsge virtuelle Gebäude hat eine identische Kubatur und bäude. So werden beispielsweise Erschließungsflächen Nutzung (ähnlich dem Referenzgebäudeverfahren nach im Unterrichtsgebäude als Aufenthaltsflächen und DIN V 18599) und weist die gesetzlichen Mindestanfor zunehmend auch für informelles Lernen oder tempo derungen auf. Für das virtuelle Gebäude werden der rären Gruppenarbeiten genutzt und daher in der Regel Energiebedarf und die Investitions und Betriebskosten großzügiger dimensioniert. nach exakten Vorgaben definiert. So sind die energeti sche Qualität der Gebäudehülle und technik sowie die 4.1.3 Laborgebäude (BNB_L) Vorgehensweise der Kostenermittlung für das virtuelle Gebäude für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung Gebäude in den Kriteriensteckbriefen genau definiert. für bundeseigene Institute aber auch im Zuwendungs Neu kommt hinzu, dass die Prozessenergie ebenfalls bau im Rahmen der Forschungsförderung stellen eine in der Ökobilanz und den Lebenszykluskosten bilanziert wesentliche Bauaufgabe dar. Mit der Systemvariante wird. Das Maß der Über oder Unterschreitung der Forschungs und Laborgebäude stehen auch für diese Kennwerte des Vergleichsgebäudes bestimmt die Be Gebäudekategorien verbindliche Bewertungsregeln mit wertung des realen Gebäudes. Die Verbesserung gegen speziell angepassten Kriteriensteckbriefen zur Verfügung. über dem gesetzlichen Standard wird positiv gewertet.
Die Kriterien sind grundsätzlich am Bewertungssystem für Büro und Verwaltungsgebäude orientiert, die
50 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
[Seite 51]
Außerdem fließt die Qualität der Gebäudetechnik mit 4.1.4 Überbetriebliche Berufsbildungsstätten einem vergleichbaren Stellenwert wie Ökobilanz und (BNB_ÜBS) Lebenszykluskosten in das System ein. Hierfür gibt es Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) stellen eigens dafür entwickelte Kriteriensteckbriefe: Flexibili einen Gebäudetyp dar, der im Regelfall als Baumaß tät, Bedienungs und Instandhaltungsfreundlichkeit nahme im Bereich von Zuwendungsmaßnahmen unter A 4 sowie Systemqualität der Technischen Gebäudeaus Beteiligung verschiedenster Akteure (Zuwendungsge rüstung. Da es sich bei Laborgebäuden häufig um tech ber, Zuwendungsnehmer, Nutzer, Bauverwaltung) rea nisch hoch installierte Gebäude mit außergewöhn lisiert wird. Die besondere Nutzungsart dieser Unter lichen Nutzungsansprüchen handelt, ist ein hoher Anteil richtsgebäude für die Berufsausbildung spiegelt sich in der Technik an der Gesamtbewertung gerechtfertigt. den erforderlichen Raumtypen wieder. Neben Räumen Ge fordert werden darüber hinaus ein Betriebskonzept, für die theoretische Wissensvermittlung sind Praxis in dem die geplante Nutzung und die Randbedingungen räume (wie Werkstätten, Bauhallen, Labore, Küchen) für das Gebäude genau definiert sind, sowie mindestens mit dazugehörigen sogenannten dienenden Räumen ein Sicherheits, Explosionsschutz und Abfallentsor (Lager, Vorbereitungsräume) für die Aus und Weiter gungskonzept. bildung notwendig. Die Praxisräume unterscheiden sich – abhängig von den Berufsrichtungen – teilweise Bei der Ermittlung der Lebenszykluskosten werden erheblich von den Theorieräumen in Kubatur und Bau die realen Investitionskosten des Gebäudes mit einer weise sowie Ausstattung und Nutzungsprofil. Um den variablen Kostenbenchmark des virtuellen Gebäudes, Charakteristika und Anforderungen des Gebäudetyps basierend auf den sogenannten KFAWerten (Kosten gerecht zu werden, wurden eine Reihe von Anpassungen flächenarten) verglichen. Diese Flächen und Kostenda an den Nachhaltigkeitsanforderungen des BNB vorge ten werden von der Informationsstelle Wirtschaft liches nommen, die den spezifischen Rahmenbedingungen Bauen (IWB) in Baden Württemberg auf der Grundla dieses Gebäudetyps sowie der Verfahrensweise des Zu ge abgerechneter Baumaßnahmen entwickelt und ver wendungsbaus Rechnung tragen. öffentlicht. Mit diesen KFAWerten kann das geplante Gebäude in seiner Raumzusammensetzung und gemäß 4.1.5 Außenanlagen (BNB_AA) den definierten Nutzungsanforderungen genau abge In Ergänzung der vorgenannten Nachhaltigkeitsan bildet werden. forderungen für Hochbaumaßnahmen des Bundes sind auch für den Bereich der Freianlagen auf Bundesliegen schaften Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen. Dabei ist zwischen allgemeinen Nachhaltigkeitsempfeh lungen mit Bezug zu kompletten Bundesliegenschaften (übergeordnete Betracht ungsebene) und konkreten Anforderungen an gebäud ebezogene Außenanlagen zu unterscheiden, die im Rahmen einer Baumaßnahme zu berücksichtigen sind (spezifische Betrachtungsebene). Für die beiden unterschiedlichen Anwendungsbereiche mit ihren unterschiedlichen Planungsmaßstäben wur den zwei separate Instru mente entwickelt:
■ Broschüre „Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundesliegenschaften“ ■ Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Außenanlagen
BNB-Pilotzertifizierung Forschungs- und Laborgebäude (Neubau), Experimental Research Center, Berlin
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 51
[Seite 52]
Die Broschüre „Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundesliegenschaften“ enthält ausführliche Erläute rungen und Hinweise zu den allgemeinen Grundsätzen des nachhaltigen Bauens auf der Ebene von Liegen schaften. Dazu gehören auch Hinweise, wie Aspekte der A 4 Biodiversität gezielt berücksichtigt und umgesetzt werden können. Zusätzlich werden Empfehlungen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Rahmen von Liegenschaftskonzepten genannt. Im An hang der Broschüre stellt die Checkliste „Nachhaltige Liegenschaften“ die Merkmale und Aspekte nachhaltiger Bundesliegenschaften dar. Diese Check liste soll es erleichtern, die verschiedenen, für ein ganzheitliches Pflege- und Entwicklungsplan für die Außenanlage Gesamtkonzept erforderlichen Teilaspekte inhaltlich des Umweltbundesamtes Haus 2019 zu erfassen und abzufragen. Die Empfehlungen in der Broschüre gelten in erster Linie für Außenanlagen der Gebäudekategorie Büro und Verwaltungsbauten. 4.1.6 Sinngemäße Anwendung des BNB Zusätzlich sind sie, eventuell mit einzelnen Einschrän Um die Prinzipien des nachhaltigen Bauens auch kungen, auch auf andere Gebäudekategorien bezie bei Bundesbaumaßnahmen zu etablieren, für die keine hungsweise Nutzungsarten, wie Unterrichtsgebäude, entsprechende BNBSystemvariante zur Verfügung Laborgebäude und Standorte der Bundeswehr über steht, werden seitens des BMI detaillierte Anforderun tragbar. gen zur sinngemäßen Anwendung des BNB per Erlass vorgegeben. Näheres regelt eine gesonderte Ar Im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Außen beitshilfe. 37 anlagen (BNB_AA) werden konkrete Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von gebäudebezogenen Damit soll sichergestellt werden, dass unter Berück Außenanlagen definiert, die im Rahmen von Baumaß sichtigung von projektspezifischen und praxisbezogenen nahmen zu berücksichtigen sind. Das BNB Außenanla Erwägungen ein einheitlicher Qualitätsstandard in Be gen gliedert sich analog zum BNB Hochbau in die sechs zug auf Nachhaltigkeitsaspekte im Bundesbau verfolgt Hauptkrit eriengruppen ökologische Qualität, ökonomi werden kann. sche Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität, technische Qualität, Prozessqualität und Standortqua lität. Im Gegensatz und somit in klarer Abgrenzung zum Hochbau fließt auch die Standortqualität in die Gesamt bewertung mit ein, da eine Außenanlage nicht losgelöst von ihrem Standort betrachtet werden kann. Die sechs Hauptkriteriengruppen umfassen insgesamt 27 Einzel kriterien. Im Ergebnis dient das BNB Außenanlagen somit gleichzeitig als Orientierungshilfe und Kommu nikationsinstrument zur Abstimmung baulicher Einzel qualitäten und zusätzlich als Steuerungs, Kontroll und Bewertungsinstrument für die Umsetzung der festge legten Nachhaltigkeitsanforderungen für Außenanlagen.
37 BBSR (2019b)
52 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
[Seite 53]
ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN DER MODULE UND DEREN BEWERTUNGSZEITPUNKTE ABBILDUNG A16
I Entwicklungsphase II Reguläre Betriebsphase III Anpassungsphase II Weichenstellung für nachhaltiges Reguläres Nutzen und Betreiben Grundinstandsetzung und Nutzen und Betreiben des Bestandsgebäudes Anp ass ung an neue Anforderungen
I�1 I�2 II�1 Baumaßnahme Übergang
BNB_BN BNB_BN BNB_BB A 4 Gewährleis- tungsphase
Neubau- Neubestand maßnahme
Planungs- und Nutzungsphase Bauphase
| II�1 Regulärer Betrieb | |||
|---|---|---|---|
| BNB_BB II�2 Projektvor- bereitung BNB_BK BNB_BB Altbestand | |||
| Modernisierung | Nutzungsphase |
Zeit
Projektbeginn Baufertigstel- 5 Jahre nach Ende Baufertigstel- 5 Jahre nach lung / Inbetrieb- Baufertig- Nutzungsz eit lung / Inbetrieb- Baufertig- nahme stell ung nahme stell ung
a b e e e e e c d e f
Mögliche Bewertungszeitpunkte: a Bewertung Neubaumaßnahme b Bewertung Neubestand als Neubau (Sonderlösung für Übergangsphase) c Bewertung Komplettmodernisierung d Bewertung Neubestand als Komplettmodernisierung (Sonderlösung für Übergangsphase) e Bewertung Modul Nutzen und Betreiben (Beispiele) f Sonderfall Bauwerksdiagnose ohne Bezug zu einer Maßnahme (Beispiel)
Quelle: BBSR
4�2 Module und ihre Anwendungsmöglichkeiten I Entwicklungsphase Neben den klassischen drei Anwendungsfällen Neu I.1 Neubaumaßnahme baumaßnahmen (I.1), Nutzen und Betreiben (II.1) und Das BNBModul Neubau wird planungs und baube Komplettmodernisierung (III.1) gibt es vier kombinier gleitend auf Neubaumaßnahmen angewandt. Die te Fälle. Die Anwendungsmöglichkeiten der jeweiligen Kriterien und Bewertungsmethoden werden in der Module (Abbildung A16) ergeben sich aus der konkre Planungs und Bauphase berücksichtigt. Unmittelbar ten Entscheidungssituation und der Zuordnung in nach Fertigstellung des Bauwerks findet mit dem die entsprechende Lebenszyklusphase. Die Bewertung Modul Neubau eine Beschreibung, Bewertung und erfolgt dabei stets stichtags beziehungsweise zeit Konformitätsprüfung der Neubaumaßnahme statt. punktbezogen. Hierbei spielt das BNBModul Nutzen und Betreiben eine besondere Rolle, da es sich auch als I.2 Neubestand nach Neubaumaßnahme Ergänzungsmodul in Kombination mit den beiden Das Modul Neubau kann in Kombination mit dem BNBModulen Neubau und Komplettmodernisierung Modul Nutzen und Betreiben auf die Bestandsgebäude einsetzen lässt. angewandt werden, die dem Neubestand zugerechnet werden können. Hierunter sind Bestandsgebäude zu
Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen 53
[Seite 54]
verstehen, deren baurechtliche Abnahme sowie Über Betreiben integriert sind. Abweichend zum Anwen gabe an die nutzende Dienststelle nach Durchführung dungsfall Neubestand ist die notwendige sinngemäße einer Neubaumaßnahme beziehungsweise Komplett Anwendung aller Kriterien der ökologischen, ökonomi modernisierung vor längstens fünf Jahren erfolgt ist und schen, soziokulturellen und technischen Qualität. Diese die von der nutzenden Diensts telle ganz oder teilweise sind einzelfallbezogen in tatsächliche Qualitäten zu bezogen und in Betrieb genommen wurden (siehe Teil C, übertragen. Der Anwendungsfall hat keinen zeitlichen Kapitel 4.4). Es findet entweder eine Fortführung einer Bezug, mit der Ausnahme, dass er in der Nutzungs bestehenden Bewertung oder eine erstmalige Beschrei phase stattfindet. Er ist aus diesem Grund nicht in der bung, Bewertung und Konformitätsprüfung eines be nebenstehenden Darstellung abgebildet. A 5 reits bestehenden Gebäudes statt, wobei der Durchfüh rungsbeginn einer Bewertung nicht später als fünf Jahre II.2 Bauwerksdiagnose zur Projektvorbereitung nach Bauübergabe gemäß Abschnitt H der RBBau statt Das BNBModul Nutzen und Betreiben kann als Teil finden darf. Weitere Erläuterungen, Empfehlungen und einer umfassenden Bauwerksdiagnose zur Feststellung Handlungsanweisungen zum Neubestand sind Teil C der aktuell gegebenen Objektqualitäten herangezogen dieses Leitfadens, Kapitel 4.4 zu entnehmen. werden. Dies ist insbesondere während der Vorberei tung einer Maßnahme zur Deckung eines festgestellten II Reguläre Betriebsphase (Altbestand) Bedarfs (Bedarfsdeckung) bedeutsam. Weitere Erläute II.1 Nutzen und Betreiben rungen, Empfehlungen und Handlungsanweisungen Das BNBModul Nutzen und Betreiben kann nutzungs sind den Teilen C und D dieses Leitfadens zu entnehmen. begleitend als Instrument des Qualitätsmanagements zur Sicherstellung nachhaltiger Prozess und Objekt III Anpassungsphase qualitäten angewandt werden. Es handelt sich hierbei III.1 Komplettmodernisierung um ein Bewertungsmodul, mit dem die Nutzungs und Das BNBModul Komplettmodernisierung wird pla Betriebsprozesse bewertet werden können. Eine Be nungs und baubegleitend auf komplexe Baumaßnah schreibung, Bewertung und Konformitätsprüfung kann men im Gebäudebestand angewandt. Die Kriterien in Fortsetzung einer Bewertung der Gebäudequalität und Bewertungsmethoden werden in der Planungs mit den Modulen Neubau, Neubestand oder Komplett und Bauphase berücksichtigt. Unmittelbar nach Fertig modernisierung erfolgen (Erfolgskontrolle). Das Modul stellung der Baumaßnahme findet mit dem Modul Nutzen und Betreiben kann in einem regelmäßigen Komplettmodernisierung eine Beschreibung, Bewer Turnus über die gesamte Nutzungsphase wiederkehrend tung und Konformitätsprüfung der Baumaß nahme im angewandt werden. Gebäudebestand statt.
Sonderfall in II.1 Nutzen und Betreiben (ohne III.2 Neubestand nach Komplettmodernisierung Bezug zu einer Maßnahme) Das Modul Komplettmodernisierung kann in Kom Dieser Anwendungsfall ist relevant für Bestandsge bination mit dem Modul Nutzen und Betreiben auf bäude, die zuvor noch keiner Bewertung mit einem Bestandsgebäude angewandt werden, die nach einer BNBModul unterzogen worden sind und wenn zu Komplettmodernisierung sinngemäß einem Neube nächst auch keine komplexe Baumaßnahme an diesen stand zugerechnet werden können. Es findet entweder Bestandsgebäuden durchgeführt werden soll. Die eine Fortführung einer bestehenden Bewertung oder Struktur des BNB wird hierbei als Grundlage für die eine erstmalige Beschreibung, Bewertung und Konfor Beschreibung und Bewertung eines Bestandsgebäudes mitätsprüfung statt, wobei eine Bewertung nicht später verwendet. Das Ziel einer derartigen Bauwerksdiagnose als fünf Jahre nach Bauübergabe gemäß Abschnitt H ist die Feststellung des Abstands zu einem positiven der RBBau stattfinden darf. Weitere Erläuterungen, Bewertungsergebnis. Hierdurch kann auch eine Beur Empfehlungen und Handlungsanweisungen sind Teil C teilung der Gesamtqualität im Vergleich zu einem Neu dieses Leitfadens, Kapitel 4.4 zu entnehmen. bau stattfinden. Die Bewertung basiert analog zum Anwendungsfall Neubestand (I.2) auf dem Modul Neu bau, in welchem die Kriterien des Moduls Nutzen und
54 Teil A – Grundsätze zum nachhaltigen Bauen
[Seite 55]
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[Seite 56]
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
1� Integration von Nachhaltigkeitsaspekten 4� Ausführungsplanung, Vergabe und in den Planungsprozess ����������������������������57 Bauausführung ������������������������������������������82 4.1 Ausführungsplanung ..............................................82 2� Projektvorbereitung ����������������������������������60 4.2 Ausschreibung und Vergabe .................................82 2.1 Bedarfsplanung .......................................................60 4.2.1 Ausschreibung .........................................................83 2.2 Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung ....61 4.2.2 Vergabe .....................................................................84 2.3 Komplettierung der Projektvorbereitung ..........64 4.3 Bauausführung ........................................................85 2.3.1 Zielvereinbarung .....................................................65 2.3.2 Pre-Check .................................................................65 5� Bauübergabe und Baubestands- 2.3.3 Nachhaltigkeitsbericht ...........................................65 dokumentation ������������������������������������������86 2.3.4 Energetische Vorgaben ..........................................65 2.4 Integration der Nachhaltigkeitsaspekte 6� Betriebsoptimierung ���������������������������������88 in den Planungsablauf ...........................................66 6.1 Systematische Inbetriebnahme ...........................88 2.4.1 Energie- und Messkonzept ...................................67 6.2 Management der Energie- und 2.4.2 Betriebswasserkonzept ..........................................69 Wasserverbräuche ..................................................88 2.4.3 Reinigungs- und Instandhaltungs- freundlichkeit. ..........................................................70 2.4.4 Konzept zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken aus Bauprodukten .......71 2.4.5 Erweitertes Lüftungskonzept ...............................71 2.4.6 Konzept für den akustischen Komfort ................72 2.4.7 Konzept zur Barrierefreiheit .................................72 2.4.8 Konzept zur Zugänglichkeit und zum Aufenthalt im Außenbereich ................................72 2.4.9 Abfall und Recyclingkonzept ................................72 2.5 Planungswettbewerb .............................................73
3� Entwurfs- und Genehmigungs- planung �������������������������������������������������������74 3.1. Fortschreibung Nachhaltigkeitsbericht ..............74 3.2 Nachweise ................................................................76 3.2.1 Technische Gebäudeausrüstung ..........................76 3.2.2 Wärme- und Tauwasserschutz .............................77 3.2.3 Tragwerksplanung, Brand- und Schallschutz ....77 3.3 Kostenberechnung¯ ................................................78 3.4 Weitere wesentliche Aspekte des Entwurfs ......79 3.4.1 Ökologische Aspekte ..............................................79 3.4.2 Wirtschaftlichkeit und Wertstabilität .................80 3.4.3 Soziokulturelle und funktionale Aspekte ...........80
56 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
[Seite 57]
B 1
1. Integration von Nachhaltigkeitsaspekten
in den Planungsprozess
Wie im Teil A des Leitfadens beschrieben, werden be PLANUNGSABLAUF NACH RBBAU UND HOAI* reits in der frühen Planungsphase die Weichen für die ABBILDUNG B1 zukünftige nachhaltige Qualität des Gebäudes gestellt. Eine Optimierung des Planungsprozesses im Hinblick ES-Bau (Entscheidungsunterlage – Bau) auf die Nachhaltigkeit ist deswegen unerlässlich. Die U. a. Bedarfsplanung, Variantenvergleich, quasi LP 0**, Aspekte des nachhaltigen Bauens müssen in allen Pla Erläuterung der Bau maßnahme, Planungs- HOAI: LP 1, nungs, Bau und Bewirtschaftungsprozessen berück konzept, Kostenermittlung, Kostenobergrenze teilw. LP 2 sichtigt werden, um eine möglichst hohe Qualität des Gebäudes herzustellen (Neubau), aufrechtzuerhalten (Gebäudenutzung und betrieb) und zu verbessern EW-Bau (Entwurfsunterlage – Bau) (Bauen im Bestand). Erarbeitung der Entwurfs- bzw. Genehmi- HOAI: LP 2, gungs planung, u. a. Entwurfspläne, Erläute- 3 und 4, BUNDESBAU Für Baumaßnahmen des Bundes gelten rungsbericht, Nachweise, Kostenberechnung teilw. LP 5 die Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau)1. Gemäß RBBau ist bei der Vorbe reitung und Durchführung von Baumaßnahmen der Ausführungsplanung Leitfaden Nachhaltiges Bauen zu beachten (siehe unter anderem RBBau K3). Näheres hierzu wie Geltungsberei U. a. Ausführungszeichnungen, Leistungsver- HOAI: LP 5 zeichnisse, geprüfte Standsicherheitsnach- und LP 6 che und Zuständigkeiten regeln die Einführungserlasse weise, Nachweise: EnEV, Schall, Brandschutz der zuständigen Obersten Technischen Instanzen.
Im Zuge der Umsetzung des Leitfadens sind in den ein Bauausführung zelnen Planungsphasen Einschätzungen und Doku mentationen zu erbringen, wie jeweils mit den Aspekten U. a. Einholen der Angebote, Vergabe der HOAI: LP 7 Bauleistung, Überwachung und Koordin ation und LP 8 der Nachhaltigkeit umgegangen werden soll. der Ausführung, Kostenfeststellung/-kontrolle
In den folgenden Kapiteln des Leitfadens werden die generelle Vorgehensweise für die Umsetzung von Bauübergabe und Baubestandsdokumentation Nachhaltigkeitszielen im Planungsprozess beschrieben und entsprechende Anwendungshilfen erläutert. Die U. a. Objektbetreuung und Dokumentation HOAI: LP 9 Vorgehensweise orientiert sich grundsätzlich am Pla nungsablauf der Honorarordnung für Architekten und Betriebsoptimierung Ingenieure (HOAI2). Die Umsetzung für Bauvorhaben (zusätzlich zur RBBau und HOAI) des Bundes wird exemplarisch am Regelfall der Großen Baumaßnahme (RBBau Teil E) mit BNBAnwendung U. a. Funktionsoptimierung der haustech- nischen Anlagen, Inbetriebnahmemanage- dargestellt (siehe Abbildung B1). Je nach Art der Bau ment, Einregulierung maßnahme sind hierzu Abweichungen zu erwarten. Daher gilt es, den spezifischen Projektablauf einer Bau maßnahme vorab strukturell abzubilden. Dieses Vor Nachaltiges Nutzen und Betreiben (LFNB Teil C) gehen ermöglicht es, die Ausführungen des Leitfadens auch auf andere Bauvorhaben wie beispielsweise U. a. Management der Energie- und Wasser- kommunale oder Landesbauvorhaben oder kleine verbräuche, Nutzungskostencontrolling, Inspektion und Wartung Neu, Um und Erweiterungsbauten anzuwenden.
- korrespondierende Leistungsphasen (LP) nach HOAI als Hinweis für Gebäudeplanungen und Einrichtungen außerhalb des Regelungs bereiches der RBBau ** im Sinne von Nutzungskonzeption vor LP 1 1 Vgl. BMUB (2016) Quelle: BBSR 2 Vgl. HOAI (2013)
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 57
[Seite 58]
B 1
Der Nachweis, wie die Aspekte der Nachhaltigkeit für besondere Gebäude), welche aufgrund besonderer ver die jeweilige Baumaßnahme umgesetzt werden, ist einbarter Leistungen oder Eigenschaften eine darauf mindestens mit den nachfolgenden Dokumenten zu ausgerichtete Planung erfahren. erbringen: Mit Projektauftrag an die Bauverwaltung sind die im
- Projektvorbereitung3: Rahmen von Baumaßnahmen zu errichtenden Gebäu ■ Erstellung einer Zielvereinbarung (Anlage B1) de nach Standardgebäuden und besonderen Gebäuden ■ Durchführung des PreChecks (Anlagen B2 / B3) zu unterscheiden. Die Festlegung, welche Gebäude als ■ energetische Vorgaben (BUNDESBAU „Energeti besondere Gebäude zu planen sind, beziehungsweise die sches Pflichtenheft (Muster)“, Anlage B4) Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, erfolgt durch ■ Bericht zur Nachhaltigkeit (Anlage B5) die Oberste Technische Instanz in Abstimmung mit ■ Integration und Dokumentation der Anforde dem Maßnahmenträger (Eigentümer) und dem Nutzer. rungen der Nachhaltigkeitsaspekte im Falle eines Planungswettbewerbs (Anlage B6)4 Die Festlegung orientiert sich dabei an den folgenden
- Entwurfs und Genehmigungsplanung5 optionalen Bestimmungsmerkmalen besonderer Ge ■ Durchführung einer Zwischenbewertung bäude. Mit Festlegung als besonderes Gebäude werden (Anlagen B2 / B3) Zusatzanforderungen an die Mindesterfüllungsgrade ■ Fortschreibung des Berichts zur Nachhaltigkeit der BNBHauptkriteriengruppen direkt vereinbart (Anlage B5) (siehe Anlage B7).
- Projektabschluss ■ Dokumentation ■ BNBZertifizierung, sofern vorgesehen oder Optionale Bestimmungsmerkmale besonderer vereinbart Gebäude im Sinne dieses Leitfadens:
Zur Erarbeitung der erforderlichen Abschätzungen für ■ Gebäude, deren Baukosten laut Kostenermittlung die oben genannten Dokumente dienen die Tabellen 10 Millionen Euro (brutto) überschreiten der Anlage B2 zur Orientierung (siehe auch Anlagen ■ Gebäude, die in herausgehobener städtebaulicher auszüge auf den Seiten 59 und 75). Die Tabellen geben Situation errichtet werden Empfehlungen, welche Kriterien in den jeweiligen ■ Gebäude, an die herausgehobene Anforderungen Planungs und Bauphasen sinnvollerweise zu beachten hinsichtlich der Qualität bei der Bewertung der beziehungsweise zu bearbeiten sind, um eine Zieler Nachhaltigkeit insgesamt (mehr als 80 Prozent reichung sicherzustellen. Die erforderlichen quantita Erfüllungsgrad in mindestens zwei von fünf tiven oder qualitativen Abschätzungen sind projekt BNB-Hauptkriteriengruppen) oder in wesentlichen spezifisch mit Unterstützung eines BNB Koordinators Einzel aspekten (Erfüllungsgrad 100 Prozent im zu erstellen. Von den Empfehlungen kann begründet Einzelkriterium) gestellt werden abgewichen werden.
Dabei stellen Gebäude ohne formulierte Sonderanfor Mit der Anwendung des Leitfadens wird die Berück derungen den Standard dar und werden im Folgenden sichtigung der Nachhaltigkeit im Planungsprozess als Standardgebäude bezeichnet. Dem gegenüber stehen durch die Festlegung der Zielstellungen und die Erar Gebäude mit besonderen Anforderungen (sogenannte beitung entsprechender Konzepte in den jeweiligen Phasen sichergestellt. Eine adäquate Dokumentation dient als Nachweis für die spätere Nachhaltigkeitsbe wertung.
3 Bei Baumaßnahmen des Bundes stellen dies ergänzende Unterlagen nach RBBau Abschnitt F 1.4 dar. 4 Vgl. SNAP-Broschüre BMVBS (2013 b) 5 Bei Baumaßnahmen des Bundes stellen dies Unterlagen nach RBBau Abschnitt F 2 dar.
58 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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B 1
| PHASEN DER RBBAU Phasenzuordnung nach RBBau Kriterien- Bezeichnung ESBau Wett bewerb EWBau Ausführungs Bauaus Bauübergabe Betriebs gruppe planung führung und Bestands optimierung dokumentation ÖKOLOGISCHE QUALITÄT 1.1.1 Treibhauspotenzial (GWP) ° 1.1.2 Ozonschichtabbaupotenzial (ODP) ° gnulhefpmE 1.1.3 Ozonbildungspotenzial (POCP) ° Wirkungen auf die 1.1.4 Versauerungspotenzial (AP) ° globale und 1.1.5 Überdüngungspotenzial (EP) ° lokale Umwelt 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt × × ° etarapes 1.1.7 Nachhaltige Materialgewinnung / × × ° Biodiversität eheis* 1.2.1 Primärenergiebedarf × ° Ressourcen- inanspruch- 1.2.3 Trinkwasserbedarf und × × ° Abwasseraufkommen nahme 1.2.4 Flächeninanspruchnahme × × ° ÖKONOMISCHE QUALITÄT L zy e k b l e u n s s k - o sten 2.1.1 G im e b L ä e u b d e e n b s e zy z k o l g u e s ne Kosten × × ° Wirtschaft- 2.2.1 Flächeneffizienz × × ° lichkeit und Wertstabilität 2.2.2 Anpassungsfähigkeit × × SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT 3.1.1 Thermischer Komfort × × ° 3.1.3 Innenraumlufthygiene × × ° 3.1.4 Akustischer Komfort × ° Gesundheit, Behaglichkeit 3.1.5 Visueller Komfort × ° und Nutzerzu- 3.1.6 Einflussnahmemöglichkeiten durch × friedenheit | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PHASEN DER RBBAU | ||||||||
| Kriterien- gruppe | Bezeichnung | Phasenzuordnung nach RBBau | Betriebs optimierung | |||||
| ESBau | Wett bewerb | EWBau | Ausführungs planung | Bauaus führung | Bauübergabe und Bestands dokumentation | |||
| ÖKOLOGISCHE QUALITÄT | ||||||||
| Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt | 1.1.1 Treibhauspotenzial (GWP) | ° | ||||||
| 1.1.2 Ozonschichtabbaupotenzial (ODP) | g | ° | ||||||
| 1.1.3 Ozonbildungspotenzial (POCP) | nulh | ° | ||||||
| 1.1.4 Versauerungspotenzial (AP) | efp | ° | ||||||
| 1.1.5 Überdüngungspotenzial (EP) | mE e | ° | ||||||
| 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt | tara | × | × | ° | ||||
| 1.1.7 Nachhaltige Materialgewinnung / Biodiversität | pes eh | × | × | ° | ||||
| Ressourcen- inanspruch- nahme | 1.2.1 Primärenergiebedarf | × | eis* | ° | ||||
| 1.2.3 Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | × | × | ° | |||||
| 1.2.4 Flächeninanspruchnahme | × | × | ° | |||||
| ÖKONOMISCHE QUALITÄT | ||||||||
| Lebens- zykluskosten | 2.1.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus | × | × | ° | ||||
| Wirtschaft- lichkeit und Wertstabilität | 2.2.1 Flächeneffizienz | × | × | ° | ||||
| 2.2.2 Anpassungsfähigkeit | × | × | ||||||
| SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT | ||||||||
| Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzu- | 3.1.1 Thermischer Komfort | × | × | ° | ||||
| 3.1.3 Innenraumlufthygiene | × | × | ° | |||||
| 3.1.4 Akustischer Komfort | × | ° | ||||||
| 3.1.5 Visueller Komfort | × | ° | ||||||
| friedenheit | 3.1.6 Einflussnahmemöglichkeiten durch | × |
Afruieszduengh aeuits Anlage B2N.1ut „zEermpfehlungen zur Berücksichtigung der × ° zu beachtenden 3 K .1 r . i 7 te A ri u e f n en i t n h a d l e ts n q u e a in lit z ä e t l e n n e i n n n P e h n a / s a e u n ß e d n es Planungs × - × ° 3.1.8 Sicherheit × × ° ablaufs“ (Übersicht Neubau, Version 2015) 3.2.1 Barrierefreiheit × × ° Funktionalität 3.2.4 Zugänglichkeit × × °
× ×
| 3.2.5 Mobiliätsinfrastruktur × × ° ES-BAU Kriterien- Bezeichnung Pflichtnachweis Standardgebäude gruppe vitatilauq vitatitnauq ergänzende Nachweise bei besonderen Gebäuden (Auswahl in Abhängigkeit der Besonderheiten des Gebäudes) vitatilauq vitatitnauq Sicherung der 3.3.1 Gestalterische und × ° Gestaltungs- städtebauliche Qualität qualität 3.3.2 Kunst am Bau × ° TÖEKCOHLNOISGCIHSCE HQEU AQLUIATÄLTITÄT 1.2.1 Primärenergiebedarf Abschätzung des Primärenergiebedarfs Abschätzung des Primärenergiebedarfs im × × ohne Konstruktion Lebenszyklus Konstruktion und Betrieb 1.2.3 Trinkwasserbedarf und Abschätzung des Trinkwasserbedarfs und Abschätzung des Wassergebrauchskenn- Ressourcen- Abwasseraufkommen Abwasseraufkommen gemäß Anlage 1 zu × wertes anhand Trinkwasserbedarf und × inanspruch- Muster 7 Abwasseraufkommen nahme 1.2.4 Flächeninanspruchnahme Bewertung von Art, Umfang und Richtung der tatsächlichen Nutzung der Fläche über × × Anforderungsniveaus ÖKONOMISCHE QUALITÄT Lebens 2.1.1 Gebäudebezogene Kosten Abschätzung der Kosten gemäß Muster 6, Abschätzung der gebäudebezogenen Kost en × × zykluskosten im Lebenszyklus Anlage 1 zu Muster 7 und Muster 11 im Lebenszyklus für KG 300, 400 und 500 Wirtschaft- 2.2.1 Flächeneffizienz × Bewertung über Flächeneffizienzkennwert × lichkeit (Bezugsfläche NF und BGF) gem. Muster 6 und Wert- stabilität 2.2.2 Anpassungsfähigkeit Teilbewertung über verschiedene Detaillierte Bewertung über veschiedene Anforderungsniveaus (Gebäudegeometrie, × Anforderungsniveaus (Modularität des Ge- × Grundriss, Konstruktion, Technische bäudes, räumliche Struktur, Energie- und Ausrüstung) Medienversorgung, Heizung und Wasser SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT 3.1.1 Thermischer Komfort Beachtung der im Steckbrief genannten Mindestanforderungen (genauer Nachweis × in EW-Bau) 3.1.3 Innenraumlufthygiene Bewertung des Material- und Innenraum- × Gesundheit, hygienekonzeptes Behaglich- 3.1.6 Einflussnahmemöglichkeiten Bewertung der im Steckbrief genannten × keit und durch Nutzer Anforderungen Nutzerzu- friedenheit 3.1.7 Aufenthaltsqualitäten Beachtung der im Steckbrief genannten innen / außen Mindestanforderungen × (genauer Nachweis in EW-Bau) | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3.2.5 Mobiliätsinfrastruktur × × ° ES-BAU | ||||||||
| Sicherung der GKeristtearliteunn-g s- qgurualpitpäet | 3.3.1 Gestalterische und städtebauliche Qualität Bezeichnung 3.3.2 Kunst am Bau | × Pflichtnachweis Standardgebäude × | vitatilauq | vitatitnauq | ergänzende Nachweise bei beso°nderen Gebäuden (Auswahl in Abhängigkeit der Besonderheiten des Gebäudes) ° | vitatilauq | vitatitnauq | |
| TÖEKCOHLNOISGCIHSCE HQEU AQLUIATÄLTITÄT | ||||||||
| Ressourcen- inanspruch- nahme | 1.2.1 | Primärenergiebedarf | Abschätzung des Primärenergiebedarfs ohne Konstruktion | × | Abschätzung des Primärenergiebedarfs im Lebenszyklus Konstruktion und Betrieb | × | ||
| 1.2.3 | Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | Abschätzung des Trinkwasserbedarfs und Abwasseraufkommen gemäß Anlage 1 zu Muster 7 | × | Abschätzung des Wassergebrauchskenn- wertes anhand Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | × | |||
| 1.2.4 | Flächeninanspruchnahme | Bewertung von Art, Umfang und Richtung der tatsächlichen Nutzung der Fläche über Anforderungsniveaus | × | × | ||||
| ÖKONOMISCHE QUALITÄT | ||||||||
| Lebens zykluskosten | 2.1.1 | Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus | Abschätzung der Kosten gemäß Muster 6, Anlage 1 zu Muster 7 und Muster 11 | × | Abschätzung der gebäudebezogenen Kost en im Lebenszyklus für KG 300, 400 und 500 | × | ||
| Wirtschaft- lichkeit und Wert- stabilität | 2.2.1 | Flächeneffizienz | × | Bewertung über Flächeneffizienzkennwert (Bezugsfläche NF und BGF) gem. Muster 6 | × | |||
| 2.2.2 | Anpassungsfähigkeit | Teilbewertung über verschiedene Anforderungsniveaus (Gebäudegeometrie, Grundriss, Konstruktion, Technische Ausrüstung) | × | Detaillierte Bewertung über veschiedene Anforderungsniveaus (Modularität des Ge- bäudes, räumliche Struktur, Energie- und Medienversorgung, Heizung und Wasser | × | |||
| SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT | ||||||||
| Gesundheit, Behaglich- keit und Nutzerzu- friedenheit | 3.1.1 | Thermischer Komfort | Beachtung der im Steckbrief genannten Mindestanforderungen (genauer Nachweis in EW-Bau) | × | ||||
| 3.1.3 | Innenraumlufthygiene | Bewertung des Material- und Innenraum- hygienekonzeptes | × | |||||
| 3.1.6 | Einflussnahmemöglichkeiten durch Nutzer | Bewertung der im Steckbrief genannten Anforderungen | × | |||||
| 3.1.7 | Aufenthaltsqualitäten innen / außen | Beachtung der im Steckbrief genannten Mindestanforderungen | × | |||||
| (genauer Nachweis in EW-Bau) |
Auszug aus An3l.a1g.8e SBi2ch.2e r„hNeiatchweis-EmpfehlungeBne iwne drteurn Pg hdaers eim Steckbrief genannten × der ES-Bau“ (Neubau, Version 2015) Anforderungen 3.2.1 Barrierefreiheit Beachtung der im Steckbrief genannten Mindestanforderungen × (genauer Nachweis in EW-Bau) Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 59 3.2.4 Zugänglichkeit Beachtung der im Steckbrief genannten Funktio- Anforderungen × nalität (genauer Nachweis in EW-Bau)
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2. Projektvorbereitung
B 2
In der Projektvorbereitung wird frühzeitig der Grund Auf Basis der Zielvereinbarungstabelle sind in der stein für die erreichbare Nachhaltigkeitsqualität des Phase der Projektvorbereitung die erforderlichen Gebäudes gelegt. Die Projektvorbereitung umfasst die Planungsleistungen – auch im Hinblick auf die not im Folgenden dargestellten Schwerpunkte. Grundlage wendige Nachweisführung – durch die Bauverwaltung ist die Darlegung der Projektorganisation im Hinblick zu identifizieren (zur Orientierung siehe auch unterer auf die Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in den Anlagenauszug auf Seite 59). In Abhängigkeit von Pro Planungs und Bauprozess in Abstimmung mit den jektaufgabe und abwicklung ist eine Zuordnung der Projektbeteiligten. durch den BNBKoordinator zu erbringenden Leistun gen vorzunehmen. Grundsätzlich sollte eine (bauverwal Schwerpunkte in der Projektvorbereitung: tungs)interne BNBKoordinierung angestrebt werden.
■ Bedarfsplanung Die in den folgenden Kapiteln dargelegten Aspekte ■ Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung / der Nachhaltigkeit sind projektspezifisch zum jeweils Beschaffungsform frühestmöglichen Zeitpunkt der Planung zu berück ■ Einordnung als Neubau oder Bestandsmaßnahme sichtigen – spätestens jedoch dann, wenn die entspre und Zuordnung zu Systemvariante / Modul chenden Informationen vorliegen – und kontinuierlich ■ Festlegung „besonderes Gebäude“ oder „Standard in allen relevanten Planungsphasen fortzuschreiben. gebäude“ Die Koordination und Abwägung der Nachweistiefen ■ Komplettierung der Projektvorbereitung6 obliegt dem Nachhaltigkeitskoordinator. − Formulierung der Zielvereinbarung − PreCheck (Anlage B3) 2�1 Bedarfsplanung − Bericht zur Nachhaltigkeit Die Bedarfsplanung dient der methodischen Ermittlung − energetische Vorgaben (BUNDESBAU„Energetisches der Bedürfnisse hinsichtlich der funktionellen Anfor Pflichtenheft (Muster)“, Anlage B4) derungen, deren zielgerichteter Aufbereitung als quan ■ Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in den titativer und qualitativer Bedarf und deren bauliche Planungsablauf Umsetzung. Die Bauverwaltung berät hierbei den Nut − integraler Planungsansatz zer und den Maßnahmenträger (Eigentümer) fachlich − Konzepte zur Berücksichtigung der Komplexität bei der Aufstellung der Bedarfsbeschreibung. Hier kön der Planung nen Nutzer und Maßnahmenträger (Eigentümer) ihre − Planungswettbewerb Anforderungen (qualitativer Bedarf) definieren. Dabei können die im BNB beschriebenen Kriterien eine we BUNDESBAU Entsprechend den geltenden Richtlinien sentliche Hilfestellung darstellen. Seitens des Nutzers für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes können in Abstimmung mit dem Maßnahmenträger umfasst das Verfahren zur Aufstellung einer Entschei (Eigentümer) gesondert Mindestanforderungen an die dungsunterlage – Bau (ESBau) die Bedarfsplanung einzelnen Nachhaltigkeitsqualitäten definiert werden, (E 2.2.1), die Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung die sich auch in den Forderungen des Nutzers wider mit Kostenermittlung (E 2.2.2) sowie die Qualifizierung spiegeln. Diese Anforderungen haben direkten Einfluss zur ESBau (E 2.2.3). Die Inhalte der ESBau sind in auf die Investitions und Nutzungskosten des Gebäudes. Abschnitt F 1 der RBBau aufgeführt. In einer ESBau Mit der Bedarfsplanung wird die Grundlage für die wird die Kostenobergrenze großer Neu, Um und spätere Ausführung gelegt. Ziel ist es unter anderem, Erweiterungsbauten gemäß Abschnitt E der Richtlinien dass der vom Nutzer beantragte Raum und Flächenbe für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes darf auf Er fordernis und Angemessenheit, insbesonde festgesetzt. re auf eine Überversorgung hin, sowie auch mit dem Ziel der Vermeidung eines Neubaus durch opt imierte Nutzung des Bestandes kritisch hinterfragt werden. In die Bedarfsplanung sollen die beabsichtigten Ausstat tungsstandards einbezogen werden. Besondere Anfor derungen an die Nachhaltigkeit eines Gebäudes sind in 6 Für Baumaßnahmen des Bundes vgl. RBBau Abschnitt F 1.4 der Bedarfsplanung explizit zu formulieren.
60 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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B 2
Bundesministerium für Bildung und Forschung als PPP-Maßnahme im BNB-Gold Standard
BUNDESBAU Die Bedarfsplanung zur ESBau wird Bei der Untersuchung der Varianten sind die Grundsätze durch die Oberste Instanz des Nutzers gebilligt. einer lebenszyklusorientierten Optimierung der Kosten, insbesondere der späteren Betriebs und sonstigen 2�2 Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung Nutzungskosten sowie der Risikokosten zu berücksich In der Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung tigen. Neben der rein kostenmäßigen Gegenüberstellung wird untersucht, mit welcher Variante die Bedarfspla der Varianten wird eine Nutzwertanalyse empfohlen, nung am voraussichtlich wirtschaftlichsten realisiert um unter anderem quantitativ nicht erfassbare Aspekte werden kann. Die Untersuchung hat zum Ziel, alle bau des nachhaltigen Bauens angemessen zu berücksichti lichen, planungs und baurechtlichen Gegebenheiten gen. Bei Neubaumaßnahmen kann die Realisierbarkeit quantitativ, qualitativ und kostenmäßig so zu erfassen, über eine Baumassenstudie nachgewiesen werden. Die dass die alternativen Möglichkeiten der Bedarfsdeckung Kostenermittlung erfolgt in diesem Fall über Kosten sowie die Gesamtwirtschaftlichkeit der Maßnahme kennwerte. Zudem sind langfristige Liegenschaftsent bewertet werden können. Folgende Beschaffungsvari wicklungen in die Betrachtung einzubeziehen. anten sollen hinsichtlich ihrer Eignung anhand quali tativer Kriterien untersucht werden: Die im konkreten Projekt zur Verfügung stehenden Beschaffungsformen können dabei im Hinblick auf die ■ Anmietung von Immobilien, einschließlich even Adressierung der Nachhaltigkeit zu unterschiedlichen tuell notwendiger Umbau oder Erweiterungsbau Tiefen in der Projektausarbeitung führen. Eine Eigen maßnahmen planung ohne Wettbewerb unterliegt deutlich anderen ■ Kauf vorhandener baulicher Anlagen, einschließlich Randbedingungen als ein PPPVerfahren. Die Bauver eventuell notwendiger Umbau oder Erweiterungs waltung muss deshalb diese Differenzierung im Rahmen baumaßnahmen der Projektentwicklung stetig nachverfolgen. ■ Leasing oder Mietkauf ■ Neu, Um oder Erweiterungsbaumaßnahmen als Eigenbaumaßnahme ■ öffentlichprivate Partnerschaft (ÖPP, englisch PPP)
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 61
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Städtebauliche und standortspezifische Aspekte schließen eine Folgenutzung grundsätzlich nicht aus Im Rahmen der Variantenuntersuchung zur Bedarfs und sollten deshalb in die Planung als Alternative deckung müssen die städtebaulichen und standort einbezogen werden. Auf die Baufachlichen Richtlinien spezifischen Fragen unter Berücksichtigung der Nach Boden und Grundwasserschutz 7 und die gesetzlichen haltigkeit gezielt untersucht werden. Dabei sind die Anforderungen des Umwelt und Naturschutzes wird städtebaulichen Entwicklungsvorstellungen der Kom hingewiesen. munen bei der Planung von Neubauvorhaben zu be rücksichtigen. Das BNB kann Hinweise zu Standort Die Risiken (BNB 6.1.1) und Verhältnisse (BNB 6.1.2) fragen geben. am Mikrostandort müssen ebenso in die Standortwahl und in die Planungsüberlegungen einbezogen werden wie die Nähe zu nutzerrelevanten Einrichtungen Zu den Zielen einer nachhaltigen Quartiers- (BNB 6.1.5) und die Möglichkeiten zur Nutzung anlie und Liegenschaftspolitik zählen unter anderem gender Medien (BNB 6.1.6). Die Nutzung vorhandener folgende Aspekte: Infrastruktur wird gegenüber einer Neuerrichtung häufig vorteilhaft sein. Standorte mit guter Anbindung ■ sparsame und schonende Flächeninanspruchnahme an den öffentlichen Nahverkehr (Verkehrsanbindung von Bauwerken sowie die Minimierung des Flächen- BNB 6.1.4) sollen im Regelfall bevorzugt werden, um aufwandes für die Erschließung Verkehrsströme zu minimieren. Da ein Großteil der ■ Bestandsumnutzung Autofahrten durchschnittlich weniger als fünf Kilo ■ kompakte Baukörper bei Minimierung der Grund- meter beträgt, kann der Umstieg auf das Fahrrad, der flächenzahl jedoch eine entsprechende Fahrradinfrastruktur vor ■ städtebauliche Einbindung neuer Vorhaben in das aussetzt, maßgeblich zu einer umweltgerechten und vorhandene Umfeld energieeffizienten Mobilität beitragen (BNB 3.2.5). ■ Berücksichtigung der Dimensionierung und Aus- richtung der Gebäudekörper, zukünftiger Verkehrs- ströme, der Verschattungssituationen, gebäudespezi- fischer Lärminduktion oder auch gebietstypischer Windströmungen
Vor der Entscheidung für eine Neubaumaßnahme muss im Rahmen der Variantenuntersuchung schlüssig dargelegt werden, dass der Raumbedarf durch Bestands gebäude – unter Einbeziehung von Belegungsoptimie rungen – wirtschaftlich nicht abgedeckt werden kann. Dabei sollen Möglichkeiten der Umnutzung, des Um baus und der Erneuerung von Bestandsgebäuden ein bezogen werden. Zum Schutz des Naturraums werden das Ziel der Minimierung der Flächeninanspruchnahme (BNB 1.2.4) sowie eine Vermeidung der Zersiedelung der Landschaft und die Geringhaltung zusätzlicher Bodenversiegelung angestrebt. Die Möglichkeit eines Eine ansprechende Fahrradinfrastruktur motiviert zum Flächenrecyclings ist in die Überlegungen ebenfalls Umstieg auf das Fahrrad. einzubeziehen. Bereits versiegelte Flächen sind vorran gig zu nutzen. So ist die Nutzung von Industriebrachen, ehemals militärisch genutzter beziehungsweise anderer untergenutzter Flächen oder die Möglichkeit von Bau lückenschließungen zu prüfen. Kontaminierte Flächen 7 Baufachliche Richtlinien Boden- und Grundwasserschutz (BMI 2018 c)
62 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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Kostenermittlung und Abschätzung nach dem BNBKriterium 2.1.1 aufbauen, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung da die dafür erforderliche Kostenerfassung in der Ein wesentlicher Bestandteil der Projektvorbereitung Regel detaillierter zu erfolgen hat. Basis beider Betrach ist die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit im Rahmen tungen sind die ermittelten Herstellungskosten nach der Variantenuntersuchung zur Bedarfsdeckung. Zur DIN 2761. Methodik der lebenszyklusorientierten Wirtschaftlich keitsbetrachtung liegen mehrere Leitfäden und Arbeits Auf Basis der Kostenermittlung (BUNDESBAU nach hilfen vor. Diesbezüglich sind insbesondere die „Arbeits Muster „Kostenermittlung“ der RBBau) kann eine Ab anleitung Einführung in Wirtschaftlichkeitsuntersu schätzung der gebäudebezogenen Kosten im Lebens chungen“ des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zyklus vorgenommen werden. Aufbauend auf die er und der „Leitfaden Wirtschaftlichkeitsunter suchungen mittelten Kostengruppen ist der Barwert [€/m2BGF] (WU) bei der Vorbereitung von Hochbaumaßnahmen über die ersten 50 Jahre Nutzungsdauer gemäß der des Bundes“ des Bundesbauministeriums zu nennen. Berechnungsvorschrift des BNBKriteriums 2.1.1 von der Bauverwaltung und dem Maßnahmenträger (Eigen Die in den beiden vorgenannten Leitfäden zur Wirt tümer) / Betreiber zu bestimmen und zu bewerten. schaftlichkeitsuntersuchung beschriebene Methodik Für die Nachweisführung können entweder die auf der findet vorwiegend im Rahmen der Variantenuntersu BNBPlattform zur Verfügung gestellten Rechenhilfen chung zur Bedarfsdeckung Anwendung und dient hier oder alternativ das im eBNB hinterlegte LCCBerech bei als Instrument zur Ermittlung der wirtschaftlichs nungsverfahren genutzt werden. ten Beschaffungsvariante in frühen Planungsphasen auf der Basis von geschätzten Herstellungskosten. Als Grundlage für die Berechnung der Herstellungs Die im Leitfaden Nachhaltiges Bauen beschriebene kosten sind entweder Ergebnisse einer Kostenschätzung Methodik der Ermittlung und Bewertung der gebäude nach DIN 2761 oder Kostenkennwerte aus vergleich bezogenen Kosten im Lebenszyklus erfolgt während baren, abgerechneten Bauobjekten heranzuziehen. Soll beziehungsweise nach Abschluss einer Baumaßnahme ten hierfür keine Daten vorliegen, werden Datenbanken auf der Basis abgerechneter Kosten. Sowohl die Zielset wie PLAKODA für die Kostenermittlung empfohlen. zung, der Anwendungszeitpunkt als auch die Daten grundlagen der oben genannten Leitfäden unterscheiden Der Betrachtungszeitraum stellt sich wie folgt dar: sich daher von einer Bew ertung mit dem BNBKriterium „Gebäudeb ezogene Kosten im Lebenszyklus“ (BNB 2.1.1). ■ Konvention im BNBLCCVerfahren: Generell um Das BNBKriterium verfolgt das Ziel einer Vergleich fasst der Betrachtungszeitraum die ersten 50 Jahre. barkeit und einer Optimierung von Baumaßnahmen Ergänzend dazu können in Abhängigkeit von der auf der Grundlage vorgegebener Randbedingungen. Gebäudenutzungsart auch zusätzliche Betrachtungs Hierdurch wird eine Bewertung über einen einheitli zeiträume vereinbart werden. chen Bewertungsmaßstab ermöglicht. ■ Für PPPProjekte wird empfohlen, Vergleichsrech nungen für den Betrachtungszeitraum von 30 Jahren8 Damit möglichst optimierte Lebenszykluskosten in durchzuführen. einer Baumaßnahme erreicht werden, sollte das BNB ■ Für Baukonstruktionen mit langer technischer Kriterium BNB 2.1.1 bereits planungs und baubeglei Lebensdauer sollte ein Betrachtungszeitraum von tend frühzeitig Anwendung finden. Hierzu müssen 80 Jahren angesetzt werden. Abschätzungen des Ergebnisses vorgenommen werden. In der Phase der Projektvorbereitung trifft die Abschät Die zu erwartenden Versorgungskosten werden gemäß zung nach diesem Kriterium mit der Wirtschaftlich RBBau Muster „Jährliche Verbrauchs und Betriebskos keitsuntersuchung nach den vorgenannten Leitfäden ten“ ermittelt. zusammen. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kann hierbei unter Verwendung geänderter Randbedingun gen auf den Eingangswerten und Ergebnissen der
8 Vgl. Leitfaden Public Private Partnership – Wirtschaftlichkeits- untersuchungen bei PPP-Projekten, NRW (2007)
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Da das Rechenszenario zukünftig anfallende Kosten 2�3 Komplettierung der Projektvorbereitung prognostiziert, kann die Preisentwicklung nur über Ist auf Basis der Bedarfsabfrage und der Varianten angenommene jährliche Preissteigerungsraten berück untersuchung die Entscheidung gefallen, ein neues sichtigt werden. Die allgemeine jährliche Preissteigerung, Gebäude zu errichten oder alternativ ein Bestandsge und abweichend davon die jährliche Preissteigerung bäude einer Komplettmodernisierung zu unterziehen, für Heiz und Elektroenergie sowie der Diskontierungs so sind die Unterlagen zur Projektvorbereitung ent zinssatz für die Barwertmethode, können für Wirtschaft sprechend den spezifischen Fragestellungen zu komplet lichkeitsbetrachtungen den Veröffentlichungen des tieren. Speziell für Baumaßnahmen im Bestand sind BMF entnommen werden. Für die BNBBewertung ist zusätzlich Aspekte des Altbestandes ergänzend zu erfas die Nachweisführung zwingend mit den abgerechneten sen (siehe auch Leitfaden Teil D). IstKosten der Baumaßnahme sowie den für die System variante festgelegten Berechnungsparametern durch BUNDESBAU Hat sich die Oberste Instanz des Nutzers zuführen. auf der Grundlage der Variantenuntersuchung für eine Eigenbaulösung entschieden, erfolgt die Qualifizierung Ziel der Kostenermittlung ist die Minimierung der zur ESBau. Der Maßnahmenträger (Eigentümer) be Gesamtkosten, also der Herstellungskosten zuzüglich auftragt die Bauverwaltung mit der Komplettierung Nutzungskosten. Es sollen dabei mögliche Alternativen, der Unterlagen zur Einstellung der Kosten in den insbesondere in folgenden Spannungsfeldern, aufge Bundes haushalt nach § 24 BHO. Gemäß Abschnitt F 1 zeigt und bewertet werden: der RBBau handelt es sich um die folgenden Unterlagen:
■ Investitionskosten zu Betriebskosten ■ Schriftverkehr ■ Investitions und Betriebskosten zu externen Kosten ■ Unterlagen zur Bedarfsplanung (quantitative und und Umweltwirkungen qualitative Bedarfsbeschreibung) ■ Einsatz von Innovationen im Hinblick auf fehlende ■ Unterlagen zur Variantenuntersuchung, gegebenen Kostenkennwerte und Dauerhaftigkeiten falls einschließlich KostenNutzenAnalyse ■ komplettierende Unterlagen für die Eigenbaulösung, Von der Kostenermittlung abgesehen, werden in dieser unter anderem: Phase in der Regel keine quantifizierenden Bewertun − Erläuterung der Baumaßnahme gen oder Nachweise durchgeführt. Vielmehr wird das − Kostenermittlung Planungskonzept qualitativ beschreibend dargestellt. − überschlägige Ermittlung der zu erwartenden Dies gilt insbesondere auch für die Nachhaltigkeit. Nutzungskosten − Auszug aus dem Liegenschaftskataster BUNDESBAU Im Bundesbau können bei besonderen − zeichnerische Darstellungen des Planungs Gebäuden jedoch darüber hinausgehende Nachweise konzeptes (siehe Anlage B2.2) bereits in der Phase der ESBau er − Flächenermittlung nach DIN 277 forderlich werden. − Soll / IstFlächenvergleich auf der Grundlage des Raumbedarfs Darüber hinaus sollten weitere Wirtschaftlichkeitsas pekte sowie die Wertstabilität von baulichen Struktu Diese Unterlagen lassen sich direkt beziehungsweise ren betrachtet werden. Im Sinne des BNBSystems indirekt auch für die Beurteilung der Nachhaltigkeit sind hier Nachweise zur Flächeneffizienz (BNB 2.2.1) eines Gebäudeentwurfs in einer frühen Planungsphase (BUNDESBAU Nachweis auf Grundlage des Musters heranziehen. „Kostenermittlung“ der RBBau) und zur Anpassungsfä higkeit (BNB 2.2.2) des Gebäudes erforderlich.
64 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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2.3.1 Zielvereinbarung 2.3.3 Nachhaltigkeitsbericht Die Aufstellung der Zielvereinbarung orientiert sich Zur frühzeitigen Abschätzung der Umsetzung der grundsätzlich an den BNBKriterien und ist ein we einzelnen Nachhaltigkeitskriterien ist der „Bericht zur sentlicher Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Bewertung der Nachhaltigkeit“ (siehe Anlage B5) zu Projektvorbereitung. Eine nachhaltigkeitsorientierte erstellen und fortzuschreiben. Dieser dient der Sicher Zielvereinbarung dient der Festlegung von konkreten stellung der Berücksichtigung der verankerten Nach objekt beziehungsweise vorhabenspezifischen Planungs haltigkeitsaspekte und baut grundsätzlich auf den zielen. Sie schafft somit die Voraussetzungen für eine Ergebnissen des PreChecks auf. Der Bericht stellt dar, zielgerichtete Planung beziehungsweise für die Berück mit welchen Maßnahmen die angestrebten Zielwerte sichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Wettbe erreicht werden können. Er dient als Entscheidungs werb und gewährleistet, dass alle im Sinne der Nach grundlage für die weitere Planung. Die Entscheidungen haltigkeit zu berücksichtigenden Kriterien Beachtung sind allgemeinverständlich zu formulieren und schrift finden. Eine enge Abstimmung mit den zuständigen lich zu fixieren. Insgesamt ist die Bewertung der Ein BNBKonformitätsprüfungsstellen wird empfohlen. zelkriterien, der Hauptkriteriengruppen sowie eine Gesamtbewertung mit Bestimmung des Gesamterfül Die von der Bauverwaltung, dem Maßnahmenträger lungsgrades vorzunehmen und dem Bericht voran (Eigentümer) und dem Nutzer vor Planungsbeginn ver zustellen, sodass eine Überprüfung der angestrebten einbarten Zielwerte (Mindesterfüllungsgrade siehe Nachhaltigkeitsqualitäten durch die zuständigen Ins Anlage B7), die dafür erforderlichen Leistungen und tanzen möglich ist. Maßnahmen sowie Termine und Zuständigkeiten sind projektspezifisch in der Zielvereinbarungstabelle (siehe 2.3.4 Energetische Vorgaben Anlage B1) für jedes einzelne Kriterium festzuschreiben. Die energetischen Vorgaben sind in Analogie zur Anlage Dies ermöglicht es, dass deren Einhaltung in den ein B4 „Energetisches Pflichtenheft (Muster)“ gebäudespe zelnen Planungsphasen von Bauverwaltung, Maßnah zifisch zu entwickeln. Dabei gilt es auch zu berücksichti menträger (Eigentümer) und Nutzer kontinuierlich gen, ob es sich um ein Gebäude in einer Liegenschaft überprüft werden kann. handelt. In diesem Fall sind die liegenschaftsbezogenen energetischen Randbedingungen in die Entwicklung 2.3.2 Pre-Check der energetischen Vorgaben und des Energiekonzeptes Mindestens im Zuge der Aufstellung des Nachhaltig einzubeziehen. Folgende Aspekte sind sowohl bei der keitsberichts ist die Erreichung der abgestimmten Errichtung als auch beim Betrieb zu beachten: Werte aus der Zielvereinbarung zu überprüfen. Im Falle der Anwendung des BNB sind dabei qualitative und ■ hohe Energieeffizienz quantitative Abschätzungen der BNBKriterien durch ■ geringe Ressourceninanspruchnahme zuführen und entsprechend ihrer Ergebnisse im Hin ■ umweltverträgliche Lösungen blick auf die angestrebte Gesamtqualität des Gebäudes ■ verfügbarer Stand der Technik zu bewerten. Zur Orientierung dient das Muster zum „PreCheck“ (siehe Anlage B3). Für sämtliche Vorab Zur Optimierung des übergeordneten Ziels der Mini schätzungen des Gesamterfüllungsgrades eines in Pla mierung des Gesamtprimärenergiebedarfs des Gebäudes nung befindlichen Gebäudes wird empfohlen, die unter Sicherstellung der vereinbarten Behaglichkeits Nachweise mit einem Sicherheitsbeiwert von mindes anforderungen und geregelten Mindestanforderungen tens 2,5 Prozent zu führen, da es in der Regel im Zuge sind wesentliche bauliche und technische Anforderun der Konformitätsprüfung zu Abzügen im Gesamter gen in die energetischen Vorgaben zu integrieren. gebnis kommt. Dabei sind die Optimierungsbetrachtungen unter den
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Pilotprojekt des Bundesbauministeriums zur Umsetzung der Umweltbundesamt Haus 2019 – Pilotprojekt zur Umsetzung der ener- Effizienzhaus Plus-Anforderungen getischen Anforderungen der EU-Gebäudeenergierichtlinie (EU 2010)
Aspekten der Wahl der Energieträger und der Reduktion 2�4 Integration der Nachhaltigkeitsaspekte der Endenergie gleichermaßen zu führen. Folgenden in den Planungsablauf Fragestellungen sollte im Zuge der Entwicklung von Da Gebäude und Liegenschaften sehr individuellen Vorgaben mindestens nachgegangen werden: Randbedingungen unterliegen, dient dieser Leitfaden primär als Orientierungshilfe und liefert keine abschlie ■ Berücksichtigung bestehender zentraler / dezentraler ßende Prüfliste für die Berücksichtigung sämtlicher Energieversorgung relevanter Nachhaltigkeitsaspekte. Aufbauend auf den ■ Möglichkeiten für liegenschaftsbezogene Synergie Feststellungen in den vorangegangenen Kapiteln sind effekte dabei folgende Aspekte im Rahmen der Projektvorbe ■ Auslastungsgrad bestehender Versorgungseinheiten reitung vertiefend zu betrachten: ■ Berücksichtigung übergeordneter energetischer Vorgaben (wie EnEV, Erlasse, Programme) ■ integrale Planung der projektspezifischen ■ Kompensationsmöglichkeiten des Bestandes durch Fachdisziplinen Übererfüllung im Neubaubereich (Energiebereit ■ Komplexität der Planung unter Berücksichtigung stellung im Sinne eines „produktiven Gebäudes“) der erforderlichen Konzepte ■ Hinterfragung bisheriger Versorgungstechniken (beispielsweise KraftWärmeKopplung) unter dem Integrale Planung Aspekt der verbesserten Gebäudestandards (Wärme Die Optimierung des Planungsablaufs ist Grundlage und Strombedarf) sowie der Steigerung des Einsatzes für die Realisierung nachhaltiger Gebäude. Dazu bedarf regenerativer Ressourcen es einer verbesserten Abstimmung zwischen allen ■ Eigenversorgung Beteiligten. Die integrale Planung (BNB 5.1.2) umspannt dabei den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von BUNDESBAU Unter Berücksichtigung des Erneuerbare der Projektentwicklung bis zum Rückbau. So sind EnergienWärmegesetzes (EEWärmeG)9 und der be Architektur, Tragwerk und Haustechnik über sehr kom sonderen Vorbildrolle des Bundes besteht die Erwartung, plexe Abhängigkeiten miteinander verwoben. Eine mindestens 15 Prozent des Energiebedarfs durch die integrale Planung macht diese Abhängigkeiten trans Nutzung regenerativer Energiequellen zu decken. parent und optimiert sie planungsbegleitend in itera tiven Schritten. Eine frühzeitige Beteiligung der unter schiedlichen Fachplaner (Interdisziplinäres Projektteam, siehe BNB 5.1.2), aber auch der Nutzer und der Öffent lichkeit unterstützt die zielorientierte Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzeptes, um durch eine qualitativ hochwertige Planung Ressourceninanspruchnahmen und Umweltbelastungen zu reduzieren und gleichzeitig Komfort und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Die Projektleitung kann durch die Bauverwaltung selbst erfolgen oder im Bedarfsfall an externe Anbieter verge ben werden.
9 Vgl. EEWärmeG (2015)
66 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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Komplexität der Planung 2.4.1 Energie- und Messkonzept Die Planung eines nachhaltigen Gebäudes erfordert Die Minimierung des Energiebedarfs wird durch die eine ganzheitliche Herangehensweise. Jede Planungs Erstellung, Fortschreibung und Umsetzung eines Ener entscheidung hat vielfältige Auswirkungen auf die giekonzeptes maßgeblich beeinflusst. Die Entwicklung einzelnen Aspekte der Nachhaltigkeit. Die Erstellung eines Mess und Monitoringkonzeptes und dessen von Konzepten unter Einbeziehung ökologischer, Umsetzung ist Grundlage für die Kontrolle und Opti ökonomischer, soziokultureller / funktionaler und tech mierung des Energiebedarfs in der Betriebsphase. Die nischer Gesichtspunkte dient der konsequenten, syste konzeptionellen Betrachtungen schließen dabei die matischen Berücksichtigung dieser Aspekte in der Planung der Energiebereitstellung sowie die Nutzung Gebäudeerstellung und bewirtschaftung. Die Optimie regenerativer Energien (siehe Anlage B4) explizit mit rung der Planung erfolgt im Wesentlichen durch Vari ein. Über den Lebenszyklus betrachtet ist der Primär antenvergleiche, Abwägungen von verschiedenen energiebedarf, aber insbe sondere auch der Endenergie Lösungsmöglichkeiten innerhalb des interdisziplinären bedarf des Gebäudes, zu minimieren (BNB 1.2.1). Hierbei Planungsteams sowie der Prüfung durch unabhängige gilt der passiven Energienutzung sowie den erneuer Dritte. baren Energien ein besonderes Augenmerk. Bereits in der Projektvorbereitung müssen durch die entsprechen de Definition des Gebäudetyps, der Gebäudeform sowie Übliche Konzepte sind unter anderem: dessen Lage die Voraussetzungen für einen möglichst geringen Primärenergiebedarf in der Nutzungsphase ■ Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) geschaffen werden. ■ Brandschutzkonzept ■ Schallschutzkonzept Energiekonzept ■ Energiekonzept Die Höhe des späteren Energieverbrauchs eines ■ Bewirtschaftungskonzept (Reinigung und Instand- Gebäudes an fossilen und regenerativen Energieträgern haltung) wird durch den architektonischen Entwurf, den Stand ■ Konzepte für bauliche Sonderlösungen ort sowie die geografische Ausrichtung maßgeblich beeinflusst. So hat dies beispielsweise Einfluss auf die Besondere Konzepte behandeln unter anderem passive Solarenergienutzung, den JahresHeizwärme folgende Themen: bedarf, den Kältebedarf, den Strombedarf für die Be leuchtung in Abhängigkeit des Fensterflächenanteils ■ Mess- und Monitoringkonzept oder eine gegebenenfalls erforderliche maschinelle ■ Tages- und Kunstlichtoptimierung Lüftung. ■ Umgang mit Betriebswasser ■ Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken Im Rahmen der Projektvorbereitung sind erste Fest aus Bauprodukten legungen zur energetischen Qualität des Gebäudes – ■ Ver- und Entsiegelung Gebäudehülle sowie Anlagentechnik (siehe Anlage B4) – ■ erweitertes Lüftungskonzept zu treffen, die in den späteren Ausführungsplanungen ■ akustischer Komfort verbindlich umgesetzt werden müssen. Die energetische ■ Umbaubarkeit und Rückbau Qualität der Gebäudehülle sowie der Anlagentechnik ■ Abfall und Recycling (Beleuchtung, Heizung, eventuell Warmwasser, raum ■ weitere Aspekte zur Ressourcenschonung lufttechnische Anlagen) muss so gewählt werden, dass ■ Vermeidung und Beherrschung von Projektrisiken mindestens die Anforderungen der aktuellen EnEV an ■ Abfallmanagement im Betrieb den Primärenergiebedarf erfüllt werden. ■ Barrierefreiheit ■ Farbkonzept
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BUNDESBAU Im Bereich des Bundesbaus gelten zudem Zusatzanforderungen, die durch einen gesonderten Externe Kosten Erlass geregelt werden. Die externen Kosten sind in einem ersten Näherungs- Hierzu ist die Ermittlung des End sowie Primärener schritt nur für die Umweltwirkung „Treibhauspotenzi- giebedarfs für die Nutzungsphase erforderlich. Zur al“ bezogen auf den Primärenergiebedarf des Gebäu- energetischen Planung können eigene oder externe des in der Nutzungsphase und dessen Monetarisierung Energiebeauftragte oder berater hinzugezogen wer für die möglichen Ausführungsvarianten zu ermitteln. den. Neben den energetischen Aspekten muss speziell Für die Berechnung der externen Kosten ist der End- bei der Wahl der Heizungssysteme auch die Begrenzung energiebedarf inklusive Vorketten nach Energieträgern, der lokalen Belastung der Umwelt durch Feinstaub den entsprechenden CO-Äquivalenten (beispiels weise 2 emissionen beachtet werden, da nicht jedes Heizungs nach ÖKOBAUDAT) sowie dem externen Kostenfaktor system gleichermaßen geeignet ist. für Treibhausgase gemäß der aktuellen Veröffentli- chungen des Umweltbundesamtes zu ermitteln. Die Berücksichtigung der grauen Energie des Gebäudes und der Anlagentechnik erfolgt im Rahmen der öko BUNDESBAU Im Bundesbau wird entsprechend Anlage bilanziellen Berechnungen im BNB und ist hier nicht B4 derzeit mit 80 Euro pro Tonne CO gerechnet. 2 Gegenstand der Betrachtungen.
Zur Erreichung der klimapolitischen Ziele der Bundes Die externen Kosten sind entsprechend der unten regierung soll die wirtschaftliche Nutzung von erneuer stehenden Berechnungsschritte (Tabelle B1) absolut baren Energien über die Anforderungen des EEWärmeG und bezogen auf die für die Kostenermittlung verwen hinausgehen. Unter Berücksichtigung der geografischen deten Bezugsflächen zu berechnen (siehe auch Online Ausrichtung beziehungsweise der Neigung von Gebäu Publikation 17/201010 des Bundesbauministeriums). deaußenflächen ist eine gegebenenfalls beabsichtigte solare Energienutzung zu prüfen und dazu eine Ertrags abschätzung durchzuführen. Alternativ zur solaren ERMITTLUNG DER EXTERNEN KOSTEN TABELLE B1 Energienutzung finden darüber hinaus kleine lokale Windkraftanlagen und abwassergeführte Wärmerück Berechnungsschritte gewinnungsanlagen erstmalig ihren Einsatz. Städte CO 2 -Äquivalent = ∑ (EndE Nutzung * CO 2 -Äquivalenzfaktor) i bauliche Aspekte und bestehende Auflagen sind früh [t] zeitig in die Betrachtungen zu integrieren. Externe Kosten = CO 2 -Äquivalent * EX-CO 2 [Euro] Die getroffenen Festlegungen sind bei der Kostener EndE Endenergiebedarf nach Energieträgern mittlung angemessen zu berücksichtigen. Sollte sich i 1 bis n n Anzahl der Energieträger die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme bei der Lebens EX-CO Externer Kostenfaktor in [Euro/t] zykluskostenermittlung im Variantenvergleich nicht 2 darstellen lassen, ist die Einbeziehung externer Kosten Quelle: BBSR ein probates Hilfsmittel.
Im Rahmen der Kostengegenüberstellung der unter schiedlichen Varianten können die berechneten exter nen Kosten summarisch in die Betrachtung einbezogen werden. Die Anforderungen an die energetische Quali tät des Gebäudes sind dem „Energetischen Pflichten heft (Muster)“ (siehe Anlage B4) zu entnehmen. Mit
10 BMVBS (2010)
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fortschreitender Planungstiefe (Ausführungsplanung) 2.4.2 Betriebswasserkonzept sollten die genannten Kostenberechnungen bis zur Ent Ziel eines Trinkwasser und Schmutzwasserkonzeptes scheidungsfindung detailliert fortgeschrieben werden. im Sinne des Umgangs mit Betriebswasser ist einerseits der möglichst schonende Umgang mit der Ressource Mess- und Monitoringkonzept Wasser (Trinkwasser) und andererseits der schonende Im Mess und Monitoringkonzept ist ein Monitoring Eingriff am lokalen Standort (beispielsweise temporäre der energetischen Ressourcenverbräuche und der Grundwassersenkung). Darüber hinaus kann beim Betriebskosten während der Nutzungsphase einzu Medium Wasser die energetische Komponente betrach planen. Bereits in der Planungsphase müssen die Vor tet werden (zum Beispiel Wärmerückgewinnung und aussetzungen für ein effizientes Gebäudemanagement Verdunstungskälte). geschaffen werden. Hierzu ist im Rahmen der Bedarfs planung eine Zusammenarbeit der Planungsbeteiligten Mit dem Trinkwasser und Schmutzwasserkonzept Nutzer / Maßnahmenträger (Eigentümer / Betreiber) / sind Lösungsvorschläge zu erarbeiten, den Trinkwasser Bauverwaltung / Planer erforderlich. Notwendige Mess verbrauch durch geeignete Maßnahmen zu verringern, vorrichtungen sind zu planen und in der Kostenermitt den Aufwand für die Bereitstellung von Trinkwasser lung zu berücksichtigen (siehe „Energetisches Pflich sowie die Schmutzwasseraufbereitung zu reduzieren tenheft (Muster)“ Anlage B4). und damit eine Störung des natürlichen Wasserkreis laufs weitgehend zu vermeiden. In der Planung werden Die Kontinuität der fachlichen Begleitung über den Voraussetzungen geschaffen, die den Wassergebrauch gesamten Lebenszyklus soll durch entsprechende orga unabhängig vom Nutzerverhalten beeinflussen. Diese nisatorische Maßnahmen gewährleistet werden. Durch können unter Berücksichtigung festgelegter Annahmen eine dauerhafte softwaregestützte Bestands und Ver zum Nutzerverhalten sowie des geplanten Umgangs brauchsdatenpflege (EMIS / PLAKODA) werden Gebäude mit Betriebswasser geprüft und bewertet werden und Liegenschaften systematisch erfasst und können (BNB 1.2.3). darüber hinaus miteinander in Bezug gesetzt werden. Ziel ist es, langfristig die Gebäudeeigenschaften zu Zum Schutz der natürlichen Ressource Wasser kann verbessern, das heißt in der Regel Kosten zu senken, der über den persönlichen Konsum der Nutzer hinaus Ressourcen und Umwelt zu schonen sowie den Komfort gehende Trinkwasserbedarf in Verwaltungsgebäuden zu erhalten oder zu steigern. beispielsweise durch eine Betriebswassernutzung (in klusive Regenwasser) in Abhängigkeit der erforderlichen Wasserqualität teilweise bis vollständig substituiert oder durch wassereinsparende Sanitärtechniken mög lichst deutlich reduziert werden.
Abwasser (Schmutzwasser) Für abwassertechnische Anlagen ist ein liegenschafts bezogenes Abwasserentsorgungskonzept (LAK) auf zustellen, auf dessen Grundlage die erforderlichen Bau maßnahmen festgelegt werden. Hierbei wird für die gesamte Liegenschaft – auch unter Berücksichtigung künftiger struktureller Veränderungen – ein entwässe rungstechnisches Gesamtkonzept entwickelt. In diesem Zusammenhang wird auf die Baufachlichen Richtlinien Umsetzung des Monitoringkonzeptes durch entsprechend Abwasser11 hingewiesen, die grundsätzliche, fachtech differenzierte Datenerfassung nische und verfahrenstechnische Regelungen für die
11 Vgl. BMI (2018 a)
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Planung, Ausführung, Bewirtschaftung und Dokumen Anforderungen zu beachten. Da die technischen Maß tation von abwassertechnischen Anlagen des Bundes nahmen zur Nutzung von Regenwasser in der Regel als enthalten. aufwendig und damit kostenintensiv zu bewerten sind, ist ihre jeweilige Wirtschaftlichkeit maßnahmenbezo BUNDESBAU Die Sanierungskonzeption des LAK (Teil B) gen zu prüfen. bildet für den Bundesbau die Grundlage für die im Be darfsfall zu erstellenden Haushaltsunterlagen. Grauwasser Das Wasser, das beim Händewaschen oder Duschen Die energetische Nutzung des Abwassers stellt derzeit anfällt, ist in der Regel nur sehr gering verschmutzt, so noch eine Spezialdisziplin dar. Insofern eine Warm dass es sich in aufbereiteter Form beispielsweise zur wasserbereitstellung im Gebäude geplant ist, sollte das Bewässerung im Freianlagenbereich wiederverwenden Konzept im Hinblick auf eine thermische Nutzung lässt. Zur Umsetzung dieses Verfahrens sind ein separa (beispielsweise durch Wärmetauscher) erweitert werden. tes Entwässerungssystem sowie die technischen Kom Darüber hinaus werden erste Schritte unternommen, ponenten zur Speicherung und Aufbereitung vorzuse die kinetische Energie des Abwassers ebenfalls nutzbar hen. Die Wirtschaftlichkeit muss maßnahmenbezogen zu machen. geprüft werden.
Niederschlagswasser Das Betriebswasserkonzept sollte in seiner Betrach Als Alternative zum herkömmlichen Ableitungsprinzip tungstiefe neben den möglichen denkbaren Lösungs über die Kanalisation setzt sich zunehmend die natur ansätzen auch die Lebenszykluskosten gemäß BNB nahe Regenwasserbewirtschaftung durch, da sie viele berücksichtigen, da die Wahl von dezentralen Ver und wasserwirtschaftliche und betriebliche Vorteile vereint. Entsorgungsanlagen maßgeblich durch den Unterhalt Mit den wesentlichen Verfahren zur Versickerung, der Anlagen bestimmt wird. Demgegenüber sind die Rückhaltung, Reinigung und auch möglichen Nutzung anfallenden Kosten kommunaler Ver und Entsorger des Niederschlagswassers rückt der Gedanke der Be sehr früh gut kalkulierbar. wirtschaftung der Ressource Wasser gegenüber deren Beseitigung deutlich in den Vordergrund. 2.4.3 Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit Folgende positiven Effekte sind zu nennen: Grundsätzlich ist der Gebäudeentwurf so zu konzipie ren, dass die gewählten Bau und Anlagenteile während ■ Durch Versickerungs und Retentionsmaßnahmen der Bewirtschaftungsphase möglichst geringen Reini wird eine hydraulische Entlastung der Kanäle und gungs und Instandhaltungsaufwand verursachen natürlichen Vorfluter bewirkt, sodass Hochwasser (BNB 4.1.3). Im Hinblick auf einen geringen Reini spitzen gedämpft werden können. gungsaufwand sind glatte Oberflächen und weitgehend ■ Die Versickerung über die belebte Bodenzone einheitliche Materialien (gleiche Reinigungsverfahren) gewährleistet eine effektive Reinigung des mit zu bevorzugen. Bei der Verwendung von Glasbauteilen Schmutzpartikeln behafteten Oberflächenwassers. entsteht je nach Einbausituation ein hoher Reinigungs ■ Der Aufwand zur Unterhaltung der Abwasseran aufwand, zudem muss auf die Möglichkeit zur beidseiti lagen reduziert sich. gen Reinigung der Flächen beziehungsweise der Begeh ■ Der Grundwasserspeicher wird dauerhaft angerei barkeit von größeren Zwischenräumen geachtet werden. chert. In Abhängigkeit der Gebäudegröße und dessen groß Darüber hinaus kann auch eine Nutzung des Regen flächigen Reinigungsbereichen sind maschinelle Reini wassers Bestandteil einer Abwasserkonzeption sein. In gungsprozesse zu prüfen und zu ermöglichen. Unzu diesem Fall wird das Niederschlagswasser in Zisternen gängliche Ecken, Nischen, Zwischenräume, Säulen in zwischengespeichert und kann beispielsweise für Be Fluren und Räumen sowie Konstruktionen, die den wässerungszwecke oder in separaten Leitungssystemen Einsatz von aufwendigen Hebefahrzeugen erfordern, zur Toilettenspülung verwendet werden. Bei den zwei sollen vermieden werden. Zudem sind bei der Wahl letztgenannten Nutzungen sind spezielle hygienische
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Darüber hinaus sollte das Konzept Hinweise zur Ver meidung von Risiken für die Gesundheit aus Baupro dukten enthalten. Die Auswahl emissionsarmer, innen raumrelevanter Bauprodukte ist Voraussetzung, um die Anforderungswerte der im Kriteriensteckbrief „Innenraumlufthygiene“ (BNB 3.1.3) nach Fertigstellung des Bauwerks geforderten Raumluftmessung zu erfüllen. Relevant sind hierbei flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Formaldehyd sowohl in oberflächennahen Belägen und Beschichtungen als auch in darunterlie genden Grundierungen, Voranstrichen, Spachtelmassen und Klebern in Aufenthaltsräumen.
2.4.5 Erweitertes Lüftungskonzept Das erweiterte Lüftungskonzept hat das primäre Ziel, den Anstieg der COKonzentration in der Innen 2 raumluft, die durch die Nutzer entsteht, auf maximal Überprüfung von Lüftungskonzepten durch CO-Messungen 1000 ppm zu begrenzen. Der hierfür erforderliche be 2 ziehungsweise angestrebte Luftaustausch in Räumen kann durch die freie Lüftung und / oder mit Hilfe raum einzelner Bauelemente und technischer Anlagen der lufttechnischer Anlagen erfolgen. Beide Fälle können Instandhaltungsaufwand und die Instandhaltungs Auswirkungen auf die Raumluftqualität (siehe BNB 3.1.3) freundlichkeit zu berücksichtigen. Technische Anlagen und auf die thermische Behaglichkeit (siehe BNB 3.1.1) sollen möglichst einfach, sicher und ohne Gefahr einer sowie auf den Energiebedarf des Gebäudes haben. Fehlbedienung zu warten und zu bedienen sein. Deshalb sollte das Lüftungskonzept neben der Sicher stellung des erforderlichen Luftwechsels – unter Be 2.4.4 Konzept zur Vermeidung von Umwelt- rücksichtigung der Abmessungen und Belegraten der und Gesundheitsrisiken aus Bauprodukten Aufenthaltsräume sowie der entsprechenden Nutzungs Bei der Verwendung von Bauprodukten ist unter ande zeiten – idealerweise auch Hinweise zu weiteren raum rem auf die Vermeidung von Schadstoffen zu achten, klimatischen Bedingungen enthalten. Dies gilt unab die ein Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellen hängig von der gewählten Lüftungsart. können. Dies bezieht sich auf die Verarbeitung auf der Baustelle und auf die Nutzungsphase des Bauwerks. Im weiteren Planungsablauf enthält das Konzept kon krete Lösungsansätze. Bei der freien Lüftung tragen Dieses Ziel wird durch das Aufstellen eines Konzeptes beispielsweise Hinweise zu den erforderlichen zu öff unterstützt, das Hinweise auf potentielle Umwelt und nenden Fensterflächen unter Berücksichtigung der tat Gesundheitsrisiken bei Bauprodukten enthält und das sächlichen beziehungsweise realistischen Lüftungszeiten in der frühen Planungsphase als Grundlage für die wei und zyklen zur Sicherstellung des erforderlichen Luft tere Planung der Ausführung und Ausschreibung dient. wechsels bei. Bei der mechanischen Lüftung vermeiden Idealerweise enthält das Konzept Empfehlungen zur Hygiene anforderungen an die gewählte Anlage eine Vermeidung potenzieller Schadstoffe gemäß Kriterien erhöhte mikrobiologische Belastung der Raumluft. Bei steckbrief „Risiken für die lokale Umwelt“ (BNB 1.1.6) Kombinationen aus beiden Lüftungsarten sind alle und bezieht alle Bauproduktgruppen ein, die einen Aspekte der jeweiligen Lüftungsart zutreffend. direkten oder indirekten Kontakt zu Boden, Grundwas ser und Luft (Verarbeitung auf der Baustelle) haben.
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Weiterhin kann das Konzept Maßnahmen enthalten, 2.4.8 Konzept zur Zugänglichkeit und zum die im Einzelfall auftretenden Spitzenbelastungen ent Aufenthalt im Außenbereich gegenwirken, wie die Installation von sensorgesteuer Eine Grundlage für die räumliche Strukturierung in ten Lüftungsampeln (COAmpeln) bei Fenster oder der Entwurfsplanung ist die Festlegung der öffentlichen 2 Hybridlüftung oder das Anbringen von Hygrometern Zugänglichkeit (BNB 3.2.4) des Gebäudeinneren und und Thermometern zur Messung und Visualisierung der zugehörigen Außenanlage mit folgenden Überle der Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Raum. gungen:
2.4.6 Konzept für den akustischen Komfort ■ generelle oder teilweise öffentliche Zugänglichkeit, Die konzeptionelle Planung des akustischen Komforts sofern dies aus sicherheitstechnischen Gründen beginnt mit der Identifizierung der relevanten Raum nicht eingeschränkt ist gruppen und der Festlegung der entsprechenden ■ Öffnung der Außenanlagen und gebäudeinterner Nachhallzeiten. Hierbei werden alle entscheidenden Einrichtungen wie Bibliotheken oder Cafeterien Einflussgrößen wie Arbeitsprozesse, Kommunikations für die Öffentlichkeit arten, Anordnung der Räume, Raumgrößen, proportio ■ Schaffung von Möglichkeiten zur Anmietung von nen oder ausstattung berücksichtigt. Räumlichkeiten innerhalb des Gebäudes durch Dritte
2.4.7 Konzept zur Barrierefreiheit In direktem Zusammenhang mit der öffentlichen Das Konzept zur Barrierefreiheit erfolgt in enger Ab Zugänglichkeit sind auch die Aufenthaltsqualitäten stimmung mit dem Nutzer und umfasst sowohl die (BNB 3.1.7) zu berücksichtigen. Die Qualitäten im Innen öffentlich zugänglichen als auch die als Arbeitsstätten und Außenbereich sollten nicht nur den Gebäudenut ausgewiesenen Bereiche. Dabei werden unterschied zern dienen, sondern bestenfalls auch der Öffentlichkeit liche Aspekte aufeinander aufbauend betrachtet: zur Verfügung stehen.
■ Die Barrierefreiheit der öffentlich zugänglichen 2.4.9 Abfall und Recyclingkonzept Bereiche wird sowohl für den Außenraum als auch Ein Gebäude unterliegt nicht nur bei seinem Rückbau für das Gebäudeinnere als Mindestanforderung den Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorausgesetzt. (KrWG)12. Vielmehr sind in allen Phasen seines Lebens ■ Ergänzend dienen die Empfehlungen des Leitfadens zyklus folgende Aspekte zu berücksichtigen: Barrierefreies Bauen (LFBB) des Bundesbauministe riums in verschiedenen Stufen (Bedarfsplanung, ■ Schonung der natürlichen Ressourcen Konzepterstellung, Realisierungsnachweis der im ■ Vermeidung von Abfällen Konzept festgelegten Einzelanforderungen). Gemäß ■ ordnungsgemäße und schadlose Verwertung LFBB sind sämtliche Belange des barrierefreien unvermeidbarer Abfälle Bauens für unterschiedliche Behinderungsarten und ■ gemeinwohlverträgliche Beseitigung nicht grade unter Berücksichtigung des Prinzips „design verwertbarer Abfälle for all“ hinsichtlich der verschiedenen Handlungs felder projektspezifisch zu prüfen und entsprechen Die Baufachlichen Richtlinien Recycling13 des Bundes de Anforderungen festzulegen. beschreiben die in der Planung und Ausführung not ■ Darüber hinaus sollten zusätzliche konkrete Anfor wendigen Maßnahmen für den Umgang mit Recycling derungen an die Zugänglichkeit der als Arbeitsstätten Baustoffen sowie Bau und Abbruchabfällen. Darüber ausgewiesenen Bereiche wie beispielsweise der An hinaus wird die stoffliche Verwertung von Abfällen teil der barrierefreien Flächen und das Vorhanden näher beschrieben. Durch die Einsparung von Depo sein von barrierefreien Toilettenräumen berücksich nieraum, Rohstoffen und Produktionsenergie trägt sie tigt werden.
BUNDESBAU Der LFBB ist für Bundesbauvorhaben 12 Vgl. KrwG (2013) verpflichtend umzusetzen. 13 Vgl. BMI (2018 b), abrufbar auch unter: www.arbeitshilfen-recycling.de
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Preisträger-Entwurf: Anderhalten Architekten, Neubau Umwelt bundesamt Dessau unter Berücksichtigung von BNB-Gold-Anforderungen im Planungswettbewerb 2�5 Planungswettbewerb Die Durchführung von Planungswettbewerben nach RPW 2013 (Richtlinie für Planungswettbewerbe) mit zur Umsetzung der nachhaltigen Planungsgrundsätze unabhängiger Beratung durch ein fachkundiges Preis über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes bei. gericht bietet eine geeignete Möglichkeit, um die archi Folgende gebäudebezogenen ressourcenschonenden tektonische Qualität eines Entwurfs sowie dessen Aspekte sind hinsichtlich ihrer Umsetzungsfähigkeit zu Einbindung in die städtebaulichen Gegebenheiten zu überprüfen: beurteilen (BNB 3.3.1). Zielstellungen und Anforderun gen des nachhaltigen Bauens müssen auch im Rahmen ■ Wiederverwendung von Bauteilen beziehungsweise üblicher Wettbewerbe phasengerecht Wirksamkeit Einbauten erfahren. Bei der Auslobung von Planungswettbewer ■ Prüfung der Verwendung von recycelten Baustoffen ben14 müssen Nachhaltigkeitsaspekte in sämtliche ■ Prüfung der Verwendung von recyclingfähigen Wettbewerbsphasen – von der Vorbereitung bis zum Baustoffen / Bauteilen Abschluss – adressiert werden. Wesentliche Anforderun ■ Bevorzugung abfallarmer Konstruktionen durch gen bezüglich des nachhaltigen Bauens – in Anlehnung die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus an diesen Leitfaden beziehungsweise an die Kriterien ■ Abfallvermeidung bei der Bauausführung des Bewertungssystems – müssen in der Aufgabenbe schreibung formuliert und deren nachweisliche Erfül Im Rahmen der Projektvorbereitung sind folgende lung im Wettbewerbsbeitrag eingefordert werden. Um projektspezifischen Fragestellungen im Hinblick auf flexibel auf die jeweiligen Wettbewerbsaufgaben und Rückbau, Trennung und Verwertung zu stellen und in ziele reagieren zu können, wurden spezifische Vorge einer ersten konzeptionellen Studie zu beantworten: hensweisen entwickelt. Die Informationsbroschüre Systematik für Nachhaltigkeitsanforderungen in Pla ■ Handelt es sich bei dem zu errichtenden Gebäude nungswettbewerben (SNAP) stellt Umsetzungsempfeh um ein temporär genutztes Gebäude und wie lange lungen bereit, die jedoch nicht alle denkbaren Verfahren ist die geplante Nutzungsdauer? berücksichtigen können und daher auf die jeweilige ■ Soll das Gebäude rückbau und wiederaufbaufähig Aufgaben stellung anzupassen beziehungsweise zu er sein? gänzen sind. Der Umfang der Nachhaltigkeitsintegration ■ Impliziert die Nutzungsart eine regelmäßige Um sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Bau nutzung im Gebäude, die Umbaumaßnahmen wäh und Wettbewerbssumme stehen. Darüber hinaus wird rend des Betriebs verursacht? empfohlen, in die Wettbewerbsverfahren mindestens ■ Bestehen Regelungen, Verordnungen oder Erlasse, einen Fachpreisrichter einzubeziehen, der auch den die den Einsatz von Recyclingmaterialien einfordern? Bereich Nachhaltigkeit mit den Schwerpunkten Betrieb, ■ Resultieren aus den Anforderungen Formulierungen Energie, Ökologie fachkompetent vertritt. zu den zu erzielenden Recyclingquoten? ■ Resultieren aus den Anforderungen erhöhte Ziel anforderungen in der Zielvereinbarungstabelle? (BNB 4.1.4 Rückbau, Trennung, Verwertung) ■ Sind besondere Planungsüberlegungen im Hinblick auf Ressourcenschonung und Abfallvermeidung in anstehenden Planungswettbewerben zu erörtern? 14 Vgl. BMVBS (2013 a)
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3. Entwurfs und Genehmigungsplanung
B 3 In der Entwurfs und Genehmigungsplanung werden In der EWBau müssen nach RBBau, Abschnitt F 215, die quantitativen und qualitativen Anforderungen unter anderem die nachfolgend beschriebenen Ent aus der Bedarfsplanung in einen konkreten Gebäude wurfsunterlagen enthalten sein: entwurf – in der Regel im Maßstab 1:100 – umgesetzt. In dieser Planungsphase besteht die größte Einfluss ■ Pläne (wie Übersichtsplan, Katasterplan, Lageplan, möglichkeit auf die spätere Kostenentwicklung der Entwurfs und Genehmigungspläne) Baumaßnahme. Bestehende Konzepte müssen fortge ■ Erläuterungsbericht schrieben beziehungsweise neue Konzepte entwickelt ■ Nachweise (Tragwerksplanung, Brandschutz, werden. Dabei sind Vorzugslösungen abzuleiten, wie EnEV, Schallschutz) die Aspekte des nachhaltigen Bauens in die Entwurfs ■ Kostenberechnung planung integriert und die speziellen Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Baumaßnahme aus der Be 3�1� Fortschreibung Nachhaltigkeitsbericht darfsplanung umgesetzt werden können. Finden die Zur Überprüfung und weiterführenden Abschätzung Aspekte des nachhaltigen Bauens in dieser Phase keine der Umsetzung der einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte oder eine ungenügende Berücksichtigung in der Ent in der Planungsphase ist der Bericht zur Bewertung wurfsplanung, können sie später nur noch mit enor der Nachhaltigkeit (siehe Anlage B5) auf Basis des vor mem zusätzlichem – und damit Kosten produzieren liegenden Gebäudeentwurfs fortzuschreiben. dem – Aufwand in die weitere Planung aufgenommen werden. Einige Nachhaltigkeitsaspekte (beispielsweise Kriteri um 3.3.1) sind bereits mit der Projektvorbereitung BUNDESBAU Die geltenden Richtlinien für die Durch berücksichtigt worden und nach dem BNBSystem final führung von Bauaufgaben des Bundes sehen vor, dass, bewertbar, eine Vielzahl der Anforderungen werden nachdem die ESBau durch die Oberste Technische allerdings in der Regel erst in den folgenden Planungs Instanz genehmigt und vom BMF haushaltsrechtlich phasen relevant. Als Orientierungshilfe dient in der anerkannt wurde, eine Entwurfsunterlage – Bau (EWBau) Phase der Entwurfs und Genehmigungsplanung die gemäß RBBau Abschnitt E durch die Bauverwaltung BNBBewertungstabelle der Anlage B2.3 (siehe neben aufgestellt wird. Die EWBau adressiert weitestgehend stehenden Anlagenauszug) für den Nachweis der die Leistungsphasen 2 (Vorplanung), 3 (Entwurfspla Berücksichtigung der Nachhaltigkeits aspekte bezie nung) und 4 (Genehmigungsplanung) nach HOAI und hungsweise die Bewertung der Nachhaltigkeit. Diese dient der Aufstellung einer abgeschlossenen Entwurfs ist projektspezifisch zu entwickeln und in Einzelfällen und Genehmigungsplanung. Soweit erforderlich, hinsichtlich Nachweisform und tiefe anzupassen. können auch bereits Teile der Ausführungsplanung in Die einzelnen Nachhaltigkeitsqualitäten des Gebäude die EWBau einfließen. Bei der Aufstellung der EWBau entwurfs sind anhand der Bewertungskriterien in der sind die materiellen Festlegungen der ESBau bindend. BNBBewertungstabelle möglichst quantitativ abzu Die ESBau bildet weiterhin den Kostenrahmen. Stellt bilden, um eine Gesamtübersicht der adressierten Ge die Bauverwaltung fest, dass der Kostenrahmen der samtqualität zu erhalten. Diese tabellarische Planungs ESBau mit der EWBau eingehalten wird, kann diese unterlage ist mit einem Bericht zu ergänzen, um den mit der Ausführungsplanung beginnen. Projektbeteiligten die Hintergründe und Annahmen zu erläutern.
15 Vgl. BMUB (2016)
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| EW-BAU Kriterien- Bezeichnung Pflichtnachweis Standardgebäude vitatilauq vitatitnauq ergänzende Nachweise bei besonderen vitatilauq vitatitnauq gruppe Gebäuden (Auswahl in Abhängigkeit der Besonderheiten des Gebäudes) ÖKOLOGISCHE QUALITÄT 1.1.1 Treibhauspotenzial (GWP) Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.1 × 1.1.2 Ozonschichtabbaupotenzial Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.2 × Wirkungen (ODP) auf die 1.1.3 Ozonbildungspotenzial (POCP) Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.3 × globale und lokale 1.1.4 Versauerungspotenzial (AP) Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.4 × Umwelt 1.1.5 Überdüngungspotenzial (EP) Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.5 × 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt Nachweis des Kriteriums gem. BNB 1.1.6 × 1.2.1 Primärenergiebedarf Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.2.1 × Ressourcen- 1.2.3 Trinkwasserbedarf und Abschätzung des Wassergebrauchs- Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.2.3 inanspruch- Abwasseraufkommen kennwertes anhand Trinkwasserbedarf × × nahme und Abwasseraufkommen 1.2.4 Flächeninanspruchnahme Nachweis des Kriteriums gemäß BNB 1.2.4 × ÖKONOMISCHE QUALITÄT Lebens- 2.1.1 Gebäudebezogene Kosten Abschätzung der gebäudebezogenen Kosten × Berechnung der gebäudebezogenen × zykluskosten im Lebenszyklus im Lebenszyklus für KG 300, 400 und 500 Kosten im Lebenszyklus gem. 2.1.1 Wirtschaft- 2.2.1 Flächeneffizienz Nachweis des Kriteriums gemäß BNB 2.2.1 × lichkeit und Wert- 2.2.2 Anpassungsfähigkeit Detaillierte Bewertung über veschiedene stabilitiät Anforderungsniveaus (Gebäudegeometrie, × Grundriss, Konstruktion, Technische Ausrüstung) gemäß BNB 2.2.2 SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT 3.1.1 Thermischer Komfort Bewertung der im Steckbrief genannten × Berechnung des Kriteriums gem. BNB 3.1.1 × Anforderungen 3.1.3 Innenraumlufthygiene Bewertung des Material- und Innenraum- Bewertung des Material- und Innenraum- hygienekonzeptes × hygienekonzeptes anhand von Bemusterung × und Prüfzertifikaten Gesundheit, 3.1.4 Akustischer Komfort Bewertung der im Steckbrief genannten × | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EW-BAU | ||||||||
| Kriterien- gruppe | Bezeichnung | Pflichtnachweis Standardgebäude | vitatilauq | vitatitnauq | ergänzende Nachweise bei besonderen Gebäuden (Auswahl in Abhängigkeit der Besonderheiten des Gebäudes) | vitatilauq | vitatitnauq | |
| ÖKOLOGISCHE QUALITÄT | ||||||||
| Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt | 1.1.1 | Treibhauspotenzial (GWP) | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.1 | × | ||||
| 1.1.2 | Ozonschichtabbaupotenzial (ODP) | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.2 | × | |||||
| 1.1.3 | Ozonbildungspotenzial (POCP) | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.3 | × | |||||
| 1.1.4 | Versauerungspotenzial (AP) | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.4 | × | |||||
| 1.1.5 | Überdüngungspotenzial (EP) | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.1.5 | × | |||||
| 1.1.6 | Risiken für die lokale Umwelt | Nachweis des Kriteriums gem. BNB 1.1.6 | × | |||||
| Ressourcen- inanspruch- nahme | 1.2.1 | Primärenergiebedarf | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.2.1 | × | ||||
| 1.2.3 | Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | Abschätzung des Wassergebrauchs- kennwertes anhand Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | × | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 1.2.3 | × | |||
| 1.2.4 | Flächeninanspruchnahme | Nachweis des Kriteriums gemäß BNB 1.2.4 | × | |||||
| ÖKONOMISCHE QUALITÄT | ||||||||
| Lebens- zykluskosten | 2.1.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus | Abschätzung der gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus für KG 300, 400 und 500 | × | Berechnung der gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus gem. 2.1.1 | × | |||
| Wirtschaft- lichkeit und Wert- stabilitiät | 2.2.1 Flächeneffizienz | Nachweis des Kriteriums gemäß BNB 2.2.1 | × | |||||
| 2.2.2 Anpassungsfähigkeit | Detaillierte Bewertung über veschiedene Anforderungsniveaus (Gebäudegeometrie, Grundriss, Konstruktion, Technische Ausrüstung) gemäß BNB 2.2.2 | × | ||||||
| SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT | ||||||||
| 3.1.1 | Thermischer Komfort | Bewertung der im Steckbrief genannten Anforderungen | × | Berechnung des Kriteriums gem. BNB 3.1.1 | × | |||
| 3.1.3 | Innenraumlufthygiene | Bewertung des Material- und Innenraum- hygienekonzeptes | × | Bewertung des Material- und Innenraum- hygienekonzeptes anhand von Bemusterung und Prüfzertifikaten | × | |||
| Gesundheit, | 3.1.4 Akustischer Komfort | Bewertung der im Steckbrief genannten | × |
AGBueeshszuaugngldi chaheu-ist ,A nlage B2.3 „Nachweis-EmpfehlungeAnn ifno rddeerr uPnhgaesne der × EkWei-t Buanud “ (Neu3b.1a.u5, VVeisruseilolenr 2K0o1m5f)ort Bewertung der im Steckbrief genannten × Nutzerzu- Anforderungen friedenheit 3.1.6 Einflussnahmemöglichkeiten Bewertung der im Steckbrief g E en r a g n ä n n te z n end × werden Hinweise zu besonderen äußeren durch Nutzer Anforderungen Bedingungen aufgenommen, die Auswirkungen auf 3.1.7 Aufenthaltsqualitäten Nachweis des Kriteriums gem. BNB 3.1.7 × Bei besonderen iGnneebn /ä auudßeenn im Sinne dieses Leitfadens den Entwurf und somit auf die Herstellungs und Bau (siehe Kapit3e.1l .18, SSicehietreh e5it8) wird empfohlenBe, wfüerrtu dngie d e r im Steckbrief gnenuatnznutenn gsko×sten haben. Im Hinblick auf die im Erläute Anforderungen bereits in der Phase der Projektvorbereitung herausge rungsbericht anzugebenden Kostengruppen müssen 3.2.1 Barrierefreiheit Nachweis der im Steckbrief genannten × hobenen Kriterien gegebenenfalls weiteMrginedhesetanndfoerd erungen auch Angaben zur Konstruktion einschließlich Material B F e un tr k a ti c o- htung3.e2.n4 vZuogräznuglnichekhemit en, um das ENrraechicwheies nde sd Kerrit e riums gem.u BnNBd 3E.2i.g4ens × chaften enthalten sein. Die Kostengliederung nalität erhöhten An 3. f 2 o .5 rd M e o r b u ilit n ät g s e in n fra s s i tr c u h kt e u r r zustellen N . achweis des Kriteriums gem. i B n N d B e 3 r .2 . E 5, W Bau× (siehe DIN 276116) ist aufgrund des qualitativer und quantitativer Teil detaillierteren Planungsstandes entsprechend anzupas BUNDESBAU Für Bundesbaumaßnahmen ergänzt die sen. Die Baunutzungskosten sind nach DIN 18960 17 zu Fortschreibung des Berichts zur Nachhaltigkeit (Muster gliedern. Je detaillierter der Erläuterungsbericht erstellt bericht Anlage B5) den Erläuterungsbericht gemäß wird, desto genauer lässt sich die erste konkrete Bewer RBBau, der neben einer Entwurfsbeschreibung zusätz tung nach BNB durchführen. Im Rahmen der durch lich Angaben zu den Herstellungs und Baunutzungs geführten BNBProjekte liegt die Abweichung der Pro kosten sowie zu energiewirtschaftlichen Gebäudekenn gnose des Gesamterfüllungsgrades zum Zeitpunkt der daten beinhaltet. Die Entwurfsbeschreibung umfasst EWBauunterlage gegenüber der Endbewertung mit Angaben: Fertigstellung bei unter fünf Prozent vom Gesamterfül lungsgrad und zeigt somit den geringen Spielraum zu ■ zur Entwurfsidee, Entwurfsanforderung und zur Verbesserungen in den folgenden Projektphasen auf. äußeren Gestaltung ■ zur Gebäudetechnik und Installationsführung ■ zum energetischen Konzept ■ zur Veränderbarkeit und zu Erweiterungsmöglich keiten
16 DIN 276-1: 2008-12 17 DIN 18960: 2008-02
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B 3 3�2 Nachweise Bei technischer Gleichwertigkeit sollen Elektrogeräte vorgesehen werden, die sowohl im Normalbetrieb als 3.2.1 Technische Gebäudeausrüstung auch im Leerlauf möglichst wenig Strom verbrauchen. Zum Zeitpunkt der Entwurfs und Genehmigungspla Eine Orientierungshilfe für zeitgemäße Vorgaben zur nung sind weitere Festlegungen bezüglich der energe Energieverbrauchssenkung liefern beispielsweise die tischen Qualität des Gebäudes zu treffen, die sich aus Prüfkriterien des Umweltzeichens Blauer Engel und dem bereits in Kapitel 2.4.3 genannten Anforderungen des Energiesparzeichens der GED (Gemeinschaft Ener (siehe Anlage B4 „Energetisches Pflichtenheft (Muster)“) gielabel Deutschland). Eine weitere Maßnahme ist die ergeben. Die Weichen hierfür wurden bereits in der Nutzung von Strom aus erneuerbarer Energie. Insbe Projektvorbereitung gestellt, sodass im Rahmen der sondere müssen die Aufklärung des Nutzers zum Zeit Entwurfs und Genehmigungsplanung detaillierter auf punkt der Bedarfsplanung hinsichtlich der Auslegung die Anforderungen und Nachweise eingegangen werden der Betriebszeiten und Arbeitsplatzgestaltung sowie kann. Zur Umsetzung eines vorbildlichen und zukunfts Nutzerschulungen bezüglich eines energiesparenden fähigen Konzeptes muss dabei ein wesentliches Ziel Verhaltens im Fokus stehen. sein, den Primärenergiebedarf – aber insbesondere auch den Endenergiebedarf – des geplanten Gebäudes zu Einflussnahme des Nutzers reduzieren. Bei der Planung der technischen Voraussetzung für ein behagliches Raumklima sind immer auch gleich Mit der Entwurfs und Genehmigungsplanung müssen zeitig die Einflussnahmemöglichkeiten des Nutzers die Nachweise nach jeweils geltender EnEV vorliegen. (BNB 3.1.6) hinsichtlich der Bedienung und Regelbarkeit Die darin genannten Anforderungen sind nach den von Lüftung, Sonnenschutz, Blendschutz, Raumtem Festlegungen der Projektvorbereitung sowie nach Maß peratur sowie Tages und Kunstlicht zu berücksichtigen, gabe des abgestimmten Energetischen Pflichtenheftes soweit dies mit den Maßnahmen einer zentralen Be (Muster) zu unterschreiten. Bezüglich des Energiebe triebssteuerung der technischen Anlagen möglich ist. darfs für die Warmwasserbereitstellung, des Bedarfs an Nutzerbefragungen haben aufgezeigt, dass die Zufrieden elektrischer Energie und des Kältebedarfs sind ebenfalls heit des Nutzers und damit indirekt dessen Leistungs die im Energetischen Pflichtenheft (Muster) formulier fähigkeit in engem Zusammenhang mit den umge ten Anforderungen maßgebend. setzten Behaglichkeitsqualitäten am Arbeitsplatz und dessen Einflussnahmemöglichkeit steht. Während der Wärmeenergieverbrauch in Gebäuden stetig sinkt, nimmt der Verbrauch elektrischer Energie Sicherheit begründet in der Anzahl elektrischer Verbraucher und Ein weiterer wichtiger Aspekt der technischen Ausrüs benötigter elektrischer Hilfsenergie signifikant zu. Damit tung sind Einrichtungen, die das subjektive Sicher auch bei der Stromversorgung eine Reduzierung der heitsgefühl der Nutzer erhöhen. Hierzu zählen unter COEmissionen und damit ein Beitrag zur Umsetzung anderem zusätzliche Sicherheitstechnik beziehungs 2 der Klimaschutzziele erreicht wird, muss eine drastische weise dienstleistungen, Präsenz von Ansprechpartnern Reduzierung des Elektroenergiebedarfs realisiert werden, außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeiten sowie Aus beispielsweise durch Einsatz effizienter Technik wie: leuchtung des Gebäudes und der Liegenschaft.
■ tageslicht und präsenzgesteuerter Beleuchtungs technik sowie angepasster Beleuchtungsstärken ■ effizienter Antriebe ■ hocheffizienter Aufzugstechnik ■ hocheffizienter ITTechnik bei Erstanschaffung und Ersatz
aber auch durch den Einsatz von Kontrollsystemen zur Überprüfung der Funktionstüchtigkeit von elektri schen Verbrauchern.
76 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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3.2.2 Wärme- und Tauwasserschutz hinaus sollte die Konstruktion auf die bauphysikalischen B 3 Beim baulichen winterlichen Wärmeschutz sollen die Randbedingungen wie notwendige Wärmespeicher gültigen Anforderungen der Energieeinsparverordnung fähigkeit, akustisches Dämpfungsverhalten oder Brand zu den Wärmedurchgangskoeffizienten weiterhin verhalten reagieren. Die Ergänzung, Umsetzung oder übererfüllt werden. Ziel ist es, den Wärmebedarf für der Rückbau nichttragender, räumlich trennender die Raumkonditionierung von Gebäuden – bei gleich Elemente sollte beispielsweise mit geringem Aufwand zeitiger Sicherstellung einer hohen thermischen erfolgen können, sodass bei etwaigen Umbaumaßnah Behaglichkeit und der Vermeidung von Bauschäden – men der Gebäudebetrieb möglichst uneingeschränkt zu senken. Darüber hinaus wird die wärme und fortgeführt werden kann. feuchteschutztechnische Qualität der Gebäudehülle (BNB 4.1.2) durch Anforderungen an folgende Eigen Die Mindestanforderungen an das vorzuweisende schaften berücksichtigt: Brandschutzkonzept ergeben sich je nach Art des Ge bäudes aus den jeweils gültigen Landesbauordnungen. ■ bauteilbezogener mittlerer Wärmedurchgangs Eine weitere Hilfestellung bietet hier der Brandschutz koeffizient U [W/(m2·K)] leitfaden des Bundes18. Die Planung eines über die ■ Wärmebrückenzuschlag ΔUWB [W/(m2·K)] gesetzlichen Vorgaben hinausgehenden Brandschutzes ■ Klasse der Luftdurchlässigkeit (Fugendurchlässigkeit) kann sich beispielsweise aus individuellen Nutzungs ■ Tauwassermenge innerhalb der Konstruktion m anforderungen an einzelne Räume, Bauteile beziehungs [kg/m2] weise Bauabschnitte (erhöhter Objektschutz) ableiten, ■ Luftwechsel n50 [h1] und gegebenenfalls q50 [m/h] da die Mindestanforderungen an den Brandschutz in ■ Sonneneintragskennwert S [] der Regel das sichere Verlassen eines Gebäudes im Fokus haben. Neben dem Schutzgut Mensch können Schutz Bezüglich der Festlegung des mittleren Wärmedurch güter wie gelagerte Dokumente, Datenträger oder gangskoeffizienten U wird auf die im „Energetischen Ausstattungselemente zu erweiterten Brandschutzkon Pflichtenheft (Muster)“ festgelegten Anforderungen zepten führen. Diese sind im ökonomischen und öko hinsichtlich der energetischen Qualität der Gebäude logischen Variantenvergleich zu prüfen. Maßnahmen, hülle verwiesen (siehe Anlage B4). die über die bauaufsichtlich geforderten Mindestanfor derungen hinausgehen, können sein: Der Schutz vor sommerlichen Wärmeeinträgen ins Gebäude wird insbesondere durch einen effektiven ■ Vermeidung des Einbaus von Stoffen oder Produkten, Sonnenschutz gewährleistet. Der Temperaturausgleich die im Brandfall die Entwicklung giftiger Dämpfe, sollte vorzugsweise durch Nachtauskühlung sicherge eine starke Rauchentwicklung beziehungsweise eine stellt werden, wobei die Belange des Witterungs und schnelle Ausbreitung des Feuers (beispielsweise Objektschutzes beachtet werden müssen. durch brennendes Abtropfen) begünstigen ■ Einbau zusätzlicher automatischer Brand oder BUNDESBAU Für Baumaßnahmen des Bundes ist Rauchmelder beziehungsweise sonstiger darüber hinaus die „Richtlinie zu baulichen und plane Alarmierungs anlagen rischen Vorgaben zur Gewährleistung der thermischen ■ Einbau einer automatischen Feuerlöschanlage, wie Behaglichkeit im Sommer“ (Klimarichtlinie) zu berück einer Sprinkleranlage, sofern nicht zwingend erfor sichtigen. Insbesondere ist hier das Verfahren zur derlich Gebäudetypisierung zu beachten. ■ Realisierung kleinerer Brand und Rauchabschnitte ■ Realisierung vergrößerter Querschnitte für die 3.2.3 Tragwerksplanung, Brand- und Schallschutz Entrauchung Mit der Entwurfs und Genehmigungsplanung muss ■ Realisierung erhöhter Feuerwiderstandsklassen der Nachweis der Standsicherheit vorliegen. Die Wahl des Tragwerks sollte bestmöglich ressourcenschonend, dauerhaft und durch wirtschaftlich vertretbare Trag reserven umnutzungsfähig (BNB 2.2.2) sein. Darüber 18 Vgl. BMVBS (2006)
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Schallschutz 3�3 Kostenberechnung B 3 In der Entwurfsphase erfolgt der rechnerische Schall Ziel einer Kostenberechnung im Sinne des Leitfadens schutznachweis gemäß DIN 4109 und DIN 4109 Beiblatt Nachhaltiges Bauen ist eine Minimierung der gebäude 2. Dabei sind bereits kritische Bereiche zu identifizie bezogenen Kosten im Lebenszyklus (BNB 2.1.1). Die ren, deren Schallschutzqualität durch Messung nach Herstellungskosten nach DIN 276119 für die Kosten Fertigstellung überprüft werden soll. Darüber hinaus gruppen 300 (Bauwerk – Baukonstruktion), 400 (Bau ist zu definieren, welche Bereiche eigen oder fremd werk – Technische Anlagen) und 500 (Außenanlagen) genutzt werden – unter Berücksichtigung besonders können im Entwurfsstadium bereits detailliert abgebil schutzbedürftiger Räume und gegebenenfalls zukünfti det werden. Darüber hinaus sind alle weiteren Kosten ger Weitervermietung von Teilbereichen an Dritte. gruppen nach DIN 2761 aufzuführen und zu dokumen tieren, damit Vollständigkeits und Zuordnungsprüfungen Zu beachten ist, dass beim Schallschutznachweis die erfolgen können. Bei der Planung gebäudetechnischer ungünstigsten Bereiche eines Bauteils (wie Wand, Decke, Ausrüstungen (wie Heizungsanlagen, Anlagen der Boden) maßgeblich sind. Die geforderten Schallschutz Lüftung und Raumkühlung, Sanitäranlagen, Elektroan werte müssen stets von allen Bauteilen erreicht werden, lagen, Beleuchtung) sind insbesondere die Empfehlun damit das jeweilige Anforderungsniveau erreicht ist. gen des Arbeitskreises Maschinen und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) Für die Bewertung sind neben allen Außenwänden, im Hinblick auf Instandhaltungsaufwendungen und Trennwänden und Decken von Aufenthaltsräumen für Nutzungsdauern einzuhalten. Nutzungen ab einer Stunde auch die innenliegenden oder angrenzenden haustechnischen Anlagen zu berück Bei unterschiedlichen, konkurrierenden haustechnischen sichtigen. Räume mit gleichen Konstruktionselementen Systemen, deren Vor und Nachteile ohne detaillierte beziehungsweise Bauteilen sind zu Raumtypen zusam Untersuchungen nicht identifizierbar sind, werden Ver menzufassen. gleiche für die technischen Lösungen wie folgt erstellt:
Der Nachweis schließt folgende Aspekte ein: ■ betriebswirtschaftlicher Variantenvergleich: Investition, Jahreskosten nach Annuitätenverfahren, ■ Luftschallschutz gegenüber Außenlärm Vollkostenverfahren, Vollständiger Finanzplan, ■ Luftschallschutz gegenüber fremden Arbeitsräumen Kapitalwertmethode (nur wenn mit Einsparungen und eigenen Arbeitsbereichen (Trennwände, zu rechnen ist) Trenndecken, Treppenraumwände) ■ Energie und Jahresbilanz ■ Trittschallschutz gegenüber fremden Arbeitsräumen und eigenen Arbeitsbereichen (Trenndecken, Anhand der Vergleiche wird eine Vorzugslösung durch Treppenläufe, Treppenpodeste) die Bauverwaltung empfohlen. ■ Schallschutz gegenüber haustechnischen Anlagen (Wasserinstallation, sonstige Haustechnik)
Es ist darauf zu achten, dass der Schallschutznachweis auch über die Entwurfsphase hinaus fortzuschreiben ist. Überprüfungen der Nachweise im Rahmen der BNBKonformitätsprüfungen haben aufgezeigt, dass kurzfristige Änderungen in den Ausführungen nicht immer zeitnah in den Nachweisen nachgeführt wurden.
19 DIN 276-1: 2008-12
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334 Außentüren und -fensterAUSSENWÄNDE
Nisse [22861] BAUTEILKOMPONENTE 2 1 Fensterassistent Allgemein 3
Name *
Nisse
Abmessungen 4 Fenstermaß Breite* m Höhe* m Fläche m2 3 1,25 3,75
Abschlussfuge mm Abzugsfl äche m2 20 3,0218
Rahmenbreite Blendrahmen* cm Flügelrahmen cm 5 5 B 3 Anzahl Pfosten Riegel 3 0 Details Breiten von links 1. Breite %2. Breite %3. Breite % 1 Anschlussfuge: Fugendichtungsbänder Butyl nach rechts 20,0 60,0 20,0 2 Blendrahmen: Aluminium-Rahmenprofil, pulverbeschichtet H na ö c h h e n u n v t o e n n oben 1. Hö 2 h 0 e ,0 %2. H 6 ö 0 h , e 0 %3. Hö 2 h 0 e ,0 % 3 Flügelrahmen: Aluminium-Flügelrahmenprofil, pulverbeschichtet Oberlicht vorhanden Höhe cm 4 Verglasung: Isolierglas 2-Scheiben 11
Rahmenanteil % Glasanteil % 41,1 58,9
In eLCMAate riianl detse Raghmreinesrte Assistenten untersBtesüchtläzgee unnd G driffeen Nutzer bei der Blendrahmen* Holz-Blendrahmen Beschläge Material Anzahl ModelFllüigeelrrahumenng aufwHoelzn-Bledndiraghmeenr Bauteile. Beschlag Edelstahl 2 Verglasung Griffe Material Anzahl Material* Isolierglas 2-Scheiben Fenstergriff 2
Anschlussfuge Sonnenschutz (außen)
Material* Fugendichtungsbänder Material auswählen Mit dem Nachweis des EnergieBblenedscdhutaz (inrnefns) sowie den Ab 3�4 Weitere wesentliche Aspekte des Entwurfs Material auswählen schätzungen zum Wasserbedarf können auch die zu erwarInntenenden Betriebskosten geAnußaenuer dargestellt werden. 3.4.1 Ökologische Aspekte Fensterbank Material Dicke mm Tiefe mm Fensterbank Material Dicke mm Tiefe mm Nach DIN 1 N F8a a s tu 9s r a s d t 6 e e inp 0 latt 2 e 0 we ic ( h B NB21 2.12.51) sind dieA lufmoiniulmg Bleechnden 2Kos1133t,,55en Fensterlaibung Material Dicke mm Tiefe mm Fensterlaibung Material Dicke mm Tiefe mm der ausgewäKahlk-Glipst-Inenennput zNutz40ung22skostenartAerminerun gzspuutzm örbtelerec5hne12n: Ökobilanzielle Betrachtung In der Entwurfs und Genehmigungsplanung ist, sobald Speichern Löschen die Kostenberechnung erfolgt, auch eine ökobilanzielle AUSGEWÄHLTE NUTZUNGSKOSTENARTEN Bewertung (LCA) möglich, da die softwaregestützten TABELLE B2 Bewertungsprogramme auf dem entsprechenden Prin Zu berechnende Nutzungskosten nach DIN 18960 zip der Elementkataloge aufbauen. Kostengruppe 300 KG 310 Versorgung (Energie / Strom, Betriebskosten Wasser) Dabei können derzeit folgende globale Umweltwirkun KG 320 Entsorgung Wasser gen quantifiziert werden: KG 330 Reinigung und Pflege von Gebäuden ■ Treibhauspotenzial (BNB 1.1.1) KG 350 Bedienung, Inspektion und ■ Ozonschichtabbaupotenzial (BNB 1.1.2) Wartung ■ Ozonbildungspotenzial (BNB 1.1.3) Kostengruppe 400 KG 410 Instandsetzung der ■ Versauerungspotenzial (BNB 1.1.4) Instandsetzungs- Baukonstruktion ■ Überdüngungspotenzial (BNB 1.1.5) kosten KG 420 Instandsetzung der technischen Anlagen Als Maß für die energetische Ressourceninanspruch Quelle: BBSR nahme gilt folgendes Kriterium:
■ Primärenergiebedarf (BNB 1.2.1) Über die Barwertmethode werden Herstellungskosten und Nutzungskosten (BNB 2.1.1) nach einheitlicher Zur Sicherstellung der normkonformen Darstellung Berechnungsmethode und Kalkulationszinssätzen in der stofflichen Ressourceninanspruchnahme im Rah Bezug gesetzt, sodass einerseits das Verhältnis von men ökobilanzieller Betrachtungen ist der abiotische Herstellungs und Nutzungskosten berechnet und an Ressourcenverbrauch zu berechnen und im Rahmen der dererseits die Einordnung in BNBBenchmarks ermög BNBBewertung auszuweisen. licht werden. Dieses Vorgehen gibt den Bauverwaltun gen einen zusätzlichen Anhaltspunkt im Hinblick auf Aufgrund der hohen Gewichtung der globalen Um wirtschaftliche Planungsentscheidungen. weltwirkungen und Ressourceninanspruchnahme im BNBSystem sowie der für die Bauverwaltung noch schwer zu beurteilenden Kriterien ist eine möglichst detaillierte Berechnung unter Prüfung der Instandhal tungs und Austauschintervalle zu empfehlen. Falsche Annahmen können zu empfindlichen Abweichungen 20 DIN 18960: 2008-02 beim Gesamterfüllungsgrad führen.
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 79
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Risiken für die lokale Umwelt Flächeneffizienz B 3 Eine Abschätzung der Risiken für die lokale Umwelt Die Flächeneffizienz wird im Rahmen des BNB (BNB 1.1.6) durch die gezielte Auswahl von Baustoffen (BNB 2.2.1) über das Verhältnis der Nutzungsfläche zur und Bauprodukten ist in der Entwurfsphase bereits BruttoGrundfläche (NUF/BGF) beurteilt und ist somit möglich. Mit dem in der Projektvorbereitung festge eine Maßzahl zur Ermittlung der Ausnutzung von Flä legten Qualitätsniveau sind unterschiedliche Anforde chen innerhalb von Gebäuden. Die Steigerung der rungen an die verschiedenen Bauproduktgruppen Flächen effizienz kann über die kostenbezogene Opti zu berücksichtigen, je nachdem, welche Schadstoffe mierung (wie Senkung der Bau und Betriebskosten aufgrund ihrer unterschiedlichen stofflichen Eigenschaf durch effiziente Flächenaufteilung oder Vermeidung ten und Rezepturbestandteile enthalten sein können. schlecht nutzbarer Flächen) und über die umweltbezo gene Opti mierung (wie Senkung der Umweltauswir Für die Einschätzung, welche Bauprodukte die spezi kungen einer Immobilie im Betrieb oder Reduzierung fischen Anforderungen im Projekt erfüllen können, der Versiegelung) erreicht werden. kann in der Entwurfsphase die Baustoffinformations datenbank WECOBIS herangezogen werden. Hier Anpassungsfähigkeit werden herstellerneutrale Informationen zu Produkt Zur Sicherung der Wertstabilität von Gebäuden soll gruppen im Kontext zu BNB 1.1.6 bereitgestellt, unter deren wirtschaftliche Nutzungsdauer voll ausgeschöpft anderem mit Hinweisen darauf, welche Umweltlabels oder sinnvoll verlängert werden. Zur Aufrechterhaltung als Nachweis gelten können. der Nutzbarkeit des Gebäudes beziehungsweise zur Ge währleistung einer späteren Vermiet oder Vermarkt Unabhängig von dem beabsichtigten Bewertungser barkeit kann im Lebenszyklus des Gebäudes ein Anpas gebnis ist in jedem Fall auf den Einsatz emiss ionsarmer sungsbedarf entstehen. Die Anpassungsfähigkeit eines Bauprodukte zu achten, um nach Baufertigstellung Gebäudes wird im Rahmen des BNB (BNB 2.2.2) sowohl hygienisch unbedenkliche Ergebnisse bei Innenraum über die Anpassbarkeit an sich ändernde Nutzungs luftmessungen zu erzielen (siehe BNB 3.1.3). bedürfnisse und Nutzungsbedingungen innerhalb einer Nutzungsart (Flexibilität) beurteilt als auch über Aspek 3.4.2 Wirtschaftlichkeit und Wertstabilität te, die die Anpassbarkeit an alternative Arten der Nut Neben dem Aspekt der wirtschaftlichen Beschaffung zung in Folge eines etwaigen zukünftigen Nutzerwech eines Gebäudes stellt die Wirtschaftlichkeit des Betriebes sels adressieren (Umnutzung). Betrachtet werden dabei aufgrund der sehr langen Betrachtungszeiträume die Gebäudegeometrie, die Grundrissaufteilung, die einen der wichtigsten Beurteilungsfaktoren der öko Konstruktion sowie die technische Gebäudeausstattung. nomischen Qualität dar. Im Hinblick auf eine zukunfts gerichtete Beurteilung ist die Wertstabilität einer Im 3.4.3 Soziokulturelle und funktionale Aspekte mobilie der zweite wesentliche Faktor. Die Abbildung Die Behaglichkeit wird über die Einzelaspekte thermi dieser beiden Faktoren erfolgt durch Bewertung der scher Komfort (BNB 3.1.1), Innenraumlufthygiene Flächeneffizienz als Maß der Wirtschaftlichkeit und der (BNB 3.1.3), akustischer Komfort (BNB 3.1.4) und visu Anpassungsfähigkeit als Maß der Wertstabilität. eller Komfort (BNB 3.1.5) beurteilt. Die Einflussnahme des Nutzers (BNB 3.1.6) steht dabei im direkten Zusam menhang mit der Leistungsfähigkeit und der Zufrie denheit, aber auch mit dem aus seinem Handeln resul tierenden Energieverbrauch.
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Visueller Komfort B 3 Durch eine frühzeitige und integrale Tages und Kunst lichtplanung mit Hilfe einer Simulation kann bereits in der Entwurfsphase der visuelle Komfort (BNB 3.1.5) mit einer hohen Beleuchtungsqualität bei niedrigerem Visueller Komfort durch Tageslichtverfügbarkeit im Lesesaal Energiebedarf für Beleuchtung sichergestellt werden. des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe Ein hohes Maß an Tageslichtnutzung kann zudem die Leistungs und Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz nachweislich erhöhen. Folgende Anforderungen müs Thermischer Komfort sen im Rahmen der Nachhaltigkeitsbewertung berück Zur Gewährleistung des thermischen Komforts im sichtigt werden: Winter und Sommer (BNB 3.1.1) sollte in der Entwurfs phase eine erste Simulation für die identifizierten kri ■ Tageslichtverfügbarkeit am Arbeitsplatz und tischen Räume auf Basis des aktuellen Planungsstandes im gesamten Gebäude erfolgen. Gegebenenfalls sollte hierbei unter Berück ■ Sichtverbindung nach außen sichtigung des dafür erforderlichen Energiebedarfs ■ Blendfreiheit für Tages und Kunstlicht nochmals eine Abwägung zwischen maschineller Hei ■ Lichtverteilung zung beziehungsweise Kühlung in bestimmten Räumen ■ Farbwiedergabe erfolgen. Für unterschiedliche Tätigkeitsbereiche sind in ver BUNDESBAU Für Bundesgebäude ist die Klimarichtlinie schiedenen Vorschriften (AMEV Richtlinie „Beleuch zu beachten. tung 2011“21, Technische Regeln für Arbeitsstätten – ASR) Festlegungen für die erforderliche Beleuchtungsstärke Akustischer Komfort in Räumen getroffen worden. In der Entwurfsphase erfolgt die Fortschreibung des Konzepts für den akustischen Komfort (BNB 3.1.4). BUNDESBAU Für Bundesbauten richtet sich die Aus Grundlage für die raumakustische Auslegung ist die legung der Innenraumbeleuchtung auch nach den DIN 18041. In der weiterführenden Konzeptionierung Anforderungen, die im „Energetischen Pflichtenheft werden, soweit erforderlich, fest eingebaute Schallab (Muster)“ (Anlage B4) formuliert sind. Darüber hinaus sorber festgelegt und verortet. Das Ergebnis mündet gilt der Erlass des BMUB „Energetische Vorbildfunktion in der Darstellung der berechneten Nachhallzeitverläu der Bundesbauten – Vorgaben zur Umsetzung einer fe in den verschiedenen Oktavbändern für Raumtypen modernen und energieeffizienten Beleuchtung“ vom mit größerer (Gesprächs)Entfernung und Büros. Für 25. Juli 2013. Räume über geringere Entfernungen fließen A/V Verhältnisse zwischen Schallabsorptionsfläche A des Barrierefreiheit Raums und Raumvolumen V in die Betrachtung ein. Das im Rahmen der Projektvorbereitung erstellte Konzept zur Barrierefreiheit ist in der Entwurfsphase zu Im Hinblick auf die immer höhere Zahl an thermisch spezifizieren, mit konkreten Maßnahmen zu beschrei aktivierten Bauteilen in Gebäuden wie Heiz oder Kühl ben und plantechnisch zu kennzeichnen. Hinweise decken und wände ist eine Abstimmung der akusti dazu bietet der LFBB, in welchem Handlungsfelder mit schen Maßnahmen auf die baulichen Rahmenbedin konkreten Lösungsansätzen mit den entsprechenden gungen besonders wichtig. Ein einfaches Nachrüsten normativen und arbeitsschutzrechtlichen Grundlagen von Schallabsorbern im Betrieb unter Berücksichtigung dargestellt sind. von Deckenhöhen, Beleuchtungslösungen und Luft strömungen stellt nunmehr höchste Anforderungen an die Planer.
21 Vgl. AMEV (2011)
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4. Ausführungsplanung, Vergabe und
Bauausführung
4�1 Ausführungsplanung 4�2 Ausschreibung und Vergabe Im Zuge der Ausführungsplanung werden Ausführungs Die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte in zeichnungen und Leistungsverzeichnisse mit Mengen der Bauausführung muss durch die Integration der berechnungen als Vorbereitung auf die Ausschreibung Nachhaltigkeitsaspekte in Ausschreibung und Vergabe und Vergabe erstellt. Das sind diejenigen Teile der Leis von Bauleistungen gewährleistet werden (BNB 5.1.4). B 4 tungsphasen 5 und 6 beziehungsweise vergleichbarer Dazu werden die in der Planung berücksichtigten Leistungsphasen der jeweiligen Fachbereiche der HOAI, Nachhaltigkeitskriterien als Grundlage für die qualita die zur vollständigen Darstellung der Ausführungspla tiv hochwertige Bauausführung übernommen. Ferner nung erforderlich sind. In dieser Phase müssen auch ist bei der Ausschreibung und Vergabe darauf zu achten, geprüfte Standsicherheitsnachweise mit statischen dass die Ausführungsplanung konsequente Umsetzung Berechnungen sowie EnEV, Schallschutz und Brand erfährt. Im Zuständigkeitsbereich der Bauverwaltung schutznachweise vorliegen. Die wesentlichen Festlegun und in Abhängigkeit der Vergabeform ist die Entschei gen bezüglich der Kriterien der Nachhaltigkeit erfolg dung zu treffen, wie dezidiert Aspekte des nachhaltigen ten bereits in der Projektvorbereitung und in der Bauens in den Ausschreibungen berücksichtigt werden Entwurfs und Genehmigungsplanung. Die dort festge müssen. Die öffentliche Ausschreibung sieht den Einsatz setzten Vorgaben gilt es in der Detailplanung umzuset des Standardleistungsbuches maßgeblich vor. Dieses zen. Daher sind im Rahmen der Ausführungsplanung behandelt allerdings weder in den allgemeinen Vorbe im Sinne einer projektbegleitenden Qualitätssicherung merkungen noch auf Positionsebene die Spezialfragen die in den Planungsphasen der Projektvorbereitung des nach haltigen Bauens, sodass ein Anpassen von und des Entwurfs definierten Nachhaltigkeitsziele noch Einzelpositionen erforderlich wird. Im Hinblick auf die einmal zu überprüfen beziehungsweise anzupassen. nach der Ausschreibung zu erfolgende Vergabeprüfung Bei Planungsänderungen gegenüber der Entwurfs und ist auch die derzeit kontrovers geführte Diskussion hin Genehmigungsplanung sind die ökonomischen und sichtlich des rechtzeitigen Zeitpunkts der Bauprodukt ökologischen Lebenszyklusanalysen aufgrund deren deklaration mit in die Festlegungen aufzunehmen. Bedeutung in der BNBBewertung zwingend zu aktua Speziell bei höchsten Anforderungen im Kriterium 1.1.6 lisieren. sind die Deklarationspflichten der Anbieter so weit vor den Einbau der Produkte zu legen, dass jederzeit eine BUNDESBAU Für den Bundeshochbau gilt, dass der Freigabeprüfung durch den Nachhaltigkeitskoordinator Kostenrahmen der genehmigten und haushaltsrechtlich oder die Projektleitung erfolgen kann. Dabei können anerkannten ESBau sowie der EWBau für die Aus in Abhängigkeit der Erfordernisse die Deklarations führungsplanung bindend ist. Jede Überschreitung des pflichten bis in die Angebotsabgabe vorverlegt werden. Kostenrahmens während der Erstellung der Ausfüh Dies gilt speziell dann, wenn Bauprodukte im Rahmen rungsplanung muss entsprechend dem für die ESBau der Weiterbearbeitung durch den Anbieter frühzeitig vorgeschriebenen Verfahrensablauf genehmigt und am Markt beschafft werden müssen und somit ein haushaltsrechtlich anerkannt werden. kurzfristiger Austausch vor Einbau nicht gegeben ist.
In der Phase der Ausführungsplanung sollten die ange strebten Nachhaltigkeitsqualitäten möglichst detailliert abgebildet werden, sodass mit der Ausschreibung mög lichst geringe Qualitätsverluste zu verzeichnen sind. Die Möglichkeit der Einflussnahme ist in dieser Phase nur noch begrenzt gegeben.
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4.2.1 Ausschreibung Für die Formulierung von Anforderungen können Um Im Rahmen einer nachhaltigen Planung müssen Aus weltzeichen genutzt werden.25 Dem Bieter muss hierbei schreibungsunterlagen im Sinne einer umweltbewuss ermöglicht werden, den Nachweis der Gleichwertigkeit ten Beschaffungspolitik gestaltet und darin konkrete seines Produktes mit den in den Ausschreibungsunter Nach haltigkeitsanforderungen aufgenommen werden lagen detailliert dargestellten Umweltkriterien durch B 4 (BNB 5.1.4). Diese können umfassen: andere Nachweismittel wie beispielsweise Prüfberichte oder Herstellerangaben nachzuweisen. Bei der Aufstel ■ Dauerhaftigkeit lung der Leistungsverzeichnisse sind die Bauprodukte ■ Reinigungs und Instandhaltungsfreundlichkeit daher anwendungsbezogen – entsprechend der Anfor ■ Anforderungen an Gesundheits und Umwelt derungen durch die genormten beziehungsweise über verträglichkeit Zulassungen definierten Stufen und Klassen – festzule ■ Umweltstandards gen und im Hinblick auf ihre umwelt und gesund ■ Tropenholzeinsatz aus zertifiziertem Anbau heitsrelevanten Eigenschaften genau zu beschreiben. ■ Einsatz von Recyclingmaterialien Bei der Beschreibung und Auswahl von Produkten Diese Anforderungen sind in den Ausschreibungs können die Prüfkriterien unter anderem folgender unterlagen, Leistungsverzeichnissen beziehungsweise Umweltzeichen eine Orientierung geben: bei den technischen Spezifikationen produktneutral zu beschreiben. Sind Produkte mit bestimmten Klassifi ■ Blauer Engel (deutsches Umweltzeichen für umwelt zierungen gewünscht, so ist dies nur mit dem Zusatz freundliche Produkte und Dienstleistungen) „oder gleichwertiger Art“ möglich. ■ EUEcolabel (europäisches Umweltzeichen für um weltfreundliche Produkte und Dienstleistungen) Umwelt- und gesundheitsrelevante ■ IBOPrüfzeichen (österreichisches baubiologisches Anforderungen und bauökologisches Prüfzeichen für Baustoffe und In der Ausschreibungsphase ist anhand entsprechender Innenraumausstattungen) Vorgaben in der Leistungsbeschreibung besonders darauf zu achten, dass auch der Einbau von Stoffen oder Darüber hinaus bietet das ökologische Baustoffinfor Produkten, die ein öko oder humantoxikologisches mationssystem WECOBIS (www.wecobis.de) produkt Risikopotenzial aufweisen, so weit wie möglich vermie neutrale Zusatzinformationen im Abschnitt „Planungs den werden kann. Die zu betrachtenden potenziellen und Ausschreibungshilfen“. Hier sind beispielhafte Schadstoffe sind: Textbausteine zur Erstellung von Leistungspositionen zu finden, die Anforderungen zu Bauprodukten ent ■ gefährliche Stoffe (CLPVO22) und besonders sprechend dem BNB (zum Beispiel 1.1.6 „Risiken für die besorgniserregende Stoffe (REACHVO23) lokale Umwelt“) beschreiben. ■ gefährliche Stoffe, die ausgelaugt werden können ■ Schwermetalle Zur Sicherstellung der Raumluftqualität sind für die ■ flüchtige, organische Verbindungen (VOC) zur Ausführung kommenden Bauprodukte mit Ange einschließlich organische Lösemittel botsabgabe geeignete Nachweise zum Emissionsver ■ halogenierte Kälte und Treibmittel halten beizubringen. Die Beurteilung der Bauprodukte ■ Biozide (europäische Biozidverordnung24) orientiert sich dabei an den zum Ausführungszeitpunkt geltenden und im BNB festgelegten Randbedingungen zur Raumluftmessung (siehe BNB 3.1.3). In der Ausfüh rungsplanung ist der Materialbeschreibung des Innen ausbaus und der Gesundheitsverträglichkeit der 22 CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures, 2009) 23 REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals, 2018) 24 Vgl. Biozid-VO (2013), die Biozid-Verordnung hat die Biozid-Richtlinie am 31.08.2013 abgelöst 25 Vgl. EU (2001)
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Bauhilfsstoffe besondere Beachtung beizumessen. In 4.2.2 Vergabe Anlage B8 sind mögliche, durch Bauprodukte bezie Die zusätzliche Berücksichtigung von übergeordneten hungsweise bauliche Anlagen bedingte, Innenraumluft Nachhaltigkeitsaspekten in der Vergabe dient dem Ziel, verunreinigungen und ihre Herkunftsquellen aufge die zu erwartende Gebäudequalität über den geplanten führt. Die Leistungen der Bestätigungsprüfungen – wie Mindeststandard hinaus durch eindeutige Wertungs B 4 Kammermessungen oder Raumluftmessungen – sind kriterien beurteilbar zu machen. Somit kann bei klar in geeigneter Form in die Ausschreibung aufzunehmen. anwendbaren Wertungskriterien der Anreiz bieterseitig In Einzelfällen ist im Rahmen der Ausschreibung die geweckt werden, entsprechende Angebote zu unter Errichtung eines Musterraums zur Sicherstellung der breiten. Die Zulässigkeit von Wertungskriterien in angestrebten Qualitätsstufe zu berücksichtigen. Damit Abhängigkeit der geschätzten Vergabesummen erfolgt besteht die Möglichkeit, sehr früh in der Bauphase erste in enger Abstimmung mit den zuständigen Vergabeab orientierende Innenraummessungen zu er halten und teilungen. Die Beurteilung produktbezogener Umwelt gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen einzuleiten. eigenschaften im Zusammenhang mit der Vermeidung von Umweltwirkungen im Betrieb sowie lebenszyklus Insofern durch die Projektziele oder durch übergeord orientierte Vergaberegeln werden beispielhaft angeführt. nete Festlegungen der gezielte Einsatz von Recycling materialien unterstützt werden soll, ist dieses in geeig Voraussetzung für eine ordnungsgemäße und damit neter Form in den Ausschreibungsunterlagen zu qualitativ hochwertige Bauausführung ist die Vergabe kennzeichnen beziehungsweise bei der Vergabe zu von Bauleistungen ausschließlich an Unternehmen, die würdigen. In Abhängigkeit des Einbauortes und des zu ihre entsprechende Eignung hinsichtlich Zuverlässig substituierenden Materials sind spezifische Anforderun keit, Fachkunde und Leistungsfähigkeit gemäß § 6 der gen positionsscharf zu formulieren. Diese Anforderun Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil A gen müssen dabei die Anforderungen aus Normung (VOB/A) nachgewiesen haben. Die Eignung der Bau und Zulassung sowie Schadstoffrecht berücksichtigen. unternehmen ist von den Vergabestellen im Einzelfall zu prüfen. Darüber hinaus kann die Einzelfallprüfung bei präqualifizierten Unternehmen entfallen, da dies Speziell bei der Wiederverwendung von Materialien im Rahmen des Präqualifikationsverfahrens (PQ VOB/ oder Produkten ist die Zusicherung von Eigenschaften PQListe) erfolgt. erforderlich. Diese können beispielsweise statischer, bauphysikalischer aber auch hygienischer Art sein. Somit ist beim Einsatz von Altholz unter anderem die Frage nach dem Einsatz von chemischem Holzschutz zu stel- len, beim Einsatz von Bestandsparkett die vormalige Verwendung von PAK-haltigen26 Klebern oder beim Ein- satz von Betonfertigteilen des Bestandes die Feststel- lung des Karbonatisierungsgrades.
26 PAK: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
84 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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4�3 Bauausführung Die Bauausführung beziehungsweise die Bauprozesse (BNB 5.2.1) sind ebenfalls im Hinblick auf das Ziel der Schonung von Ressourcen und Umwelt durch die ent sprechende Auswahl der zur Verfügung stehenden Ver B 4 fahren (beispielsweise Herstellung der Baugrube) und Baumaschinen zu entwickeln. Gleichzeitig ist die Ge sundheit aller Beteiligten zu schützen.
Nach dem BundesImmissionsschutzgesetz27 soll jede Baustelle so geplant, eingerichtet und betrieben wer den, dass Geräusche verhindert werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind. Es müssen Vorkeh rungen getroffen werden, welche die Ausbreitung unver meidbarer Geräusche von Baustellen auf ein Mindest maß reduzieren. Mit der Vermeidung von Staub auf der Baustelle wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Beschäftigten und anderer beteiligter Personen erreicht. Außerdem soll die Umwelt vor stoffbedingten Schädi gungen geschützt werden. Boden, Vegetation und Grundwasser sind vor schädlichen Stoffeinträgen und mechanischen Schäden zu schützen.
Bauplanung und ausführung haben den Anforderun gen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) zu genügen. Ziel ist die Schonung der natürlichen Ressourcen, die Vermeidung von Abfällen, eine weitestgehende und möglichst hochwertige, ordnungsgemäße und schadlose Verwertung unvermeidbarer Abfälle sowie die gemein wohlverträgliche Beseitigung von nicht verwertbaren Abfällen. Neben der Qualität des Baustellenablaufs muss im Sinne einer nachhaltigen Planung auch auf die Umsetzung sowie Kontrolle (beispielweise durch den Sicherheitskoordinator) der geplanten Nachhaltigkeits anforderungen im Bauprozess geachtet werden.
Um Mängel und Schäden am Gebäude zu vermeiden, sind umfassende Qualitätskontrollen während des Bauprozesses sowie nach Fertigstellung des Gebäudes durchzuführen (BNB 5.2.2). Die eingesetzten Materialien und Bauprodukte sind anhand von Sicherheitsdaten blättern und Produktbeschreibungen detailliert zu dokumentieren.
27 Vgl. BImSchG (2015)
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 85
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5. Bauübergabe und Baubestands
doku mentation
Mit der Bauübergabe geht das Bauwerk in die Verant Weitere Unterlagen können unter Nachhaltigkeits wortung des Maßnahmenträgers (Eigentümers) über. aspekten zusätzlich (außerhalb der HOAIGrundleis Gegebenenfalls findet im Folgenden die Übergabe an tungen) in Bezug auf Umfang und Form zwischen den Nutzer / Mieter statt. Zu einer wesentlichen Aufgabe Maßnahmenträger (Eigentümer), Betreiber, Nutzer und im Planungsprozess gehört die umfassende Baupro Bauverwaltung vereinbart werden. Über die Grundleis jektdokumentation der durchgeführten Maßnahmen. tungen hinausgehende Kosten sind im Rahmen der Eine umfassende Objektdokumentation (BNB 5.1.5) Projektorganisation zu berücksichtigen. Dazu gehören trägt dazu bei, kommende Prozesse im Lebenszyklus beispielsweise zusätzliche Übersichten über die verwen eines Gebäudes zu vereinfachen. deten Materialien und Bauprodukte sowie die Vorlage B 5 von Sicherheitsdatenblättern und Produktbeschreibun BUNDESBAU Für den Bundesbau sind Bauübergabe gen (BNB 5.2.2). Die Dokumentation der verwendeten und Baubestandsdokumentation der RBBau, Abschnitt beziehungsweise eingebauten Materialien während der H, ausführlich beschrieben. Ergänzende Regelungen Bauausführung, zum Teil bereits Bestandteil der nach beinhalten die „Baufachlichen Richtlinien Gebäude den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen bestandsdokumentation“ (BFR GBestand)28 und die für Bauleistungen (ATV) zu liefernden Unterlagen und „Baufachlichen Richtlinien Vermessung“ (BFR Verm)29. Nachweise der ausführenden Gewerke, ist von großer Bedeutung für die anschließenden Lebenszyklusphasen. Die digitale Gebäudebestandsdokumentation (BUNDES- Insbesondere bei Um oder Rückbaumaßnahmen sind BAU gemäß RBBau, Abschnitt H) beschreibt am Ende detaillierte Informationen über verbaute Materialien einer Baumaßnahme den tatsächlich gebauten Zustand und Hilfsstoffe wichtig. Die Sicherheitsdatenblätter und bildet die Grundlage für die digitale Fortschreibung beinhalten wichtige Informationen bezüglich Identität des Gebäudebestandes. Sie beinhaltet die CADDoku eines Produktes, auftretender Gefährdungen, sicherer mentation mit den digitalen baulichen und technischen Handhabung und Maßnahmen zur Prävention sowie Bestandsplänen sowie die alphanumerischen baulichen im Gefahrenfall. Die Definition der Sicherheitsdaten und technischen Beschreibungsdaten des Raum und blätter gilt gemäß EGRichtlinie30. Sie sind von einer Gebäudebuches (BUNDESBAU Beauftragung mindes vorher festgelegten Institution (wie Büro, Dienstleister) tens nach dem festgelegten StandardDatenumfang zu sammeln. Mit den grundlegenden Materialinforma der BFR GBestand). Mit einem Bestands, Raum und tionen und im Speziellen der Dokumentation von ver Gebäudebuch werden dem Nutzer / Maßnahmenträger bauten Mengen wird gleichzeitig ein wesentlicher Beitrag (Eigentümer) / Betreiber des Gebäudes die für seinen für den zukünftigen Umgang mit den in Gebäuden Bereich relevanten Gebäudeinformationen zur Verfü gebundenen Ressourcen zur Verfügung gestellt. Diese gung gestellt. Somit soll gewährleistet werden, dass können die Grundlage für künftige Konzepte zum Nutzer und Betreiber die ihm zur Verfügung stehende „urban mining“ darstellen. Gebäudeausstattung sachgemäß handhaben. Die vollständige Dokumentation der gebäudebezoge BUNDESBAU Für den Bundesbau sind Projekte mit nen Wartungs, Inspektions, Betriebs und Pflegean BNBBewertung grundsätzlich hinsichtlich der zu er leitungen stellt eine wesentliche Voraussetzung für bringenden Nachweise und Dokumentationsanforde einen effizienten Betrieb des Gebäudes dar und kann rungen im eBNB zu führen, da zukünftig die Konformi darüber hinaus zu einer positiven Beeinflussung der tätsprüfungen innerhalb des eBNB erfolgen. gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus führen. Ferner dienen die über den Ausführungsprozess aktua lisierten Berechnungen dazu, einen in der Planung an gestrebten Sollzustand zu bestätigen. Diese Unterlagen bilden eine wichtige Grundlage für etwaige Moderni sierungs oder Renovierungsarbeiten in einer späteren Lebenszyklusphase.
28 Vgl. BFR GBestand (2012) 29 Vgl. BFR Verm (2018) 30 Vgl. REACH-Verordnung (2018), Artikel 31
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Im Rahmen dieses Leitfadens werden die oben genann ten Richtlinien zur Gebäudebestandsdokumentation durch die „Prüfungsunterlage BNB“ beziehungsweise die digitalen Nachweispflichten im eBNB ergänzt. Diese stellen neben der rein baulichen und technischen Ob jektdokumentation nach RBBau die Nachweise und Berechnungen (wie LCC und LCABerechnungen, Nutzerhandbuch, Ergebnisse von Raumakustik und Raumluftmessungen) zusammen, die sich aus der Bear beitung der Einzelkriterien des BNB ergeben. B 5
Messungen als Nachweise für die quantitative Bewertung nach BNB Die Qualitätssicherung der Bauausführung (BNB 5.2.2) kann durch verschiedene Messverfahren nachgewiesen werden und soll mit Bauübergabe in die Baubestands dokumentation einfließen. Ziel dieser Mess und Analy severfahren ist es, das Erreichen angestrebter Zielwerte zu kontrollieren und zu dokumentieren. Im Rahmen der allgemeinen baulichen Qualitätssicherung sind fol gende Maßnahmen empfehlenswert:
■ Verfahren zur Kontrolle der energetischen Qualität eines Gebäudes (wie Luftdichtheitsprüfung, Mit dem Differenzdruck-Messverfahren wird die Luftdichtheit des Thermografie) Neubaus für das Umweltbundesamt Haus 2019 gemessen. ■ Bau und raumakustische Messverfahren (wie Luft schall, Trittschallprüfung, Nachhallzeitmessung) ■ andere Messverfahren (wie Raumluftmessungen, Werden raumlufttechnische Anlagen eingesetzt, Tagesund Kunstlichtmessungen ) sind zur Bauübergabe Messungen der Außenluftvolu menströme in den jeweiligen Raumtypen vorzuneh Zur Sicherstellung und Dokumentation der Innen men. Für die Anlagen ist grundsätzlich eine mikrobielle raumluftqualität sind in jedem Fall bis spätestens ein Prüfung durchzuführen, die rein visuelle Prüfung Tag vor Möblierungsbeginn Raumluftmessungen durch der Lüftungsanlagen ist dabei nicht ausreichend. Bei zuführen. Der Mindesterfüllungsgrad für das Kriterium der Abnahmeprüfung sind dabei die Vorgaben der „Innenraumlufthygiene“ (BNB 3.1.3) muss dabei einge VDI 4300 Blatt 10 zu berücksichtigen. halten werden. Falls die Messergebnisse eine dauerhaf te Nutzung des Gebäudes aus hygienischen Gründen in Zur Bewertung des akustischen Komforts (BNB 3.1.4) Frage stellen, sind Maßnahmen zur Verbesserung der können nach Fertigstellung des Gebäudes Messungen Innenraumluftqualität einzuleiten. der Nachhallzeit anstelle von Berechnungsnachweisen gemäß Kriteriensteckbrief durchgeführt werden.
Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen 87
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6. Betriebsoptimierung
Die Optimierung des Gebäudebetriebs in der Nutzungs 6�2 Management der Energie- und phase wird detailliert im Teil C „Empfehlungen für Wasserverbräuche nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden“ Grundsätzliches Ziel des Managements der Energie erläutert. Als Hilfsmittel zur Optimierung der Nutzungs und Wasserverbräuche (siehe auch Teil C, Kapitel 3.2.3.1 und Betriebsprozesse steht das BNBModul Nutzen beziehungsweise BNB_BB 5.3.2) ist es, den Verbrauch an und Betreiben zur Verfügung. Mit diesem Modul können Energie und Wasser in der Nutzungsphase zu überwa Nachhaltigkeitsbewertungen in der Nutzungsphase chen und zu minimieren. Voraussetzung hierfür ist eine durchgeführt werden, mit denen sich die Möglichkeit systematische Erfassung aller Verbräuche und deren eröffnet, die Prozess und Objektqualitäten gezielt erfas Auswertung im Hinblick auf erhöhte Verbräuche und sen, beeinflussen und steuern zu können. sonstige Auffälligkeiten. Hierdurch sollen Fehlfunktio nen erkannt, Einsparpotenziale identifiziert und Lö Ein wesentlicher Baustein zur Erzielung eines optima sungsansätze zur Senkung der Energie und Wasserver len Gebäudebetriebs zu Beginn der Nutzungsphase ist bräuche entwickelt werden können. Im Rahmen eines die systematische Inbetriebnahme. Diese trägt entschei Monitorings werden daher die Energie und Wasser B 6 dend zu einer langfristig und effizient funktionierenden verbräuche periodisch erfasst und ausgewertet. Die Gebäudetechnik bei. Eine weitere Voraussetzung für Auswertung erfolgt insbesondere anhand eines Ver einen umweltschonenden und wirtschaftlichen Gebäu gleichs mit den Verbräuchen vorangegangener Perioden. debetrieb ist die Möglichkeit der messtechnischen Erfas sung und Auswertung der Energie und Medienströme. Die Qualität des Managements der Energie und Wasser Mit dieser können Schwachstellen erkannt und beseitigt verbräuche wird durch folgende Teilaspekte bestimmt: werden. Hierzu ist ein möglichst differenziertes Mess und Monitoringkonzept notwendig, das ein umfassendes ■ Erfassung (Monitoring) und Auswertung der und angemessenes Energiemanagement in der Nut Energie und Wasserverbräuche zungsphase ermöglicht. Die Monitoringleistungen sind ■ Veranlassen von bedarfs und situationsgerechten rechtzeitig zu vergeben, um einen frühzeitigen Abstim Maßnahmen mungsprozess und ein ungehindertes Monitoring mit Inbetriebnahme des Gebäudes sicherstellen zu können. Durch ständige Leistungs und Verbrauchskontrollen sowie turnusmäßig wiederkehrende Betriebs und Nut 6�1 Systematische Inbetriebnahme zungsdatenanalysen durch den Eigentümer / Betreiber Durch die systematische Inbetriebnahme (BNB 5.2.3) und Nutzer lassen sich die Verbräuche und in der Folge wird ein wichtiger Beitrag zur Funktionsoptimierung die Kosten und Umweltwirkungen in der Nutzungspha der haustechnischen Anlagen geleistet. Dabei werden se optimieren und bestenfalls senken. Hierzu trägt auch die einzelnen Komponenten der haustechnischen An die Aufklärung der Nutzer über die Wirkungszusam lage nach der Abnahme aufeinander abgestimmt und menhänge der Nachhaltigkeit bei. Die messtechnischen einreguliert. Die systematische Inbetriebnahme bedarf Voraussetzungen sind bereits in der Planung (siehe eines Konzepts zur Einregulierung und Nachjustierung. Kapitel 2.4.1) zu schaffen. Im Anschluss kann die Anlage im Rahmen einer Betriebs optimierung nach etwa einem Jahr noch einmal nach Die in diesem Zusammenhang erforderlichen Technik justiert werden. Da es sich hierbei nicht um eine Stan konzepte für die Gebäudeautomation sind im „Energe dardleistung handelt, muss sie vertraglich festgehalten tischen Pflichtenheft (Muster)“, Abschnitt 2 „Anforderun werden. Sie ist von einer dafür qualifizierten Person gen an Technikkonzepte“ (siehe Anlage B4), festgelegt oder einem dafür qualifizierten Unternehmen durchzu und im Rahmen der Planung zu beachten. führen und zu dokumentieren. Die Dokumentation muss neben dem Nachweis der Einregulierung wesent BUNDESBAU Die Verbrauchswerte und Betriebskosten liche Voreinstellungen der Anlage enthalten, um eine sind gemäß den Regelungen des Abschnitts K 6 der eventuell unsachgemäße Änderung, beispielsweise durch RBBau dem Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden die Nutzer, rückgängig machen zu können. Württemberg zu melden. Für die Berichterstattung ist das Muster der RBBau zu verwenden. Somit ist eine Weiterverwendung der Daten in PLAKODA sichergestellt.
88 Teil B – Nachhaltige Baumaßnahmen
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Teil C
Empfehlungen für
nachhaltiges Nutzen
und Betreiben von
Gebäuden
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Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges
Nutzen und Betreiben von Gebäuden
1� Nachhaltiges Nutzen und Betreiben ������91 4� Berücksichtigung der Nachhaltigkeits- kriterien in der Nutzungsphase �������������121 2� Beteiligte in der Nutzungsphase �������������92 4.1 Datenbanken und DV-Instrumente .................121 4.2 Nachhaltigkeitsbewertung in der 3� Kriterien zum nachhaltigen Nutzen Nutzungsphase .....................................................121 und Betreiben ��������������������������������������������94 4.3 Bewertung von Bestandsbauten mit dem 3.1 Übersicht zu den Prozess- und Objekt- BNB-Modul Nutzen und Betreiben ..................122 qualitäten in der Nutzungsphase. ........................94 4.3.1 Systemregeln und Methodik..............................124 3.2 Beschreibung und Bewertung der Objekt- und 4.3.2 Bewertungsmotive ...............................................125 Prozessqualitäten in der Nutzungsphase. ..........95 4.3.3 Gesamtbewertung und Teilbewertung ............125 3.2.1 Betriebskonzept ......................................................95 4.3.4 Qualitätsmanagement zur Sicherstellung nach- 3.2.2 Nutzungskostencontrolling ..................................97 haltiger Prozess- und Objektqualitäten ..........125 3.2.3 Energie- und Wasserverbräuche ..........................99 4.3.4.1 Anwendungsfälle .................................................126 3.2.3.1 Management der Energie- und 4.3.4.2 Anwendung des BNB-Moduls ...........................127 Wasserverbräuche ...............................................100 4.4 Bewertung von Neubestand als 3.2.3.2 Energieverbrauch .................................................102 Sonderfall ..............................................................128 3.2.3.3. Trinkwasserverbrauch .........................................103 4.4.1 Fortführung der konformitätsgeprüften 3.2.3.4 Treibhausgas-Emissionen infolge von Bewertung der Planungs- und Bauphase ........128 Heiz- und Elektroenergieverbrauch .................104 4.4.2 Erstmalige Bewertung von Neubestand ..........129 3.2.4 Lebenszyklusbegleitende Objektdoku- 4.5 Vorbereitung einer Maßnahme zur Deckung mentation ..............................................................107 eines festgestellten Bedarfs ...............................129 3.2.5 Inspektion, Wartung und Verkehrs- 4.6 BNB-Nachhaltigkeitskoordination in der sicherung ...............................................................108 Nutzungsphase .....................................................130 3.2.5.1 Inspektion und Wartung ....................................108 3.2.5.2 Verkehrssicherung ...............................................110 3.2.5.3 Bauunterhalt .........................................................111 3.2.6 Umwelt- und gesundheitsverträgliche Reinigung ...............................................................112 3.2.7 Technische Betriebsführung und Qualifikation des Betriebspersonals .........................................112 3.2.8 Gebäudenutzer – Information, Motivation und Zufriedenheit ................................................113 3.2.8.1 Beeinflussung des Nutzerverhaltens ...............114 3.2.8.2 Nutzerzufriedenheitsmanagement ..................116 3.2.9 Tatsächliche Qualität des Raumklimas ............118 3.2.10 Berichterstattungspflichten ...............................120 3.2.10.1 Nachhaltigkeitsbericht des Betreibers .............120 3.2.10.2 Berichterstattung in Vorbereitung auf eine BNB-Bewertung ...................................................120
90 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
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C 1
1. Nachhaltiges Nutzen und Betreiben
Die Prinzipien, Schutzgüter und Schutzziele, die für die Die Nachhaltigkeitsbewertung geht jedoch über die Phase der Planung von Neubauten beziehungsweise Bewertung der Gebäudequalität in der Nutzungsphase von kompletten Modernisierungs und Umbaumaß deutlich hinaus. Ein weiterer wesentlicher Teil ist die nahmen formuliert wurden (siehe Teil A, Kapitel 3), Analyse und Beurteilung von Art, Umfang und Qualität gelten prinzipiell auch für die Phase der Nutzung. In von Managementprozessen, die Nutzung und Betrieb der Nutzungsphase stehen jedoch nicht die Beschrei begleiten. Mit der Durchführung von Nachhaltigkeits bung, die Bewertung und die gezielte Beeinflussung bewertungen in der Nutzungsphase eröffnet sich die der geplanten Eigenschaften im Vordergrund, sondern Möglichkeit, die Prozess und Objektqualitäten gezielt vielmehr die tatsächlichen (realen) Merkmale und erfassen, beeinflussen und steuern zu können. Eigenschaften des Gebäudes sowie die Qualität der Managementprozesse in der Nutzungsphase. Eine Nachhaltigkeitsbewertung kann zu jedem beliebi gen Zeitpunkt erfolgen. Sie eignet sich sowohl für ein Die Einflussgrößen auf diese tatsächlichen Merkmale permanentes Controlling als auch für die Erst bezie und Eigenschaften sind vielfältiger Natur. Zu ihnen hungsweise Wiedererfassung eines Gebäudes sowie zur zählen der tatsächlich realisierte baulichtechnische Vorbereitung einer Modernisierungs oder Umbaupla Zustand sowie Art und Umfang seiner Aufrechterhal nung. Sie lässt sich darüber hinaus im Anschluss an die tung und kontinuierlichen Verbesserung. Abweichend Realisierung von Neubau, Modernisierungs oder Um zur Planungs und Bauphase, welche durch Planwerte, baumaßnahmen (auch zur Verfolgung von Gewährleis Annahmen und Zielvorgaben gekennzeichnet ist, neh tungsansprüchen) sowie nach Änderungen der Betriebs men in der Nutzungsphase das tatsächliche Klima so weise als Instrument der Qualitätskontrolle einsetzen. wie sonstige reale Beanspruchungen Einfluss auf das Bei PPPProjekten, wie auch bei allen anderen Projek Gebäude. Auch der Gebäudebetrieb ist gekennzeichnet ten, ist die Nachhaltigkeitsbewertung dazu geeignet, durch die tatsächliche Betriebs und Nutzungsweise über das Verhalten des Gebäudes und die Qualität von und somit durch das reale Betreiber und Nutzerver Prozessen aktiv zu berichten und die Einhaltung ver halten. Diese gehören zu den einflussreichsten Faktoren einbarter Merkmale, Eigenschaften und Parameter zu der Nutzungsphase. Zum Nutzerverhalten zählen das prüfen. unmittelbare Verhalten der Nutzer und Besucher, aber auch die Nutzungsprozesse der gebäudenutzenden Die gezielte Auswertung der Gebäudequalitäten sowie Institution. Zum Betreiberverhalten ist das Verhalten der Nutzungs und Bewirtschaftungsprozesse ermög aller am Betrieb des Gebäudes direkt und indirekt licht das Ableiten von Empfehlungen, Kennwerten und Beteiligten zu zählen, wobei insbesondere die Qualität Benchmarks für künftige Planungs und Nutzungspha der Management und Entscheidungsprozesse des sen. Es existiert ein direkter Zusammenhang zwischen Eigentümers beziehungsweise der von ihm beauftrag der Nachhaltigkeitsbewertung des Nutzens und Betrei ten Dritten (beispielsweise Betreiber) eine gewichtige bens eines Einzelbauwerkes und der Portfolioanalyse Rolle spielt. sowie der Erstellung verschiedener Berichte, wie Nach haltigkeitsberichte, Energie, Treibhausgas oder Um In der Phase der Nutzung können zahlreiche Daten weltberichte sowie Berichte über die unternehmerische erfasst werden, die über die tatsächlichen Merkmale Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibility). und Eigenschaften des Gebäudes Aufschluss geben. Hierzu sind unter anderem Daten über die tatsächliche Inanspruchnahme von Ressourcen, die konkreten Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt, die Nutzungskosten, die tatsächliche Nutzerzufriedenheit und die sich im Gebäude einstellenden Verhältnisse (wie Raumluftqualität) zu erfassen. Mit der Erfassung und Auswertung dieser Daten kann ein wesentlicher Teil des tatsächlichen Beitrags eines Gebäudes und seiner Nutzung zu einer nachhaltigen Entwicklung beschrieben, bewertet und dokumentiert werden.
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 91
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2. Beteiligte in der Nutzungsphase
C 2
Der Beitrag von Gebäuden zu einer nachhaltigen Beauftragte Dritte Entwicklung wird in der Nutzungsphase zum einen Der Betreiber kann die Aufgaben der Gebäudebewirt durch die im Ergebnis der Planung und Realisierung schaftung komplett oder in Teilen Dritten übertragen. entstandenen Merkmale und Eigenschaften sowie Dies entbindet den Betreiber jedoch nicht von der Ver die gegebenen klimatischen und sonstigen Randbedin antwortung, die Anforderungen des Leitfadens Nach gungen beeinflusst. Zum anderen hat insbesondere haltiges Bauen umzusetzen. Er hat in jedem Fall die das Verhalten der an der Nutzung und dem Betrieb Einhaltung dieser Anforderungen mit geeigneten Mit Beteiligten Auswirkungen auf den Beitrag des Gebäu teln sicherzustellen. Dritte, denen Aufgaben der Gebäu des. Art und Umfang dieses Einflusses ergeben sich debewirtschaftung übertragen worden sind, müssen unter anderem aus dem jeweiligen Verantwortungs in ihrem Aufgabenbereich ebenfalls die Anforderungen bereich sowie den gegebenen Handlungs und Ein des Leitfadens Nachhaltiges Bauen umsetzen und den flussmöglichkeiten der relevanten Beteiligten, die im Betreiber bei der Einhaltung der Anforderungen beraten Folgenden näher erläutert werden. und unterstützen.
Betreiber Nutzende Dienststelle (gebäudenutzende Der Betreiber ist die Behörde oder Einrichtung, die für Einrichtung oder Behörde) den Betrieb und Unterhalt (Gebäudebewirtschaftung) Die nutzende Dienststelle ist die gebäudenutzende des Gebäudes verantwortlich ist. Der Betreiber kann Einrichtung oder Behörde. Das Gebäude und dessen auch mit dem Gebäudeeigentümer identisch sein. Der Bewirtschaftungsprozesse müssen dem Bedarf der Betreiber ist für sämtliche Prozesse der Gebäudebe nutzenden Dienststelle gerecht werden und auf deren wirtschaftung verantwortlich und somit auch für die Tätigkeiten und Leistungen abgestimmt sein. Zuneh Berücksichtigung der Empfehlungen des Teils C des mend tritt bei öffentlichen und privaten Einrichtungen Leitfadens Nachhaltiges Bauen. das Umweltmanagement in den Fokus des Interesses. Diese kommen damit ihrer Verantwortung und dem BUNDESBAU Für Bundesgebäude nimmt diese Aufgabe wachsenden Interesse der Öffentlichkeit an Themen des entsprechend den Regelungen der RBBau im Abschnitt Umweltschutzes nach. Neben dem nachhaltigen Bauen C (Bauunterhalt) und K15 (Betriebsführung) die hausver ist das nachhaltige Nutzen und Betreiben von Gebäuden waltende Dienststelle wahr. Hierbei wird sie entspre ein wesentlicher Baustein für ein erfolgreiches Umwelt chend der Regelungen der RBBau durch die Bauverwal management. tung und die Betriebsüberwachung unterstützt. Die nutzende Dienststelle hat daher gegenüber dem Die Bauverwaltung selbst ist bei Vorliegen einer Beauf Betreiber einen Anspruch auf eine nachhaltige Gebäu tragung zur Umsetzung von konsumtiven Maßnahmen debewirtschaftung, da sie nur so ihren eigenen Anfor nach Abschnitt C der RBBau für die ordnungsgemäße derungen an ein Umweltmanagement nachkommen Instandsetzung verantwortlich. Hierzu gehören Maß kann. Mit einem Umweltmanagement stellt die jeweili nahmen, die der Erhaltung der baulichen Anlagen, ge Einrichtung die Umweltverträglichkeit ihrer Leis einschließlich der technischen Gebäudeausrüstung tungen, Produkte und Betriebsprozesse als Beitrag zur und der Außenanlagen dienen. Wartungs und Inspek nachhaltigen Entwicklung sicher. Das Umweltmanage tionsleistungen sind nicht Teil der Bauunterhaltung, ment ermöglicht darüber hinaus die transparente ebenso wenig wie die Herrichtung, die durch eine neue Darstellung der Anstrengungen im Bereich des nach Zweckbestimmung erforderlich wird (siehe Abschnitt C haltigen Umweltschutzes. Betreiber oder von ihnen RBBau). beauftragte Dritte haben gegenüber der gebäudenut zenden Einrichtung oder Behörde beziehungsweise de ren zentraler Vertretung eine Berichtspflicht.
92 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
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C 2
Nutzer Im Sinne dieses Leitfadens sind die unmittelbaren Nutzer des Gebäudes die im Gebäude tätigen Mitarbeiter der nutzenden Dienststelle. Bei öffentlich zugänglichen Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr werden zu sätzlich auch die Besucher als Nutzer betrachtet, welche die Leistungen der nutzenden Dienststelle in Anspruch nehmen. Beide Gruppen werden nachfol gend durchgehend als Nutzer bezeichnet. Im Fall von Unterrichtsgebäuden fallen unter dem Begriff Nutzer entsprechend die Schüler, Studenten, Auszubildenden oder Seminarteilnehmer sowie die unterrichtenden Personen (wie Lehrer, Professoren, Dozenten) und etwaige Büromitarbeiter beispielsweise in den Ver waltungsabteilungen.
Betriebsüberwachung Mehrjähriges Monitoring am neuen Dienstsitz des Bundes- Die Betriebsüberwachung überprüft die Betriebsfüh ministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit rung des Betreibers auf Anwendung und Einhaltung der Grundsätze der Betriebsführung und steht darüber hinaus dem Betreiber mit fachtechnischer Beratung ergänzen. Die Regelungen der verbindlich eingeführten zur Seite. Hierbei wird das Ziel verfolgt, die Wirtschaft Regelwerke, Vorgaben und der RBBau mit Relevanz für lichkeit des Gebäudebetriebs sicherzustellen. die Nutzungsphase bleiben von den Empfehlungen dieses Leitfadens, insbesondere hinsichtlich Zuständig BNB-Nachhaltigkeitskoordinator keiten und Abläufen, unberührt. Die Aufgabe der Überprüfung der Bewirtschaftungs prozesse auf die Einhaltung des Leitfadens Nachhaltiges BUNDESBAU Bei der Anwendung des Leitfadens auf Bauen, die Koordination der Nachhaltigkeitsaspekte das Nutzen und Betreiben von baulichen Anlagen des in der Nutzungsphase und die Durchführung von Bundes ist das Einhalten der Regelungen der RBBau Nachhaltigkeitsbewertungen obliegen dem Betreiber. selbstverständliche Voraussetzung. Diesbezüglich ist Der Betreiber überträgt diese Aufgaben in der Regel zum Beispiel die Berichterstattung der Verbrauchs einem BNBNachhaltigkeitskoordinator. werte nach Abschnitt K 6 der RBBau zu nennen. Deren Relevanz für die Nachhaltigkeit wird im Kapitel 3.2.10 BUNDESBAU Bei Bundesgebäuden wird der Nachhal „Berichterstattungspflichten“ erläutert. Nur durch tigkeitskoordinator durch die nutzende Dienststelle die Einhaltung der Regelungen der RBBau können sowie die baudurchführende Ebene und die Betriebs unter anderem die notwendigen Prozessqualitäten für überwachung im Rahmen ihrer Aufgaben nach RBBau eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung sicherge unterstützt. stellt werden. Darüber hinaus sind für Bundesgebäude unter anderem weitere nachfolgende Richtlinien, Zuständigkeiten, Aufgaben und Verantwortungsbereiche Leitfäden und Arbeitshilfen zu nennen: der an der Nutzung und dem Betrieb Beteiligten (wie Betreiber, FacilityManagementUnternehmen, Nutzer, ■ Baufachliche Richtlinien Gebäudebestandsdoku Verwaltung) sind durch zahlreiche Regelwerke und mentation (BFR GBestand) Vorgaben sowie in Teilen auch durch die RBBau definiert. ■ Richtlinie für die Überwachung der Verkehrssicher Der Teil C des Leitfadens Nachhaltiges Bauen enthält heit von baulichen Anlagen des Bundes (RÜV) Empfehlungen, welche die bestehenden Regelwerke ■ Brandschutzleitfaden für Gebäude des Bundes und Vorgaben im Hinblick auf die Sicherstellung nach ■ Arbeitshilfen Recycling haltiger Nutzungs und Bewirtschaftungsprozesse
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 93
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3. Kriterien zum nachhaltigen Nutzen
und Betreiben
C 3 Das Nutzen und Betreiben eines Gebäudes stellt ge Während der Nutzungsphase sind Prozess und Objekt wöhnlich die längste Phase in dessen Lebenszyklus dar. qualitäten zu untersuchen, zu bewerten und darzu Die Nutzungs und Betriebsphase (hier unter dem stellen. Die Nutzungsphase beinhaltet eine Vielzahl an Begriff der Nutzungsphase zusammengefasst) ist in der komplexen Prozessen, in die zahlreiche Beteiligte in Regel auch die Phase mit den ökonomisch und ökolo volviert sind. Damit den ökonomischen, ökologischen gisch intensivsten Auswirkungen. Die soziokulturellen und soziokulturellen Faktoren ihre jeweilige Bedeu und funktionalen Aspekte kommen vorwiegend in tung zukommt, bedarf es eines umfassenden Qualitäts dieser Phase zum Tragen. Aus diesem Grund kommt managementsystems für die Bewirtschaftung. Zu der Bewertung von Nachhaltigkeits aspekten während diesem Zweck ist das Modul Nutzen und Betreiben des der Nutzungsphase eine besondere Bedeutung zu. Ein Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen des Bundes Gebäude, das regelmäßig auf seine Betriebs und Nut während der Nutzungsphase anzuwenden. Mit diesem zungsparameter untersucht wird, kann hinsichtlich BNBModul werden während der Nutzungsphase die der Nutzungs und Bewirtschaftungsprozesse opti folgenden Prozessqualitäten untersucht, bewertet und miert und auf diese Weise effizienter, umweltfreundli dokumentiert, sodass möglichst nachhaltiges Nutzen cher und gegebenenfalls kostengünstiger betrieben und Betreiben erreicht werden kann. werden. Gleichzeitig ist es möglich, die funktionale Qualität und die Nutzerzufriedenheit aufrechtzuerhal ten und kontinuierlich zu verbessern. Kriteriengruppe „Prozessqualität des Nutzens und Betreibens“ Darüber hinaus können die festgestellten und doku mentierten Nutzungs und Bewirtschaftungsparameter ■ Nutzerzufriedenheitsmanagement (BNB_BB 5.3.1) im Bedarfsfall einen Beitrag zu einer umfassenden ■ Management der Energie- und Wasserverbräuche Bauwerksdiagnose leisten, die als Grundlage für Moder (BNB_BB 5.3.2) nisierungs, Umbau oder Umnutzungsentscheidungen ■ Nutzungskostencontrolling (BNB_BB 5.3.3) sowie planungen herangezogen werden kann. ■ Inspektion, Wartung und Verkehrssicherung (BNB_BB 5.3.4) 3�1 Übersicht zu den Prozess- und ■ Umwelt- und gesundheitsverträgliche Reinigung Objektqualitäten in der Nutzungsphase (BNB_BB 5.3.5) Zu den wichtigsten Aufgaben des Betreibers gehören ■ Technische Betriebsführung und Qualifikation die Definition der im Bewirtschaftungsprozess zu des Betriebspersonals (BNB_BB 5.3.6) erreichenden Ziele sowie die regelmäßige Prüfung ■ Lebenszyklusbegleitende Objektdokumentation möglicher Optimierungspotenziale im Rahmen der (BNB_BB 5.3.7) zu erbringenden Leistungen. ■ Information und Motivation der Nutzer (BNB_BB 5.3.8)
Diese Leistungen werden im Allgemeinen unter dem Begriff Gebäudemanagement subsumiert und umfassen Ebenfalls einer regelmäßigen Untersuchung und Be gemäß DIN 32736:2000-08 „Gebäudemanagement – wertung bedürfen die tatsächlichen Objektqualitäten. Begriffe und Leistungen“ das technische, infrastruktu- Hierbei gilt es zu analysieren und zu bewerten, wie sich relle und kaufmännische Gebäudemanagement. Die das Gebäude unter realen Nutzungsbedingungen im notwendigen Informationen für das Ausschöpfen von täglichen Betrieb tatsächlich verhält. Um eine einheit Verbesserungsmöglichkeiten sowie das Berichtswesen liche und vergleichbare Bewertung zu erhalten, wurden an den Eigentümer können vorrangig mittels eines in das Modul Nutzen und Betreiben des BNB Anforde Computer-Aided-Facility-Management-Systems rungen an die Überprüfung der Objektqualität integriert. (CAFM-System) generiert werden.1
1 Vgl. Eser (2009), S. 36
94 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
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Betrachtet wird hier die tatsächliche Objektqualität des 3�2 Beschreibung und Bewertung der Objekt- C 3 Gebäudes, die sich infolge eines nachhaltigkeitsorien und Prozessqualitäten in der Nutzungsphase tierten Planens, Errichtens, Nutzens und Betreibens einstellt. Die Überprüfung der Objektqualität kann aber 3.2.1 Betriebskonzept auch als Teil einer umfassenden Diagnose eines existie Bereits zu Beginn des Planungs und Bauprozesses in renden Gebäudes angestellt werden. der Phase der Bedarfsplanung muss für sämtliche in einem Gebäude durchzuführenden Einzeltätigkeiten ein Mit dem BNBModul Nutzen und Betreiben ist hierzu umfassendes Betriebskonzept erstellt werden. In der eine exemplarische Auswahl der tatsächlichen Objekt Nutzungsphase muss dieses Betriebskonzept dauerhaft qualitäten regelmäßig zu untersuchen und zu dokumen fortgeschrieben und angepasst werden. Sollte kein Be tieren. Dies erfolgt im Rahmen der Kriteriengruppe triebskonzept vorliegen, muss dieses erstmalig erstellt „Realqualitäten“. werden. Es werden hierbei die durchzuführenden Maß nahmen zur Erreichung der geforderten Dienstgüten (ServiceLevels) und die Anforderungen an das Berichts Kriteriengruppe „Realqualitäten“ wesen festgelegt. Die Erstellung eines Betriebskonzeptes ist für die Sicherstellung einer guten Prozess und auch ■ Treibhausgas-Emissionen infolge Heiz- / Elektro- Objektqualität von großer Bedeutung. Über ein Betriebs energieverbrauch (BNB_BB 1.1.1) konzept wird die tatsächliche Beschaffenheit eines ■ Energieverbrauch (Endenergie) infolge Heiz- / Gebäudes und dessen Bewirtschaftung mit den Nutzer Elektroenergieverbrauch (BNB_BB 1.2.1) beziehungsweise Eigentümeranforderungen in Bezie ■ Trinkwasserverbrauch (BNB_BB 1.2.3) hung gesetzt. ■ Tatsächlicher thermischer Komfort im Winter (BNB_BB 3.1.1) Das Betriebskonzept muss sich an Art und Umfang der ■ Tatsächlicher thermischer Komfort im Sommer Gebäudenutzung ausrichten, wobei sich diese während (BNB_BB 3.1.2) der Nutzungsphase eines Gebäudes weiterentwickeln ■ Tatsächliche Innenraumlufthygiene (BNB_BB 3.1.3) oder ändern kann. Bereits die prognostizierte bezie ■ Tatsächliche Nutzerzufriedenheit (BNB_BB 3.1.9 ) hungsweise geplante Gebäudenutzug, die während der Bedarfsplanung oder in der Planungsphase eines Bau werks als Planungsgrundlage herangezogen wird, und Eine Bewertung soll im Falle eines Neubaus bezie die sich tatsächlich einstellende Gebäudenutzung am hungsweise einer kompletten Modernisierungs, Um Beginn der Nutzungsphase können unter Umständen bau oder Umnutzungsmaßnahme erstmalig drei Jahre voneinander abweichen. Im Rahmen einer nachhalti nach Inbetriebnahme durchgeführt werden. gen Gebäudebewirtschaftung muss daher die tatsächli che Gebäudenutzung regelmäßig untersucht und das Einen Überblick zu den Mindestanforderungen zur Betriebskonzept entsprechend angepasst werden. Hier Erzielung eines nachhaltigen Gebäudebetriebs gibt die bei sind unter anderem die folgenden Faktoren der Ge Anlage C1. Darüber hinaus werden auch Empfehlungen bäudenutzung relevant: im Hinblick auf eine sinnvolle Qualitätssteigerung gegeben. ■ tatsächliche Art der Nutzung ■ aktuelles Raumprogramm ■ tatsächliche Raumbelegung ■ tatsächliche Arbeits und Betriebszeiten ■ aktueller Anspruch des Nutzers an Funktionalität, Sicherheit und Komfort ■ aktueller baulicher und technischer Ausstattungs standard ■ aktuelles Nutzerverhalten ■ aktuelle nutzer und nutzungsspezifische Ausstattung
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ASPEKTE DER NUTZUNGS- UND BEWIRTSCHAFTUNGSANALYSE ABBILDUNG C1
angenommenes tatsächliches tatsächliches Nutzerverhalten Nutzerverhalten Nutzerverhalten
angenommene tatsächliche tatsächliche Arbeits- und Betriebszeiten Arbeits- und Betriebszeiten Arbeits- und Bet C 3 angenommene tatsächliche tatsächliche Raumbelegungsintensität Raumbelegungsintensität Raumbelegungs
angenommene tatsächliche tatsächliche technische Ausrüstung technische Ausrüstung technische Ausr
angenommene nutzer- und tatsächliche nutzer- und tatsächliche nut nutzungsfreundliche Ausstattung nutzungsfreundliche Ausstattung nutzungsfreund
angenommener tatsächlicher tatsächlicher Betriebskonzept Flächenbedarf Flächenbedarf Flächenbedarf
angenommene tatsächliche tatsächliche Klimatisierung Klimatisierung Klimatisierung
angenommene Funktionalität, tatsächliche Funktionalität, tatsächliche Fun Sicherheit, Komfort Sicherheit, Komfort Sicherheit, Kom
angenommenes tatsächliches tatsächliches Raumprogramm Raumprogramm Raumprogramm
angenommene Art tatsächliche Art tatsächliche Art der Nutzung der Nutzung der Nutzung
angenommener baulicher und tatsächlicher baulicher und tatsächlicher ba techn� Ausstattungsstandard techn� Ausstattungsstandard technischer Aus
Quelle: BBSR
Nutzungs- und Bewirtschaftungsanalyse Der Betreiber muss die nutzende Dienststelle bei der Die tatsächliche Gebäudenutzung muss im Rahmen Durchführung der Nutzungs und Bewirtschaftungs einer umfassenden Analyse (Nutzungs und Bewirt analyse unterstützen. Dem Betreiber sind die Ergebnis schaftungsanalyse, Abbildung C1) regelmäßig unter se der Nutzungs und Bewirtschaftungsanalyse mit sucht und das Betriebskonzept entsprechend angepasst allen relevanten Informationen über die tatsächliche werden. Die Nutzungs und Bewirtschaftungsanalyse Gebäudenutzung zur Verfügung zu stellen. Hierzu zäh ist eine wichtige Aufgabe der nutzenden Dienststelle, len insbesondere umgehende Hinweise auf geänderte mit der mögliche Optimierungspotenziale ausgeschöpft Faktoren und Randbedingungen der Gebäudenutzung werden können. Die Nutzungs und Bewirtschaftungs entsprechend der Auflistung in der Anlage C1. analyse ist sowohl Voraussetzung eines erfolgreichen Nutzungskostencontrollings (Kapitel 3.2.2) als auch des Energiemanagements (Kapitel 3.2.3.1). Mindestanfor derungen und Empfehlungen sind der Anlage C1 zu entnehmen.
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3.2.2 Nutzungskostencontrolling Die Gliederung und Erfassung der Betriebs und In C 3 Als Nutzungskosten im Sinne des Leitfadens werden standsetzungskosten ist nach DIN 18960 vorzunehmen. die Betriebs und die Instandsetzungskosten verstanden. Das Kostencontrolling der Betriebs und Instandset Die Höhe der Betriebs und Instandsetzungskosten zungskosten muss mindestens mit den Kostengruppen (KG 300 und KG 400 nach DIN 18960) hat über ihren 310 bis 350 und 410 bis 440 nach DIN 18960 durchge Anteil an den Nutzungskosten einen wesentlichen führt werden. Die Gliederung muss hierbei mindestens Einfluss auf die Lebenszykluskosten und damit auf die mit der Gliederungstiefe entsprechend Anlage C2 vor ökonomische Qualität von Gebäuden. Eine Planung, genommen werden. Kosten, die im Zusammenhang Erfassung und Analyse der Betriebs und Instandset mit Ersatzinvestitionen entstehen (kompletter Austausch zungskosten auf Basis einer einheitlichen Systematik und Ersatz von Bauteilen), sind gesondert im Kosten unterstützt das Erschließen von Potenzialen zur Kosten controlling zu erfassen. In die Erarbeitung von Zielwer einsparung und zeigt Hinweise auf Verbesserungsmög ten beziehungsweise in die Planung von Budgets für lichkeiten auf. Im Rahmen des Kostencontrollings der Wartungs und Instandsetzungskosten können unter Betriebs und Instandsetzungskosten (Nutzungskosten anderem Angaben aus Wartungs und Vollwartungs controlling, BNB_BB 5.3.3) sind die tatsächlich angefal verträgen einfließen. Es wird empfohlen, sich diese be lenen Kosten den vom Betreiber zuvor für das konkrete reits in der Planungsphase anbieten zu lassen. Das Kos Gebäude festgelegten Kostenzielwerten gegenüberzu tencontrolling ist Aufgabe des Betreibers. stellen. Bei Überschreitung der Kostenzielwerte müssen die Gründe hierfür identifiziert und analysiert werden, BUNDESBAU An Teilaufgaben des Kostencontrollings sodass entweder mögliche Optimierungspotenziale sind gemäß RBBau auch andere beteiligt. Diesbezüglich erkannt oder notwendige Anpassungen bei den Ziel kann beispielsweise die Beratungsleistung der Bauver werten vorgenommen werden können. Im Anschluss waltung (baudurchführende Ebene) bei der Ermittlung müssen entsprechende Maßnahmen zur Kostensteue der Kosten für die Bauunterhaltungsarbeiten genannt rung veranlasst werden. Ziel des Nutzungskostencont werden. Die Aufgaben der Bauverwaltung ergeben sich rollings ist die Reduzierung der Nutzungskosten, das aus Abschnitt C der RBBau. Die Aufgaben der Betriebs heißt das Identifizieren und Ausschöpfen eventuell überwachung ergeben sich aus Abschnitt K 15 der RBBau. vorhandener Kosteneinsparpotenziale. Voraussetzung eines funktionierenden Kostencontrollings sind die Nutzungskostenplanung Etablierung einer geeigneten Aufbau und Ablauforga Die Nutzungskostenplanung beinhaltet unter anderem nisation zur Erfassung und Analyse der tatsächlichen die Planung der Betriebs und Instandsetzungskosten Kosten nach Kostenarten und Kostenstellen, die Erstel sowie ein Berichtswesen. Im Rahmen der Nutzungs lung und Analyse von Zeitreihen sowie der Vergleich kostenplanung sind Kostenziele für das bevorstehende mit Benchmarks. Haushaltsjahr festzulegen. Sie werden später zur Be wertung der tatsächlich angefallenen Betriebs und Die Qualität des Kostencontrollings wird bestimmt Instandsetzungskosten herangezogen. Die Nutzungs durch folgende Teilaspekte: kostenplanung muss periodisch erfolgen (alle zwölf Monate) und den zuvor benannten Mindestdetaillie ■ Nutzungskostenplanung: rungsgrad entsprechend Anlage C2 aufweisen. Optimal Zeitintervalle und Detaillierungsgrad ist die durchgängige Aufgliederung der Kosten bis zur ■ Erfassung und Auswertung der Betriebs und dritten Ebene gemäß DIN 18960. Instandsetzungskosten: Zeitintervalle, Umfang und Detaillierungsgrad ■ Nutzungskostenuntersuchung und Maßnahmenprogramm: Vorhandensein, Qualität und Umsetzung
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C 3 Bei der Festlegung der Zielwerte zu den objekt und Erfassung und Auswertung der tatsächlichen standortspezifischen Betriebskosten müssen die Betriebs- und Instandsetzungskosten aktuellen beziehungsweise absehbaren Randbedingun Die tatsächlichen Betriebs und Instandsetzungskos gen berücks ichtigt werden, wie: ten sind periodisch zu erfassen, auszuwerten und im Rahmen eines Berichtswesens zu dokumentieren. ■ Art und Umfang der Nutzung Grundlage der Kostenerfassung ist ein Kostenerfas ■ Festlegungen und Standards zum Nutzerkomfort sungskonzept, das die zu erfassenden Kosten sowie die (wie die operative Temperatur im Sommer) Verantwortlichkeiten, den Informationsfluss und die ■ Analyseergebnisse vorangegangener Kostener erforderliche Infrastruktur zur Feststellung und Doku fassungen mentation der Betriebs und Instandsetzungskosten ■ Berechnungen auf der Grundlage des Betriebs beinhaltet. Hierzu gehören auch entsprechende Rege konzepts, das der Bewirtschaftung des Gebäudes lungen zur Zusammenführung der oftmals von ver zugrunde liegt (beispielsweise Ermittlung der schiedenen Akteuren zu liefernden Kosteninformationen Energiekosten nach Umsetzung von Optimierungs an eine zentrale Stelle. Das Kostenerfassungskonzept maß nahmen) ist durch den Betreiber zu erarbeiten. ■ Orientierungs und Bestwerte, die bei der Bewirt schaftung vorbildlicher vergleichbarer Gebäude Im Rahmen des Kostencontrollings sind mindestens erreicht wurden (Best Practice) die Betriebs und Instandsetzungskosten nach Kosten ■ lokale Tarife für Energie und Dienstleistungen gruppen 310 bis 350 und 410 bis 440 nach DIN 18960 periodisch zu erfassen und auszuwerten. Die Erfassung Zur Bestimmung der Instandsetzungskosten nach und Auswertung muss regelmäßig mindestens alle Kostengruppe 400 der DIN 18960 sind alle notwendigen zwölf Monate geschehen und den Mindestdetaillierungs Instandsetzungsarbeiten sorgfältig zu ermitteln. grad gemäß Anlage C2 aufweisen. Empfohlen wird eine Grundlage der Planung der Instandsetzungskosten ist Erfassung und Auswertung in einem regelmäßigen die Feststellung des Baubedarfs infolge des aktuellen Intervall von drei Monaten. Kernelement der Kosten Bauzustandes. Zur Ermittlung des Bauzustandes und auswertung ist eine Gegenüberstellung der tatsächlichen der notwendigen Instandsetzungsarbeiten ist das und der geplanten Kosten. Anhand von Untersuchungen Gebäude periodisch zu begehen (BUNDESBAU siehe zur absoluten Höhe und Kostenstruktur (Anteile der Abschnitt C der RBBau). fixen und variablen Kosten, Identifikation der haupt sächlichen Kostentreiber etc.) sind Auffälligkeiten und Für die Planung der Betriebskosten müssen Zielwerte Abweichungen von Benchmarks zu identifizieren. für die Versorgungskosten festgelegt werden. Die Vor Soweit erforderlich, muss zunächst eine Bereinigung gehensweise hierzu ist im Kapitel 3.2.3.1 „Management der Kosten im Hinblick auf Einflüsse, die im Zuge der der Energie und Wasserverbräuche“ beschrieben. Ziel Nutzungskostenplanung nicht vorhersehbar waren, werte für die weiteren Kostengruppen der Betriebs erfolgen, wie Preisentwicklung, Witterung oder Beson kosten (KG 300 nach DIN 18960) können zum Beispiel derheiten aus Nutzung / Betrieb. auf der Basis von Vergabeergebnissen oder bereits bestehenden Vertragsverhältnissen mit Dienstleistungs Zuständig für die Erfassung der tatsächlichen Betriebs unternehmen ermittelt werden (beispielsweise Gebäude und Instandsetzungskosten und deren Auswertung reinigungs oder Wartungs und Inspektionsleistungen). ist der Betreiber. Die Ergebnisse sind durch den Betrei ber in einem Bericht zu dokumentieren. Verteilung Zuständig für die Zusammenstellung der vollständigen und Mindestinhalte des Berichts sind im Kapitel 3.2.10 Nutzungskostenplanung entsprechend der vorstehen „Berichterstattungspflichten“ geregelt. den Regelungen ist der Betreiber. Die Nutzungskosten planung ist durch den Betreiber in einem Bericht zu dokumentieren. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts sind im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungs pflichten“ geregelt.
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Nutzungskostenuntersuchung und Maßnahmenprogramm C 3 Maßnahmenprogramm Das Maßnahmenprogramm beinhaltet die Aktivitäten Die festgestellten Betriebs und Instandsetzungskosten zur Planung, Bewertung, Umsetzung und Erfolgskon sind einer Nutzungskostenuntersuchung zu unterziehen. trolle von Maßnahmen, die auf eine Reduzierung der Diese besteht aus einer anlassbezogenen Ursachenfor Betriebs und Instandsetzungskosten abzielen. Maßnah schung und einer generellen Nutzungskostenanalyse. men sind grundsätzlich umzusetzen, wenn eine Maß nahme offensichtlich ökonomisch vorteilhaft ist oder Ursachenforschung bei Überschreitung von über eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung unter Be Benchmarks rücksichtigung von qualitativen Bewertungsverfahren Bei Überschreitung von Zielwerten der Nutzungskos wie die Nutzwertanalyse die ökonomische Vorteilhaf tenplanung oder sonstigen, im Rahmen der Erfassung tigkeit nachweisbar ist. identifizierten Auffälligkeiten muss durch den Betreiber eine Ursachenforschung erfolgen. Die identifizierten Zuständig für die Ursachenforschung bei Überschrei Ursachen müssen in ein Maßnahmenprogramm ein tung von Zielwerten und sonstigen identifizierten fließen, welches die Gründe für erhöhte Nutzungskosten Auffälligkeiten sowie die Nutzungskostenanalyse und beseitigen soll. das Maßnahmenprogramm ist der Betreiber, unter stützt durch die Bauverwaltung und die Betriebsüber Nutzungskostenanalyse wachung. Hinsichtlich der Feststellung der tatsächlichen Es ist periodisch eine Nutzungskostenanalyse der Gebäudenutzung im Rahmen der Nutzungs und Be Betriebs und Instandsetzungskosten inklusive der Bil wirtschaftungsanalyse wird der Betreiber durch die dung von meldepflichtigen Kennwerten durchzufüh nutzende Dienststelle unterstützt. ren, auch wenn keine Anhaltspunkte für Abweichungen von PlanGrößen oder für Kosteneinsparpotenziale Der Betreiber erstellt jährlich einen Bericht, in dem vorliegen. Diese Analyse ist in einem Grundintervall von die Ergebnisse der Nutzungskostenanalyse sowie gege drei Jahren sowie nach wesentlichen baulichen oder benenfalls der Ursachenforschung und das Maßnah organisatorischen Umgestaltungen durchzuführen. menprogramm dokumentiert werden. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts sind im Kapitel 3.2.10 Im Rahmen der Nutzungskostenanalyse ist generell „Berichterstattungspflichten“ geregelt. zu prüfen, ob: 3.2.3 Energie- und Wasserverbräuche ■ bauliche oder technische Potenziale zur Reduzie Den Energie und Wasserverbräuchen kommt eine rung der Betriebskosten bestehen (mit Unterschei besonders große Bedeutung zu, da sie sich erheblich dung nach investiven Maßnahmen und niedrig auf die ökonomische und ökologische Qualität der investiven Verbesserungsmaßnahmen) Nutzungsphase auswirken. Ein Hauptaugenmerk des ■ Mängel bei der Umsetzung des Betriebskonzepts Betreibers muss daher auf der Überwachung und Opti bestehen mierung der Energie und Wasserverbräuche liegen. ■ Abweichungen zwischen Betriebskonzept und Die Qualität dieses Monitorings lässt sich nicht allein tatsächlicher Gebäudenutzung bestehen (siehe an den Verbrauchswerten ablesen. Erst wenn die Nut Kapitel 3.2.1) zungs und Bewirtschaftungsprozesse in einem ange messenen Umfang auf die Überprüfung und Optimie rung der Energie und Wasserverbräuche ausgelegt sind, ist sichergestellt, dass die optimalen Verbrauchs werte erreicht werden können oder bereits erreicht wurden. Während der Nutzungsphase sind daher zum einen die tatsächlichen Gebäudequalitäten auf der Basis der Verbrauchswerte zu untersuchen und zum anderen ist ein Management der Energie und Wasser verbräuche im Bewirtschaftungsprozess zu etablieren.
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 99
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C 3 3.2.3.1 Management der Energie- und Die Qualität des Energie und Wasserverbrauchsmoni Wasserverbräuche torings wird durch folgende Teilaspekte bestimmt: Grundsätzliches Ziel des Managements der Energie und Wasserverbräuche (BNB_BB 5.3.2) ist es, den Ver ■ Erfassung (Monitoring) und Auswertung der brauch an Energie und Wasser in der Nutzungsphase Energie und Wasserverbräuche zu überwachen und zu minimieren. Voraussetzungen ■ Veranlassen von bedarfs und situationsgerechten hierfür sind eine systematische Erfassung aller Ver Maßnahmen bräuche und deren Auswertung im Hinblick auf erhöh te Verbräuche und sonstige Auffälligkeiten. Hierdurch Zuständig für das Management der Energie und sollen Einsparpotenziale identifiziert und Lösungsan Wasserverbräuche ist der Betreiber. sätze zur Senkung der Energie und Wasserverbräuche entwickelt werden können. Im Rahmen eines Monito Erfassung und Auswertung der Energie- und rings werden daher die Energie und Wasserverbräuche Wasserverbräuche periodisch erfasst und ausgewertet. Die Auswertung Die Energie und Wasserverbräuche sind periodisch zu erfolgt insbesondere anhand eines Vergleichs mit den erfassen, auszuwerten und im Rahmen eines Berichts Verbräuchen vorangegangener Perioden, nachdem – wesens zu dokumentieren. Voraussetzung für die soweit erforderlich – eine Bereinigung der Verbräuche zielgerichtete Erfassung der relevanten Verbräuche ist erfolgte. Die Vergleichbarkeit der Nutzungsbedingungen ein Messkonzept, welches neben den zu erfassenden ist zu prüfen. Ein Vergleich mit rechnerischen Soll Verbräuchen auch die Verantwortlichkeiten, den Infor Größen ist nur dann sinnvoll, wenn einheitliche System mationsfluss und die erforderliche Infrastruktur zur grenzen vorliegen. Durch ein Monitoring des Energie Feststellung und Dokumentation der Energie und und Wasserverbrauchs können Fehlfunktionen sowie Wasserverbräuche festlegt. Das Messkonzept muss Mängel bei der Betriebsführung aufgezeigt und die bereits im Zuge der Planungsphase eines Bauwerks Bewirtschaftungsprozesse des Gebäudes kontinuierlich erstellt (siehe Teil B, Kapitel 2.4.1 „Energie und Mess verbessert werden. konzept“ und BNB 5.1.3), in der Bauphase realisiert und
ENTWICKLUNG DES ELEKTROENERGIEVERBRAUCHS DES HAUPTGEBÄUDES DES UBA DESSAU ABBILDUNG C2
kWh/(m2BGF a)
40,0
35,0
Planungs- 30,0 wert
25,0
20,0
15,0
10,0
5 ,0
Jahr 2005/06 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Quelle: BBSR
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in der Nutzungsphase umgesetzt werden. Mit Blick (Fehler oder Störungsbeseitigung). Soweit erforderlich, C 3 auf den Detaillierungsgrad der Verbrauchserfassung muss im Vorfeld der Auswertung eine Bereinigung der sind die Vorgaben gemäß Muster zum „Energetischen Verbräuche im Hinblick auf Witterung und eventuelle Pflichtenheft“ (Anlage B4) zu berücksichtigen. Es sind Besonderheiten aus Nutzung und Betrieb des Gebäudes im Minimum die Mindestanforderungen des Energe erfolgen. tischen Pflichtenheftes umzusetzen. Empfohlen wird die Umsetzung aller Empfehlungen des Energetischen Zuständig für die Erfassung, Bereinigung, Dokumen Pflichtenheftes. tation, Auswertung und etwaige Fehler oder Störungs beseitigung der Energie und Wasserverbräuche ist der Die Feststellung und Dokumentation der Verbräuche Betreiber. Die Ergebnisse der Verbrauchserfassung und muss in der Inbetriebnahmephase in einem Intervall Auswertung sind durch den Betreiber in einem Bericht von einem Monat vorgenommen werden. Nachdem zu dokumentieren. Verteilung und Mindestinhalte des ein stabiler, aber unter Umständen noch nicht optima Berichts sind im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungs ler Anlagenbetrieb erreicht worden ist, sollte das Inter pflichten“ geregelt. vall von einem Monat weiterhin beibehalten werden. Erst wenn ein stabiler und optimaler Anlagenbetrieb Veranlassen von Maßnahmen erreicht worden ist, kann die Feststellung und Doku In den nachstehend genannten Fällen sind Maßnahmen mentation der Verbräuche in Abhängigkeit vom Auf zu ergreifen: wand auch in einem längeren Intervall vorgenommen werden. Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Gebäude Veranlassen von Maßnahmen bei Überschreitung betriebs müssen jahreszeitliche Unterschiede erfasst von Benchmarks und Störungen rechtzeitig erkannt werden können. Die Bei Überschreitung von Benchmarks oder sonstigen, Feststellung und Dokumentation der Verbräuche darf im Rahmen der Verbrauchserfassung und auswertung daher nicht in einem Intervall größer als drei Monate identifizierten Auffälligkeiten muss eine Ursachenfor erfolgen. In Abhängigkeit von der technischen Ausstat schung und feststellung erfolgen. Nach erfolgter tung des Gebäudes kann hiervon begründet abgewichen Ursachenfeststellung muss mit einer kurzen Reaktions werden, wenn eine kurze Reaktionszeit auf Störungen zeit eine unverzügliche Fehler oder Störungsbeseitigung oder Fehler sichergestellt ist. durchgeführt werden.
Im Rahmen der Auswertung sind die erfassten Verbräu Veranlassen von Maßnahmen zur Optimierung che den gebäudespezifischen Benchmarks (Gesamt Es ist periodisch2 zu untersuchen, ob bauliche und / verbrauch und Teilverbräuche beziehungsweise Teile oder technische Potenziale zur Reduzierung der Ener nergiekennwerte) gegenüberzustellen. Die Benchmarks gie und Wasserverbräuche bestehen (Energie und sind anhand der in den vorangegangenen Perioden er Wasserverbrauchsuntersuchung). Die Energie und mittelten Verbräuche sowie anhand von Berechnungen Wasserver brauchs untersuchung muss sich zum einen auf Grundlage des Betriebskonzepts zu ermitteln. Stehen auf die Konzeption und Bewertung von organisatori Planwerte aus der Planungs und Bauphase des Bau schen und / oder investiven Maßnahmen beziehen, die werks zur Verfügung, so sind auch diese als Benchmarks eine Senkung der Energie und Wasserverbräuche zu verwenden, soweit sie identische Systemgrenzen erwarten lassen. Zum anderen ist zu prüfen, ob Mög aufweisen und auch ansonsten geeignet sind. Ziel der lichkeiten für eine kurzfristige Realisierung niedrig Auswertung ist die Identifikation von Überschreitungen investiver Optimierungsmaßnahmen zur Senkung der der Benchmarks und sonstigen Auffälligkeiten, wie der Energie und Wasserverbräuche bestehen, die im Zuge sprunghafte Anstieg des Verbrauchsanteils einer tech der Inspektions und Wartungsarbeiten an den Heizungs, nischen Anlage im Vergleich zur vorangegangenen Er Lüftungs, Kälte und Beleuchtungsanlagen durchge fassungsperiode. Die Erfassung und Auswertung der führt werden können. Organisatorische Maßnahmen Energie und Wasserverbräuche muss das rechtzeitige Treffen von geeigneten Gegenmaßnahmen ermöglichen
2 Grundintervall: alle zwölf Monate und nach baulichen beziehungsweise organisatorischen Umgestaltungen
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C 3 sollen jeweils sofort umgesetzt werden. Im Rahmen der Die Betrachtungswinkel sind jedoch unterschiedlich, Energie und Wasserverbrauchsuntersuchung sind da das Management der Energie und Wasserverbräuche auch die Ergebnisse der Nutzungs und Bewirtschaf ausschließlich die Erschließung von physischen Ein tungsanalyse (siehe Kapitel 3.2.1) zu berücksichtigen. sparpotenzialen betrachtet, nicht jedoch die Tarifopti mierung. Dieses Einsparpotenzial lässt sich jedoch nicht Maßnahmenprogramm immer mit wirtschaftlichen Maßnahmen erreichen. Die im Rahmen der Energie und Wasserverbrauchs Das Kriterium BNB_BB 5.3.2 „Management der Ener untersuchung und der Ursachenforschung identifizier gie und Wasserverbräuche“ lässt daher das begründete ten Abweichungen, Schwachpunkte und Optimierungs Verwerfen von Maßnahmen zur Reduzierung des Ener potenziale müssen in ein Maßnahmenprogramm gie oder Wasserverbrauchs zu. Eine mögliche Begrün einfließen. Das Maßnahmenprogramm beinhaltet die dung ist diesbezüglich die fehlende Wirtschaftlichkeit Aktivitäten zur Planung, Bewertung und Umsetzung der Maßnahmen. baulicher, technischer und organisatorischer Maßnah men, die auf eine Reduzierung der Energie und Wasser Zuständig für die Ursachenforschung, die Energie und verbräuche abzielen. Eine Umsetzung der Maßnahmen Wasserverbrauchsuntersuchung und das Maßnahmen soll nur dann erfolgen, wenn diese im Rahmen einer programm ist der Betreiber. Bewertung als ökologisch und ökonomisch vorteilhaft bewertet worden sind. Im Zuge der Maßnahmenbe 3.2.3.2 Energieverbrauch wertung ist zu dokumentieren, aus welchen Gründen Der tatsächliche (gemessene) Heiz und Elektroenergie Maßnahmen verworfen wurden, die zu einer Reduzie verbrauch (BNB_BB 1.2.1) ist ein wichtiger Indikator rung der Energie und Wasserverbräuche führen würden sowohl für die reale Ressourceninanspruchnahme und (beispielsweise Missverhältnis zwischen den Kosten Umweltbelastung, das heißt die ökologische Qualität, für die Umsetzung einer Maßnahme und den hiermit als auch für die Nutzungskosten und damit die ökono verbundenen Wasser und Energiekosteneinsparungen). mische Qualität eines Gebäudes. Die Ermittlung und Als Bestandteil der Maßnahmenumsetzung ist weiter Bewertung des Energieverbrauchs in der Nutzungsphase hin eine Erfolgskontrolle durchzuführen. Hierbei sind liefern wichtige Hinweise zur energetischen Qualität die tatsächlichen Energie und Wasserverbräuche nach eines Gebäudes und seiner Bewirtschaftungsprozesse. Umsetzung der Maßnahme den prognostizierten Ver Die energetische Qualität eines Gebäudes hat unter bräuchen gegenüberzustellen. anderem Auswirkungen auf die Wertermittlung sowie die Wertentwicklung und damit im Sinne einer weiteren Veranlassen von Maßnahmen bei fehlendem ökonomischen Qualität auf die Wertstabilität. Messkonzept oder fehlender Erfassung Soweit bei bestehenden Gebäuden noch kein Mess Die Erfassung und Bewertung des Energieverbrauchs konzept vorliegt beziehungsweise dieses sowie die erfolgt in Anlehnung an die Bestimmungen zur Er technische Umsetzung noch nicht den aktuellen An stellung von Energieverbrauchsausweisen nach EnEV. forderungen entsprechen, sind diese Defizite zu behe Soweit möglich, können Angaben aus dem Energie ben. Konkrete Hinweise für die Erstellung von Mess bedarfsausweis übernommen werden. Gegenstand der konzepten können dem Muster zum „Energetischen Betrachtung ist der reale (gemessene) Heiz und Elek Pflichtenheft“ (Anlage B4) entnommen werden. troenergieverbrauch des Gebäudes. Der gemessene Energieverbrauch wird auf einheitliche Randbedingun Das Management der Energie und Wasserverbräuche gen bereinigt und auf eine geeignete Größe bezogen. unterstützt das Kostencontrolling. Im Rahmen dessen Anschließend kann er über einen Vergleich mit Bench werden die mit der Bewirtschaftung des Gebäudes marks für den Heiz und Elektroenergieverbrauch verbundenen Kosten geplant, erfasst und analysiert. bewertet werden. Sofern zum Gebäude kein verbrauchs Darüber hinaus erfolgt eine Prüfung auf Kosteneinspar orientierter Energieausweis vorliegt, sind für die Er potenziale. Die mit dem Management der Energie und mittlung und Zusammenstellung der Verbräuche die Wasserverbräuche verbundenen Kosteneinsparpoten Regeln für verbrauchs orientierte Energieausweise nach ziale sind ebenfalls Bestandteil des Kostencontrollings. der EnEV anzuwenden.
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Die auf dieser Basis ermittelten TreibhausgasEmissio C 3 nen entsprechen einem COFußabdruck (carbon foot 2 print) in der Nutzungsphase als Teilgröße des COFuß 2 abdrucks für das Gebäude.
Der erfasste und bereinigte tatsächliche Energiever Thermografie der Straßenfassade von Alt- und Neubau des brauch ist durch den Betreiber in einem Bericht zu do BMU in Berlin zur Überprüfung der Ausführungsqualität kumentieren und bildet die Grundlage für eine Bewer tung. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts sind im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungspflichten“ geregelt. Die Bewertung ist anhand der im Energieverbrauchs ausweis ausgewiesenen beziehungsweise ermittelten 3.2.3.3. Trinkwasserverbrauch Kennwerte für den Heiz und Elektroenergieverbrauch Zwar ist der Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland (Endenergie) vorzunehmen. Es ist zu prüfen, ob und in im internationalen Vergleich relativ niedrig, auch leidet welchem Maße gegebenenfalls Referenzwerte über Deutschland im Allgemeinen nicht unter Wasserman oder unterschritten werden. Für den Fall, dass die im gel, dennoch ist eine Minimierung des Wasserverbrauchs Energieverbrauchsausweis angegebenen beziehungs ein Ziel der Bewirtschaftung – unter anderem aus Kos weise ermittelten Kennwerte Verbrauchsanteile von tengründen sowie im Zusammenhang mit dem Ener Sonderverbrauchern beinhalten, ist eine entsprechende gieaufwand und der Umweltbelastung infolge der Auf Bereinigung vorzunehmen. Als Sonderverbraucher bereitung und Lieferung. sind Rechenzentren, Großküchen beziehungsweise Kantinen (keine Teeküchen) und sonstige Nutzungen, Die tatsächliche Ressourceninanspruchnahme und die die in energetischer Hinsicht stark von einer Büronut resultierende Umweltbelastung sind stets das Ergebnis zung abweichen, anzusehen. Die Referenzwerte können realer Verbräuche. Es ist daher erforderlich, den tatsäch in Anlehnung an die Vergleichswerte in der „Bekannt lichen Trinkwasserverbrauch (BNB_BB 1.2.3) zu ermit machung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte teln, im Hinblick auf eventuelle Sonderverbraucher zu und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand“ bereinigen und in einen aussagekräftigen Verbrauchs des Bundesbauministeriums (Tabelle C1), auf die sich kennwert zu überführen. Durch Vergleich mit Werten auch die Energieeinsparverordnung bezieht, festgelegt für Objekte gleicher Art und Nutzung sowie anhand werden. Die Vergleichswerte wurden statistisch erhoben von Bestwerten, die bei der Bewirtschaftung vorbild und bilden damit einen Durchschnitt ohne Berücksich licher vergleichbarer Gebäude erreicht wurden (Best tigung spezifischer Gebäudekenndaten ab. Practice), lassen sich Schwachstellen an der Installati onstechnik und im Gebäudebetrieb beziehungsweise ein von den Annahmen abweichendes Nutzerverhalten VERGLEICHSWERTE identifizieren. Der mittlere Verbrauch an Trinkwasser TABELLE C1 ist auf Basis der nachstehend beschriebenen Regel zu
ist auf Basis der nachstehend beschriebenen Regel zu bestimmen. Auf Grundlage der Verbrauchsabrechnun gen des Wasserversorgers beziehungsweise erfasster Zählerstände sind die Jahresverbräuche des Gebäudes für die vergangenen drei Jahre zu ermitteln. Wenn
| Nutzung | Vergleichswerte in [kWh/(m²NGF a)] | |
|---|---|---|
| Heizung / Warmwasser | Strom |
für die vergangenen drei Jahre zu ermitteln. Wenn Bürogebäude, nur beheizt 105 35 Daten nicht exakt für ein Jahr vorliegen, sondern bei Bürogebäude, temperiert und 110 85 spielsweise für 50 oder 54 Wochen, muss auf 365 Tage belüftet extrapoliert beziehungsweise interpoliert werden. Bürogebäude mit Vollklimaanlage, 135 105 Für die Bewertung der Jahresverbräuche sind die Ver Konditionierung unabhängig von brauchsanteile gegebenenfalls vorhandener Sonderver der Außentemperatur braucher abzuziehen (Bereinigung). Quelle: „Bekannt machung der Regeln für Energieverbrauchskenn- werte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand“, Bundesbauministerium vom 7. April 2015
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C 3 Als Sonderverbraucher sind in Abzug zu bringen: Im Unterschied zu einer primärenergetischen Bewertung (Ressourceninanspruchnahme) wirkt sich bei einer ■ Bewässerung von Außenanlagen Ermittlung und Bewertung der THGEmissionen (Um ■ Nutzungen, die im Hinblick auf den Wasserver weltwirkungen) die Wahl der Energieträger und Energie brauch stark von einer Büronutzung abweichen, versorgungssysteme noch differenzierter aus. wie Küchen oder Kantinen (keine Teeküchen), Hausmeisterwohnungen oder Sportstudios Ermittlung der THG-Emissionen Anhand der tatsächlichen THGEmissionen können Aus den bereinigten Jahresverbräuchen der vergange neben der energetischen Qualität des Gebäudes, der nen drei Jahre wird der mittlere Jahresverbrauch (arith Betriebsweise und dem Nutzerverhalten auch das Kon metisches Mittel) ermittelt. Für die Berechnung des zept und die Qualität der Energieversorgung beurteilt Wasserverbrauchskennwerts wird die Nutzungsfläche werden. THGEmissionen werden in der Regel nicht der Büroflächen3 herangezogen. Zur Bildung des Jah direkt gemessen. Sie sind aus den Energieverbräuchen resverbrauchskennwerts ist der mittlere Jahresverbrauch unter Verwendung von Emissionsfaktoren zu ermit auf die Nutzungsfläche der Büroflächen zu b eziehen. teln. Es sind zwei verschiedene Ermittlungen der Der Flächenanteil gegebenenfalls vorhandener Sonder THGEmissionen durchzuführen: verbraucher darf nicht in Ansatz gebracht werden. Zusätzlich kann der Wasserverbrauch auf die Anzahl ■ THGEmissionen auf Basis des bereinigten der Nutzer (in der Regel der Mitarbeiter) bezogen und Energieverbrauchs auf dieser Basis mit Benchmarks verglichen werden. ■ THGEmissionen auf Basis des unbereinigten Energieverbrauchs im Berichtsjahr Der erfasste und bereinigte tatsächliche Trinkwasser verbrauch ist durch den Betreiber in einem Bericht zu Die Grundlage beider Ermittlungen bilden die tatsäch dokumentieren und bildet die Grundlage für eine lichen, gemessenen Energieverbräuche für Heiz und Bewertung. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts Elektroenergie (siehe Kapitel 3.2.3.2 „Energieverbrauch“). sind im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungspflichten“ geregelt. THG-Emissionen auf Basis des bereinigten Verbrauchs 3.2.3.4 Treibhausgas-Emissionen infolge von Diese Ermittlung hat zum Ziel, eine Bewertung der Heiz- und Elektroenergieverbrauch THGEmissionen auf Basis vergleichbarer Daten Ein zentrales Ziel der Bundesrepublik Deutschland ist durchführen zu können. Zu diesem Zweck ist eine die konsequente Senkung des Energieverbrauchs im Witterungs und Standortbereinigung der gemessenen Gebäudebestand bis hin zu einem nahezu klimaneutra Energieverbräuche durchzuführen. Die Bereinigung len Bestand. „Klimaneutral“ impliziert einen nur noch hat entsprechend der Methode für Energieverbrauchs sehr geringen Energiebedarf der Gebäude und eine ausweise der EnEV zu erfolgen. Deckung des verbleibenden Energiebedarfs überwiegend durch erneuerbare Energien. Vor diesem Hintergrund THG-Emissionen auf Basis des unbereinigten sind die tatsächlichen, in der Nutzungsphase verur Verbrauchs sachten TreibhausgasEmissionen (THGEmissionen, Jene Ermittlung der THGEmissionen soll auf Basis BNB_BB 1.1.1) von hoher Bedeutung. Diese ergeben der unbereinigten tatsächlichen gemessenen Energie sich insbesondere aus dem Energieverbrauch und soll verbräuche durchgeführt werden. Diese Ermittlung hat ten zusätzlich zu diesem erfasst und bewertet werden. zum Ziel, die tatsächlich entstandenen THGEmissionen in einem Bericht ausweisen zu können.
3 Summe der Grundflächen mit Nutzung nach DIN 277-1: 2016-01
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Die Emissionsfaktoren sind dem jeweils aktuellen Werden zur Bestimmung der tatsächlichen THG C 3 Bericht „Energie und COBericht Bundesliegenschaf Emissionen Emissionsfaktoren benötigt, die nicht aus 2 ten“ des BBSR zu entnehmen. Die im Bericht verwen dem jeweils aktuellen Bericht hervorgehen, so können deten TreibhausgasEmissionsfaktoren berücksichtigen Faktoren verwendet werden, die über das Webportal die entstehenden TreibhausgasEmissionen bei der ProBas des Umweltbundesamtes (www.probas.umwelt Energieumwandlung vor Ort einschließlich der dafür bundesamt.de) bezogen werden können. Erfolgt eine notwendigen vorgelagerten Prozesskette (Abbau, Trans Versorgung mit Nah oder Fernwärme, so können port, Umwandlungen). Die THGEmissionen werden die THGEmissionsfaktoren des jeweiligen Versorgers in Kilogramm COÄquivalent erfasst und ausgedrückt. verwendet werden. Kann der Versorger keine THG 2 Neben der Emission von CO sind auch andere emit Emis sionsfaktoren angeben, kann hilfsweise auf die 2 tierte klimawirksame Gase erfasst, in ein entsprechen vorstehende Tabelle zurückgegriffen werden. Erfolgt des COÄquivalent umgerechnet und in den Emissions die Stromversorgung über ein privates Stromnetz / 2 faktor einbezogen. Objektnetz mit Eigenversorgungsanteil (zum Beispiel aus einem Blockheizkraftwerk), können die THGEmis sionsfaktoren vom jeweiligen Anlagenbetreiber verwen EMISSIONSFAKTOREN DER ENERGIETRÄGER det werden. Unter einem privaten Stromnetz / Objekt IM ZEITVERLAUF netz wird eine Anlage verstanden, die zwar an das TABELLE C2 öffentliche Stromnetz angeschlossen ist, jedoch weit
öffentliche Stromnetz angeschlossen ist, jedoch weit gehend unabhängig vom übrigen Netz betrieben wird.
| Energieträger | Gesamte THG-äquivalente Emission (inklusive Vorkette) in kg/MWh | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | |
| Wärmeenergieträger |
Braunkohle-Brikett 408 408 408 408 408 Erdgas 254 254 254 254 254 Fernwärme (Mix D) 263 263 263 249 249 Flüssiggas 278 278 278 278 278 Heizöl (extra leicht) 317 317 317 317 317 Holzhackschnitzel 22 22 22 22 22 Holz-Pellets 29 29 29 29 29 Koks 405 405 405 405 405 Rohbraunkohle 394 394 394 394 394 Steinkohle 446 446 446 446 446 Stadtgas 158 158 158 158 158 Elektroenergie Elektroenergie 768 697 633 626 620 Solargestützte Energieerzeugung auf dem Hauptgebäude Strommix D des Umweltbundesamtes Dessau Strom aus fester 24 24 24 Biomasse (HKW 50 %)
Quelle: Energie- und CO-Bericht Bundesliegenschaften 2012, 2 BBSR 2012
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C 3 Da der Bezug von Ökostrom nicht zwangsläufig zu einer Ausweitung der Erzeugung von erneuerbaren Folgende Details sind hierbei zu beachten: Energien führt, ist grundsätzlich der THGFaktor für das deutsche Elektrizitätsnetz (Strommix Deutschland) THG-Emissionen infolge des Heizenergieverbrauchs zu verwenden. „Grüne“ Tarife / Ökostrom dürfen in der Gebäude, die nur eine Art von Energieträgern zur Ener- Regel nicht in Ansatz gebracht werden. Wurde im gieversorgung für Raumheizung und Warmwasserbe- Rahmen des Vergabeverfahrens zur Lieferung von reitung verwenden, werden anhand des im Energiever- Ökostrom sichergestellt, dass infolge der Vergabe die brauchsausweis angegebenen oder nach den Regeln Stromerzeugung aus nicht erneuerbaren Energieträgern des Energieverbrauchsausweises errechneten Heizener- dauerhaft reduziert und ein Zugewinn an Anlagen zur gieverbrauchskennwerts bewertet. Unter Verwendung Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht des für den Endenergieträger spezifizierten THG-Emis- wird, so kann in begründeten Fällen der THGEmissions sionsfaktors (siehe Tabelle C2) wird der Energiever- faktor des bezogenen Ökostroms bei der Ermittlung brauchskennwert infolge des Heizenergieverbrauchs in der tatsächlichen THGEmissionen verwendet werden. den THG-Kennwert umgerechnet. Dies gilt als sichergestellt, wenn die Arbeitshilfe „Beschaf fung von Ökostrom – Arbeitshilfe für eine europaweite Wenn in einem Gebäude mehr als ein Energieträger Ausschreibung im offenen Verfahren“ des Umweltbun zur Heizenergieversorgung eingesetzt wird, müssen desamtes angewandt wurde.4 zunächst für jeden Energieträger getrennte Kennwerte [kWh/(m²NGF x a)] gebildet werden. Diese müssen Den ermittelten THGEmissionen sind Referenzwerte entsprechend der für den Energieverbrauchsausweis gegenüberzustellen. Die Referenzwerte werden mit verwendeten Methode witterungs- und standortbe- Hilfe von Emissionsfaktoren aus den Vergleichswerten reinigt werden. Unter Verwendung der den jeweiligen für die EnEV in der „Bekanntmachung der Regeln für Energieträgern entsprechenden THG-Emissionsfak- Energieverbrauchskennwerte und der Vergleichswerte toren werden THG-Kenn werte des jeweiligen Ener- im Nichtwohngebäudebestand“ in der jeweils aktuellen gieträgers ermittelt. Durch Aufsummieren wird der Fassung errechnet. Die ermittelten THGEmissionen THG-Kennwert infolge Heizenergieverbrauch gebildet. entsprechen dem COFußabdruck („carbon footprint“) 2 in der Nutzungsphase infolge Heiz und Elektroener THG-Emissionen infolge des Elektroenergie- gieverbrauch und sind damit Teil des COFußabdrucks verbrauchs 2 des Gebäudes. Eine Veröffentlichung als COFußab Die Bewertung erfolgt auf Grundlage des im Energie- 2 druck ist nur im Zusammenhang mit der Angabe von verbrauchsausweis angegebenen oder nach den Systemgrenzen, Angaben zu Art und Umfang einer Be Regeln des Energieverbrauchsausweises errechneten reinigung und der Erläuterung der Bezugsgrößen zu Elektroenergieverbrauchskennwerts. Unter Verwendung lässig. Auf die aktuelle Normung zum COFußabdruck des THG-Emissionsfaktors für das Bezugsjahr für Elek- 2 wird verwiesen. tro energie Strommix Deutschland wird der THG-Kenn- wert infolge Stromverbrauch gebildet. Der Betreiber muss die ermittelten tatsächlichen THG Emis sionen infolge von Heiz und Elektroenergiever Gesamt-THG-Kennwert brauch in einem Bericht dokumentieren. Verteilung Die Kennwerte zu den THG-Emissionen infolge Heiz- und Mindestinhalte des Berichts sind im Kapitel 3.2.10 energie- und Stromverbrauch werden addiert, um „Berichterstattungspflichten“ geregelt. einen Kennwert für die gesamten THG-Emissionen [kg THG/(m²NGF x a)] zu erhalten.
4 www.umweltbundesamt.de/publikationen/ beschaffung-von-oekostrom-arbeitshilfe-fuer-eine
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Bewertung In der Objektdokumentation wird eine Vielzahl an C 3 Die Bewertung wird nur für den GesamtTHGKennwert Daten festgehalten. Sie dient unter anderem der Be durchgeführt, der auf Basis der witterungs und stand schreibung von Nutzungsqualitäten und der Dokumen ortbereinigten Energieverbräuche ermittelt worden ist. tation der technischen Merkmale, planerischen Kenn Der GesamtTHGKennwert ist anhand einer Bewer werte, Ausführungsdetails, Ausstattungen, Materialien, tungsskala zu beurteilen. Die Vergleichswerte sind unter Betriebskosten und Verbrauchswerte. Die Qualität der Ansatz der Vergleichswerte der „Bekanntmachung der lebenszyklusbegleitenden Objektdokumentation bemisst Regeln für Energieverbrauchskennwerte und der Ver sich im Wesentlichen am Umfang und der systemati gleichswerte im Nichtwohngebäudebestand“ (7. April schen Fortschreibung der relevanten Angaben. 2015) des Bundesbauministeriums zu ermitteln, auf die sich auch die Energieeinsparverordnung bezieht. Für die Ermittlung des Emissionsfaktors der Heizenergie Wesentliche Elemente der lebenszyklusbeglei tenden versorgung wird ein durchschnittlicher Energieträger Objektdokumentation sind unter anderem: mix von 50 Prozent Erdgas und 50 Prozent Heizöl EL angenommen. Der heranzuziehende THGEmissions 1. Baudokumentation: Dokumentation der durch- faktor für die Heizenergieversorgung beträgt daher geführten Baumaßnahmen, aus der das Bestands- 286 Kilogramm COÄquivalent pro Megawattstunde bauwerk hervorgegangen ist 2 (siehe Kriterium BNB_BB 1.1.1). Für Elektroenergie wird 2. Gebäudebestandsdokumentation aus geometri- der THGEmissionsfaktor der Elektroenergie Strommix schen Bestandsdaten und alphanumerischen Deutschland angenommen. Beschreibungsdaten (tatsächlich gebauter Zustand am Ende einer Baumaßnahme) Der Zielwert stellt eine Unterschreitung des Vergleichs 3. Primärnachweis: als Original dauerhaft fortge- wertes um mindestens 30 Prozent, der Referenzwert schriebene Gebäudebestandsdokumentation die Einhaltung und der Grenzwert die Überschreitung 4. Sammlung der Wartungs-, Inspektions- und des Vergleichswertes um maximal 40 Prozent dar. Bei Betriebsanleitungen Überschreitung der Vergleichswerte oder sonstigen 5. laufend fortgeschriebene Dokumentation der identifizierten Auffälligkeiten muss eine Ursachen Gebäudebewirtschaftung aus: forschung und feststellung ausgelöst werden (siehe ■ Dokumentation der Energie- und Wasser - Kapitel 3.2.3.1 „Management der Energie und Wasser verbräuche verbräuche“). ■ Dokumentation der Betriebs- und Instand- setzungskosten 3.2.4 Lebenszyklusbegleitende ■ Dokumentation der bestehenden Ver- und Objektdokumentation Entsorgungs- sowie Wartungs- und Instand- Eine lebenszyklusbegleitende Objektdokumentation haltungsverträge (BNB_BB 5.3.7) ist eine Grundvoraussetzung für eine ■ Dokumentation der durchgeführten Inspekti- nachhaltige Bewirtschaftung. Sie ist in der Nutzungs onen, Wartungen und Prüfungen (Inspektions- phase unter anderem von Bedeutung für die Vermeidung berichte oder Begehungsprotokolle) von Informationsverlusten und dient als Grundlage für 6. laufend fortgeschriebener Bauteilkatalog: Dokumen- Instandhaltungsmaßnahmen der Baukonstruktion und tation der verbauten Materialien und Hilfsstoffe der technischen Gebäudeausrüstung. Des Weiteren ist die lebenszyklusbegleitende Objektdokumentation unter anderem als Ausgangspunkt für die Planung von Die lebenszyklusbegleitende Objektdokumentation künftigen Modernisierungs und Umbaumaßnahmen, entspricht damit einem Gebäudepass beziehungsweise für die Wertermittlung, für die Portfolioanalyse sowie einer Hausa kte und bildet die Grundlage für ein Bau den Nachweis der Wartung und Instandsetzung von werksinformationssystem (BIS)5. großer Bedeutung.
5 Vgl. Forschungsprojekt OBJEKTinfo (KIT/ÖÖW), 2011
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C 3 Zuständig für die lebenszyklusbegleitende Objektdoku 3.2.5.1 Inspektion und Wartung mentation ist der Betreiber. Zur Sicherstellung einer Eine systematische Inspektion und Wartung auf nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung muss der Be Grundlage einer auf das Gebäude und seine technischen treiber mindestens eine lebenszyklusbegleitende Ob Anlagen abgestimmten Inspektions und Wartungs jektdokumentation vorhalten, die die oben genannten planung verringern langfristig die Reparaturkosten und Elemente eins bis fünf umfasst. bewahren vor Folgekosten. Für viele technische Anla gen sind entsprechende Wartungsintervalle vom Her Nur eine aktuelle Objektdokumentation kann die steller empfohlen oder gesetzlich vorgeschrieben. Für Voraussetzungen für eine nachhaltige Gebäudebewirt Bauteile kann auf Erfahrungswerte und Hinweise der schaftung schaffen. Die Definition der Zuständigkeit Hersteller zurückgegriffen werden. Gemäß DIN 31051 für die Führung des Primärnachweises gewährleistet bezeichnet Inspektion die „Maßnahmen zur Feststel eine aktuelle Objektdokumentation. Zudem ist mit der lung und Beurteilung des IstZustandes einer Betrach Definition von Zuständigkeiten die Zugänglichkeit tungseinheit einschließlich der Bestimmung der zur lebenszyklusbegleitenden Objektdokumentation Ursachen der Abnutzung und dem Ableiten der not sicherzustellen. Für die Beteiligten an der Gebäude wendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung“ bewirtschaftung wird der Zugang zu den Daten der und Wartung die „Maßnahmen zur Verzögerung des Objektdokumentation durch Kopien und Auszüge (Se Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrats“, welche kundärnachweis) aus dem Original der lebenszyklusbe gegenüber Instandsetzungs und Verbesserungsmaß gleitenden Objektdokumentation (Primärnachweis) nahmen abzugrenzen sind. sichergestellt. In Abhängigkeit von der Objektgröße kann die Zuständigkeit bei einzelnen Personen oder Durch frühzeitiges Erkennen von Schwachstellen kön Organisationseinheiten liegen. nen regelmäßige Inspektionen der Werterhaltung und der Schadensvorsoge dienen. Zusätzlich minimiert BUNDESBAU Für bauliche Anlagen des Bundes sind die systematische Wartung den Aufwand und die Kos hinsichtlich Inhalt, Umfang und Zuständigkeiten der ten der Erhaltung. Dabei kann rechtzeitiger Ersatz ver Abschnitt H der RBBau sowie die Baufachlichen Richt brauchter oder mangelhafter Bauteile zu Wertverbes linien Gebäudebestandsdokumentation (BFR GBestand) 6 serungen und zur Minderung der Betriebskosten zu beachten. Letztere werden zum Teil durch weiter führen. Weiterhin reduziert eine systematische Inspek gehende Dokumentationsrichtlinien konkretisiert und tion die Dauer und Eintrittswahrscheinlichkeit von ergänzt, wie beispielsweise die Dokumentationsricht Ausfällen und stellt damit eine wichtige Voraussetzung linie (DRL) des BBR 7. Hinsichtlich der Sammlung der für die Betriebssicherheit und Nutzerzufriedenheit dar. Wartungs, Inspektions und Betriebsanleitungen Zur Gewährleistung eines sicheren Gebäudebetriebs sowie der laufend fortgeschriebenen Dokumentation bestehen weiterhin öffentlichrechtliche Anforderun der Gebäudebewirtschaftung ist darüber hinaus der gen zu sicherheitstechnischen Prüfungen, Sicht und Abschnitt K 15 der RBBau zu beachten. Funktionsprüfungen an sicherheitstechnischen Anlagen und Bauteilen. Im Hinblick auf den Klimaschutz sind 3.2.5 Inspektion, Wartung und Verkehrssicherung Anforderungen der EnEV zu berücksichtigen. Danach Inspektion und Wartung von Bauteilen und haustech sind Anlagen und technische Einrichtungen zu Heiz, nischen Anlagen gehören zur Instandhaltung des Kühl und Lüftungszwecken instand zu halten sowie Gebäudes (BNB_BB 5.3.4). Sie dienen der Verringerung Klimaund Lüftungsanlagen mit einer Nennleistung von Ausfallrisiken und Störanfälligkeiten. Den Anfor für den Kältebedarf von mehr als zwölf Kilowatt regel derungen an die Verkehrssicherung liegt die Pflicht zur mäßig energetisch zu inspizieren. Sicherung von Gefahrenquellen zugrunde.
6 Vgl. BFR GBestand (2012) 7 Vgl. BBR (2008)
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Grundlage einer systematischen Inspektion und War Energetische Inspektionen sind gemäß § 12 „Energe C 3 tung ist eine auf das Gebäude und seine technischen tische Inspektion von Klimaanlagen“ der EnEV durch Anlagen abgestimmte Inspektions und Wartungspla zuführen. Hygienische Inspektionen von raumlufttech nung, die in Bestandslisten abgebildet werden kann. nischen Anlagen sind gemäß VDI 6022 durchzuführen. Nach dem Auftreten von Wasserschäden, dem Erken Die Inspektions und Wartungsplanung muss je Anlage nen von Feuchteflecken oder Hinweisen der Nutzer auf oder Bauteil mindestens Angaben zu den nachfolgen Schimmelpilzwachstum in Form von muffigem bezie den Punkten enthalten: hungsweise modrigem Geruch oder dunklen Flecken an Wänden, Decken oder Mobiliar erfolgt eine Schadens ■ eindeutige Identifikationsnummer (auch vor Ort) aufnahme, die sich an dem Vorgehen des Schimmel ■ Bezeichnung pilzLeitfadens der Innenraumlufthygienekommission ■ Art der Anlage beziehungsweise des Bauteils des Umweltbundesamtes orientiert.8 ■ Standort ■ Baujahr und geplante Nutzungsdauer Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Gebäudebe ■ Gewährleistungsfristen wirtschaftung sind während der Nutzungsphase alle ■ Wartungs und Prüfzyklen vorhandenen technischen Anlagen und Bauteile, die ■ Datum der letzten Wartung oder Prüfung sowie gemäß Herstellerempfehlungen und / oder öffent Termine beziehungsweise Fristen lichrechtlicher Vorgaben zu inspizieren, zu warten ■ sicherheits und umweltrelevante Auflagen und / oder zu prüfen sind, in Bestandslisten zu führen. ■ technische Daten einschließlich Anlagenleistung Hiervon kann in Einzelfällen begründet abgewichen und Versorgungsbereich werden. Die Bestandslisten sind fortlaufend zu pflegen ■ gegebenenfalls Angabe von Länge, Breite, Durch und zu aktualisieren. Zuständig für die Aufstellung und messer Fortschreibung der Bestandslisten ist der Betreiber. Die ■ Wartungs, Inspektions und Betriebsanleitungen Bauverwaltung und die Betriebsüberwachung müssen ■ erforderliche Wartungs und Inspektionsleistungen den Betreiber hierbei im Rahmen ihrer Aufgaben nach gemäß Herstellerempfehlungen RBBau unterstützen. ■ erforderliche Wartungs und Inspektionsleistungen nach anerkannten Regeln der Technik (wie Hygiene Der Betreiber muss die energetischen Inspektionen inspektion von raumlufttechnischen Anlagen, entsprechend der Inhalte und Anforderungen der Schadenserkennung und Sanierung bei Auftreten DIN SPEC 15240 durchführen. Der Arbeitskreis Maschi von Schimmelpilz) nen und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler ■ erforderliche Wartungs und Inspektionsleistungen Verwaltungen (AMEV) stellt zahlreiche Unterlagen, gemäß öffentlichrechtlicher Vorgaben (wie Leistun wie beispielsweise Vertragsmuster, Bestandslisten oder gen der energetischen Inspektion nach § 12 der EnEV) Leistungskataloge zur Verfügung, deren Anwendung ■ erforderliche sicherheitstechnische Prüfungen eine ordnungsgemäße Inspektion und Wartung sicher sowie Sicht und Funktionsprüfungen (zum Beispiel stellt. Die Inspektions und Wartungsleistungen sind für den anlagen technischen Brandschutz) durch den Betreiber in einem Bericht zu dokumentie ■ Angaben über die erforderlichen Qualifikationen ren. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts sind beziehungsweise Fachkunde der mit der Durchfüh im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungspflichten“ geregelt. rung der einzelnen Inspektions und Wartungs leistungen beauftragten Unternehmen / Mitarbeiter beispielsweise für die Hygieneinspektion von raumlufttechnischen Anlagen ■ Aufstellung der erforderlichen Dokumentation über die Ergebnisse / Durchführung der Inspektionen, Wartungen und Prüfungen wie Inspektionsberichte oder Begehungsprotokolle
8 Siehe www.umweltbundesamt.de/publikationen
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C 3 3.2.5.2 Verkehrssicherung Über die Regelungen der RÜV hinausgehend sind im Jeder, der eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält, Regelfall weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig, muss dafür Sorge tragen, dass Dritte vor Schäden ge um den Verkehrssicherungspflichten nachzukommen. schützt werden. Gebäude sind als mögliche Gefahren Hier sind die jeweils einschlägigen BGVorschriften quelle zu sichern und Nutzer sowie jedwede Dritte zu nennen. Werden diese nicht eingehalten, kann von vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Diese einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht ausge Verantwortung des Eigentümers wird als Verkehrssi gangen werden. Des Weiteren sind im Regelfall aufgrund cherungspflicht bezeichnet (BNB_BB 5.3.4). Verkehrs zivilrechtlich begründeter Verkehrssicherungspflichten sicherungspflicht ergibt sich aus unterschiedlichen weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig, wie bei Anforderungen. Im Bereich des öffentlichen Rechts spielsweise: manifestiert sie sich unter anderem in den Unfallver hütungsvorschriften beziehungsweise „Berufsgenos ■ Freiräumen von Zuwegungen und Gehsteigen von senschaftliche Vorschriften für Arbeitssicherheit und Schnee und Eis Gesundheitsschutz“ (BGVorschriften) und im Bauord ■ Sicherung von Wegen und Aufenthaltsbereichen nungsrecht der Länder (siehe § 16 der Bauordnung Ber gegen Dachlawinen und herabfallende Eiszapfen lin). Sie ist aber auch zivilrechtlich geschuldet. Gerade ■ Beleuchtung der Zuwegung und Instandhaltung des zivilrechtlich ist die Verkehrssicherungspflicht vorwie Belags im Hinblick auf Bodenunebenheiten gend durch Rechtsprechung entwickelt worden, sodass ■ Freihalten der Zuwegungen von gefährlichen der genaue Umfang der Verkehrssicherungspflicht für Gegenständen wie Nägel oder Scherben den Verkehrssicherungspflichtigen nur schwer erkenn ■ Beschilderung bei möglichen Gefahren, die nicht bar ist. Entscheidend ist, dass dieser nicht jede Gefah bautechnisch ausgeschlossen werden können (zum renquelle absichern muss. Es müssen jedoch in jedem Beispiel Teiche und andere Wasserflächen oder Fall die vorsorgenden Maßnahmen getroffen werden, Rutschgefahr auf Belägen bei Nässe) die vor erkennbaren Gefahren bei gewöhnlichem, be ■ Sichtprüfung von Bäumen auf dem Grundstück stimmungsgemäßem, aber auch geringfügig nicht be („Visual Tree Assessment“) auf Standsicherheit, stimmungsgemäßem Gebrauch schützen. Baum und Astbruch zweimal jährlich, belaubt und unbelaubt Bauordnungsrechtlich muss vor den Gefahren geschützt werden, die von Bauwerken, baulichen Anlagen oder Im Sinne einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung Baukonstruktionen ausgehen. ist daher zusätzlich zu den öffentlichrechtlich ge schuldeten Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht BUNDESBAU Für bauliche Anlagen des Bundes gilt (zum Beispiel Verfahren nach RÜV) eine Erfassung, diesbezüglich die „Richtlinie für die Überwachung der Analyse und Bewertung des gesamten Gefährdungs Verkehrssicherheit von baulichen Anlagen des Bundes“ potenzials der jeweiligen Liegenschaft vorzunehmen. (RÜV). Die RÜV beschreibt die Verantwortlichkeiten Werden Maßnahmen als notwendig erachtet, so sind und Zuständigkeiten bei der Überwachung der Stand diese umzusetzen und die Verantwortlichkeiten, Zu und Verkehrssicherheit in Bezug auf den sicheren ständigkeiten sowie Art und Umfang der Maßnahmen Erhalt von Bauwerken und baulichen Anlagen und überwachung festzulegen. regelt das Zusammenwirken zwischen der Bauverwal tung und dem Betreiber.
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Dem Eigentümer9 obliegt die Verkehrssicherungspflicht Im Sinne einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung C 3 hinsichtlich der Gefahren, die von der jeweiligen Liegen muss in Bezug auf konsumtive Maßnahmen sicher schaft (Grundstück einschließlich wesentlicher Bestand gestellt werden, dass die im Bestand vorgefundenen teile und Zubehör) ausgehen. Er wird hierbei durch Qualitäten gewahrt werden. Demnach dürfen die Qua den Betreiber und durch die Bauverwaltung und durch litäten des Bestands durch konsumtive Maßnahmen die nutzende Dienststelle unterstützt. keinesfalls gemindert (Verschlechterungsverbot), son dern bestenfalls gesteigert werden. Ausgangspunkt BUNDESBAU Zum Teil sind für einzelne bauliche Anla einer nachhaltigen konsumtiven Maßnahme müssen gen des Bundes Sonderregelungen zwischen den an der daher neben den im Rahmen einer Begehung erkenn Gebäudebewirtschaftung Beteiligten getroffen worden. baren auch die dokumentierten Qualitäten sein (siehe Kapitel 3.2.4 „Lebenszyklusbegleitende Objektdoku Die nutzende Dienststelle muss auf von ihr erkennbare mentation“). Ist die Planungs und Bauphase eines Gefahren hinweisen und ist darüber hinaus für alle Bestandsgebäudes bereits mit einem BNBModul be weiteren Verkehrssicherungspflichten zuständig. Sie wertet worden, so liegen im Regelfall umfangreiche wird hierbei durch die Bauverwaltung und den Betreiber dokumentierte Qualitäten vor. Diese Qualitäten müssen unterstützt, soweit Sicherungsmaßnahmen mit bauli grundsätzlich gewahrt bleiben. chen Mitteln umgesetzt werden sollen. Zunächst sind diejenigen Kriterien des BNBModuls Die Einhaltung der Verkehrssicherungspflichten ist Neubau oder Komplettmodernisierung zu identifizie durch den Betreiber in einem Bericht zu dokumentie ren, welche durch die jeweilige Maßnahme beeinflusst ren. Verteilung und Mindestinhalte des Berichts sind werden können (beeinflusste Kriterien). Im Anschluss im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungspflichten“ geregelt. müssen die realisierten Qualitäten der beeinflussten Kriterien festgestellt werden (vorhandene Qualitäten). 3.2.5.3 Bauunterhalt Die vorhandenen Qualitäten können der Dokumenta Wie bereits im Kapitel 2 „Beteiligte in der Nutzungs tion der BNBBewertung der Planungs und Bauphase phase“ ausgeführt, handelt es sich bei den konsumtiven oder der lebenszyklusbegleitenden Objektdokumen Maßnahmen des Bauunterhalts (BUNDESBAU siehe tation entnommen werden. Auf der Grundlage der vor Abschnitt C RBBau) um Instandhaltungsmaßnahmen. handenen Qualitäten sind die Qualitäten der konsum Im Rahmen des Bauunterhalts können auch kleine, tiven Maßnahme festzulegen (geplante Qualitäten). Die nicht wesentliche bauliche Änderungen oder Ergänzun geplanten Qualitäten müssen mindestens den vorhan gen durchgeführt werden. Diese unwesentlichen in denen Qualitäten entsprechen. vestiven Maßnahmen werden im Sinne dieses Leitfadens den konsumtiven Maßnahmen gleichgestellt. Bei der Festlegung der geplanten Qualitäten sind die Bewertungsmaßstäbe der beeinflussten Kriterien des Die Quantifizierung von Nachhaltigkeitsaspekten BNB als Orientierungshilfe zu verwenden. Können sowie die Bestimmung eines Gesamterfüllungsgrades diese auf den konkreten Fall nicht direkt angewandt nach einem BNBModul für die Planungs und Bau werden, so ist eine sinngemäße Anwendung vorzuneh phase (Neubau oder Komplettmodernisierung) sind für men. Bei der sinngemäßen Anwendung ist die Ziel konsumtive Maßnahmen nicht verhältnismäßig und stellung des Kriteriums zu ermitteln und auf den kon in der Regel auch nicht möglich. Hier gelten die Anfor kreten Fall zu übertragen. derungen an eine nachhaltige Beschaffung von Leis tungen. Als Hilfsinstrument steht hierfür der „Kompass Nachhaltigkeit“10 der Deutschen Gesellschaft für inter nationale Zusammenarbeit zur Verfügung.
9 Kann mit dem Betreiber identisch sein 10 Vgl. www.oeffentlichebeschaffung.kompass-nachhaltigkeit.de
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C 3 In Abhängigkeit von der jeweiligen konsumtiven 3.2.7 Technische Betriebsführung und Maßnahme können einzelne oder mehrere Kriterien Qualifikation des Betriebspersonals beeinflusst werden. Als Arbeitshilfe steht in der Anlage Bei der technischen Betriebsführung (BNB_BB 5.3.6) C3 die „Kriterientabelle für Maßnahmen des Bauunter handelt es sich um einen Teilbereich des technischen halts“ zur Verfügung. Sie unterstützt die Identifikation Gebäudemanagements. von beeinflussten Kriterien und dient als Hilfsmittel zur Qualitätssicherung. In der Kriterientabelle sind die Im Rahmen der technischen Betriebsführung werden vorhandenen Qualitäten und Quantitäten den geplan im Hinblick auf Baukonstruktion und Gebäudetechnik ten gegenüberzustellen. Sie ist durch die Bauverwaltung folgende Tätigkeiten geleistet: zu erarbeiten und der nutzenden Dienststelle sowie dem Betreiber zur Zustimmung zu übergeben. Die ■ Bedienung Kriterientabelle wird Teil der Baubedarfsnachweisung ■ Überwachung nach RBBau. ■ Störungsbeseitigung ■ Optimierung 3.2.6 Umwelt- und gesundheitsverträgliche ■ Unterhaltung Reinigung ■ Erhaltung Die Reinigung eines Gebäudes (BNB_BB 5.3.5) dient einerseits der Pflege von Bauteilen und des Inventars, Diese Tätigkeiten zielen vor allem darauf ab, den andererseits aber auch der Behaglichkeit und Gesund Gebäudebetrieb aufrechtzuerhalten und eine bestim heit der Nutzer. Ziele einer Gebäudereinigung sind mungsgemäße Nutzung zu ermöglichen. Eine effiziente unter anderem die Aufrechterhaltung der Hygiene, der Gebäudebewirtschaftung ist in hohem Maße abhängig Erhalt der optischen Oberflächenqualitäten, die Erhal von den Kompetenzen des hierzu eingesetzten Perso tung der Funktionsfähigkeit und Gebrauchsfähigkeit nals. Insbesondere bei großen Büro und Verwaltungs sowie der Schutz vor schädigenden Einflüssen. Um bauten oder Spezialimmobilien werden umfangreiche Belastungen für die Umwelt und Gesundheit zu ver und komplexe technische Systeme und Anlagen vor meiden, ist insbesondere bei der Herstellung, Anwen gehalten, die nicht nur bei Inbetriebnahme korrekt ein dung und Entsorgung der eingesetzten Produkte sowie gestellt, sondern auch im Betrieb konstant überwacht, bei der Anwendung entsprechender Technologien auf korrekt bedient und unter Umständen nachjustiert deren Umwelt und Gesundheitsverträglichkeit zu werden müssen. Dazu sind je nach Anlagenart und achten. Weiterhin ist zu bewerten, ob die Reinigung der technischer Ausstattung spezielle Kenntnisse erforder gewählten und geforderten Dienstgüte (ServiceLevel) lich, was eine entsprechende Aus und Weiterbildung entspricht. des eingesetzten Personals voraussetzt.
Zur Sicherstellung einer umwelt und gesundheits Zum Betriebspersonal werden Personen gezählt, die verträglichen Reinigung wurde durch das Umwelt mit der technischen Betriebsführung betraut worden bundesamt der „Leitfaden zur nachhaltigen öffentlichen sind. Hierzu zählen unter anderem Personen, welche Beschaffung von Reinigungsdienstleistungen und die Bedienung und Überwachung der technischen Reinigungsmitteln“11 erarbeitet. Zuständig für die Sicher Anlagen vornehmen und für Sicherheitseinrichtungen stellung einer umwelt und gesundheitsver träglichen zuständig sind. Das Betriebspersonal kann überwiegend Reinigung ist der Betreiber. dauerhaft vor Ort tätig sein oder zum Beispiel per Fern überwachung die Gebäudetechnik konstant kontrollie BUNDESBAU Der Leitfaden ist bei Reinigungsleistungen ren. Die Qualifikation des haustechnischen Personals in baulichen Anlagen des Bundes anzuwenden. sollte mit der Komplexität und Größe des Gebäudes stei gen, weshalb neben der Ausbildung insbesondere die Weiterbildung des Betriebspersonals von hoher Bedeu tung ist.
11 UBA (2012)
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Grundsätzlich ist es im Sinne der nachhaltigen Bewirt 3.2.8 Gebäudenutzer – Information, Motivation C 3 schaftung nicht erheblich, ob die Aufgaben der Betriebs und Zufriedenheit führung durch eigenes Personal (Personal des Betrei Das Nutzerverhalten beeinflusst unter anderem die bers, der Bauverwaltung oder der nutzenden Dienststelle) Ressourceninanspruchnahme, die Wirkungen auf die oder durch externes Personal (zum Beispiel Fachunter Umwelt, die Betriebs und Instandhaltungskosten so nehmen aus dem Bereich des Gebäudemanagements) wie die Qualität der Nutzung. Einsparpotenziale kön durchgeführt werden. In beiden Fällen muss eine aus nen nur ausgeschöpft werden, wenn Gebäude und reichende Qualifikation des Betriebspersonals sicher Technik auch in geeigneter Weise genutzt werden. Al gestellt werden. Diese kann als gegeben angesehen lein durch verhaltensbedingte Maßnahmen am Ar werden, wenn es sich bei dem eingesetzten Betriebs beitsplatz sind erhebliche Energieeinsparungen oder personal um Fachkräfte handelt, die über eine adäquate auch verluste gegenüber Plan und Sollwerten mög Ausbildung verfügen, die für den jeweiligen Aufgaben lich. Das nicht sachgemäße Nutzen von Bauteilen und bereich relevant ist. Darüber hinaus sollte das Betriebs technischen Anlagen kann zu einer Verringerung der personal regelmäßige Weiterbildungen im jeweiligen Nutzungsdauern beitragen. Im Rahmen einer nachhal Aufgabenbereich besuchen, bei denen der Fokus vor tigen Gebäudebewirtschaftung ist daher eine umfas zugsweise auf einem der Themenbereiche Nachhaltig sende Information und auch Motivation der Nutzer (im keit, Energiemanagement, Energieeinsparung oder Gebäude tätige Mitarbeiter) notwendig. Betriebsoptimierung liegt. Darüber hinaus kann die Zufriedenheit der Nutzer als Es gilt in beiden Fällen eine gleichermaßen hohe Leis ein Indikator für die tatsächlich realisierte Gebäude tungsfähigkeit der technischen Betriebsführung zu qualität gelten. Diesbezüglich gilt es, Hinweise auf Op erzielen. So sind bei der Beauftragung eines Fachunter timierungspotenziale und Schwachstellen zu sammeln. nehmens mit einer entsprechenden Dienstgüteverein Vor allem gilt es, eine möglichst hohe Zufriedenheit der barung (ServiceLevelAgreement) die Reaktionszeit, Nutzer mit den Arbeitsplatz und Gebäudebedingun der Umfang, das Berichtswesen und die Schnelligkeit gen zu erzielen. Verhältnisse, die zur Zufriedenheit der der Störungsbearbeitung in einem Maße zu gewähr Nutzer beitragen, fördern die Kreativität und Produkti leisten, dass eine kurzfristige Reaktion bei Störungen vität der Mitarbeiter. Die Durchführung regelmäßiger erfolgt und eine hohe Anlagenverfügbarkeit gewähr Nutzerzufriedenheitsanalysen ermöglicht das Erken leistet wird. Dies muss in gleicher Qualität auch bei nen von Optimierungspotenzialen. Nutzer kennen das Durchführung der technischen Betriebsführung Objekt aus dem täglichen Erleben und können wert durch internes Betriebspersonal gewährleistet werden. volle Hinweise geben. Die Möglichkeit einer entspre Hierzu ist eine Aufbau und Ablauforganisation für die chenden Meinungsäußerung ist ein Beitrag zur Partizi Störungsbearbeitung durch den Betreiber zu erarbei pation. Hinweise auf Optimierungspotenziale und ten. Das Ziel hierbei muss ebenfalls eine kurzfristige Schwachstellen durch Nutzer sind daher zu sammeln Reaktion auf Störungen und eine hohe Anlagenverfüg und auszuwerten (Mitteilungsmanagement). barkeit sein.
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3.2.8.1 Beeinflussung des Nutzerverhaltens Phase 2: Information und Motivation C 3 Für den nachhaltigen Betrieb eines Gebäudes können Der Informations und Motivationsprozess ist konti Nutzer und Betreiber gleichermaßen in die Verantwor nuierlich anzulegen. Er darf den Nutzer in keinem Fall tung genommen werden. Beide Akteursgruppen können überfordern. Dabei kommt es insbesondere darauf an, durch eine Zusammenarbeit und den gegenseitigen den Gebäudenutzern an ihre jeweiligen Möglichkeiten Austausch die Teilziele der Einsparung und Schonung einer Einflussnahme angepasste Handlungsempfeh von Ressourcen, der Minimierung von Nutzungskosten lungen zu geben und sie zum Handeln zu motivieren. sowie der Aufrechterhaltung von Gesundheit, Behag Zur Sicherstellung einer nachhaltigen Gebäudebewirt lichkeit und Sicherheit gewährleisten. Neben der Qua schaftung muss der Betreiber den Nutzern mindestens lifikation des Betriebspersonals sind hierfür die Bereit einmal jährlich aktuelle zielgruppenspezifische schrift stellung von Informationen sowie eine entsprechende liche Informationen (digital oder analog) zur Verfügung Wissensvermittlung an die Nutzer, die in der Regel stellen. Die Informationen enthalten mindestens An nicht über eine detaillierte Sachkunde verfügen, erfor gaben zu den folgenden Themenbereichen: derlich (BNB_BB 5.3.8). Eine zielgruppengerechte und grafisch ansprechende Aufbereitung der Informationen ■ Bedienung der Gebäudetechnik im Einfluss sowie die Aufklärung über Mitverantwortung und nahmebereich des Nutzers Handlungsmöglichkeiten im eigenen Arbeitsbereich ■ gesundes Raumklima sind dabei unerlässlich. Mit Maßnahmen zur Sensibili ■ sparsamer Energie und Wasserverbrauch sierung der Nutzer und geeigneten Handlungsempfeh ■ Abfallvermeidung, trennung und entsorgung lungen kann nachhaltiges Verhalten am Arbeitsplatz ■ Änderungen oder Neuerungen des Gebäude unmittelbar gefördert werden. Energiekonzeptes ■ Änderungen oder Neuerungen an nutzerrelevanten Hilfsmittel diesbezüglich sind beispielsweise: Ausstattungen ■ Handlungsempfehlungen in Bezug auf die Jahres ■ Information der Nutzer über aktuelle Verbräuche zeiten (wie geeignetes Lüftungsverhalten im ■ Motivation der Nutzer durch entsprechende Sommer oder Winter) Anreizsysteme ■ Darstellung der Energie und Wasserverbräuche ■ Schulungsangebote für Nutzer der vergangenen drei Jahre ■ Zielvereinbarungen zwischen Betreiber und Nutzern (zum Beispiel zu Energieeinsparzielen) Ein Teil der zielgruppenspezifischen Informations ■ ein laufend fortgeschriebenes Nutzerhandbuch aufbereitung hat in einem laufend fortgeschriebenen Nutzerhandbuch zu erfolgen, das mindestens allge Der Prozess der Nutzerbeeinflussung besteht aus den meinverständliche Erläuterungen der technischen drei Phasen Sensibilisierung, Information und Moti Zusammenhänge und der Besonderheiten einzelner vation sowie Erfolgskontrolle und Rückmeldung (siehe Bauteile und Komponenten enthält. Damit dem Nutzer Abbildung C3). handbuch die notwendige Aufmerksamkeit zukommt, bedarf es auch einer grafisch ansprechenden Gestaltung. Phase 1: Sensibilisierung Grundlage für die Nutzermotivation ist eine ausrei chende Information zu Situation, Zielen und Maßnah men. Transparenz und Wissen schaffen Akzeptanz, Bewusstsein und die Bereitschaft zum nachhaltigen Handeln.
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BEEINFLUSSUNG DES NUTZERVERHALTENS ABBILDUNG C3
Nachhaltige Gebäudenutzung
Nutzerzufriedenheits- Beeinflussung Nutzerverhalten management C 3 Siehe folgende Seite
Sensibilisierung Information und Motivation Erfolgskontrolle
Information zu Jährliche Nutzer- Anzeige- Regelmäßige und Situation, Zielen, schriftliche handbuch system und transparente Maßnahmen Information Anerkennung Rückmeldung u. a. zu Ge- über Erfolge des bäudetechnik, Engagements Raum klima, Energie- und Wasserver- brauch, Neuerungen der Ausstat- tung etc.
Quelle: BBSR
Die Motivation kann über individuelle Verhaltens Beteiligte am Prozess der Information und anreize erfolgen. Hierzu ist ein Anreizsystem zu entwi Motivation ckeln, das die Nutzer motiviert, sich mit den Aspekten Zuständig für den Prozess der Information und Moti der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und ermun vation der Nutzer ist der Betreiber. Er hat die erfor tert, durch persönliches Engagement einen Beitrag zur derlichen Maßnahmen zu ergreifen, mit denen eine nachhaltigen Bewirtschaftung von Gebäuden zu leisten. zielgruppengerechte Aufbereitung der Informationen Ein notwendiges Element für ein erfolgreiches Anreiz sowie die Aufklärung über Mitverantwortung und system ist die Anerkennung. Diese kann durch unter Handlungsmöglichkeiten im jeweiligen Arbeitsbereich schiedlichste Maßnahmen zum Ausdruck kommen. erreicht werden kann. Die nutzende Dienststelle muss den Betreiber hierbei unterstützen. Dies gilt insbeson Möglich sind zum Beispiel Wettbewerbe (Energiespar dere für das Aufgabenfeld der Motivation. Die nutzende oder Ideenwettbewerbe) mit Preisverleihung oder ein Dienststelle soll darüber hinaus dem Betreiber ein thematisches Betriebsfest mit entsprechenden Beiträgen Anreizsystem einschließlich Anerkennung vorschlagen, und Ehrung von engagierten Nutzern. Durch derartige mit dem die Nutzer motiviert werden können, sich mit Maßnahmen kann die gemeinsame Motivation, und in den Aspekten der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. der Folge auch die Qualität des nachhaltigen Gebäude Die Erfolgskontrolle und Rückmeldung obliegen dem betriebs, entscheidend gesteigert werden. Betreiber.
Phase 3: Erfolgskontrolle und Rückmeldung Weitere essenzielle Bestandteile des Informations und Motivationsprozesses sind die Erfolgskontrolle und Rückmeldung, die regelmäßig und transparent für die Nutzer erfolgen soll, damit diese über den Erfolg ihres Engagements zeitnah informiert werden.
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 115
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3.2.8.2 Nutzerzufriedenheitsmanagement Nutzerzufriedenheitsanalyse C 3 Die Zufriedenheit der Nutzer ist nicht nur entscheidend Die Nutzerzufriedenheitsanalyse ist die Komponente für die Akzeptanz des Gebäudes, sondern sie dient der Informationserfassung, mit welcher der Betreiber auch als Indikator für die tatsächlich realisierte Qualität aktiv auf den Nutzer zugeht (proaktive Komponente). des Gebäudes und der Prozesse seiner Bewirtschaftung. Die Nutzerzufriedenheitsanalyse zeigt auf, inwieweit Eine hohe Nutzerzufriedenheit wirkt sich positiv auf die Verhältnisse am unmittelbaren Arbeitsplatz bezie die Produktivität der Mitarbeiter aus und ist ein wichti hungsweise im Gebäude insgesamt den Anforderungen ger Baustein eines nachhaltig bewirtschafteten Gebäudes. und Vorstellungen der individuellen Nutzer entspre chen. Die regel mäßige Befragung der Nutzer stellt ein Zur Steigerung der Nutzerzufriedenheit sowie zur wichtiges Qualitätsmerkmal für eine gute Bewirtschaf Verbesserung der Qualität eines Gebäudes und seiner tung dar. Bewirtschaftungsprozesse ist ein Nutzerzufriedenheits management (BN_BB 5.3.1) einzurichten. Das Nutzer Die Qualität der Nutzerzufriedenheitsanalyse wird zufriedenheitsmanagement setzt sich zusammen aus durch die folgenden Aspekte bestimmt: den beiden Elementen: ■ Umfang der Nutzerzufriedenheitsanalysen ■ Informationserfassung (Nutzerzufriedenheitsanaly (qualitativ) se und Mitteilungsmanagement) ■ Intervalle der Nutzerbefragungen (quantitativ) ■ Maßnahmenprogramm ■ Umgang mit den Ergebnissen (qualitativ)
Mit Hilfe des Elements „Informationserfassung“ können Die Nutzerzufriedenheitsanalyse ist in einer standar Stärken und Schwächen eines Gebäudes identifiziert disierten Form durchzuführen. Hierzu steht das Ins werden. Die Ergebnisse des Nutzerzufriedenheitsma trument für Nutzerbefragungen zum Komfort am nagements sind durch den Betreiber in einem Bericht Arbeitsplatz (INKA) zur Verfügung. Das INKA besteht zu dokumentieren. Verteilung und Mindestinhalte des aus standardisierten Fragebögen und ergänzenden Berichts sind im Kapitel 3.2.10 „Berichterstattungs Unterlagen, die über das Nachhaltigkeitsportal pflichten“ geregelt. www.nachhaltigesbauen.de bezogen werden können. Die Fragebögen erfassen die Zufriedenheit der indivi Zuständig für die Informationserfassung und das duellen Nutzer mit der Raumluftqualität, dem akusti Maßnahmenprogramm ist der Betreiber. Die nutzende schen, visuellen und thermischen Komfort sowie mit Dienststelle muss den Betreiber bei der Durchführung Art und Umfang von Möglichkeiten zur individuellen von Nutzerzufriedenheitsanalysen und beim Aufbau Gestaltung der Verhältnisse am Arbeitsplatz. Zusätzlich von geeigneten Strukturen für das Mitteilungsmanage einbezogen wird die Abfrage der Nutzerzufriedenheit ment unterstützen. Die Bauverwaltung unterstützt mit Gebäude und Umfeld. den Betreiber bei der Aufstellung des Maßnahmenpro gramms sowie bei der Bewertung, Planung, Umsetzung Die Nutzerzufriedenheitsanalyse ist regelmäßig im und Erfolgskontrolle der Maßnahmen. Abstand von höchstens vier Jahren durchzuführen, wobei zur Erfassung der jahreszeitlichen Unterschiede Die Informationserfassung kann über eine Nutzerzu jeweils zwei getrennte Befragungen im Sommer und friedenheitsanalyse oder das Mitteilungsmanagement Winter durchzuführen sind. Es existieren zwei verschie erfolgen. dene Fragebogenversionen (Lang und Kurzfassung) des Hilfsmittels INKA. Der Fragebogen in der Langfas sung (Gesamtindex) ist grundsätzlich bei Erstbefragun gen oder nach umfänglichen organisatorischen oder baulichen Änderungen anzuwenden. Ein hiervon ab weichendes Vorgehen ist nachvollziehbar zu begründen.
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NUTZERZUFRIEDENHEITSMANAGEMENT ABBILDUNG C4
Nachhaltige Gebäudenutzung
Beeinflussung Nutzerzufriedenheitsmanagement C 3 Nutzerverhalten
Siehe vorherige Seite „Proaktive Komponente“ „Reaktive Komponente“ Maßnahmenp rogramm Nutzerzufriedenheitsa nalyse Mitteilungsmanagement
Planung Umset- Erfolgs- Nutzer- Auswertung Hinweis- Beschwerde- zung kont rolle befragung management management
Verbesse- Artikulierte rungsvor- Unzufrie- schläge denheit / Hinweise auf Mängel
Quelle: BBSR
Auf Grundlage der Ergebnisse der Nutzerbefragungen Es dient somit sowohl der Erfassung von Mängeln und können die Gebäudequalität in Bezug auf die soziale Beschwerden als auch von Verbesserungsvorschlägen. Nachhaltigkeitsdimension bewertet und Verbesserungs Das Unterhalten eines Mitteilungsmanagements ist potenziale aufgezeigt werden. Ein Ergebnis der Nutzer eine der Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige zufriedenheitsanalyse ist der Nutzerzufriedenheits Gebäudebewirtschaftung. Das Mitteilungsmanagement index, welcher als Maßstab zur Darstellung der hat sicherzustellen, dass: tatsächlichen Nutzerzufriedenheit verwendet werden kann (BNB_BB 3.1.9). Das Ergebnis der Ermittlung der ■ der Nutzer durch leicht erreichbare Ansprechpart tatsächlichen Nutzerzufriedenheit ist als absoluter ner und Kontaktstellen zur Kontaktaufnahme Wert insbesondere bei regelmäßiger Wiederholung der animiert wird Befragung von Bedeutung. Hierdurch können die Ent ■ die vorgebrachten Mitteilungen systematisch wicklung der Zufriedenheit der Nutzer erfasst und die angenommen und dokumentiert sowie vertraulich Auswirkungen ausgeführter Maßnahmen im Sinne behandelt werden einer Erfolgskontrolle festgestellt und dokumentiert ■ die angenommenen Mitteilungen zügig bearbeitet werden. Vergleiche mit dem Nutzerzufriedenheitsindex werden und der Absender eine Reaktion auf seine bei Gebäuden gleicher Art und Nutzung sind möglich. Mitteilung erhält ■ eine Auswertung der eingegangenen Mitteilungen, Mitteilungsmanagement zum Beispiel im Hinblick auf die Anzahl der Be Das Mitteilungsmanagement bezeichnet die systemati schwerden, die Repräsentativität von Mitteilungen sche Erfassung und Bearbeitung von Hinweisen (wie für ein allgemeines Stimmungsbild der Nutzer oder Verbesserungsvorschläge) und Unzufriedenheitsbe Häufungen ähnlich gelagerter Fälle vorgenommen kundungen (wie Beschwerden oder Hinweise auf Män wird gel), die auf Initiative des Nutzers hervorgebracht wer den. Ein Handeln des Betreibers findet als Reaktion auf eine Mitteilung statt. Das Mitteilungsmanagement ist die reaktive Komponente der Informationserfassung.
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C 3 Maßnahmenprogramm der Errichtung des Gebäudes festgelegt und sind we Neben der Informationserfassung beinhaltet das Nut sentlich für die Nachhaltigkeitsbewertung bei Neubau zerzufriedenheitsmanagement als zweites Element das ten. Im Gebäudebetrieb sind diese Parameter nicht Maßnahmenprogramm. Hier fließen die aus der Infor oder nur sehr bedingt beeinflussbar, sodass sie als Qua mationserfassung gewonnen Erkenntnisse ein, welche litätskennzeichen einer nachhaltigkeitsorientierten Ge die Optimierung der Gebäude beziehungsweise Be bäudenutzung nicht aussagefähig sind und an dieser triebsqualität, das Abstellen identifizierter Schwach Stelle nicht in die Bewertung einfließen können. punkte oder die Steigerung der Nutzerzufriedenheit zum Ziel haben. Das Maßnahmenprogramm muss ne Die raumklimatischen Qualitätsparameter sind durch ben der Planung auch die Umsetzung und Erfolgskont den Gebäudebetrieb und die Gebäudenutzung durch rolle (beispielsweise durch Folgebefragungen) beinhal folgende Aspekte unmittelbar beeinflussbar: ten. Von der Umsetzung einzelner Maßnahmen kann begründet abgesehen werden. Bei der Begründung ist ■ Betrieb der Heiz und Klimaanlagen mit dem Ziel darzustellen, aus welchem Grund die Maßnahme zum eines optimalen thermischen Komforts, zumindest Beispiel den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und jedoch im Rahmen der vereinbarten Grenzen Sparsamkeit verletzt, die Maßnahme nicht erforderlich ■ Betrieb der RLTAnlagen mit an einer guten Innen oder nicht umsetzbar ist. raumlufthygiene orientierten Außenluftvolumen strömen 3.2.9 Tatsächliche Qualität des Raumklimas ■ regelmäßige Wartung aller haustechnischen An Die tatsächliche Qualität des Raumklimas zielt auf die lagen, einschließlich der Regelung, gegebenenfalls Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Raum zeitnahe Anpassung auch an Änderungen der nutzer. Ein gutes Raumklima ist darüber hinaus eine Raumbelegung oder Raumnutzung wichtige Voraussetzung für die Zufriedenheit und die ■ regelmäßige und qualitativ hochwertige Wartung, Leistungsfähigkeit der Nutzer. Die tatsächliche Qualität Instandsetzung und Überprüfung der raumlufttech des Raumklimas ist Teil der soziokulturellen und funk nischen Anlagen unter besonderer Beachtung der tionalen Qualität eines Gebäudes. Hygiene ■ zeitnahe Beseitigung von mikrobiellem Bewuchs Wesentliche und durch die Art der Nutzung und den (vulgo: Schimmel) einschließlich der für den Be Gebäudebetrieb entscheidend zu beeinflussende Quali wuchs ursächlichen Mängel, zum Beispiel an der tätsparameter für ein gutes Raumklima sind: Baukonstruktion ■ hygieneorientierte Reinigung, insbesondere hin ■ die thermischen und hygrischen Raumkonditionen sichtlich der Art der verwendeten Reinigungsmittel (Temperatur, Zugfreiheit, Raumluftfeuchte) ■ schadstoffbewusste Raumausstattung und nutzung ■ die geruchliche Qualität der Raumluft (Raumluft (Möblierung, Auswahl und Anordnung von Laser qualität) druckern) ■ die Abwesenheit beziehungsweise hinreichende Abfuhr von Schadstoffen aus der Raumluft Die für ein gutes Raumklima maßgebenden Prozesse sind in dem auf die Prozessqualität fokussierten Steck Weitere Kriterien für ein gutes Raumklima sind eine brief des Kriteriums BNB_BB 5.3.4 „Inspektion, War gute Raumakustik, ein hinreichend geringer Schall tung und Verkehrssicherung“ berücksichtigt. Der Erfolg druckpegel, eine ausreichende Tageslichtversorgung dieser Prozesse wird anhand der tatsächlich erzielten des Raumes sowie eine blendfreie und auskömmliche Qualitätsniveaus der Kriteriensteckbriefe „Tatsächli Beleuchtung der Arbeitsplätze. Diese Kriterien sind je cher thermischer Komfort im Winter“ (BNB_BB 3.1.1) doch überwiegend konstruktiv bedingt. Sie werden be und „Tatsächlicher thermischer Komfort im Sommer“ reits mit dem Gebäudeentwurf, spätestens jedoch mit (BNB_BB 3.1.2) sowie „Tatsächliche Innenraumlufthygi ene“ (BNB_BB 3.1.3) dokumentiert.
118 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
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Die messtechnisch zu untersuchenden Stoffe bezie C 3 hungsweise Stoffgruppen sind so gewählt, dass:
■ sie eine gute Korrelation zur geruchlichen Qualität der Raumluft haben („Indikatorwirkung“) ■ sie typische Schadstoffbelastungen in Büroräumen mit neuzeitlicher Ausstattung spiegeln, wobei außerdem vorausgesetzt wird, dass aus der Bau konstruktion nur Stoffe in die Raumluft emittiert werden, die einer Verwendungsfähigkeit des Baus toffes /der Baukonstruktion nicht entgegenstehen ■ eine Vergleichbarkeit mit dem Kriterium für Büro Einsatz eines Messbaums zur Bestimmung und Überprüfung neubauten (BNB_BN 3.1.3 „Innenraumlufthygiene“) der Komfortparameter im Innenraum während des Gebäudebetriebs gegeben ist ■ der messtechnische Aufwand dem Zweck angemes sen ist Für eine umfassende thermische Komfortbewertung genügt eine sehr überschaubare Anzahl von Messgrö Diesbezüglich wurden die folgenden Stoffe / Stoffgrup ßen. In Abhängigkeit vom gewählten Heiz und Lüf pen für messtechnische Untersuchungen gewählt: tungskonzept genügt oftmals die Erfassung der Raum lufttemperatur. Günstigenfalls werden entsprechende ■ Kohlendioxidgehalt der Raumluft als Indikator Messwerte von der Gebäudeleittechnik oder im Rah für die Geruchsbelastung durch menschliche Tätig men des Energiemonitorings (BNB_BB 1.2.1) ohnehin keiten beziehungsweise den personenbezogenen erfasst, sodass eine sichere Bewertung des thermischen Außenluftwechsel Komforts oftmals ohne weiteres möglich ist. Sind situa ■ flüchtige organische Verbindungen (VOC) und tionsbedingt weitergehende Messungen erforderlich – Form aldehyd als Indikatoren für die Belastung mit beispielsweise hinsichtlich des Auftretens von Zugluft – geruchswirksamen und / oder gesundheitsrelevanten so sind diese mit überschaubarem Aufwand Schadstoffen, die von der Baukonstruktion und der durchführbar. Ausstattung emittiert werden ■ Radon, Feinstaub und Fasern zum Ausschluss einer Eine umfassende Bewertung der Innenraumlufthygiene besonderen Gesundheitsgefährdung der Nutzer ist deutlich aufwendiger, da in Abhängigkeit von den Stoffquellen im Innen und Außenraum eine Vielzahl Eine mikrobielle Untersuchung der Raumluft ist im von Stoffen in der Raumluft nachweisbar ist. Im Rahmen Rahmen des Kriteriums 3.1.3 nicht vorgesehen. Es wird der Nachhaltigkeitsbewertung erfolgt die Bewertung davon ausgegangen, dass die Gebäude den in den Krite der Innenraumlufthygiene anhand von ausgewählten rien für Neubauten beschriebenen Anforderungen Stoffkonzentrationen. entsprechen, sodass schwerwiegende und schimmelpilz begünstigende bauphysikalische Mängel unwahrschein lich sind. Sollten diese Mängel dennoch auftreten, sollen sie im Rahmen der etwaigen Inspektion und Wartung (BNB_BB 5.3.4 „Inspektion, Wartung und Verkehrssicherung“) erkannt und behoben werden. Außerdem sind mikrobielle Untersuchungen wie die Hygieneinspektion der RLTAnlage bei einer qualitativ hochwertigen Prozessgestaltung anlassbezogen und gezielt durchzuführen.
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C 3 3.2.10 Berichterstattungspflichten Der Nachhaltigkeitsbericht ist jährlich zu erstellen. Im Rahmen einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaf Der Bericht muss in jedem Jahr spätestens im vierten tung muss der Betreiber aus den laufenden Bewirt Quartal verteilt werden. Er beinhaltet im Wesentlichen schaftungsprozessen regelmäßig Kosten und Ver einen Rückblick auf das vergangene Haushaltsjahr. In brauchsdaten zur Verfügung stellen. Diese stehen dann Teilbereichen gibt er einen Ausblick auf das kommende als Vergleichswerte für die Bewirtschaftungsprozesse Haushaltsjahr. Die Aufstellung des Berichts muss ent der eigenen, aber auch für andere Liegenschaften sowie sprechend der Checkliste in der Anlage C4 erfolgen. Ein als Planungsgrundlage für zukünftige Baumaßnahmen ausfüllbares Muster steht auf dem Informationsportal zur Verfügung. Hierzu müssen die Energie und Wasser www.nachhaltigesbauen.de zur Verfügung. verbräuche sowie die Betriebs und Instandsetzungs kosten mindestens jährlich an eine zentrale Datenerfas 3.2.10.2 Berichterstattung in Vorbereitung auf sungsstelle übermittelt werden. eine BNB-Bewertung Ist eine Bewertung mit dem BNBModul Nutzen und BUNDESBAU In der Nutzungsphase von baulichen Betreiben vorgesehen, so ist in Vorbereitung auf die Anlagen des Bundes sind diesbezüglich die Regelungen Bewertung der „Nachhaltigkeitsbericht des Betreibers“ des Abschnitts K 6 der RBBau zu beachten. Für die zusätzlich der Konformitätsprüfungsstelle und der Berichterstattung der jährlichen Verbrauchswerte und Geschäftsstelle Nachhaltiges Bauen im BBSR digital zu Betriebskosten ist das Muster gemäß RBBau zu ver übermitteln. wenden. BUNDESBAU Der Nachweis, dass der Berichterstattungs 3.2.10.1 Nachhaltigkeitsbericht des Betreibers pflicht nach RBBau Abschnitt K 6 nachgekommen Am Nutzen und Betreiben eines Gebäudes wirken zahl wurde, ist für Bundesgebäude Grundvoraussetzung für reiche Beteiligte mit. Nur wenn sich die unterschied die Durchführung einer Konformitätsprüfung und lichen Beteiligten im erforderlichen Maße einbringen somit Bedingung für eine Anerkennung der Bewertung können, ist eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung mit dem Modul Nutzen und Betreiben. sichergestellt. Ein Kennzeichen einer nachhaltigen Ge bäudebewirtschaftung ist daher auch die Transparenz der Bewirtschaftungsprozesse und der tatsächlichen Gebäudequalität. Hierzu müssen die wesentlichen Leis tungen und Ergebnisse der Gebäudebewirtschaftung mit einem Nachhaltigkeitsbericht gegenüber den an der Bewirtschaftung Beteiligten kommuniziert werden. Hierdurch sollen auch die Anstrengungen aller Betei ligten im Bereich der nachhaltigen Gebäudebewirt schaftung entsprechend gewürdigt werden. Der Nach haltigkeitsbericht soll durch den Betreiber erarbeitet und der nutzenden Dienststelle, der baudurchführen den Ebene und der Betriebsüberwachung analog und digital übergeben werden. Bauverwaltung und Betriebs überwachung müssen den Betreiber bei der Aufstellung des Berichts unterstützen.
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4. Berücksichtigung der Nachhaltigkeits
kriterien in der Nutzungsphase
Im vorstehenden Kapitel wurden die Kriterien einer Wesentliche Voraussetzungen für den Aufbau einer Da nachhaltigen Nutzung erläutert. Um diese Kriterien in tenbank und die Berichterstattung sind die systematische den Nutzungs und Bewirtschaftungsprozessen berück und einheitliche Erfassung sowie Auswertung der Kosten sichtigen zu können, stehen inzwischen Hilfsmittel zur und Verbräuche. Hierzu kann auf DVInstrumente zahl Verfügung. Dazu zählen unter anderem: reicher privater Anbieter zurückgegriffen werden. Für die C 4 Erfassung sowie Auswertung der Kosten und Verbrauchs ■ Datenbanken und Anwendungen der elektronischen daten von baulichen Anlagen der öffentlichen Hand ist Datenverarbeitung (DVInstrumente) das Instrument „Energie und MedienInformationssys ■ das Instrument für Nutzerbefragungen zum tem des Bundes und der Länder“ (EMIS) erarbeitet worden, Komfort am Arbeitsplatz (INKA) das über den EMIS Arbeitskreis weiterentwickelt wird. ■ „Kompass Nachhaltigkeit“ der Deutschen Gesell schaft für internationale Zusammenarbeit12 BUNDESBAU Im Bereich der Bewirtschaftung von bau lichen Anlagen des Bundes ist dieses oder ein DVInst 4�1 Datenbanken und DV-Instrumente rument mit vergleichbarem Leistungsumfang durch Die erforderlichen Vergleichswerte für das Kosten den Betreiber und die Betriebsüberw achung einzusetzen. controlling und Energiemanagement können Gebäude datenbanken entnommen werden. Hierzu kann auf 4�2 Nachhaltigkeitsbewertung in der Datenbanken zahlreicher privater Anbieter zurückge Nutzungsphase griffen werden. Grundsätzlich sollten Betreiber auch Wie bereits in den Vorbemerkungen des Leitfadens eigene Datenbanken auf der Basis der angefallenen ausgeführt, kann eine Nachhaltigkeitsbewertung mehr Verbrauchs und Kostendaten aufbauen. Dies ist insbe fach im Lebenszyklus eines Gebäudes durchgeführt sondere für Betreiber umfangreicher Gebäudebestände werden. Das BNB ist zu diesem Zweck modular aufgebaut. von Bedeutung. Gemäß der nachfolgenden Grafik C5 fallen in die Bei der Planung und Bewirtschaftung von baulichen Nutzungsphase die drei folgenden Anwendungsfälle: Anlagen der öffentlichen Hand ist das Instrument „Planungs und Kostendatenmodule der Länder und des ■ I.2 / III.2: Neubestand mit Bewertungszeitpunkten Bundes“ (PLAKODA) etabliert, das von der Staatlichen b und d (siehe Kapitel. 4.4) Vermögens und Hochbauverwaltung BadenWürttem ■ II.1: regulärer Betrieb mit Bewertungszeitpunkten berg (VBV) entwickelt und fortgeschrieben wird. Auf der e und f (siehe Kapitel 4.3) Basis von Vergleichsobjekten stellt die Programmober ■ II.2: Projektvorbereitung mit Bewertungszeitpunkt e fläche „PLAKODAModule“ Vergleichswerte für die Be (siehe Kapitel 4.5) reiche Nutzungskosten und Energieverbräuche zur Ver fügung. Damit PLAKODA über eine hinreichende und Das BNBModul Nutzen und Betreiben ist das zentrale aktuelle Datenbasis verfügt und damit die notwendigen Bewertungsmodul der Nutzungsphase und findet daher Kennwerte für eine nachhaltige Planung und Bewirtschaf in allen drei Fällen Anwendung, wobei es in den Fällen tung bereitstellen kann, ist eine regelmäßige Bericht I.2 / III.2 und II.2 als Ergänzungsmodul in Kombination erstattung über angefallene Kosten und Verbräuche mit den beiden Modulen Neubau und Komplettmoder notwendig. Das Erfüllen der Berichterstattungspflichten nisierung eingesetzt wird. schafft eine wichtige Grundlage für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb. Darüber hinaus steht für Anwender außerhalb voll ständiger BNBAnwendungen mit der GEFMA 160 BUNDESBAU Im Bereich der Bewirtschaftung von „Nachhaltigkeit im Facility Management“13 eine Richt baulichen Anlagen des Bundes sind diesbezüglich die linie zur Verfügung, welche eine Basis für die Entwick Regelungen des Abschnitts K 6 der RBBau zu beachten. lung von Nachhaltigkeitskonzepten darstellt und deren systematische Bewertung ermöglicht.
12 Vgl. www.oeffentlichebeschaffung.kompass-nachhaltigkeit.de 13 Deutscher Verband für Facility Management, 2014
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 121
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BEWERTUNGSZEITPUNKTE IN DER NUTZUNGSPHASE ABBILDUNG C5
I Entwicklungsphase II Reguläre Betriebsphase III Anpassungsphase II Weichenstellung für nachhaltiges Reguläres Nutzen und Betreiben Grundinstandsetzung und Nutzen und Betreiben des Bestandsgebäudes Anp ass ung an neue Anforderungen
I�1 I�2 II�1 Baumaßnahme Übergang
BNB_BN BNB_BN BNB_BB C 4 Gewährleis- tungsphase
Neubau- Neubestand maßnahme
Planungs- und Nutzungsphase Bauphase
| II�1 Regulärer Betrieb | |||
|---|---|---|---|
| BNB_BB II�2 Projektvor- bereitung BNB_BK BNB_BB Altbestand | |||
| Modernisierung | Nutzungsphase |
Zeit
Projektbeginn Baufertigstel- 5 Jahre nach Ende Baufertigstel- 5 Jahre nach lung / Inbetrieb- Baufertig- Nutzungsz eit lung / Inbetrieb- Baufertig- nahme stell ung nahme stell ung
a b e e e e e c d e f
Mögliche Bewertungszeitpunkte: a Bewertung Neubaumaßnahme b Bewertung Neubestand als Neubau (Sonderlösung für Übergangsphase) c Bewertung Komplettmodernisierung d Bewertung Neubestand als Komplettmodernisierung (Sonderlösung für Übergangsphase) e Bewertung Modul Nutzen und Betreiben (Beispiele) f Sonderfall Bauwerksdiagnose ohne Bezug zu einer Maßnahme (Beispiel)
Quelle: BBSR
4�3 Bewertung von Bestandsbauten mit dem Dies gilt nicht minder für bereits existierende Gebäude BNB-Modul Nutzen und Betreiben des Altbestandes, deren Planungs und Bauphase noch Mit der Anwendung der Teile A und B dieses Leitfadens nicht an den Prinzipien, Schutzgütern und Schutzzielen und des zugehörigen BNBModuls Neubau wurde sicher des nachhaltigen Bauens ausgerichtet wurde. Auch gestellt, dass die formulierten Prinzipien, Schutzgüter hinsichtlich dieser Bauwerke liegt es in der Verantwor und Schutzziele des nachhaltigen Bauens in der Pla tung aller am Nutzen und Betreiben des Gebäudes nungs und Bauphase umgesetzt worden sind. Mit der Beteiligten, eine möglichst nachhaltige Nutzungsphase realisierten Gebäudequalität wurde eine Grundlage zu realisieren. geschaffen, auf der ein nachhaltiges Nutzen und Betrei ben des Gebäudes aufbauen kann. Es ist nun folglich Das BNBModul Nutzen und Betreiben dient der Um die Aufgabe aller am Nutzen und Betreiben des Gebäu setzung und Quantifizierung der in den Teilen A und des Beteiligten, die über die Planung und Realisierung C beschriebenen allgemeinen Anforderungen an das erstellte Qualität des Gebäudes in der Nutzungsphase nachhaltige Bauen, Nutzen und Betreiben. Mit der Be dauerhaft zu gewährleisten beziehungsweise kontinu urteilung von Einzelaspekten, die sich an den Schutz ierlich zu verbessern. zielen des nachhaltigen Bauens orientieren, wird eine
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NACHHALTIGKEITSKRITERIEN DES BNB-MODULS NUTZEN UND BETREIBEN TABELLE C3
C 4
| Nachhaltigkeitskriterien | Zielwert Punktzahl Maximum | Bedeutungs- faktor | Gewichtung Gesamtbe- wertung | Zielwert | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| REALQUALITÄTEN (KRITERIENGRUPPE 1) | 0,000 % | 1400 | ||||
| Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt | ||||||
| BB | 1�1�1 | Treibhausgasemissionen infolge Heiz- und Elektroenergieverbrauch | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| Ressourceninanspruchnahme | ||||||
| BB | 1�2�1 | Heiz- und Elektroenergieverbrauch | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| BB | 1�2�3 | Trinkwasserverbrauch | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit | ||||||
| BB | 3�1�1 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Winter | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| BB | 3�1�2 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Sommer | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| BB | 3�1�3 | Tatsächliche Innenraumlufthygiene | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| BB | 3�1�9 | Tatsächliche Nutzerzufriedenheit | 100 | 2 | 0,000 % | 200 |
| PROZESSQUALITÄT DES NUTZENS UND BETREIBENS (KRITERIENGRUPPE 2) | 100,0% | 1900 | ||||
| BB | 5�3�1 | Nutzerzufriedenheitsmanagement | 100 | 3 | 15,789 % | 300 |
| BB | 5�3�2 | Management der Energie- und Wasserverbräuche | 100 | 3 | 15,789 % | 300 |
| BB | 5�3�3 | Nutzungskostencontrolling | 100 | 3 | 15,789 % | 300 |
| BB | 5�3�4 | Inspektion, Wartung und Verkehrssicherung | 100 | 2 | 10,526 % | 200 |
| BB | 5�3�5 | Umwelt- und gesundheitsverträgliche Reinigung | 100 | 2 | 10,526 % | 200 |
| BB | 5�3�6 | Technische Betriebsführung und Qualifikation des Betriebspersonals | 100 | 2 | 10,526 % | 200 |
| BB | 5�3�7 | Lebenszyklusbegleitende Objektdokumentation | 100 | 2 | 10,526 % | 200 |
| BB | 5�3�8 | Information und Motivation der Nutzer | 100 | 2 | 10,526 % | 200 |
Quelle: BBSR
Gesamtbeurteilung und Vergleichbarkeit der Nutzungs Das BNBModul Nutzen und Betreiben zeichnet sich und Bewirtschaftungsprozesse im Hinblick auf die Nach durch eine umfassende Betrachtung der Nutzungs haltigkeitsqualität erreicht. und Bewirtschaftungsprozesse aus. Hierbei wird die Qualität dieser Prozesse im Hinblick auf die gleichbe Das Modul BNBNutzen und Betreiben würdigt dabei rechtigte und gleichzeitige Berücksichtigung ökologi herausragende Betreiberleistungen. Mit einem verein scher, ökonomischer, soziokultureller und technischer heitlichten Bewertungsansatz und durch transparente Aspekte betrachtet. Die Hauptkriteriengruppen „öko sowie objektiv nachvollziehbare Systemregeln schafft logische Qualität“, „ökonomische Qualität“, „soziokul es die erforderliche Transparenz der Leistungen aller turelle und funktionale Qualität“ sowie „technische am Nutzen und Betreiben des Gebäudes Beteiligten. Mit Qualität“ der BNBModule Neubau und Komplettmo dem Modul Nutzen und Betreiben werden Nutzungs dernisierung spiegeln sich zum Teil in der betrachteten und Bewirtschaftungsprozesse sowie ergänzend aus Kriteriengruppe „Realqualitäten“ wider (siehe auch gewählte tatsächliche Objektqualitäten (Realqualitäten) Tabelle C3). In den dort betrachteten ausgewählten tat bewertet. Zu diesem Zweck besteht dieses Modul aus sächlichen Objektqualitäten drückt sich das Ergebnis den beiden Kriteriengruppen „Realqualitäten“ und der Prozessqualitäten des Nutzens und Betreibens aus. „Prozessqualität des Nutzens und Betreibens“. Sie werden jedoch auch maßgeblich durch die gegebe ne Gebäudequalität beeinflusst.
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4.3.1 Systemregeln und Methodik aussetzung für eine Konformitätsprüfung der Bewertung. Ziel des BNBModuls Nutzen und Betreiben ist eine Aus dieser Kriteriengruppe ergeben sich darüber hinaus Gesamtbeurteilung und Vergleichbarkeit der Nutzungs Nebenanforderungen entsprechend der Tabelle C4, die und Bewirtschaftungsprozesse im Hinblick auf deren es grundsätzlich einzuhalten gilt, um ein bestimmtes Nachhaltigkeitsqualität. Da diese Prozesse stets auch Qualitätsniveau erreichen zu können. Je nach Erfül C 4 Ausdruck der Reaktion auf Objektqualitäten sind, müs lungsgrad können die nachfolgenden Qualitäts niveaus sen die Objektqualitäten grundsätzlich bekannt sein. erreicht werden: Informationen über die Realqualitäten (Kriteriengrup pe 1) müssen in der Bewertung der Nachhaltigkeit des Nutzens und Betreibens ausgewiesen werden. Die Be Q3 ab 80 % herausragendes Nutzen und Gesamterfüllungsgrad Betreiben wertung erfolgt jedoch hauptsächlich über die Kriteri en der Prozessqualitäten (Kriteriengruppe 2), da sich Q2 ab 65 % sehr gutes Nutzen und Betreiben Gesamterfüllungsgrad diese durch Nutzer und Betreiber in der Nutzungspha se vornehmlich beeinflussen lassen. Q1 ab 50 % Mindestmaß einer nachhaltigen Gesamterfüllungsgrad Gebäudebewirtschaftung
Als Ergebnis der Bewertung erhält man einen Gesamt erfüllungsgrad, der das Verhältnis zwischen erreichten zu maximal möglichen Punkten widerspiegelt. Die Die vorstehend aufgeführten Qualitätsniveaus des Nut Kriteriengruppe „Realqualitäten“ hat keinen Anteil am zens und Betreibens unterscheiden sich bewusst von Gesamterfüllungsgrad, wird in der Bewertung jedoch den Zertifikatsstufen der BNBModule Neubau oder informativ ausgewiesen und ist somit eine Grundvor Komplettmodernisierung (Gold, Silber und Bronze), da
NEBENANFORDERUNGEN FÜR DAS ERZIELEN BESTIMMTER QUALITÄTSNIVEAUS TABELLE C4
| Allgemeine Nebenanforderungen | Qualitäts- niveau | Spezifische Nebenanforderungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Kriterium | Erfüllungsgrad | |||
| Eine Bewertung der Kriteriengruppe „Real qualitäten“ wurde vor genommen. In jedem Kriterium wurde ein Erfüllungsgrad größer oder gleich 10 % erreicht. | Q3 | ■ Erstellung einer Zielvereinbarungstabelle vor Beginn der Bewer tungsperiode entsprechend Kapitel 4.3.4.2 ■ erreichte Erfüllungsgrade aller Kriterien sind größer als die angestrebten Erfüllungsgrade nach Zielvereinbarungstabelle | ||
| BNB_BB 3.1.1 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Winter | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 3.1.2 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Sommer | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 3.1.3 | Tatsächliche Innenraumlufthygiene | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 3.1.9 | Tatsächliche Nutzerzufriedenheit | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 5.3.1 | Nutzerzufriedenheitsmanagement | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 5.3.2 | Management der Energie- und Wasserverbräuche | ≥ 70 % | ||
| BNB_BB 5.3.3 | Nutzungskostencontrolling | ≥ 80 % | ||
| Q2 | BNB_BB 3.1.1 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Winter | ≥ 50 % | |
| BNB_BB 3.1.2 | Tatsächlicher thermischer Komfort im Sommer | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 3.1.3 | Tatsächliche Innenraumlufthygiene | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 3.1.9 | Tatsächliche Nutzerzufriedenheit | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 5.3.1 | Nutzerzufriedenheitsmanagement | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 5.3.2 | Management der Energie- und Wasserverbräuche | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 5.3.3 | Nutzungskostencontrolling | ≥ 50 % | ||
| Q1 | BNB_BB 3.1.3 | Tatsächliche Innenraumlufthygiene | ≥ 50 % | |
| BNB_BB 3.1.9 | Tatsächliche Nutzerzufriedenheit | ≥ 50 % | ||
| BNB_BB 5.3.1 | Nutzerzufriedenheitsmanagement | ≥ 50 % |
Quelle: BBSR
124 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
[Seite 125]
es sich nicht um eine vergleichbare Bewertung handelt. 4.3.3 Gesamtbewertung und Teilbewertung In der Nutzungsphase stehen die Nutzungs und Be Eine vollständige Bewertung (Gesamtbewertung) triebsprozesse im Vordergrund, in der Planungs und der Nutzungsphase mit beiden Kriteriengruppen des Bauphase werden hingegen vornehmlich die Gebäude BNBModuls Nutzen und Betreiben ist nur für Gebäu qualitäten bewertet. Dieser wesentliche Unterschied wird de möglich, die mit einer Systemvariante bewertet C 4 mit einer anderen Bezeichnung der Qualitätsniveaus werden können, für welche ein Modul Nutzen und Be zum Ausdruck gebracht. treiben erarbeitet worden ist. Dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen (www.nachhaltigesbauen.de) kann Die Bewertung mit dem Modul wird rückblickend entnommen werden, für welche Systemvariante dieses durchgeführt. Hierbei werden die Nutzungs und Be Modul zur Verfügung steht. wirtschaftungsprozesse der vergangen drei Jahre be wertet. Das Gebäude bildet die räumliche Systemgrenze, Für alle anderen Gebäudetypen kann derzeit eine Teil da dieses direkt im Einflussbereich des Betreibers liegt. bewertung vorgenommen werden, bei der ausschließ Die Bewertung ist durch Dritte einer abschließenden lich eine Bewertung über die Kriteriengruppe „Prozess Überprüfung auf Konformität zu den Bewertungsre qualität des Nutzens und Betreibens“ durchgeführt geln zu unterziehen (Konformitätsprüfung). Diese dient wird. Die Anwendung erfolgt diesbezüglich analog zur der Qualitätssicherung und wird durch eine vom BMI Gesamtbewertung mit dem Modul Nutzen und Betrei benannte Konformitätsprüfungsstelle durchgeführt. ben. Alle Nebenanforderungen gemäß Kapitel 4.3.1, die sich auf Kriterien der Kriteriengruppe „Realqualitäten“ 4.3.2 Bewertungsmotive beziehen, entfallen. Eine Nachhaltigkeitsbewertung in der Nutzungsphase mit dem BNBModul Nutzen und Betreiben kann aus 4.3.4 Qualitätsmanagement zur Sicherstellung verschiedenen Gründen vorgenommen werden. Im nachhaltiger Prozess- und Objektqualitäten Wesentlichen lassen sich folgende Motive aufgrund Eine regelmäßige Beschreibung und Bewertung mit ihrer jeweils spezifischen Fragestellung und Entschei dem Modul Nutzen und Betreiben kann in Fortsetzung dungssituation unterscheiden: einer Bewertung der Gebäudequalität mit den Modu len Neubau, Neubestand oder Komplettmodernisie rung erfolgen. Eine vorherige Bewertung der Gebäude Bewertungsmotiv 1 laufendes Qualitätsmanagement zur qualität ist jedoch nicht notwendig. Sicherstel lung nachhaltiger Prozess- und Objektqualitäten Das Modul Nutzen und Betreiben ist in der Nutzungs Bewertungsmotiv 2 Feststellung der aktuellen Objektquali- phase eines Gebäudes als Instrument des Qualitäts täten als Vorbereitung auf eine Bau- managements anzuwenden. Hierzu sind in einem maßnahme, gegebenenfalls in Kombina- regelmäßigen Intervall über die gesamte Nutzungs tion mit einer Bauwerksdiagnose phase wiederkehrende Bewertungen der Nutzungs Bewertungsmotiv 3 Erfolgskontrolle nach einer Neubaumaß- und Bewirtschaftungsprozesse durchzuführen. Für eine nahme oder Komplettmodernisierung positive Bewertung müssen die Prozesse des Nutzens Bewertungsmotiv 4 Erstaufnahme eines Bestandsg ebäudes, und Betreibens jedoch auch dem BNBModul entspre gegebenenfalls in Verbindung mit einer chend durchgeführt werden. Es muss daher nicht nur Bauaufnahme oder einer umfassenden eine regelmäßige Beschreibung und Bewertung, sondern Bauwerks diagnose zugleich auch eine fortlaufende nutzungsbegleitende Anwendung des Moduls Nutzen und Betreiben erfolgen.
Die Anwendung erfolgt entsprechend der Regelungen des Kapitels 4.3.4 „Qualitätsmanagement zur Sicher stellung nachhaltiger Prozess und Objektqualitäten“.
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 125
[Seite 126]
4.3.4.1 Anwendungsfälle Übrige Bestandsgebäude Um eine objektive Feststellung der Gebäudequalität Bestandsgebäude mit bereits durchgeführter erhalten zu können, sollten auch Bestandsgebäude, Bewertung der Planungs- und Bauphase nach BNB deren Planungs und Bauphase nicht mit einem Ein Qualitätsmanagement zur Sicherstellung nachhal BNBModul bewertet worden sind (sogenannte übrige C 4 tiger Prozess und Objektqualitäten mit dem BNB Bestandsgebäude), einer Bewertung mit dem BNB Modul Nutzen und Betreiben sollte insbesondere dann Modul Nutzen und Betreiben unterzogen werden. Bei erfolgen, wenn die Planungs und Bauphase eines Be übrigen Bestandsgebäuden erfolgt die Erfassung und standsgebäudes bereits an den Anforderungen eines Bewertung der Prozess und Objektqualitäten in der BNBModuls ausgerichtet worden ist. Gleiches gilt für Nutzungsphase im Rahmen einer erweiterten Bau Bestandsgebäude, deren Planungs und Bauphase mit werksdiagnose, die einerseits die Kriterien des Moduls einem BNBModul bewertet worden sind und die hier Nutzen und Betreiben einbezieht, aber zusätzlich alle bei einen Erfüllungsgrad von über 50 Prozent erreich technischen, funktionalen und sonstigen Themen ab ten. Die Anwendung des Moduls Nutzen und Betreiben deckt. In der Kriteriengruppe 2 „Prozessqualität des wird hierbei mit der nachfolgenden Intention durchge Nutzens und Betreibens“ wird hierdurch mit dem Be führt: wertungsergebnis die Qualität der Bewirtschaftungs prozesse sichtbar. ■ Nachhaltigkeitsbewertung als Erfolgskontrolle durch Erfassung und Bewertung ausgewählter Durch die Nutzung der Kriteriengruppe 1 „Realquali tatsächlicher Gebäudequalitäten täten“ wird überprüfbar, ob und in wieweit Defizite im ■ Nachhaltigkeitsbewertung als Maßnahme zur Bereich wesentlicher Merkmale und Eigenschaften des Sicherstellung einer nachhaltigen Gebäudebewirt Gebäudes vorliegen, gegebenenfalls kann auf einen schaftung, durch welche die in der Planungs und Modernisierungsrückstand geschlossen werden. Bei Bauphase anvisierten Qualitäten auch tatsächlich deutlichen Abweichungen von den Mindestanforde umgesetzt werden rungen oder von einem Niveau, welches für Alter und ■ Nachhaltigkeitsbewertung als Maßnahme zur Zustand des Gebäudes angemessen erscheint, muss Sicherstellung eines tatsächlich nachhaltigen eine intensive Ursachenforschung erfolgen. Zur Sicher Gebäudes stellung einer unter Gesichtspunkten der Nachhaltig keit optimalen Gebäudebewirtschaftung sollte daher BUNDESBAU Handelt es sich um eine bauliche Anlage auch für die Gruppe der übrigen Bestandsgebäude eine des Bundes, wird empfohlen, die Erstanwendung des regelmäßige Bewertung mit dem BNBModul Nutzen BNBModuls Nutzen und Betreiben im Regelfall drei und Betreiben stattfinden. Jahre, jedoch spätestens fünf Jahre nach Bauübergabe gemäß Abschnitt H der RBBau durchzuführen. Im Sinne BUNDESBAU Handelt es sich um eine bauliche Anlage einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung muss die des Bundes, so sollte der Betreiber die Bewirtschaftungs Bewertung fortan regelmäßig in einem Intervall mit ei prozesse möglichst am BNBModul Nutzen und Betrei ner Länge von höchstens fünf Jahren erneuert werden. ben ausrichten. In einem Zyklus von fünf Jahren müs sen die Bewirtschaftungsprozesse einer Teilbewertung unterzogen werden, bei der ausschließlich die Kriterien der „Prozessqualität des Nutzens und Betreibens“ be wertet werden. Es wird empfohlen, eine vollständige Bewertung mit dem Modul Nutzen und Betreiben regel mäßig in einem Intervall von höchstens zehn Jahren durchzuführen und dies zeitlich mit der erforderlichen Aktualisierung des Energieverbrauchsausweises abzu stimmen.
126 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
[Seite 127]
4.3.4.2 Anwendung des BNB-Moduls Phase 1 Vor Beginn der Bewertungsperiode Sofern eine regelmäßige Nachhaltigkeitsbewertung mit Zielstellung werden die Ziele im Rahmen einer dem BNBModul Nutzen und Betreiben durchgeführt Zielvereinbarung festgelegt. werden soll, hat diese nutzungsbegleitend zu erfolgen. Phase 2 Während der Bewertungsperiode werden Nur so kann ein positives Bewertungsergebnis (von Steuerung die Bewirtschaftungsprozesse gesteuert, C 4 mehr als 50 Prozent Erfüllungsgrad) erzielt und somit sodass die festgelegten Ziele erreicht eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung sicherge werden können. stellt werden. Phase 3 Nach dem Ende der Bewertungsperiode Bewertung werden die abschließende BNB-Bewer- Da es sich bei der Nachhaltigkeitsbewertung um eine tung und anschließende Konformitäts- rückblickende Bewertung handelt, entfaltet die fort prüfung durchgeführt. laufende nutzungsbegleitende Anwendung des BNB Moduls eine Steuerungswirkung. Bei der Steuerung der Bewirtschaftungsprozesse sind drei Phasen zu unter scheiden.
| Phasen bei der Bewertung mit dem BNB-Modul | Nach der erfolgten Zielvereinbarung sind auf deren Grundlage durch den Betreiber Maßnahmen zu identi- fizieren, die vor Beginn der Bewertungsperiode um- gesetzt werden müssen, damit die festgelegten Ziele erreicht werden können. Hierbei gilt es vor allem die erforderlichen Organisationsstrukturen zur Sicherstel- lung der notwendigen Prozessqualitäten aufzubauen und geeignete Arbeitshilfen für das Betriebspersonal |
|---|---|
| Zielstellungsphase In Vorbereitung auf die Zielvereinbarung ist zu Beginn | |
| der Zielstellungsphase eine Vorbewertung mit dem BNB-Modul Nutzen und Betreiben durchzuführen, sodass der aktuelle Stand der Objekt- und Bewirtschaf- tungsqualitäten bekannt ist. Im Rahmen der Zielstel- lungsphase muss durch den Betreiber und unter Maß- gabe der nutzenden Dienststelle eine Vereinbarung getroffen werden, bei der die zu erzielenden Qualitäten anhand der Kriterien des BNB-Moduls Nutzen und Betreiben festgelegt werden. Die Vereinbarung ist zwischen Betreiber und nutzender Dienststelle im Ein- vernehmen mit der baudurchführenden Ebene und der Betriebsüberwachung im Hinblick auf deren Zuständig- | |
| zu erarbeiten. | |
| Steuerungsphase | |
| Die Steuerungsphase beschreibt die Phase der Bewer- | |
| tungsperiode, welche mindestens drei Jahre andauert. Im Rahmen der Steuerungsphase sind mindestens jährlich Zwischenbewertungen des erreichten Bewer- tungsstands durchzuführen. Das Zwischenergebnis ist der nutzenden Verwaltung, der baudurchführenden Ebene und der Betriebsüberwachung am Ende jedes | |
| keitsbereiche nach RBBau zu beschließen. | |
| Für die Zielvereinbarung ist eine Zielvereinbarungstabelle | |
| Jahres bekannt zu geben. | |
| entsprechend der Anlage C7 dieses Leitfadens aufzu- stellen, welche mindestens die folgenden Angaben für jedes Kriterium enthalten muss: | |
| Bewertungsphase | |
| Nach Abschluss der Steuerungsphase wird die abschlie- | |
| ßende Bewertung mit dem BNB-Modul Nutzen und Betreiben durchgeführt. Die Dokumentation und Nach- weisführung muss hierbei entsprechend den Regelun- gen des BNB-Prüfhandbuchs erstellt werden. Sind die Bewertung und Nachweisführung vollständig durch- geführt, so sind die vollständigen Bewertungsunterlagen zur Prüfung bei der zuständigen Konformitätsprüfungs- | |
| ■ Mindesterfüllungsgrad je Einzelkriterium | |
| ■ Zielwert je Einzelkriterium | |
| ■ zu erbringende Leistungen für die Realisierung | |
| der formulierten Ziele | |
| ■ zu erbringende Nachweise | |
| ■ Zuständigkeiten | |
| ■ Termine | stelle einzureichen. |
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 127
[Seite 128]
4�4 Bewertung von Neubestand als Sonderfall ■ Bewertung des tatsächlichen thermischen Komforts In einer Übergangsphase zu Beginn der Nutzungsphase (Ersatz BNB_BN 3.1.1 durch BNB_BB 3.1.1 und (siehe auch Abbildung C5) können die BNBModule BNB_BB 3.1.2) Neubau oder Komplettmodernisierung in Kombinati ■ Bewertung der tatsächlichen Innenraumlufthygiene on mit dem BNBModul Nutzen und Betreiben auf (so wird BNB_BN 3.1.3 ersetzt durch BNB_BB 3.1.3) C 4 bereits existierende Gebäude angewandt werden, die ■ zusätzliche Integration der tatsächlichen Nutzerzu noch dem sogenannten Neubestand zuzurechnen sind. friedenheit (BNB_BB 3.1.9) ■ Bewertung der Prozessqualitäten des Nutzens und Hierunter sind Bestandsgebäude zu verstehen: Betreibens anstelle der Prozessqualitäten aus der Planungs und Bauphase (beispielsweise werden ■ deren baurechtliche Abnahme sowie Übergabe an die Kriterien BNB_BN 5.1.1 bis 5.2.3 ersetzt durch die nutzende Dienststelle nach Durchführung einer BNB_BB 5.3.1 bis 5.3.8) Neubaumaßnahme oder Komplettmodernisierung vor längstens fünf Jahren erfolgt ist und In der Anlage C6 befindet sich die Kriterientabelle des ■ die von der nutzenden Dienststelle ganz oder teil BNBModuls Neubestand am Beispiel der Systemvarian weise bezogen und in Betrieb genommen wurden. te Büro und Verwaltungsgebäude. Die übrigen Rege lungen einschließlich der Regelungen zu Gesamterfül Der Neubestand wird entweder mit einer Variation lungsgraden und Qualitätsniveaus (Gold, Silber oder des BNBModuls Neubau oder einer Variation des Bronze) der BNBModule Neubau und Komplettmoder BNBModuls Komplettmodernisierung beschrieben nisierung bleiben unberührt (siehe hierzu Teil A). und bewertet. Hierbei werden die Module Neubau oder Komplettmodernisierung in Teilbereichen durch Kri Es sind zwei Anwendungsfälle für das BNBÜbergangs terien des Moduls Nutzen und Betreiben ergänzt oder modul Neubestand zu unterscheiden, die in den nach ersetzt. Die Variationen der beiden BNBModule werden folgenden Kapiteln erläutert werden. nachfolgend als BNBÜbergangsmodul Neubestand bezeichnet. Die Variation betrifft die folgenden Punkte: 4.4.1 Fortführung der konformitätsgeprüften Bewertung der Planungs- und Bauphase ■ Die Bewertungsmethodik der Kriterien der Umwelt Das BNBÜbergangsmodul Neubestand soll auf Be wirkungen und Ressourceninanspruchnahme (Kri standsgebäude angewandt werden, die dem Neubestand terien BNB_BN 1.1.1 bis 1.1.5 und 1.2.1) weicht im zugerechnet werden und für die bereits eine konformi Punkt „Rechenverfahren Nutzungsszenario“ ab. Hier tätsgeprüfte Bewertung mit den Modulen Neubau oder müssen im Übergangsmodul Neubestand die Ener Komplettmodernisierung vorliegt (Gebäudeerstbewer gieverbräuche aus BNB_BB 1.2.1 (siehe Kapitel 3.2.3.2 tung). Durch die Implementierung der Prozessqualitäten „Energieverbrauch“) anstelle des Endenergiebedarfs des Nutzens und Betreibens in die Bewertung wird aus der EnEVBerechnung verwendet werden. Die sichergestellt, dass in Addition zur erzielten Gebäude übrige Bewertungsmethodik bleibt unangetastet. qualität auch die organisatorischen Grundlagen für ■ Die Bewertungsmethodik des Kriteriums der ge eine dauerhaft nachhaltige Nutzungsphase gelegt wor bäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus (Kriteri den sind. Hierzu ist die Gebäudeerstbewertung entspre um BNB_BN 2.1.1) weicht im Punkt „Ausgewählte chend der Anforderungen des Übergangsmoduls Neu Nutzungskosten“ ab. Hier müssen im Übergangs bestand durch Anwendung des Moduls Nutzen und modul Neubestand die tatsächlichen Ver und Ent Betreiben zu aktualisieren und anschließend einer Kon sorgungskosten (KG 310 und KG 321 nach DIN 18960) formitätsprüfung zu unterziehen (Gebäudezweitbe sowie die tatsächlichen Reinigungskosten (KG 330 wertung). nach DIN 18960) als Grundlage für die Berechnung der Lebenszykluskosten verwendet werden. Hierbei sind unter anderem die Ergebnisse der Kriterien BNB_BB 1.2.1 und BNB_BB 1.2.3 zu verwenden (siehe Kapitel 3.2.2 „Nutzungskostencontrolling“). Die übrige Bewertungsmethodik bleibt unangetastet.
128 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
[Seite 129]
Das Ergebnis der Gebäudezweitbewertung ist der zu 4�5 Vorbereitung einer Maßnahme zur Deckung ständigen Konformitätsprüfungsstelle für die Gebäude eines festgestellten Bedarfs erstbewertung spätestens fünf Jahre nach Übergabe Eine Bewertung der Nutzungsphase von Bestandsge des Bauwerks an die nutzende Dienststelle vorzulegen. bäuden kann in zwei verschiedenen Phasen der Bedarfs Erfolgte aufgrund der Gebäudeerstbewertung eine Aus deckung mit jeweils unterschiedlicher Betrachtungs C 4 zeichnung mit den Qualitätsniveaus Gold, Silber oder tiefe vorgenommen werden: Bronze, so kann das BMI diese Auszeichnung auf Emp fehlung der zuständigen Konformitätsprüfungsstelle ■ Untersuchung von Beschaffungsvarianten für die Gebäudeerstbewertung aberkennen, wenn: ■ Feststellung der Objektqualitäten als Planungs grundlage von Baumaßnahmen ■ keine fristgerechte Vorlage der Gebäudezweitbewer tung erfolgte Untersuchung von Beschaffungsvarianten ■ die Gebäudeerstbewertung eine Auszeichnung mit Eine vollständige Nachhaltigkeitsbewertung mit dem dem Qualitätsniveau Gold ergab und der Erfüllungs BNBModul Nutzen und Betreiben ist in dieser Phase grad der Gebäudezweitbewertung unter 65 Prozent der Projektvorbereitung nicht zielführend. Die ver liegt schiedenen Beschaffungsvarianten können jedoch mit ■ die Gebäudeerstbewertung eine Auszeichnung mit den Kriterien der Verbräuche und THGEmissionen dem Qualitätsniveau Silber ergab und der Erfüllungs (BNB_BB 1.1.1, 1.2.1 und 1.2.3) einem Vergleich zuge grad der Gebäudezweitbewertung unter 50 Prozent führt werden. Hinsichtlich bestehender Gebäude kön liegt nen die Kriterien entsprechend der in den Kriterien steckbriefen beschriebenen Bewertungsmethoden Die Basis des BNBÜbergangsmoduls Neubestand angewandt werden. Für Gebäude, bei denen noch keine bildet die Version des Moduls Neubau oder Komplett Verbrauchsdaten angefallen sind, sind Planwerte oder modernisierung, welche bereits die Grundlage für die Zielwerte als Bewertungsgrundlage heranzuziehen. Gebäudeerstbewertung gewesen ist. Diese ist zu kom Grundsätzlich kann auch eine vollständige Zielverein binieren mit der jeweils aktuellen Version des Moduls barung zu den Objekt und Prozessqualitäten in der Nutzen und Betreiben. Nutzungsphase entsprechend dem BNBModul Nutzen und Betreiben durchgeführt werden (siehe Kapitel 4.4.2 Erstmalige Bewertung von Neubestand 4.3.4.2). Im Rahmen dieser Zielvereinbarung sind Min Liegt bisher keine konformitätsgeprüfte Bewertung destqualitäten festzulegen, die jede Beschaffungsvari mit den BNBModulen Neubau oder Komplettmoder ante grundsätzlich erfüllen muss. nisierung vor, so kann dies für Bauvorhaben, die dem Neubestand zugerechnet werden, mit dem BNBÜber Feststellung der Objektqualitäten als gangsmodul Neubestand nachgeholt werden. Die Basis Planungsgrundlage von Baumaßnahmen des Übergangsmoduls Neubestand bildet in diesem Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung des Fall die zum Zeitpunkt der Übergabe an die nutzende Gebäudebestands muss zunächst über eine Bauwerks Dienststelle aktuelle Version des Moduls Neubau oder diagnose der aktuelle Zustand des Bestandsgebäudes Komplettmodernisierung. Diese ist zu kombinieren mit beschrieben und bewertet werden. In Verbindung mit der jeweils aktuellen Version des Moduls Nutzen und einer weitergehenden Untersuchung können mit dem Betreiben. Eine Bewertung von Neubestand mit den BNBModul Nutzen und Betreiben die Feststellung und Modulen Neubau oder Komplettmodernisierung ist Analyse von Defiziten des untersuchten Bestandsge ausgeschlossen. bäudes gegenüber einem heutigen oder künftigen An forderungsniveau unterstützt werden. Das BNBModul wird diesbezüglich als ein Element einer umfassenden Bauwerksdiagnose verwendet. Die Erfassung, Analyse
Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden 129
[Seite 130]
und Bewertung der Nutzungskosten, der Verbrauchs 4�6 BNB-Nachhaltigkeitskoordination in der werte und der Nutzerzufriedenheit liefern wichtige Nutzungsphase Erkenntnisse über die tatsächliche Objektqualität. Die Für jedes Bestandsgebäude ist durch den Betreiber gewonnenen Erkenntnisse können als Planungsgrund ein BNBNachhaltigkeitskoordinator zu benennen. lage für Modernisierungs, Umbau oder Umnutzungs Dieser ist durch den Betreiber mit der Überprüfung C 4 entscheidungen verwendet werden. der Bewirtschaftungsprozesse auf die Einhaltung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen, der Koordination der Optimal stellt sich die Ausgangslage einer Baumaß Nachhaltigkeitsaspekte in der Nutzungsphase und der nahme im Bestand dar, wenn das Modul Nutzen und Durchführung von Nachhaltigkeitsbewertungen beauf Betreiben bereits regelmäßig und fortlaufend nutzungs tragt. Der Nachhaltigkeitskoordinator wird durch die begleitend angewandt wurde. In diesem Fall liegen aus nutzende Dienststelle sowie die baudurchführende dem Management der Energie und Wasserverbräuche, Ebene und die Betriebsüberwachung unterstützt. dem Kostencontrolling, dem Nutzerzufriedenheits management, der Inspektions und Wartungsplanung Bei der nutzungsbegleitenden Anwendung des BNB und der lebenszyklusbegleitenden Objektdokumen Moduls Nutzen und Betreiben koordiniert der Nach tation weitere wichtige Informationen über die tatsäch haltigkeitskoordinator die Zielstellungsphase. Hierzu liche Objektqualität vor. führt er die Vorbewertung nach BNB durch und koor diniert die Zielvereinbarung sowie die Maßnahmen zur Eine umfassende Bauwerksdiagnose mit integrierter Vorbereitung der Steuerungsphase. In dieser führt der Anwendung des BNBModuls Nutzen und Betreiben, BNBNachhaltigkeitskoordinator die bewertungsrele beispielsweise in Kombination mit den BNBModulen vanten Informationen zusammen und führt Zwischen Neubau oder Komplettmodernisierung, kann der Fest bewertungen durch. Er ist im Auftrag des Betreibers stellung der Gebäudequalität im Vergleich zu einem zuständig für die Berichterstattungspflichten gemäß Neubau und zur Identifikation von Stärken und Schwä Kapitel 3.2.10. chen sowie Optimierungspotenzialen und Risiken des Bestandsgebäudes dienen. Die weitergehende Zielstel Der BNBNachhaltigkeitskoordinator führt die ab lung der Bauwerksdiagnose variiert in Abhängigkeit schließende BNBBewertung durch und übergibt die von der beabsichtigten Eingriffstiefe in den Bestand. vollständige Bewertung einschließlich Nachweisfüh Handelt es sich bei der beabsichtigten Baumaßnahme rung der Konformitätsprüfungsstelle nach deren Maß um eine Komplettmodernisierung, so dient die umfas gabe. Nach Aufforderung durch die Konformitätsprü sende Bauwerksdiagnose auch als Hilfsinstrument zur fungsstelle überarbeitet er die Bewertung und reicht Bestimmung der erhaltenswerten Qualitäten. Bei Teil diese erneut zur Prüfung ein. Er übergibt digitale Kopien modernisierungen hingegen kommt der Aspekt der der konformitätsgeprüften Unterlagen der nutzenden Bestimmung des tatsächlich notwendigen Umfangs der Dienststelle, der baudurchführenden Ebene und der Baumaßnahme hinzu. Die Thematik der Anwendung Betriebsüberwachung. des Moduls Nutzen und Betreiben zur Feststellung der Objektqualitäten als Planungsgrundlage von Baumaß nahmen im Bestand wird im Teil D dieses Leitfadens dargestellt.
130 Teil C – Empfehlungen für nachhaltiges Nutzen und Betreiben von Gebäuden
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Teil D
Bauen im Bestand
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Teil D – Bauen im Bestand
1� Nachhaltige Bestandsentwicklung �������133 4.3 Soziokulturelle und funktionale Qualität ..................................................................150 2� Begriffe der nachhaltigen Bestands- 4.3.1 Gestalterische und städtebauliche entwicklung ���������������������������������������������134 Qualität ..................................................................151 2.1 Baumaßnahmen im Bestand ..............................134 4.3.2 Kunst am Bau ........................................................153 2.2 Maßnahmenarten ................................................134 4.4 Technische Qualität .............................................153 2.3 Maßnahmenkomplexität ....................................134 4.5 Prozessqualität .....................................................154 2.4 Bausubstanz eines Bestandsgebäudes ............136 4.5.1 Bestandsanalyse ...................................................154 4.5.1.1 Bestandsaufnahme ..............................................156 3� Grundsätze des nachhaltigen Bauens 4.5.1.2 Baudiagnose ..........................................................158 im Bestand ������������������������������������������������138 4.5.2 Rückbauplanung und Rückbaumaß- 3.1 Allgemeine und bestandsspezifische nahmen ..................................................................161 Grundsätze ............................................................138 4.5.2.1 Technische Arbeitsschutzbedingungen ...........161 3.2 Vergleich von Neubaumaßnahmen und 4.5.2.2 Planung des Rückbaus ........................................162 Baumaßnahmen im Bestand ..............................138 4.5.2.3 Konzept für den selektiven Rückbau ...............162 3.3 Rahmenbedingungen der Bestands- 4.5.2.4 Prüfen auf Abfalltrennung und entwicklung...........................................................139 Entsorgung ............................................................162
4� Spezifische Kriterien des nachhaltigen 5� Nachhaltigkeitsbewertung von Bauens im Bestand ����������������������������������140 Baumaßnahmen im Bestand ������������������163 4.1 Ökologische Qualität ..........................................141 5.1 Nachhaltigkeitsbewertung von Komplett- 4.1.1 Ökobilanzierung ...................................................141 modernisierungen ................................................165 4.1.1.1 Umgang mit der Altsubstanz .............................142 5.2 Nachhaltigkeitsbewertung von Teilmoder- 4.1.1.2 Vergleichende Wirkungsabschätzung von nisierungen .........................................................................166 Neubau- und Bestandsmaßnahmen ................142 5.3 Sinngemäße Anwendung ...................................166 4.1.1.3 Bilanzierung der Bausubstanz ...........................142 4.1.1.4 Bilanzierung der Versorgung während der Nutzung ..........................................................142 4.1.1.5 Bilanzierung der Entsorgung .............................143 4.1.1.6 Bewertung der Ökobilanz ..................................143 4.1.2 Risiken für die lokale Umwelt ...........................145 4.1.2.1 Bewertung der Risiken aus Bauprodukten der Altsubstanz. ....................................................145 4.1.2.2 Bewertung der Risiken aus Bauprodukten der Neusubstanz ..................................................146 4.1.3 Nachhaltige Materialgewinnung / Biodiversität ..........................................................146 4.1.4 Flächeninanspruchnahme ..................................147 4.2 Ökonomische Qualität ........................................147 4.2.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus .........................................................147 4.2.1.1 Methodik der Lebenszykluskostenanalyse bei Baumaßnahmen im Bestand .......................148 4.2.1.2 Bewertung der Lebenszykluskosten ................149 4.2.2 Anpassungsfähigkeit ...........................................150
132 Teil D – Bauen im Bestand
[Seite 133]
D 1
1. Nachhaltige Bestandsentwicklung
Das Bestandsgebäude Stresemannstraße 128 im Jahr 2005 (links). Heute als neues Dienstgebäude des Bundesumweltministeriums ein Auf den Gebäudebestand der Bundesrepublik Deutsch spannungsvolles Miteinander von Alt- und Neubau. land entfällt ein Großteil des Gesamtenergieverbrauchs und ein erheblicher Anteil der gesamten Treibhausgas Emissionen. Um dem entgegen zu wirken, wird die Gebäudebestands drückt sich in seiner baukulturellen Planung und Realisierung energieeffizienter Neubauten Vielfalt sowie dem unverwechselbaren und orts deshalb bereits seit vielen Jahren vorangetrieben. spezifischen Erscheinungsbild unserer Städte aus. Es muss jedoch darüber hinaus der gesellschaftliche Anspruch bestehen, auch die großen Energieeinspar Ein Bestandsgebäude, und damit auch der damit ver potenziale im Gebäudebestand mit circa 18 Millionen bundene ökonomische Wert, ist unter den Aspekten Wohngebäuden und circa 1,5 Millionen Nichtwohn einer nachhaltigen Entwicklung grundsätzlich erhal gebäuden zu mobilisieren. Etwa zwei Drittel der Be tungswürdig. Dabei ist zu prüfen, ob das Gebäude die standsgebäude wurden vor der ersten Wärmeschutz gestellten Anforderungen, beispielsweise hinsichtlich verordnung 1977 errichtet und sind in der Regel noch seiner Wirtschaftlichkeit, Funktionalität oder Sicher keiner vollständigen energetischen Modernisierung heit, weiterhin erfüllt. Sofern mit einer Modernisierung unterzogen worden. oder Umnutzung die gestellten Anforderungen nicht erreicht werden können, ist zu untersuchen, ob diese Bestandsgebäude bilden darüber hinaus die in ihnen durch einen anderen Bestandsbau oder im Ausnahmefall vergegenständlichten Ressourcen und Energiever durch einen Ersatzneubau erfüllt werden können, wo bräuche ab, sodass das Bestandstragwerk im Regelfall bei dies grundsätzlich die „Ultima Ratio“ darstellen sollte. über einen hohen ökologischen Wert verfügt. Die Ver längerung der Nutzungsdauer vorhandener Gebäude Vor diesem Hintergrund ist der Erhaltung, Moderni durch Weiterverwendung, Modernisierung beziehungs sierung und Veränderung des Gebäudebestands eine weise Umnutzung kann dabei einen wesentlichen besondere Bedeutung beizumessen. Die Prinzipien Lösungsweg zur Ressourcenschonung und Umwelt einer nachhaltigen Entwicklung sind im Grundsatz ge entlastung darstellen. nauso umzusetzen wie bei Neubaumaßnahmen. Die Qualifizierung und Umnutzung des Gebäudebestands Da der Gebäudebestand das Erscheinungsbild des bedürfen daher ebenso der gleichzeitigen und gleich städtischen Raums erheblich prägt, kommt diesem eine berechtigten Berücksichtigung ökologischer, ökonomi identitätsstiftende Wirkung zu. Diese ist im Rahmen scher und soziokultureller Aspekte. einer nachhaltigen Bestandsentwicklung ebenso zu berücksichtigen wie die Aktivierung möglicher Opti mierungspotenziale. Der gesellschaftliche Wert des
Teil D – Bauen im Bestand 133
[Seite 134]
2. Begriffe der nachhaltigen
D 2
Bestandsentwicklung
2�1 Baumaßnahmen im Bestand oder Konstruktion. Sie können im Zusammenhang Unter Baumaßnahmen im Bestand sind im Sinne mit Leistungen für Neubauten, Erweiterungsbauten, dieses Leitfadens wertsteigernde Maßnahmen im Umbauten, Modernisierungen, Instandhaltungen Gebäudebestand zu verstehen (siehe hierzu auch RBBau und Instandsetzungen anfallen. Abschnitte D und E). Dem Begriff Baumaßnahmen ■ Erweiterungsmaßnahmen sind Maßnahmen zur im Bestand können zahlreiche Begriffe untergeordnet Ergänzung eines Bestandsgebäudes und führen im werden, die im Hinblick auf Maßnahmen im Gebäude Regelfall zu einer Erhöhung des Maßes der baulichen bestand verwendet werden, wie Sanierung, Ertüchti Nutzung. Erweiterungen finden meistens in Form gung, Umbau oder Modernisierung. Viele der umgangs von Anbauten oder Aufstockungen statt und werden sprachlich geläufigen Begriffe sind baufachlich nicht häufig mit weiteren Maßnahmenarten kombiniert. einheitlich definiert. Ob auf eine Erweiterungsmaßnahme das Modul Komplettmodernisierung oder das Modul Neubau Die Definition der Maßnahmenarten erfolgt im Leit angewendet werden kann, ergibt sich in erster Linie faden Nachhaltiges Bauen entsprechend der Begriffs aus der Struktur der Maßnahme selbst und erfolgt bestimmungen der „Verordnung über die Honorare für in Abstimmung mit der zuständigen Konformitäts Architekten und Ingenieurleistungen“ (HOAI) sowie prüfungsstelle. Davon unabhängig ist Teil D des analog der Struktur der DIN 18960 „Nutzungskosten im Leitfadens für das Bestandsgebäude in jedem Fall Hochbau“. Maßnahmen mit dem Ziel der Erhaltung zu beachten. des SollZustandes (Instandhaltung nach HOAI, War ■ Umnutzungsmaßnahmen zielen auf eine Verände tungs und Inspektionsleistungen) fallen im Sinne die rung der Nutzungsart ab. Neben der baurechtlichen ses Leitfadens nicht unter den Begriff Baumaßnahmen Komponente gehen diese Maßnahmen im Regelfall im Bestand (siehe hierzu auch RBBau Abschnitt C und auch mit Baumaßnahmen im Bestand einher, wobei Leitfaden Nachhaltiges Bauen, Teil C). Baumaßnahmen sich diese meistens aus mehreren Maßnahmenarten im Bestand werden in diesem Leitfaden nach Maßnah zusammensetzen. So bedürfen Umnutzungen regel menart und komplexität unterschieden. mäßig auch umfangreicher Umbau und Moder nisierungsmaßnahmen. Mit der Änderung der Nut 2�2 Maßnahmenarten zungsart ändert sich auch die Zuordnung zur jeweils Hinsichtlich der Maßnahmenarten gelten die nach zutreffenden Systemvariante des BNB (siehe Teil A, folgend aufgeführten Definitionen: Kapitel 2.1).
Maßnahmenarten des Bauens im Bestand: Weitere Maßnahmenarten: ■ Instandsetzungsmaßnahmen sind Maßnahmen ■ Wiederaufbauten vormals zerstörter Objekte, die zur Wiederherstellung des zum bestimmungsgemä auf vorhandenen Bau oder Anlageteilen wiederher ßen Gebrauch geeigneten Zustandes (SollZustandes) gestellt werden, gelten im Sinne dieses Leitfadens als eines Gebäudes, Gebäudeteils, Bauteils oder einer Neubauten. Anlage. ■ Instandhaltungen sind Maßnahmen zur Erhaltung ■ Modernisierungsmaßnahmen sind bauliche des SollZustandes eines Objekts. Instandhaltungs Maßnahmen zur nachhaltigen Erhöhung des Ge maßnahmen gehören im Sinne dieses Leitfadens brauchswertes eines Gebäudes, soweit es sich nicht nicht zu den Maßnahmenarten des Bauens im um Erweiterungs, Umbau oder Instandsetzungs Bestand. Sie sind den Prozessen des Nutzens und maßnahmen handelt. Betreibens zuzuordnen (siehe Teil C des Leitfadens). ■ Umbaumaßnahmen sind Maßnahmen zur Umge staltung eines vorhandenen Gebäudes mit Eingriffen 2�3 Maßnahmenkomplexität in Konstruktion oder Bestand. Umbaumaßnahmen Die Komplexität einer Baumaßnahme im Bestand wird zielen im Wesentlichen auf eine Veränderung der durch den Umfang der Maßnahme, die Eingriffstiefe räumlichen Struktur des Bestandsgebäudes ab. in das Bestandsgebäude und durch die Maßnahmenart ■ Maßnahmen für Innenräume umfassen Leistungen bestimmt. Ebenso wie bei den geläufigen Begriffen hin für die innere Gestaltung oder Erstellung von In sichtlich der Maßnahmenarten fehlt es auch bezüglich nenräumen ohne wesentliche Eingriffe in Bestand der Maßnahmenkomplexität an genauen Definitionen
134 Teil D – Bauen im Bestand
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D 2
für die üblichen Begrifflichkeiten. Umgangssprachlich komplexität wider, wodurch er sich weder für eine wird unter anderem häufig eine Abstufung mit den genaue Definition des einen noch des anderen eignet. Begriffen Kernsanierung oder Vollsanierung und Teil sanierung vorgenommen, wobei die Grenzen zwischen In diesem Leitfaden wird daher der Begriff Sanierung diesen fließend sind und subjektiv sowie einzelfallbe nicht verwendet. Hinsichtlich der Bezeichnung der zogen festgelegt werden. Bereits dem Begriff Sanierung Maßnahmenkomplexität werden die Begriffe Komplett mangelt es an einer genauen Definition. Der umgangs modernisierung und Teilmodernisierung verwendet sprachliche Gebrauch des Begriffs spiegelt in unterschied (siehe auch Abbildung D1 auf Seite 137), für die die lichem Maße zugleich Maßnahmenart und Maßnahmen nachfolgend aufgeführten Definitionen gelten:
| Komplettmodernisierungen Komplettmodernisierungen weisen die folgenden | Teilmodernisierungen Teilmodernisierungen sind alle Maßnahmen des | |
|---|---|---|
| Merkmale auf: | Bauens im Bestand, die keine Komplettmodernisie- rungen darstellen. Teilmodernisierungen liegen im Regelfall vor, wenn eine der nachfolgenden Bedin- gungen erfüllt wird: | |
| ■ Umfang der Maßnahme Komplettmodernisierungen bezeichnen bauliche Maßnahmen an der Gesamtheit eines selbstständigen | ||
| ■ Umfang der Maßnahme | ||
| Baukörpers, der dem Altbestand zuzuordnen ist. ■ Eingriffstiefe in das Bestandsgebäude | ||
| Eine Teilmodernisierung liegt vor, wenn sich eine bauliche Maßnahme nicht auf die Gesamtheit eines selbstständigen Baukörpers, sondern nur auf Gebäu- deteile oder Bauteile bezieht, die dem Altbestand | ||
| Komplettmodernisierungen zielen darauf ab, dass das Bestandsgebäude in Gänze Merkmale und Eigen- schaften erhalten soll, die weitestgehend denen eines Neubaus entsprechen. Bestandsgebäude werden im Zuge von Komplettmodernisierungen weitestgehend auf die statisch relevante Baukonstruktion (tragende | ||
| zuzuordnen sind. ■ Eingriffstiefe in das Bestandsgebäude | ||
| Eine Teilmodernisierung liegt vor, wenn die bauliche Maßnahme nicht darauf abzielt, dass das Bestands- gebäude nach Abschluss der Maßnahme in Gänze weitestgehend neubaugleiche Merkmale und Eigen- schaften aufweist. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn Maßnahmen des Bauens im Bestand zu keinem nahezu vollständigen Rückbau auf die statisch rele- vante Baukonstruktion (tragende und aussteifende | ||
| und aussteifende Bauteile) zurückgebaut. ■ Maßnahmenart | ||
| Komplettmodernisierungen sind umfassende Maßnahmen des Bauens im Bestand, die sich grund- sätzlich aus mehreren Maßnahmenarten zusammen- setzen. Sie sind gekennzeichnet durch das | ||
| Zusammenwirken von: − Instandsetzungsmaßnahmen mit dem Ziel von | ||
| Bauteile) führen. ■ Maßnahmenart | ||
| weitestgehend neubaugleichen Bauteilnutzungs- | ||
| Eine Teilmodernisierung liegt im Regelfall vor, wenn es sich um eine Maßnahme des Bauens im Bestand handelt, die nicht durch das Zusammenwirken | ||
| dauern − Modernisierungsmaßnahmen mit dem Ziel der | ||
| Erlangung eines Bauwerks mit weitestgehend neubaugleichen technischen Eigenschaften sowie Merkmalen der Baukonstruktion und Gebäude- | ||
| mehrerer Maßnahmenarten gekennzeichnet ist. | ||
| Ein wesentlicher Unterschied zwischen Komplett- | ||
| technik − Umbaumaßnahmen mit dem Ziel der Anpassung | ||
| und Teilmodernisierung ist, dass Teilmodernisierungen aufgrund einer nicht vollständigen Abbildung von Einzelaspekten mehrheitlich zu einer sinngemäßen Anwendung des BNB-Moduls Komplettmodernisierung | ||
| der räumlichen Struktur an neue Anforderungen | ||
| und − Maßnahmen für Innenräume mit dem Ziel | ||
| der Erneuerung oder Änderung der inneren | ||
| (siehe Anlage A1) führen. | ||
| Gestaltung |
Teil D – Bauen im Bestand 135
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D 2
BUNDESBAU Zum Zeitpunkt der Aufstellung der 2�4 Bausubstanz eines Bestandsgebäudes Entscheidungsu nterlage – Bau (ESBau) für eine Bau Im Rahmen des Bauens im Bestand wird die vorhan maßnahme im Bestand führt die Fachaufsicht führen dene Bausubstanz eines Bestandsgebäudes im Regelfall de Ebene eine Prüfung auf Vorliegen der Merkmale nicht komplett erhalten. Somit sind auch hier differen einer Komplettmodernisierung nach Leitfaden Nach zierende Begrifflichkeiten im Rahmen der Anwendung haltiges Bauen durch. Die Fachaufsicht informiert die des Leitfadens zu formulieren. Oberste Technische Instanz (OTI) und die zuständige BNBKonformitätsprüfungsstelle über das Ergebnis der Es ist zu unterscheiden zwischen: Prüfung. Über die Einstufung einer Baumaßnahme im Bestand als Komplettmodernisierung entscheidet die ■ Altsubstanz (Baukonstruktion und technische OTI auf Vorschlag der zuständigen BNBKonformitäts Gebäudeausrüstung), unterteilt in: prüfungsstelle im Einvernehmen mit dem Maßnah − weitergenutzte Altsubstanz (unveränderte menträger (Eigentümer). Weiternutzung vor Ort) − wiedergenutzte Altsubstanz (Bauteil oder Die Baudurchführende Ebene muss die zustän dige Baustoffrecycling auf der Baustelle) Fachaufsicht führende Ebene darüber informieren, − rückgebaute Altsubstanz wenn im weiteren Projektverlauf (beispielsweise nach Abschluss eines Planungswettbewerbs) ersichtlich ■ Neusubstanz (Baukonstruktion und technische wird, dass die Merkmale einer Komplettmodernisierung Gebäudeausrüstung), die im Zuge der Baumaß nach Leitfaden Nachhaltiges Bauen nicht vollumfäng nahme im Bestand eingebaut wird lich erfüllt werden. Die Fachaufsicht führt im Anschluss eine Prüfung auf Vorliegen der Merkmale einer Kom Altsubstanz und Neusubstanz sind hinsichtlich ihrer plettmodernisierung nach Leitfaden Nachhaltiges Wirkungen in und auf ein Gebäude sowie im Rahmen Bauen durch und informiert die OTI sowie die zustän von Gebäudebewertungen grundsätzlich getrennt zu dige BNBKonformitätsprüfungsstelle über das Ergeb betrachten. nis. Die OTI entscheidet auf Vorschlag der zuständigen BNBKonformitätsprüfungsstelle im Einvernehmen mit dem Maßnahmenträger (Eigentümer) über die Einstufung der Baumaßnahme als Teilmodernisierung. Dabei ist auch festzulegen, ob eine Zertifizierung im Rahmen der sinngemäßen Anwendung ist.
Wird während des Projektverlaufs einer als Teilmoder nisierung eingestuften Baumaßnahme ersichtlich, dass die Merkmale einer Komplettmodernisierung voll umfänglich erfüllt werden, so ist analog vorzugehen. Wenn die Feststellung erst zu einem Zeitpunkt getrof fen wird, zu dem der Planungs beziehungsweise Baufortschritt eine vollständige Nachweisführung nach BNB voraussichtlich nicht mehr zulässt, dann muss durch die OTI im Einvernehmen mit dem Maßnah menträger (Eigentümer) entschieden werden, inwiefern die Anwendung der BNBSystemvariante Komplett modernisierung im Sinne einer vollständigen Nachweis Übergang vom Alt- zum Neubau im Gebäude des BMU in der führung mit Zert ifikatvergabe noch umzusetzen ist. Stresemannstraße während der Baumaßnahme
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EINGRIFFSTIEFE – ABGRENZUNG KOMPLETTMODERNISIERUNG (MIT UND OHNE DENKMALSCHUTZ) UND TEILMODERNISIERUNG ABBILDUNG D1 D 2
Baumaßnahme im Bestand bezieht sich auf
Gesamtgebäude NEIN Gebäudeteile oder Bauteile des Bestands
mit der Eingriffstiefe
Bestandsgebäude in Gänze mit neubau gleichen Merk- malen und Eigenschaften und Rückbau weitestgehend NEIN auf statisch relevante Baukonstruktion (tragende und aussteifende Bauteile)
Maßnahme beinhaltet
Instandsetzungsmaßnahmen mit dem Ziel: Bestands- gebäude mit weitestgehend neubaugleichen Bauteil- NEIN nutzungsdauern
und
Modernisierungsmaßnahmen mit dem Ziel: Bauwerk mit weitestgehend neubaugleichen technischen Eigen- NEIN schaften und Merkmalen der Baukonstruktion und TGA
und
Umbaumaßnahmen mit dem Ziel: Anpassung der NEIN räumlichen Struktur an neue Anforderungen
und
Maßnahmen für Innenräume mit dem Ziel: Erneuerung NEIN oder Änderung der inneren Gestaltung
Komplettmodernisierung Teilmodernisierung
Quelle: BBSR
Teil D – Bauen im Bestand 137
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3. Grundsätze des nachhaltigen Bauens
im Bestand
D 3 3�1 Allgemeine und bestandsspezifische Der vorliegende Teil D behandelt die Besonderheiten Grundsätze des nachhaltigen Bauens im Gebäudebestand. Er ergänzt Im Teil A dieses Leitfadens werden die Grundsätze des somit die Ausführungen der Teile A und B. Soweit Teil D nachhaltigen Bauens dargestellt. Diese finden nicht nur keine bestandsspezifischen Erläuterungen, Empfehlun Anwendung auf Neubaumaßnahmen, sondern gelten gen oder Handlungsanweisungen enthält, sind die Aus im Grundsatz ebenso für Baumaßnahmen im Bestand. führungen der Teile A und B auch bei Baumaßnahmen Gleiches gilt für die im Teil B erläuterten Methoden im Bestand gleichermaßen zu beachten. zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Planungsprozess. Auch diesbezüglich bestehen nur 3�2 Vergleich von Neubaumaßnahmen und zum Teil Unterschiede zwischen Neubaumaßnahmen Baumaßnahmen im Bestand und Baumaßnahmen im Bestand. Dessen ungeachtet Aus Nutzersicht besteht häufig die Erwartung, dass sind zahlreiche bestandsspezifische Besonderheiten durch die Modernisierung von Bestandsgebäuden eine zu beachten. Die Notwenigkeit zur differenzierten dem Neubau vergleichbare Qualität erzielt werden Betrachtung dieser Besonderheiten ist zum einen darin kann. Dies trifft oftmals zu. Jedoch kann es bestands begründet, dass sich der Planungs und Bauprozess spezifische Besonderheiten geben, die dem entgegen einer Baumaßnahme im Bestand in zahlreichen Aspek stehen. Diese begründen sich dann zum einen aus der ten von dem einer Neubaumaßnahme unterscheidet. baulichen Historie des Gebäudes sowie der daraus Zum anderen sind einige Nachhaltigkeitsaspekte im resultierenden technischen Unbeeinflussbarkeit der Kontext bereits bestehender Bausubstanz zu betrachten. Art der Bauausführung. Zum anderen existieren gesetz liche Mindestanforderungen, die für Bestandsgebäude abweichende Festsetzungen im Vergleich zu Neubauten treffen.
Ein Beispiel ist die energetische Qualität der Gebäude hülle, die bei Bestandsgebäuden aus den unterschied lichsten Gründen nicht immer auf eine Neubauqualität ertüchtigt werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Baumaßnahmen im Bestand keine hohe Qualität in der Nachhaltigkeit erzielen können. Im Zuge der Errichtung eines Neubaus entstehen, insbesondere für dessen Rohbaukonstruktion, hohe Energie und Stoff ströme sowie daraus resultierende Wirkungen auf die Umwelt, die bei Baumaßnahmen im Bestand in dieser Form nicht mehr anfallen. Dieses Beispiel verdeutlicht die Prin zipien im Umgang mit Neu und Bestandsbau ten. Zum einen sollte kein isolierter direkter Vergleich einzelner Teilqualitäten zwischen Neubau und Bau maßnahmen im Bestand durchgeführt werden und zum anderen müssen Merkmale und Eigenschaften von Neu und Bestandsbauten bei bestimmten Kriterien gegebenenfalls unterschiedlich bewertet werden. Den noch sollten im Hinblick auf eine Vergleichbarkeit bei der Bewertung der Gebäudequalität keine wesentlichen Unterschiede zwischen Neu und Bestandsbauten be Erhaltung der hohen Gestaltungs- und Nutzungsqualität bei züglich der Qualitätsanforderungen gemacht werden. der Komplettmodernisierung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe
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Rekonstruierte, denkmalgeschützte D 3 Fassade des Bundesverfassungsgerichts nach Schadstoffsanierung
3�3 Rahmenbedingungen der Bestands- Bei einem Denkmal handelt es sich um ein Zeugnis entwicklung der Kulturgeschichte. Denkmale prägen in erheblichem Baumaßnahmen im Bestand sind nicht nur durch Maße das Erscheinungsbild unserer Städte. Ihnen die bestehenden baulichtechnischen Rahmenbedin kommt eine besonders hohe identitätsstiftende Wir gungen des Bestandsbauwerks gekennzeichnet. Die kung und gesellschaftliche Bedeutung zu. In Bezug auf Handlungsspielräume bei Baumaßnahmen im Bestand Maßnahmen an denkmalwürdigen Bestandsgebäuden können in einem noch größeren Maße als bei Neubau stellt ein denkmalgerechter Umgang einen wesentli maßnahmen durch rechtliche Rahmenbedingungen chen Aspekt des nachhaltigen Bauens dar. Im Rahmen eingeschränkt sein. Sämtliche Eingriffe in die Bausubs der BNBAnwendung werden daher in den relevanten, tanz müssen sich innerhalb der geltenden Gesetze und bestandsspezifischen Kriterien alternative Vorgehens Verordnungen bewegen. Zu diesen tritt deren Ausle weisen und Sonderregelungen in der Bewertung von gung im Rahmen der Rechtsprechung hinzu, wobei denkmalgeschützten Bestandsgebäuden aufgezeigt. insbesondere die Grundsatzentscheidungen oberer und oberster Gerichte bedeutsam sind. Hierbei sind insbe sondere das Bauplanungs und Bauordnungsrecht Die Einordnung als Denkmal im Sinne dieses sowie die mit dem Bauordnungsrecht einhergehenden Leitfadens ist anzunehmen: Brandschutzvorschriften von Bedeutung. Bestands gebäude entsprechen häufig nicht mehr dem geltenden ■ wenn es sich bei dem Bestandsgebäude um ein Recht und können in den meisten Fällen nur durch Denkmal im Sinne des Landesdenkmalgesetzes hohen oder unverhältnismäßigen Aufwand an gelten handelt (Baudenkmal) des Recht angepasst werden. Diesbezüglich ist insbe ■ wenn es sich bei dem Bestandsgebäude um einen sondere der baurechtliche Bestandsschutz bedeutsam, Teil eines nach Landesdenkmalgesetz geschützten mit dem ein Schutz vor nachträglich eintretenden Bereichs, Ensembles, einer Gesamtanlage oder Änderungen der Rechtslage besteht. Diese Regelungen Sachgesamtheit handelt (Denkmalbereich) sind gegebenenfalls auch im Hinblick auf die nicht direkt ■ wenn es aufgrund seiner geschichtlichen, künstle- vom Umbau betroffenen Teile des Gebäudes zu beach rischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen ten. In einigen Fällen ist auch der Denkmalschutz be Bedeutung einen Denkmalwert besitzt (denkmal- deutsam, der einen Ausnahmetatbestand darstellen kann würdiges Gebäude). Der Denkmalwert kann beispiels- (zum Beispiel § 24 Absatz 1 der EnEV) oder durch den weise durch ein Gutachten belegt werden. zusätzliche Anforderungen an das Gebäude bestehen.
Teil D – Bauen im Bestand 139
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4. Spezifische Kriterien des nachhaltigen
Bauens im Bestand
Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung sind an Das BNBModul Komplettmodernisierung leitet sich Baumaßnahmen im Bestand im Grundsatz die gleichen entsprechend Abbildung D2 aus dem BNBModul Neu Anforderungen zu stellen wie an Neubaumaßnahmen. bau ab. Bei Baumaßnahmen im Bestand sind die nach Es gilt jedoch, den bestandsspezifischen Besonderhei folgenden spezifischen Anforderungen des nachhalti ten gerecht zu werden und zugleich keinen im Vergleich gen Bauens im Gebäudebestand zusätzlich zu den D 4 zum Nutzen unverhältnismäßigen Aufwand zu gene Regelungen der Leitfadenteile A und B zu beachten. rieren.
ANGEPASSTE UND NEUE KRITERIEN IM MODUL KOMPLETTMODERNISIERUNG ABBILDUNG D2
Hauptkriterien- Modul Modul Komplett- gruppen Neubau modernisierung 1�1�1 Treibhauspotenzial 1�1�2 Ozonschichtabbau- (BNB_BN) (BNB_BK) potenzial 45 Kriterien 47 Kriterien 1�1�3 Ozonbildungspotenzial 1�1�4 Versauerungspotenzial 1�1�5 Überdüngungspotenzial 1�1�6 Risiken für die lokale Umwelt
1�1�7 Nachhaltige Material-
1�1�7 Nachhaltige Material- 9 Kriterien angepasst gewinnung / Biodiversität 10 Kriterien 1�2�1 Primärenergiebedarf 1 Kriterium übernommen 1�2�4 Flächeninanspruchnahme
2 Kriterien angepasst 2�1�1 Gebäudebezogene Kosten 3 Kriterien im Lebenszyklus 1 Kriterium übernommen 2�2�2 Anpassungsfähigkeit
2 Kriterien angepasst 3�3�1 Gestalterische und 12 Kriterien städtebauliche Qualität 10 Kriterien übernommen 3�3�2 Kunst am Bau
1 Kriterium angepasst 4�1�2 Wärme- und 6 Kriterien Tauwasserschutz 5 Kriterien übernommen
2 neue Kriterien 5�1�6 Bestandsanalyse 8 Kriterien 5�1�7 Rückbaumaßnahmen
| 22,5 % | Ökologische Qualität |
|---|---|
| 22,5 % | Ökonomische Qualität |
| 22,5 % | Soziokulturelle und funktionale Qualität |
| 22,5 % | Technische Qualität |
| 10 % | Prozessqualität |
8 Kriterien 5�1�7 Rückbaumaßnahmen 8 Kriterien übernommen
Standortmerkmale 6 Kriterien 6 Kriterien übernommen
Quelle: BBSR
140 Teil D – Bauen im Bestand
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4�1 Ökologische Qualität Im Rahmen der Ökobilanzierung von Baumaßnah men im Bestand werden die gleichen Kriterien wie bei 4.1.1 Ökobilanzierung Neubaumaßnahmen herangezogen (siehe Teil A, Kapitel Die in der Bausubstanz von Bestandsgebäuden verge 3.1.3). Die Bewertungsmethodik und die Bewertungs genständlichten Energie und Stoffströme spiegeln maßstäbe wurden in allen Kriterien auf die Besonder D 4 die in der Vergangenheit erfolgte Inanspruchnahme heiten von Baumaßnahmen im Bestand hin untersucht von Ressourcen sowie Verursachung von Umweltbelas und bei Bedarf angepasst. tungen eines Gebäudes wider. Die im Bauwerk verge genständlichte Primärenergie wird umgangssprachlich Im Vordergrund steht der Aspekt der Vermeidung häufig als graue Energie bezeichnet. Der Erhalt von von Energie und Stoffströmen sowie unerwünschter Bestandsgebäuden impliziert somit auch immer ein Wirkungen auf die Umwelt. Dies erfolgt mehrheitlich Potenzial zur Vermeidung von neuen Umweltbelastun durch Verzicht auf Neubaumaßnahmen und die Wei gen im Bereich der Konstruktion und Ausstattung des ternutzung vorhandener Bausubstanz bei gleichzeitiger Gebäudes. Dieses Potenzial wird dann genutzt, wenn Verbesserung der energetischen Qualität und Erfüllung sich durch Fortentwicklung und Weiternutzung von heutiger und künftiger Nutzeranforderungen. Bestandsgebäuden Neubaumaßnahmen erübrigen. Dies reduziert die Inanspruchnahme von Ressourcen und vermeidet somit die aus der Herstellung von Bau Eine Ermittlung und Bewertung der in den Gebäuden produkten und Bauwerken resultierenden Umweltbe bereits vergegenständlichten Energie- und Stoffströ- lastungen. Die Steigerung der funktionalen, technischen me unter Einbeziehung der in der Vergangenheit und energetischen Qualitäten von Bestandsgebäuden verursachten Wirkungen auf die Umwelt ist unverhält- im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen mit dem nismäßig und im Regelfall auch nicht sinnvoll. Die Ziel der Maximierung der Bestandsauslastung leistet Herstellung der bestehenden Gebäudesubstanz erfolg- daher durch die Reduzierung des Neubaubedarfs einen te unter den Rahmen- und Randbedingungen der Ver- wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und gangenheit und daher zumeist mit anderen Verfahren, Umweltentlastung. die auch andere Umweltwirkungen als die aktuellen Verfahren entfalteten. Es wird sich daher im Regelfall Zur Beurteilung der ökologischen Vorteilhaftigkeit von keine zutreffende Datenbasis für die Ökobilanzierung Maßnahmen im Bestand ist die Ermittlung der damit der bestehenden Bausubstanz finden lassen. verbundenen Umweltwirkungen und Ressourceninan spruchnahme unumgänglich. Analog zur Vorgehens weise bei Neubauvorhaben soll diese Beurteilung über Durch den ökobilanziellen Nachweis und die am Neu eine gebäudespezifische Ökobilanzierung erfolgen. bau orientierten Benchmarks ist die Vorteilhaftigkeit Die Methoden der Lebenszyklusanalyse sollen grund der Komplettmodernisierung quantitativ darstellbar. sätzlich auch auf Maßnahmen im Gebäudebestand angewandt werden. Die Ökobilanzierung ermöglicht das Beschreiben und Bewerten der Inanspruchnahme von Ressourcen sowie der Wirkungen auf die globale Umwelt. Auch bei Baumaßnahmen im Bestand ist es das Ziel der Ökobilanzierung, durch eine gezielte Beeinflus sung der Planungs und Bauleistungen sowie der Ge bäudenutzung zur Reduzierung der Umweltwirkungen und Ressourceninanspruchnahme beizutragen. Ein Lösungsansatz ist unter anderem die technische Ver längerung der Restnutzungsdauern von verbleibenden Bauteilen bei gleichzeitiger Ausschöpfung von Opti mierungspotenzialen zwischen alten und neuen Bau teilschichten.
Teil D – Bauen im Bestand 141
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4.1.1.1 Umgang mit der Altsubstanz 4.1.1.2 Vergleichende Wirkungsabschätzung von Wird infolge einer Baumaßnahme im Bestand Altsub Neubau- und Bestandsmaßnahmen stanz rückgebaut, die noch ein Restnutzungspotenzial In Abhängigkeit der an ein Gebäude gestellten Anfor beziehungsweise eine theoretische Restnutzungsdauer derungen kann mittels der Ökobilanzierung die Vor aufweist, so wird häufig ein Potenzial zur Vermeidung teilhaftigkeit einer Komplettmodernisierung gegenüber D 4 von Energie und Stoffströmen sowie unerwünschter dem Neubau, aber auch die einer Teilmodernisierung Wirkungen auf die Umwelt aufgegeben. Im Rahmen gegenüber der Komplettmodernisierung quantitativ ökobilanzieller Betrachtungen müssen deshalb grund aufgezeigt werden. Pauschale nicht quantifizierte Aus sätzliche Regelungen zum Umgang mit der bestehen sagen hinsichtlich der Vorteilhaftigkeit eines grund den Substanz getroffen werden. sätzlichen Substanzerhaltes oder der grundsätzlichen Vorteilhaftigkeit eines Neubaus sind dabei abzulehnen.
Im Anwendungsbereich des Leitfadens und des Neben den rechnerischen Betrachtungen ist im Rah BNB gilt folgende Konvention: men des Planungsprozesses die rückzubauende Altsub stanz in angemessener Weise qualitativ zu erfassen,
-
Die in der Vergangenheit für Errichtung und Betrieb um eine mögliche Nutzbarmachung vor Ort zu unter (Instandhaltung, Rückbau, Entsorgung) angefallenen suchen. Im Sinne einer effizienten Verwendung von Stoffströme und Umweltwirkungen liegen außer- Ressourcen gilt es, bestehendes Recyclingpotenzial zu halb des Bilanzierungsraumes der Komplettmoder- erschließen und dieses im Hinblick auf die angestreb nisierung. ten Steigerungsquoten in der Kreislaufwirtschaft hoch wertig einzusetzen. Dieser Aspekt wird im Rahmen der
-
Verbleibende oder wiedergenutzte Altsubstanz ist Nachhaltigkeitsbewertung von Komplettmodernisierun hinsichtlich der daraus resultierenden zukünftigen gen durch Kriterien der Prozessqualitäten berücksichtigt Stoffströme und Umweltwirkungen in der Bilanzie- (BNB_BK 5.1.6 „Bestandsanalyse“ und BNB_BK 5.1.7 rung zu berücksichtigen. „Rückbauplanung“).
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In die Bilanzierung fließen dabei die Module A bis C 4.1.1.3 Bilanzierung der Bausubstanz der DIN EN 15804 ein, das Modul D wird informativ Die Ökobilanzierung von Baumaßnahmen im Bestand ausgewiesen. Dabei bezieht sich die Herstellung beinhaltet analog der Neubaumaßnahmen die Phasen (Modul A) nur auf neu eingebrachte Baumaterialien der Herstellung, Nutzung und Entsorgung mit dem und Bauprodukte. Somit sind für weiter- und Unterschied, dass bei der Herstellungsphase lediglich wiedergenutzte Altsubstanz Instandhaltung / die neu eingebrachte Bausubstanz betrachtet wird. Austausch, Rückbau und Entsorgung quantitativ unter Betrachtung der Restnutzungsdauer von 4.1.1.4 Bilanzierung der Versorgung während Bauteilen abzubilden. der Nutzung Die Stoffströme und Umweltwirkungen der Versorgung während der Nutzung ist unabhängig von der Art der In der Abbildung D3 wird am Beispiel der Komplett Baumaßnahme und demnach analog der Bewertung modernisierung der Zeitraum dargestellt, der für die von Neubauvorhaben zu handhaben. Hierbei wird der Betrachtung der Energie und Stoffströme relevant ist. Endenergiebedarf für Strom und Wärme betrachtet. Die Aufgabe der Minimierung von Stoffströmen und Umweltwirkungen liegt bei den Planungsverantwortli chen der jeweiligen Maßnahme.
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BETRACHTUNGSZEITRAUM DER STOFFSTRÖME UND UMWELTWIRKUNGEN ABBILDUNG D3 Baufertigstellung
Neubaumaßnahme Neubestand Altbestand Komplettmo- Neubestand Altb estand dernisierung
Bauphase Nutzungsphase Bauphase Nutzungsphase
Planungs- und Inbetrieb- Planungs- und Inbetrieb- Bauphase nahmephase Bauphase nahmephase D 4
Zeit 0 5 x Jahre 0 5 Jahre
Projektbeginn Baufertig- Ende der Ende der Baufertig- Ende der stellung Gewähr- Nutzungs - stellung Gewähr- leistung phase leist ung
Betrachtungszeitraum BNB_BK
Quelle: BBSR
4.1.1.5 Bilanzierung der Entsorgung Die Energie und Stoffströme sowie die Umweltwirkun Hinsichtlich der Entsorgung einzelner Bauteile wäh gen von Baumaßnahmen im Bestand werden maßgeb rend der Nutzungszeit und der Entsorgung des kom lich durch die jeweilige Eingriffstiefe in die vorh andene pletten Gebäudes am Ende des Betrachtungszeitraumes Bausubstanz beeinflusst. Eine Bewertung der Ökobilanz sind sowohl die Bauteile der Neusubstanz als auch der anhand von Benchmarks ist nur unter Berücksichtigung weiter oder wiedergenutzten Altsubstanz zu berück einer vergleichbaren Eingriffstiefe sinnvoll. Hierbei wird sichtigen. zwischen Komplettmodernisierungen (mit und ohne Denkmalschutz) und Teilmodernisierungen unterschie 4.1.1.6 Bewertung der Ökobilanz den (Abgrenzung zwischen Komplett und Teilmoder nisierung siehe Abbildung D1): Umfang der Bilanzierung Die Ökobilanzierung ist grundsätzlich entsprechend ■ Ökobilanz von Komplettmodernisierungen der vorstehenden Konvention und anhand der Kriterien Komplettmodernisierungen sind hinsichtlich ihrer des Moduls Komplettmodernisierung durchzuführen Umweltwirkungen und Ressourceninanspruchnah und quantitativ zu bewerten. Hierfür stehen die Krite me vollständig zu bilanzieren. rien BNB_BK 1.1.1 bis 1.1.5 sowie BNB_BK 1.2.1 zur Verfügung. Einen Sonderfall hierzu stellen Komplettmoderni sierungen an Denkmalen dar. Diese sind ebenso hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen und Ressourcen inanspruchnahme vollständig zu bilanzieren. Sind die zulässigen Verbesserungen der Gebäudeenergie effizienz aufgrund des Denkmalschutzes begrenzt, kann dies im Bewertungsergebnis Berücksichtigung finden.
Teil D – Bauen im Bestand 143
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■ Ökobilanz von Teilmodernisierungen Die planungsbegleitende Ökobilanzierung ist daher Eine BNBGebäudebewertung mit einer vollstän wesentliches Mittel, um die Wirkungen eines Gebäudes digen Ökobilanzierung ist im Hinblick auf Teilmo auf die globale Umwelt und die Ressourcen zu mini dernisierungen nicht sinnvoll, da die zur Verfügung mieren. Dabei ist auch der Zeitpunkt des Einsatzes stehenden Benchmarks der Komplettmodernisie entscheidend: D 4 rung dafür ungeeignet sind. Als Hauptgründe sind die Bandbreite an Ausgangsvoraussetzungen (bei ■ Zeitpunkt der Ökobilanzierung spielsweise Baualter, Bauweise) und die stark diffe Der Einfluss der Planung auf die Ressourceninan rierende Komplexität von Teilmodernisierungen zu spruchnahme und die emissionsbedingten Umwelt nennen. Aufgrund des sich daraus ergebenden gro wirkungen des Gebäudes sinken mit Fortschreiten ßen Spektrums unterschiedlichster Baumaßnahmen des Planungs und Bauprozesses. Im Sinne eines Steu können Teilmodernisierungen nicht sinnvoll mit erungsinstruments muss im Planungs und Bau festen Benchmarks verglichen werden. Dennoch prozess die Methodik der Ökobilanzierung bereits zu sollte sichergestellt werden, dass die jeweilige Maß einem möglichst frühen Zeitpunkt eingesetzt werden. nahme hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen und Hierzu sollen für die jeweilige Maßnahme grund Ressourceninanspruchnahme optimiert wird. Die sätzlich zu Projektbeginn (Projektvorbereitung oder Ökobilanzierung muss daher bei Teilmodernisierun Grundlagenermittlung) Grenzwerte (Mindesterfül gen als Instrument für Variantenvergleiche einge lung) für die Ökobilanz festgelegt werden. Nach Fest setzt werden, um so die im Hinblick auf Umweltwir legung der Grenzwerte sind bei Vorliegen von ersten kungen und Ressourceninanspruchnahme optimale Planungsständen möglichst frühzeitig Abschätzungen Variante auswählen zu können. Die Methodik der vorzunehmen. Die Abschätzung der Ökobilanzierung Ökobilanzierung von Teilmodernisierungen muss dient hier als Instrument zur Untersuchung und ebenfalls der vorstehenden Konvention entsprechen Auswahl geeigneter Varianten, mit denen eine Ein und erfolgt analog der im Kriteriensteckbrief des haltung der Grenzwerte sichergestellt werden kann. Moduls Komplettm odernisierung beschriebenen Methodik. ■ Fortschreibung der Ökobilanz Als Steuerungsinstrument muss die Ökobilanz suk Steuerungspotenziale der Bilanzierung zessive aktualisiert werden. Hierbei sind immer die Die Ökobilanz bietet zum einen die Möglichkeit, festgelegten Grenzwerte den erreichten Werten der Variantenbetrachtungen durchzuführen. Mit ihr kön Planungszwischenstände gegenüberzustellen. Nur so nen jedoch auch die Planungsalternativen anderen können Abweichungen rechtzeitig identifiziert und Gebäuden gegenübergestellt oder Vergleiche angestellt eventuelle Gegenmaßnahmen eingeleitet werden werden. Hierdurch wird die Ökobilanz zu einem Steue (Qualitätssicherung). rungsinstrument für eine ressourcenschonende und umweltbewusste Bauweise und trägt zu einer Quali tätssteigerung in den Ent scheidungsprozessen des Projektes bei.
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4.1.2 Risiken für die lokale Umwelt 4.1.2.1 Bewertung der Risiken aus Bauprodukten Eines der wichtigsten Kriterien bei Baumaßnahmen der Altsubstanz im Bestand stellt die Vermeidung von Risiken für die Durch eine sorgfältige Bestandsuntersuchung sind lokale Umwelt dar. Hierbei sind nicht nur Risiken vorhandene Baumaterialien möglichst vollständig zu adressiert, die während der Verarbeitung auf der Bau erfassen. Für die im Gebäude verbleibenden Materialien D 4 stelle oder im Gebäudebetrieb in Wasser, Boden und ist im Verdachtsfall eine möglichst allumfassende Bau Luft gelangen können, sondern auch die, die gesund teilsanierung durchzuführen. heitliche Beeinträchtigungen durch Anreicherung in den Nahrungsketten und Verunreinigung der Innen raumluft verursachen können. Im Zuge einer Bau Die für die Altbausubstanz relevanten maßnahme im Bestand gilt es, Schadstoffgehalte und Schadstoff gruppen sind: Schadstofffreisetzungen sowohl aus bestehenden (wie derverwendeten) Baumaterialien als auch aus neu ■ Asbest eingesetzten Bauprodukten zu vermeiden beziehungs ■ polychlorierte Biphenyle (PCB) weise weitestgehend zu reduzieren. Das daraus für den ■ Holzschutzmittel (HSM) / Biozide: zukünftigen Nutzer resultierende Risikopotenzial sollte Pentachlorphenol (PCP), Lindan, DDT nicht unterschätzt werden, sodass eine regelmäßige ■ polyzyklische aromatische Kohlenwassers toffe (PAK) Qualitätssicherung während der gesamten Planungs ■ alte künstliche Mineralfasern (KMF) und Bauausführungsphase unumgänglich ist. ■ Blei ■ Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) Im Rahmen der Bewertung der Risiken für die lokale ■ Weichmacher (zurückgestellt) Umwelt (BNB_BK 1.1.6) ist folgende getrennte Betrach ■ Formaldehyd tung vorzunehmen: ■ Schimmelpilze ■ Flammschutzmittel (zurückgestellt) ■ Baumaterialien der Altsubstanz ■ Radon aus Baustoffen (zurückgestellt) ■ neu eingebrachte Bauprodukte im Zuge der ■ Taubenkot (zurückgestellt) Komplettmodernisierung ■ Feinstaub (zurückgestellt)
In der Regel liegt eine Dokumentation der im Bestands gebäude verbauten Bauprodukte nicht vor. Die Be wertung der Risiken aus Bauprodukten der Altsubstanz kann daher nur auf Grundlage einer Gebäudeschadstoff untersuchung vorgenommen werden.
Anders als bei der Bewertung der Neusubstanz kön nen in der Altsubstanz auch Baustoffe vorgefunden werden, die aufgrund rechtlicher Vorgaben heute nicht mehr neu eingebaut werden dürfen oder sogar rückge baut werden müssen. Eine Untersuchung durch einen Schadstoffexperten gemäß dem Kriterium BNB_BK 5.1.6 „Bestandsanalyse“ ist Grundvoraussetzung für eine Bewertung nach dem Kriterium BNB_BK 1.1.6, die sich nach dem Umfang der Sanierung und zum Teil auch nach der Art der Analyse richtet. Damit soll das Vor handensein hoch belasteter Bauteile vermieden und das Gebäude auf das Mindestqualitätsniveau eines Neubaus gehoben werden.
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Die weitere Bewertung erfolgt über abgestufte Quali 4.1.3 Nachhaltige Materialgewinnung / tätsniveaus, die sich über den Belastungsgrad der je Biodiversität weiligen Bauteile, Bauprodukte oder die stofflichen Eine nachhaltige Materialgewinnung sowie der damit Zusammensetzungen definieren. Eine Übertragung der verbundene Anspruch an den Erhalt der biologischen NeusubstanzVorgaben auf die Altsubstanz ist nicht Vielfalt in Naturräumen stellt auch für Bestandsmaß D 4 möglich, da die abgefragten Daten üblicherweise nicht nahmen ein erklärtes Ziel dar. Stellvertretend soll durch für die Altsubstanz vorliegen. die Förderung des nachhaltig gewonnenen Rohstoffs Holz der globalen Waldzerstörung entgegengewirkt Für alle Qualitätsniveaus gilt, dass ein Rückbau oder werden. Gemäß den Regelungen für die Neusubstanz eine Sanierung nicht in jedem Fall erforderlich ist. Wird ist die bauliche Verwendung von Holz und Holzwerk stattdessen nachgewiesen, dass die weiter genutzten stoffen aus tropischen, subtropischen und borealen Bauprodukte kein Risiko für die Raumluftqualität Waldregionen ohne Nachweise auf nachhaltige Forst darstellen bzw. die Raumluftmessung nachweist, dass wirtschaft entsprechend zu vermeiden. Vielmehr sind der definierte Grenzwert unterschritten wird, ist ein Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft bevorzugt Verbleib im Bestand möglich. zu verwenden.
Für unter Denkmalschutz stehende Gebäude können Aufgrund der in der Regel fehlenden Informationen Ausnahmen bei besonders erhaltenswerten Bauteilen zur Herkunft von Holzprodukten oder werkstoffen unter Abstimmung mit Schadstoffexperten und Denk der Altsubstanz werden diese selbst bei Verbleib im Ge malschutzbehörde gestattet werden, wenn keine denk bäude keiner Bewertung im Sinne der Gewinnung und malverträgliche Schadstoffsanierung möglich ist und der Herkunft unterzogen. Hintergrund dieser Konven eine weitere Gebäudenutzung ohne gesundheitliche tion ist die Tatsache, dass ein aktiver Rückbau mögli Beeinträchtigung sichergestellt ist. cher kritischer Produkte keine positive Auswirkung im Hinblick auf die Materialgewinnung oder Biodiversität 4.1.2.2 Bewertung der Risiken aus Bauprodukten hätte. Vielmehr würde eine Substitution zu zusätzlichen der Neusubstanz Eingriffen in die Natur führen. Die Bewertung der Risiken für die lokale Umwelt aus der Neusubstanz erfolgt analog zum Verfahren für Bei der Bewertung nachhaltiger Modernisierungsmaß Neubaumaßnahmen. Eine Ausnahme kann hiervon im nahmen sind somit nur die neu einzubauenden Hölzer Einzelfall für Baumaßnahmen im Bestand mit Denk und Holzwerkstoffe zu bewerten. Alte Substanz bleibt malauflagen im Einvernehmen mit Schadstoffexperten hinsichtlich des Kriteriums „Nachhaltige Materialge und Denkmalschutzbehörde gewährt werden, wenn winnung / Biodiversität“ unberücksichtigt, wobei die dadurch keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu er Betrachtung anderer Kriterien, wie Risiken für die lo warten ist. Der Ausnahmefall ist dann relevant, wenn kale Umwelt oder Auswirkungen auf die Gesundheit die Auflage besteht, bestimmte Bauprodukte zu ver des Nutzers davon unberührt bleiben und somit ent wenden, welche die Vorgaben der Qualitätsniveaus sprechend zu bewerten sind. Sofern im Bestand intakte nicht einhalten. Holzprodukte oder Holzwerkstoffe eines vermeintlich niederen Qualitätsniveaus eingesetzt wurden, ist ein Rückbau und Ersatz durch Produkte höherer Qualitäts stufen grundsätzlich zu vermeiden. Es muss vielmehr angestrebt werden, die technische Lebensdauer der be reits verwendeten Holzprodukte zu verlängern.
BUNDESBAU Der Einsatz legaler und aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammender Holzprodukte im Bundesbau wird durch den gemeinsamen Erlass der Ministerien zur Beschaffung von Holzprodukten aus dem Jahre 2017 geregelt.
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4.1.4 Flächeninanspruchnahme Für den Vergleich der Verhältnisse von versiegelter Die Flächeninanspruchnahme ist ein Teilaspekt der Fläche zu Nutzfläche vor und nach der Baumaßnahme ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit. Unversie im Bestand sind das Grundstück sowie die Summen gelte Flächen wirken sich positiv auf den Wasserhaus der jeweiligen Flächen des Bestandsgebäudes und des halt, das Mikroklima sowie auf die Tier und Pflanzen Erweiterungsgebäudes zu Grunde zu legen. Zu berück D 4 welt aus. In der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aus sichtigen ist in diesem Zusammenhang auch die Bro dem Jahr 2002 wurde das Ziel formuliert, bis 2020 die schüre Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundes tägliche Zunahme der Siedlungs und Verkehrsfläche liegenschaften des Bundesinstituts für Bau, Stadt und auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Bis 2050 wird eine Raumforschung (BBSR).1 ausgeglichene Flächenbilanz für Deutschland ange strebt. Neue Versiegelungen sollten daher vermieden Wird eine Optimierung im Sinne der Nachhaltigkeit oder durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden durch eine Verbesserung des Verhältnisses angestrebt, (BNB_BK 1.2.4). Die Betrachtung der Flächeninanspruch kann dies einerseits durch eine Nachverdichtung, also nahme beschränkt sich auf das eigentliche (Bau) eine Erhöhung der Nutzfläche, erreicht werden. Ande Grundstück. Um Maßnahmen zur Minimierung, Redu rerseits kann dies durch die Reduzierung der versiegel zierung und Kompensierung versiegelter Flächen ten Fläche zum Beispiel durch Entsiegelung und bereits im frühen Planungsstadium zu implementieren, Begrünung von bisher versiegelten Flächen auf dem dient als Steuerungsinstrument das Ver und Entsiege Grundstück ermöglicht werden. lungskonzept (siehe BNB_BK 5.1.3). Es umfasst die Aspekte Situationsanalyse, Maßnahmenbewertung, 4�2 Ökonomische Qualität Variantenvergleich und Handlungsempfehlungen. Im Rahmen der Fortentwicklung von Bestandsgebäu den muss die ökonomische Dimension der Nachhaltig Bei der Betrachtung der Flächeninanspruchnahme keit und mit ihr die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen sind folgende Aspekte zu berücksichtigen: berücksichtigt werden. Ziel der ökonomischen Be trachtung ist auch bei Baumaßnahmen im Bestand ■ Vergleich der Verhältnisse von versiegelter Fläche die Erreichung einer ganzheitlichen Optimierung der zur Nutzfläche vor und nach der Baumaßnahme wirtschaftlichen Parameter. im Bestand ■ Einordnung der baulich in Anspruch genommenen 4.2.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus Flächen nach BauGB (beispielsweise als Innenbe Ebenso wie bei Neubaumaßnahmen ist auch für reich nach § 34 BauGB) Baumaßnahmen im Bestand eine Lebenszykluskosten ■ Minimierung der versiegelten Flächen rechnung und analyse durchzuführen. Bei einer ■ Vorbelastung des Grundstücks unter anderem vollständigen Betrachtung werden nicht nur die Her durch Altlasten oder Munition stellungskosten erfasst, sondern identisch der Methodik ■ Realisierung von Gründächern des Neubaus auch die Kosten für Betrieb und Instand haltung. Kurzfristig günstige, aber langfristig mit einem insgesamt höheren ökonomischen Aufwand verbunde ne Lösungen können auf diese Weise früh identifiziert und zugunsten vorteilhafterer Varianten ersetzt werden.
1 BBSR (2018 a)
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4.2.1.1 Methodik der Lebenszykluskostenanalyse Über die grundsätzliche Wirtschaftlichkeit einer bei Baumaßnahmen im Bestand Maßnahme wird häufig bereits vor Beginn des Pla Im Rahmen einer Lebenszykluskostenanalyse werden nungs und Bauprozesses entschieden, wobei die Be die Kosten betrachtet, die für die Baumaßnahme im darfsplanung und die Variantenuntersuchung zur Bestand, die Nutzung und die Instandhaltung des Bedarfsdeckung von hoher Bedeutung sind. Die Lebens D 4 Gebäudes anfallen. Ergebnis der Lebenszykluskosten zykluskostenanalyse nach dem Leitfaden und dem Be analyse ist, wie bei einem Neubau, der Barwert aller wertungssystem Nachhaltiges Bauen baut auf der Ent Zahlungen für Errichtung, Betrieb und Instandhaltung scheidung über eine konkrete Beschaffungsvariante – gegebenenfalls vermindert um den Barwert der auf und führt die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit Einnahmen aus der Lieferung von Energie an Dritte – über den Planungs und Bauprozess fort. Die nachfol bezogen auf die Bruttogrundfläche nach DIN 277 in gend beschriebene Methodik der Lebenszykluskosten Euro je Quadratmeter BGF. Zur Durchführung einer analyse fokussiert daher die durch den Planungs und Lebenszykluskostenanalyse ist Teil A dieses Leitfadens Bauprozess beeinflussbaren Kosten, um so eine mög (Kapitel 3.2.1) unter Berücksichtigung der nachfolgend lichst hohe Steuerungswirkung in der Planungs und erläuterten Besonderheiten analog anzuwenden. Bauphase entfalten zu können.
Im Rahmen der Analyse ausgewählter Kosten im Lebens Im Rahmen einer Nachhaltigkeitsbewertung des zyklus des Gebäudes sind die folgenden Kosten zu er Gebäudes zum Zeitpunkt des Abschlusses der Pla fassen: nungs und Bauphase wird eine Lebenszykluskosten berechnung durchgeführt, die im Vergleich zur Varian tenuntersuchung zur Bedarfsdeckung im Rahmen LEBENSZYKLUSKOSTEN BEI früher Planungsphasen eine Begrenzung einzubezie BAUMASSNAHMEN IM BESTAND hender Kostenarten aufweist. Zugleich werden jedoch TABELLE D1 alle durch die Planungs und Bauprozesse beeinfluss Lebenszykluskosten in der Nachhaltigkeitsbewertung baren Kosten wesentlich detaillierter betrachtet. Herstellungskosten gemäß Baukosten DIN 276-1 Die Lebenszykluskostenanalyse nach dem Leitfaden Baunutzungskosten gemäß Betriebskosten Nachhaltiges Bauen Teil D betrachtet die im Rahmen DIN 18960 Kosten für Reinigung, Pflege der Baumaßnahme im Bestand beeinflussbaren Kosten. und Instandhaltung Zu diesem Zweck wird die Konvention der Ökobilan Quelle: BBSR zierung (siehe Kap. 4.1.1.1) im Hinblick auf die Bilanzie rung der Altsubstanz sinngemäß auf die Berechnung der Kosten aus der Altsubstanz übertragen. Demnach Die Lebenszykluskostenanalyse entsprechend der werden alle Kosten, die mit der Ersterrichtung oder im Leitfaden und im Bewertungssystem Nachhaltiges dem Rückbau beziehungsweise Teilrückbau, durch Ent Bauen formulierten Vorgaben und Systemgrenzen ist sorgung oder Recycling von Gebäudesubstanz bereits in erster Linie ein Instrument zur Optimierung der entstanden sind, dem vorhergehenden Lebenszyklus Lebenszykluskosten einer konkreten Maßnahme im zugeordnet und bleiben daher im Rahmen der Bau Rahmen eines festen Betrachtungsszenarios. Eine maßnahme im Bestand unberücksichtigt. Die Begrün Grundvoraussetzung für das Durchführen einer Opti dung im Kapitel zur Ökobilanzierung gilt diesbezüglich mierung ist das Bestehen von Eingriffsmöglichkeiten. sinngemäß auch für die Lebenszykluskosten und ist in Gerade aus dem vorgefundenen Zustand eines Bestands kritischen Einzelfällen mit der zuständigen Konformi gebäudes vor Maßnahmenbeginn können Kosten re tätsprüfungsstelle abzustimmen. sultieren, auf welche der Planungs und Bauprozess der Baumaßnahme im Bestand keinen oder nur einen geringfügigen Einfluss nehmen kann.
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Die Methodik der Berechnung der Lebenszykluskosten Lebenszykluskosten von Teilmodernisierungen von Baumaßnahmen im Bestand erfolgt entsprechend Auch die Lebenszykluskostenanalyse von Teilmoderni der Methodik für Neubaumaßnahmen gemäß Teil B sierungen muss entsprechend der vorstehenden Kon dieses Leitfadens. ventionen und analog des Kriteriums BNB_BK 2.1.1 durchgeführt werden. Eine quantitative Bewertung der D 4 4.2.1.2 Bewertung der Lebenszykluskosten Ergebnisse der Lebenszykluskosten von Teilmoderni Die Baukosten von Baumaßnahmen im Bestand werden sierungen schließt sich jedoch grundsätzlich aus. Als stark durch den vorgefundenen Bauzustand und die Hauptgründe sind die Bandbreiten an Ausgangsvoraus unter anderem hieraus notwendig werdende Tiefe des setzungen (beispielsweise Baualter, Bauweise) und die Eingriffs in die vorhandene Bausubstanz beeinflusst. stark differierende Komplexität von Teilmodernisie Des Weiteren üben Art und Umfang der geplanten Um rungen zu nennen. Aufgrund des sich daraus ergeben bau und Umnutzungsmaßnahmen einen starken Ein den großen Spektrums unterschiedlichster Baumaß fluss auf die resultierenden Errichtungskosten aus. Eine nahmen können Teilmodernisierungen keinem Bewertung der Kosten des neuen Lebenszyklus ist da sinnvollen Vergleich mit allgemeingültigen festen her unabhängig von einer Betrachtung der Eingriffs Kennwerten beziehungsweise Benchmarks zugeführt tiefe nicht sinnvoll. Hierbei muss ebenfalls zwischen werden. In der Konsequenz muss vielmehr sicherge Komplettmodernisierungen und Teilmodernisierungen stellt werden, dass die jeweilige Maßnahme hinsicht unterschieden werden. lich ihrer Lebenszykluskosten optimiert wird.
Die ökonomische Qualität für Baumaßnahmen im Die Lebenszykluskostenberechnung und analyse muss Bestand wird anhand der Benchmarks des BNBModuls daher bei Teilmodernisierungen als Instrument für Neubau bewertet. Variantenvergleiche eingesetzt werden, um so die im Hinblick auf die ökonomische Qualität optimale Vari Lebenszykluskosten von ante auswählen zu können. Der Betrachtungswinkel Komplettmodernisierungen beziehungsweise Bewertungsgegenstand der Lebens Die Lebenszykluskostenanalyse von Komplettmoder zykluskostenberechnung ist hierbei projektspezifisch nisierungen ist grundsätzlich entsprechend der vorste in Abhängigkeit von den Auswirkungen der jeweiligen henden Regelungen zum Umgang mit der Altsubstanz Maßnahme festzulegen. Der Betrachtungswinkel kann und anhand der Kriterien des BNBModuls Komplett sich im Hinblick auf die Errichtungskosten auf die Bau modernisierung durchzuführen und quantitativ zu teile oder Gebäudeteile beziehen, welche durch die je bewerten. Hierfür steht das Kriterium BNB_BK 2.1.1 weilige Maßnahme beeinflusst werden. Es müssen aber zur Verfügung. Entsprechend der Definition des Be grundsätzlich die Auswirkungen auf die Nutzungskosten griffs Komplettmodernisierung geht der Bewertungs des Gesamtgebäudes untersucht werden sowie Errich maßstab des BNBKriteriums davon aus, dass das tungs und Nutzungskosten einer gemeinsamen Be Bestandsgebäude nahezu vollständig auf die statisch wertung zugeführt werden. Das Rechenverfahren der relevante Baukonstruktion zurückgebaut und nach Ab qualitativen Bewertung des Kriteriums BNB_BK 2.1.1 schluss der Maßnahme in Gänze einen weitestgehend sollte sinngemäß angewandt werden. neubaugleichen Zustand erreichen wird. Es entstehen folglich aus der weitergenutzten Altsubstanz keine maßgeblichen Kosten für die zukünftige Instandsetzung und Instandhaltung, da es sich vornehmlich um weiter genutzte statisch relevante Bauteile handelt, welche durch die Baumaßnahmen im Bestand wieder auf einen nahezu neubaugleichen Zustand ertüchtigt worden sind.
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Bewertung der Lebenszykluskosten von Denkmalen Eine abweichende Bewertungsmöglichkeit für Denk male ist oftmals notwendig, um den Besonderheiten von denkmalgerechten Baumaßnahmen im Bestand D 4 nachkommen und zugleich der gesellschaftlichen Das Bundesverfassungsgericht im städtebaulichen Kontext Bedeutung von Denkmalen gerecht werden zu können. Für Denkmale gilt grundsätzlich, dass alle Maßnahmen durchzuführen sind, die sich mit den Anforderungen von Denkmalpflege und Denkmalschutz vereinbaren lassen und unter Berücksichtigung der ökologischen Um ein Mindestmaß an Anpassungsfähigkeit bei kom Qualität eine Optimierung der Lebenszykluskosten plettmodernisierten Gebäuden sicher zu stellen, kann herbeiführen. Mehraufwendungen aufgrund erhöhter gemäß Kriterium BNB_BK 2.2.2 statt der quantitativen baulicher Anforderungen können für denkmalge eine qualitative Bewertung über die grundsätzliche An schützte Gebäude daher als Sonderbedingungen gel passungsfähigkeit erfolgen. tend gemacht werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden können zum Teil 4.2.2 Anpassungsfähigkeit Ausnahmen bezüglich der Anforderungen an die Ge Die künftige Anpassbarkeit, Umbaubarkeit und Um bäudekubatur und an die Grundrisse gewährt werden, nutzungsfähigkeit von baulichen Strukturen ist auch wenn die Erfüllung der Anforderungen aufgrund von bei Baumaßnahmen im Bestand von großer Bedeutung Auflagen des Denkmalschutzes nicht oder nur mit für das nachhaltige Bauen. Eine Erfüllung der Eigen einem unverhältnismäßigen Aufwand möglich wäre. schaften Funktionalität, Flexibilität und Anpassbarkeit an sich wandelnde Rahmenbedingungen kann die 4�3 Soziokulturelle und funktionale Qualität Akzeptanz eines Bauwerks, seine Nutzungsdauer und Soziokulturelle und funktionale Qualitäten haben eine die entstehenden gebäudebezogenen Kosten im Lebens hohe Bedeutung bei der Beurteilung des Gebäudes aus zyklus sowie die Stoffströme und Wirkungen auf die Nutzersicht und sind daher bei der Planung von Bau Umwelt beeinflussen. Eine hohe Anpassungsfähigkeit maßnahmen im Bestand ebenso zu berücksichtigen von Gebäuden ist unter Nachhaltigkeitsgesichtspunk wie bei Neubaumaßnahmen. Lediglich die Kriterien ten dann gegeben, wenn die Anpassung an veränderte der Gruppe „Sicherung der Gestaltungsqualität“ haben Nutzungsbedingungen oder Nutzungen mit einem bestandsspezifische Besonderheiten, die in diesem verhältnismäßigen Aufwand an Ressourcen und Kosten Kapitel (siehe Abschnitt 4.3.1 und 4.3.2) in Ergänzung realisiert werden kann. Das alleinige Durchführen von zu den Ausführungen der Teile A und B erläutert werden. Anpassungen während der Baumaßnahme stellt dabei noch kein qualitätssteigerndes Merkmal dar. Ein wichtiges Ziel jeder Baumaßnahmen ist es, eine möglichst hohe Zufriedenheit der Nutzer mit den Für die Beurteilung der Anpassungsfähigkeit sind Arbeitsplatz und Gebäudebedingungen zu erzielen, ebenso wie bei Neubaumaßnahmen folgende Kriterien um die Kreativität und Produktivität der Mitarbeiter von Relevanz: zu fördern. Bei Baumaßnahmen im Bestand kann dabei auf Rückmeldungen der bisherigen Nutzer zurückge ■ Gebäudegeometrie: lichte Raumhöhe, griffen werden (siehe auch BNB_BK 5.1.6), um bestehen Gebäudetiefe, vertikale Erschließung de Defizite zu identifizieren. ■ Grundrisse: Größe und Erschließung von Nutzungseinheiten ■ Konstruktion: Art sowie Konstruktion von Innenwänden und Trennwänden ■ technische Ausstattung: Umfang, Flexibilität, Revisionsfähigkeit
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Erfassung der vorhandenen Qualität Grundlage für eine qualitätsvolle Bestandsentwick lung ist die Erfassung, Beurteilung und Dokumentation der vorhandenen gestalterischen und städtebaulichen Qualitäten des Bestandsgebäudes zu Projektbeginn. D 4 Historie trifft Moderne im Sitz des BMU Stresemannstraße: Gelebte Nachhaltigkeit durch die schonende Weiterentwicklung Grundsätzlich wird hierbei zwischen Bestandsgebäu des Bestandes den mit und ohne Denkmaleigenschaften unterschie den. Im Rahmen der Grundlagenerfassung ist eine Untersuchung mit anschließender Dokumentation 4.3.1 Gestalterische und städtebauliche Qualität (Mindestumfang siehe Tabelle D2) durchzuführen. Der Gebäudebestand prägt das bestehende Erschei nungsbild des öffentlichen Raums und wirkt identitäts stiftend. Gerade die öffentliche Hand steht hierbei mit ASPEKTE ZUR ERFASSUNG DER STÄDTEBAULICHEN UND GESTALTERISCHEN QUALITÄT ihren Gebäuden in einem besonders hohen Maße im TABELLE D2 Blickfeld der Öffentlichkeit. Der Erhalt und ein ange messener Umgang mit dem Kulturgut sind eine wichti Untersuchung der vorhandenen Gestaltungsqualität von Bestandsgebäuden ohne Denkmaleigenschaften ge gesellschaftliche Aufgabe, zu der sich die öffentliche Hand verpflichtet hat und bei der sie zugleich einer Baubeschreibung unter zu planungsrechtlichen Rahmen- Vorbildfunktion nachkommen sollte. Berücksichtigung aller bedingungen relevanten Informationen zum städtebaulichen Umfeld Im Zuge der qualitativen Weiterentwicklung des Ge des Bauwerks bäudebestandes gilt es dort, wo es sinnvoll und möglich zu Außenanlagen ist, die gestalterischen und städtebaulichen Qualitäten zur Konstruktion des Gebäudes eines bestehenden Gebäudes zu erhalten oder zu stei zu konstruktiven Bauteilen gern, mit dem Ziel, die baukulturelle Vielfalt und das zur festen sowie beweglichen Aus- unverwechselbare sowie ortsspezifische Erscheinungs stattung (Mobiliar und Kunstwerke) bild im städtebaulichen Kontext zu wahren. Ergänzung durch Fotodokument ation Beurteilung des Bauwerks städtebaulicher Qualität Wie bei Neubaumaßnahmen ist ein wesentliches und einzelner Bauteile gestalterischer Qualität beziehungs- Instrument zur Sicherung der Gestaltungsqualität die hinsichtlich weise kultureller Werte Bewertung des Wettbewerbsverfahrens und die Ein Dokumentation Bestandspläne (Grundrisse, bindung der Preisträger in die weitere Planung. Zusätz Schnitte, Ansichten) lich kommen bei der Bewertung der gestalterischen Vorliegen einer hohen städte- und städtebaulichen Qualität (BNB_BK 3.3.1) von Bau baulichen oder gestalterischen Qualität beziehungsweise eines maßnahmen im Bestand zwei wesentliche Aspekte in hohen kulturellen Wertes Betracht: Quelle: BBSR ■ die Erfassung der vorhandenen Qualität ■ die Weiterentwicklung der vorhandenen Qualität
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Von einer hohen vorhandenen Qualität oder kultu In Einzelfällen kann auch für Teilmodernisierungen rellen Bedeutung kann ausgegangen werden, wenn ein Planungswettbewerb die sachgerechte Lösung sein. das Bestandsgebäude rückblickend: In zahlreichen Fällen wird dies jedoch nicht der Fall sein, da bei vielen Teilmodernisierungen der Aufwand ■ in seiner Ausführung nach Umfang und Qualität für die Durchführung eines Planungswettbewerbs un D 4 im Wesentlichen der Wettbewerbsarbeit eines der verhältnismäßig ist oder den gestalterischen Aspekten, Preisträger eines Planungswettbewerbs entspricht wie bei einer Modernisierung haustechnischer Anla oder gen, nur eine stark untergeordnete Rolle zukommt. ■ nach seiner Fertigstellung im Rahmen einer aner Wird kein Planungswettbewerb durchgeführt und sind kannten Architekturpreisverleihung für die hohe zugleich im Rahmen der jeweiligen Maßnahme den gestalterische Qualität mit einem Preis ausgezeichnet noch gestalterische Aspekte zu betrachten, so müssen wurde oder alternative Instrumente zur Sicherung der Gestaltungs ■ durch die zuständige Kommune als „sonstige beson qualität herangezogen werden wie beispielsweise Ge ders erhaltenswerte Bausubstanz“ eingestuft wurde staltungskonzepte, Variantenvergleiche, Farb und Ma oder terialkataster oder die Beteiligung eines unabhän gigen ■ im Rahmen einer anerkannten unabhängigen Gestaltungsbeirats. Bewertung durch ein Expertengremium bezüglich der gestalterischen Qualität mindestens mit der Bauwerke mit Denkmaleigenschaften Qualitätsstufe „gute architektonische Qualität“ Für Baudenkmale und Denkmalbereiche wird durch bewertet wurde oder die Planungs und Baubegleitung der Denkmalschutz ■ als Baudenkmal, Denkmalbereich oder denkmal und Denkmalfachbehörden im Regelfall bereits eine würdiges Gebäude einzuordnen ist. Sicherstellung der Gestaltungsqualität erreicht. Diese muss sich jedoch auch auf die Bereiche beziehen, an Weiterentwicklung der vorhandenen Qualität welche keine Anforderungen seitens der Denkmal Nachdem die vorhandene gestalterische und städtebau schutz und Denkmalfachbehörden gestellt werden. liche Qualität erfasst worden ist, gilt es diese angemes In Einzelfällen kann hierfür auch für Bauwerke mit sen bei der Weiterentwicklung des Bestandsgebäudes Denkmaleigenschaften ein Planungswettbewerb die zu berücksichtigen. Die Vorgehensweise dafür ist in sachgerechte Lösung sein. In den übrigen Fällen müssen hohem Maße von der jeweiligen Maßnahmenart und alternative Instrumente zur Sicherung der Gestaltungs Eingriffstiefe abhängig. Daher muss zwischen Kom qualität (siehe Abschnitt Teilmodernisierungen) heran plettmodernisierungen und Teilmodernisierungen gezogen werden. unterschieden werden.
Analog zur Vorgehensweise bei Neubaumaßnahmen ist für Komplettmodernisierungen die Durchführung von Planungswettbewerben die sachgerechte Lösung zur Sicherstellung der Gestaltungsqualität. Damit im Rahmen eines Planungswettbewerbs eine Lösung gefunden werden kann, die angemessen mit der vorge fundenen gestalterischen und städtebaulichen Qualität umgeht, muss der Umgang mit der Bestandssubstanz explizit Teil der Wettbewerbsaufgabe sein. Darüber hin aus muss den Teilnehmern die Dokumentation über die vorhandene gestalterische und städtebauliche Qua lität zur Verfügung stehen.
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4�4 Technische Qualität Aus Nutzersicht besteht häufig die Erwartungshaltung, dass durch Modernisierungsmaßnahmen von Bestands gebäuden eine einem Neubau vergleichbare Qualität erreicht werden kann. Vor dem Hintergrund dieser D 4 Erwartungshaltung stellt die technische Qualität von Neubaumaßnahmen grundsätzlich auch den Maßstab für Baumaßnahmen im Bestand dar. Das Modul Kom plettmodernisierung sieht hiervon nur dann Ausnahmen vor, wenn bestandsspezifische Besonderheiten dies unbedingt erfordern.
Ein funktionierender Brandschutz und Schallschutz, eine hohe Reinigungs und Instandhaltungsfreundlich keit sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Na turgefahren sind zum einen wesentliche Aspekte eines Umgang mit bestehender Kunst im Bundesverfassungsgericht nachhaltigen Gebäudes und zum anderen auch ein fundamentales Bedürfnis des Eigentümers und des Nutzers. Bezüglich dieser Aspekte gelten die Maßstäbe 4.3.2 Kunst am Bau von Neubaumaßnahmen uneingeschränkt auch für Bei Baumaßnahmen im Bestand tritt zur Neuschaffung Baumaßnahmen im Bestand. von Kunst am Bau der Aspekt des Umgangs mit der bestehenden Kunst am Bau hinzu. Die bestehende Kunst Wärme- und Tauwasserschutz am Bau gilt es zu erfassen, zu erhalten und ihren Wert Hinsichtlich des Wärme und Tauwasserschutzes sind entsprechend zu vermitteln sowie im Rahmen der Bau zahlreiche bestandsspezifische Besonderheiten zu maßnahme im Bestand einen würdigen Umgang mit beachten. Durch den Wärme und Tauwasserschutz ihr zu finden. Hinsichtlich der Schaffung von neuer wie (BNB_BK 4.1.2) wird eine Minimierung des Wärmebe auch des Umgangs mit bestehender Kunst am Bau ist darfs für die Raumkonditionierung von Gebäuden bei der Leitfaden Kunst am Bau2 des Bundes zu beachten. gleichzeitiger Sicherstellung einer hohen thermischen Die Bewertungsmethodik des Kriteriums BNB_BK 3.3.2 Behaglichkeit und der Vermeidung von Bauschäden ist entsprechend der Regelungen des Leitfadens Kunst erzielt. Ebenso wie bei Neubaumaßnahmen wird dies am Bau aufgebaut. Die inhaltliche Umsetzung dieses auch bei Baumaßnahmen im Bestand durch die wärme Leitfadens ist Voraussetzung für eine Bewertung mit und feuchteschutztechnische Qualität der Gebäude dem BNBModul Komplettmodernisierung. hülle gekennzeichnet. Diesbezüglich müssen auch bei Baumaßnahmen im Bestand die folgenden Kriterien BUNDESBAU Bei Baumaßnahmen des Bundes sind betrachtet werden: Mittel für Kunst am Bau sowohl für Neubaumaßnahmen als auch für Baumaßnahmen im Bestand zu veran ■ bauteilbezogene mittlere Wärmedurchgangs schlagen. Sofern Zweck und Bedeutung des Bauwerks koeffizienten dies rechtfertigen, sind Leistungen an bildende Künst ■ Zuschlag zur Berücksichtigung von Wärmebrücken lerinnen und Künstler zu vergeben (siehe RBBau K 7). ■ Luftdurchlässigkeit (Fugendurchlässigkeit) ■ Tauwassermenge innerhalb der Konstruktion ■ Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle ■ Sonneneintragskennwert
2 Vgl. BMVBS (2012 b)
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Die vorgenannten Kriterien können nicht immer 4�5 Prozessqualität direkt von Neubaumaßnahmen auf Baumaßnahmen Die spätere Qualität eines Gebäudes wird wesentlich im Bestand übertragen werden. Dennoch sollten auch durch Entscheidungen bestimmt, die in einem frühen im Rahmen von Bestandsmaßnahmen vergleichbare Planungsstadium getroffen werden. Daher kommt der Qualitäten wie beim Neubau – sofern beeinflussbar – Qualität des Planungsprozesses auch im Rahmen von D 4 angestrebt werden. Aus unterschiedlichen Gründen Baumaßnahmen im Bestand eine besondere Bedeu können Bestandsgebäude unter Umständen, insbeson tung zu. Die Einwirkungsmöglichkeiten auf Umwelt dere wenn sie unter Denkmalschutz stehen, nicht oder wirkungen, Ressourceninanspruchnahme und Kosten nur mit einem hohen Aufwand derart ertüchtigt wer sind zu Beginn der Maßnahme am größten. Insbeson den. Aus diesem Grund unterscheidet auch die Ener dere bei Baumaßnahmen im Bestand ist die rechtliche, gieeinsparverordnung hinsichtlich der Bauteilanfor technische, funktionale, städtebauliche und architek derungen zwischen Neubauten und Bestandsbauten. tonische Ausgangsbasis im Rahmen der Grundlagener mittlung frühzeitig zu erfassen. Diese Informationen Im Kriterium BNB_BK 4.1.2 sind basierend auf den sind die Grundlage für die Erstellung von Machbar Zielwerten von Neubauvorhaben geeignete Abstufun keitsstudien, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und gen vorgenommen worden, welche die Besonderheiten Lebenszyklusanalysen (LCC und LCA) sowie der Aus von Baumaßnahmen im Bestand zweckgerecht be gangspunkt für den weiteren Planungsprozess. Bei rücksichtigen. Um die besonderen Belange und Vorga Baumaßnahmen im Bestand muss im Rahmen der Pla ben für denkmalgeschützte Gebäude bei der Bewertung nung auch der Rückbau bestehender Bauteile konzi berücksichtigen zu können, ist für derartige Gebäude piert werden. Wie bei der Erfassung des Bauzustandes durch einen speziellen Energieberater für Baudenkma sowie bei der Rückbauplanung vorzugehen ist, wird in le die umgesetzte Gebäudequalität ins Verhältnis zur den folgenden Kapiteln erläutert. maximal erreichbaren Qualität nachvollziehbar darzu stellen. Hinsichtlich der Bewertung des Wärmedurch 4.5.1 Bestandsanalyse gangs werden hierbei drei verschiedene Intensitäten Im Rahmen der Bestandsanalyse gilt es, die Stärken, der durch Denkmalschutz und Denkmalpflege vorlie Schwächen, Potenziale und Risiken eines Bestandsge genden Vorgaben unterschieden (siehe Tabelle D3). bäudes zu erfassen. Diese resultieren einerseits aus dem baulichen Zustand des überkommenen Bestandsge bäudes, andererseits auch aus den Rahmenbedingun INTENSITÄTSSTUFEN DES DENKMALSCHUTZES gen der Bestandsentwicklung (siehe Kapitel 3.3). Von IM KRITERIUM BNB_BK 4�1�2 großer Bedeutung sind diesbezüglich unter anderem TABELLE D3 die rechtlichen Rahmenbedingungen wie beispielswei Fall 1 gesamtes Gebäude weist Denkmaleigenschaften auf se Bestandsschutz, Denkmalschutz, Nachbarrecht oder Fall 2 Gebäudeteile (zum Beispiel Gebäudeflügel) weisen Immissionsschutz. Der nachfolgend beschriebene Pro Denkmaleigenschaften auf zess der Bestandsanalyse umfasst die bauliche Be Fall 3 einzelne Bauteile des Gebäudes (wie Fassade, Fenster) standsaufnahme (Anamnese) sowie die Baudiagnose weisen Denkmaleigenschaften auf oder werden und geht von der vollständigen Feststellung und an durch einen Sachverständigen für Denkmalschutz schließenden Berücksichtigung der rechtlichen Rahmen als besonders erhaltenswert eingestuft bedingungen sowie der allgemein anerkannten Regeln Quelle: BBSR der Technik aus.
Das Kriterium BNB_BK 4.1.2 kann auch auf Teilmo dernisierungen angewandt werden, sofern es sich bei diesen um Modernisierungsmaßnahmen handelt, die mit einer Veränderung der energetischen Qualität einhergehen. Die Einhaltung von Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 ist zur Sicher stellung des bautenschutztechnischen und hygieni schen Wärmeschutzes unverzichtbar.
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Die wesentlichen Elemente einer Bestandsanalyse Die Phase der Bestandsaufnahme umfasst Erkenntnisse (BNB_BK 5.1.6) sind die ganzheitliche Bestandsauf über die Geometrie, die vorhandenen Baukonstruktio nahme sowie die Erfassung des Bauzustandes mittels nen und Baustoffe des Bestandsgebäudes sowie die einer qualifizierten Baudiagnose. Beide Analyseschritte zum Untersuchungszeitpunkt installierte Haustechnik. basieren auf einer systematischen Erkundung der Darüber hinaus kann auch die objektbezogene Bauge D 4 vorhandenen Gebäudesubstanz. Diese besteht in ihren schichte von Bedeutung sein, wenn sich aus dem ur Grundzügen aus den folgenden Elementen: sprünglichen Nutzungszweck oder aus markanten bau lichen Eingriffen während der Nutzungszeit wichtige
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Bestandsaufnahme (Anamnese) Randbedingungen für die Planungsphase ergeben. Ab ■ geometrische Bestandsaufnahme schließend sollten unter dem Themenfeld der Exposi ■ Bestandsaufnahme der Baukonstruktionen tion besondere Einwirkungen auf das Bestandsgebäude und Baustoffe betrachtet werden, welche aus dem Standort oder den ■ Bestandsaufnahme der Haustechnik Umgebungsbedingungen resultieren (etwa Grundwas ■ Erkundung der Bau und Nutzungsgeschichte serbeanspruchung, hohe thermische Belastung im Som ■ Bestandsaufnahme Exposition merfall oder hohe Lärmemissionen in der Umgebung).
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Baudiagnose Die baudiagnostischen Untersuchungen zielen in der ■ Tragwerk Regel auf die Gewinnung detaillierter Erkenntnisse ■ energetische Qualität zum Tragwerk des Gebäudes, zu seiner energetischen ■ Schadstoffe Qualität, zur eventuellen Gefährdung von Nutzern und ■ Feuchte und Salzbelastungen Umwelt durch Schadstoffe, Schädlinge sowie zu er ■ Schädlingsbefall höhten Feuchte und Salzbelastungen ab. Hier sind so wohl diagnostische Voruntersuchungen auf der Ebene Grundsätzlich hat die Qualität der Bestandsanalyse des Gesamtgebäudes als auch detaillierte Einzelunter einen entscheidenden Einfluss auf den gesamten Pla suchungen an bestimmten Konstruktionsteilen von nungs und Bauprozess beim Bauen im Bestand. Eine Bedeutung. umfassende und sorgfältige Bestandsanalyse im Rah men der Projektvorbereitung ermöglicht eine deutliche Bereits während der Bestandsaufnahme, aber insbe Reduktion der Planungsunsicherheiten, welche im sondere während der Baudiagnose, müssen zahlreiche Regelfall bei Baumaßnahmen im Bestand deutlich häu Prüfungen an der Substanz des Bauwerks durchgeführt figer auftreten. Die Bestandsanalyse ermöglicht effizien werden. Derartige Untersuchungsverfahren erfordern tes und optimiertes Bauen hinsichtlich der technischen oft lokale Freilegungen von Konstruktionen, Eingriffe Bauqualität, der Baukosten sowie hinsichtlich Umwelt in die Bausubstanz oder die Entnahme von Proben. In wirkungen und Ressourceninanspruchnahme. Eine diesen kaum vermeidbaren Fällen sollte jedoch grund wesentliche Voraussetzung hierfür ist, dass sowohl die sätzlich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ange Bestandsaufnahme als auch die Baudiagnose systema strebtem Erkenntnisgewinn und absehbarem Substanz tisch, sorgfältig und in einem angemessenen Umfang verlust angestrebt werden. Dieser Grundsatz gilt für durchgeführt werden. jegliche Bausubstanz, insbesondere jedoch für Bauteile mit hohem Denkmalwert oder Kunstobjekte. Während die Untersuchungen zur Bestandsaufnahme zunächst alle grundlegenden Erkenntnisse und Merk male zum Bestandsgebäude für den weiteren Planungs prozess aufarbeiten, befasst sich die Baudiagnose mit der systematischen Erkundung wesentlicher Kriterien, die zur detaillierten Beurteilung des Bauzustandes ver helfen.
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Die Nutzungsdauer einer baulichen oder anlagentech Projektvorbereitung durchgeführt werden. Hierzu ist nischen Komponente ist als Zeitspanne definiert, nach das Kriterium BNB_BK 5.1.6 zum einen auf Komplett welcher diese Komponente vermutlich erneuert wer modernisierungen anzuwenden, zum anderen auch den muss. Als Vergleichswerte dienen in der Regel auf Teilmodernisierungen, sofern es sich bei diesen um Mittelwerte, in denen technischfunktionale Aspekte, Modernisierungsmaßnahmen handelt, die mit einer D 4 optische Aspekte aber auch gesetzliche Anforderungen hinreichenden Veränderung des Bestandes und der berücksichtigt wurden. Wichtige Hilfsmittel stellen energetischen Qualität einhergehen. Um zu gewähr diesbezüglich die BBSRTabelle „Nutzungsdauern von leisten, dass die Ergebnisse der Bestandsanalyse in Bauteilen zur Lebenszyklusanalyse nach BNB“3, die Planung und Ausführung berücksichtigt werden, sind AMEV 2013 sowie die VDI 2067 dar. die Ergebnisse grundsätzlich allen Planern zur Verfü gung zu stellen. Im Zuge der baudiagnostischen Untersuchungen stehen die am Planungsprozess Beteiligten stets vor der Her 4.5.1.1 Bestandsaufnahme ausforderung, mit angemessenem Geräteeinsatz und Kostenaufwand alle für die weitere Planung erforderli Geometrie chen Erkenntnisse mit möglichst geringer Unsicherheit Sehr früh im Prozess der Bestandsaufnahme werden bereitzustellen. In vielen Fällen ist hier eine mehrstufi zunächst alle geometrischen Daten und Randbedin ge Ausführung der baudiagnostischen Untersuchungen gungen des Untersuchungsobjektes erfasst. Dafür kön zu empfehlen, wobei verschiedene Untersuchungs nen unter Umständen auch vorhandene Bestandspläne schritte jeweils erst in Abhängigkeit von vorangehenden und Bauunterlagen herangezogen werden, sofern deren Ergebnissen ausgeführt werden. Grundsätzlich ist zu Qualität und Tauglichkeit am Objekt überprüft wird. beachten, dass eine mangelhafte Baudiagnostik nicht selten zu bedenklichen Erkenntnislücken führt, die Mit der geometrischen Bestandsaufnahme wird die den Instandsetzungserfolg teilweise gefährden oder ein Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung hohes Kostenrisiko nach sich ziehen können. Dadurch eines Bestandsgebäudes gelegt. Ziel ist es, über aktuelle bestehen hohe Ansprüche an die Expertise der an der Planunterlagen des bestehenden Gebäudes zu verfügen, Planung Beteiligten, was neben den Sonderfachleuten um darauf aufbauend optimale Lösungen zu entwickeln. und Gutachtern auch die für den Gesamterfolg der Diese müssen digital (CAD) aufbereitet sein und min Baumaßnahme verantwortlichen Generalisten betrifft. destens aus den folgenden Plänen bestehen:
Die Ergebnisse der Bestandsanalyse ermöglichen die ■ Grundrisse aller Vollgeschosse, Kellergeschosse, Identifizierung der vorhandenen Bausubstanz in ihrer Dachgeschosse und nutzbaren Dachräume Struktur und Qualität, ihrer Konstruktionsform, ihrem ■ Gebäudeschnitte für alle strukturell eigenständigen Bauzustand und den eventuell von ihr ausgehenden Gebäudeteile Gefährdungen für Nutzer und Umwelt. Weiterhin wird ■ Schnitte durch die Treppenhäuser systematisch erkundet, welche Konstruktionselemente ■ Gebäudeansichten aller Fassaden für eine weitere Nutzung geeignet sind und wo ein Rück ■ Dachaufsichten bau erfolgen sollte. Auf der Grundlage der Bestands analyse (Bestandsaufnahme, Baudiagnose) erfolgt die Die Genauigkeit der geometrischen Bestandsaufnahme Planung aller erforderlichen Baumaßnahmen im sowie der Maßstab für die Planunterlagen orientieren Bestand. Die Bestandsanalyse muss in der Phase der sich an der Größe des Bestandsgebäudes sowie am Umfang und der Intensität der baulichen Eingriffe. Die Planunterlagen müssen mindestens dem Maßstab 1:100 entsprechen. Wesentliche Detailpunkte des Be standes sind zusätzlich in einem angemessenen Maß stab zwischen 1:1 und 1:25 darzustellen.
3 www.nachhaltigesbauen.de/de/baustoff-und-gebaeudedaten/ nutzungsdauern-von-bauteilen.html
156 Teil D – Bauen im Bestand
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Die geometrische Bestandsaufnahme bildet, insbeson Im Ergebnis der baukonstruktiven Bestandsaufnahme dere bei großen Bestandsgebäuden, ein interdiszipli liegen detaillierte Erkenntnisse zu den vorhandenen näres Arbeitsfeld der Vermessungs und Bautechnik. Baukonstruktionen und Baustoffen sowie zu den maß Insofern wird die Qualität der Untersuchungsergebnis gebenden Schichtenfolgen der verschiedenen Konstruk se auch durch eine zielführende Kommunikation tionen vor. Damit existiert eine wichtige Grundlage zur D 4 beeinflusst. bautechnischen Beurteilung des Bestandes im Hinblick auf die Erhaltungsfähigkeit und Weiternutzung der Baukonstruktion und Baustoffe jeweiligen Konstruktionen. Diese Erkenntnisse werden Im Zuge der baukonstruktiven Bestandsaufnahme wird nachfolgend durch die Untersuchungsergebnisse der das Baugefüge, zu dem alle wesentlichen Baukonstruk Baudiagnose erweitert. Weiterhin ist die Einhaltung tionen und Baustoffe gehören, systematisch erkundet. beziehungsweise die Umsetzbarkeit baurechtlicher und Dabei kommt in der Regel den Baukonstruktionen des gesetzlicher Anforderungen eine wesentliche Voraus Rohbaus, welche für das Tragwerk und die zukünftigen setzung für die Weiternutzung bestehender Konstruk Nutzungsmöglichkeiten wesentlich sind, eine besonde tionselemente. Die hohe fachliche Kompetenz der re Bedeutung zu. Aber auch die bauliche Hülle, die einzelnen Beteiligten wird für dieses komplexe Themen das beheizte Gebäudevolumen gegen die Außenluft ab gebiet grundsätzlich vorausgesetzt. grenzt, wird hier einer Bestandsaufnahme unterzogen. Es werden die baukonstruktiven Schichtenfolgen von Haustechnik typischen Wand, Decken oder Fußbodenkonstruk Parallel zur baukonstruktiven Bestandsaufnahme tionen beziehungsweise Dachquerschnitten analysiert erfolgt die Bestandsaufnahme der haustechnischen und dokumentiert. Die Ergebnisdarstellung der bau Anlagen des Untersuchungsobjektes. Dieser Untersu konstruktiven Bestandsaufnahme erfolgt parallel sowohl chungsschritt betrachtet sämtliche Heizungs, Lüftungs in deskriptiver (Baubeschreibung) als auch in zeichne und Sanitärinstallationen, die Elektroinstallation sowie rischer Form (Bestandsdetails). die vorhandenen Anlagen der Klimatechnik und Ge bäudeautomation. Für diese Leistungen ist qualifizier tes Fachpersonal für Gebäudetechnik erforderlich.
Bei der Beurteilung des Potenzials zur Weiterverwen dung haustechnischer Anlagen ist grundsätzlich deren, im Vergleich zu typischen Baukonstruktionen des Rohbaus, deutlich geringere durchschnittliche Nut zungsdauer zu berücksichtigen. Insofern kann für solche haustechnischen Anlagen die Untersuchungstiefe ver ringert werden, deren Weiternutzung infolge von technischer Überholung oder Verschleiß nicht mehr angemessen ist.
Bau- und Nutzungsgeschichte Die Betrachtung der objektbezogenen Bau und Nut zungsgeschichte stellt keinesfalls einen Selbstzweck für interessierte Experten dar. Sie beleuchtet vielmehr, welche grundlegenden Einflüsse aus der Bau und Nut zungsphase des Gebäudes nachweisbare Auswirkungen Vor dem Hintergrund der vielfältigen Nutzungsgeschichte wurde das auf den Gebäudebestand haben. Hier spielen unter Foyer des Altbaus des BMU in der Stresemannstraße 128 mit hohem anderem die Bauzeit mit ihren technischen, wirtschaft denkmalpflegerischen Anspruch wieder hergestellt. lichen und politischen Randbedingungen, der ehema lige Bauherr und der ursprüngliche Nutzungszweck des Gebäudes eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sollten
Teil D – Bauen im Bestand 157
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wichtige Umbau und Instandsetzungsmaßnahmen 4.5.1.2 Baudiagnose oder bauliche Erweiterungen, einschließlich ihrer bau zeitlichen Einordnung, erkundet werden. Die Ergebnis Tragwerk se der baugeschichtlichen Bestandsaufnahme können Bei der Erkundung und Beurteilung der vorhandenen zum Beispiel wesentlich dazu beitragen, bautechnische Tragkonstruktion sowie zur Ableitung eines statischen D 4 Besonderheiten und Defizite des Bestandes, Probleme Modells greift das beteiligte Fachpersonal zunächst infolge baulicher Eingriffe oder bauzeittypische Schad auf die Ergebnisse der geometrischen und der baukon stoffrisiken aufzuklären. struktiven Bestandsaufnahme, unter Umständen auch der baugeschichtlichen Bestandsaufnahme, zurück. Neben der Baugeschichte des Bestandsgebäudes können Ergänzend dazu sind baudiagnostische Untersuchungen auch fundierte Informationen aus dessen Nutzungs erforderlich, um den Bauzustand der Konstruktions phase von hoher Bedeutung sein. Hierdurch können elemente präziser bewerten zu können. Die Beurtei Schwachstellen, Optimierungspotenziale sowie zu lung der vorhandenen Substanz erfolgt dabei nach den bewahrende besondere Qualitäten des Gebäudes iden Kriterien der Tragfähigkeit (auch im Hinblick auf zu tifiziert werden. In diesem Zusammenhang kann eine künftige Anforderungen), der Dauerhaftigkeit (langfris Bewertung des Bestandsgebäudes auf der Basis von tiger Werterhalt der baulichen Anlage) sowie der Ge Daten und Erfahrungen des laufenden Gebäudebetriebs brauchstauglichkeit (uneingeschränkte Nutzbarkeit). (wie Nutzerhinweise, Daten des Facility Managements, Verbrauchsdaten) vorgenommen werden. Für Bundes Die Spezifizierung, der Umfang und die Intensität der baumaßnahmen kann zu diesem Zweck die zurück baudiagnostischen Untersuchungen am Tragwerk rich liegende Nutzungsphase einer Bewertung mit dem ten sich nach der jeweiligen Konstruktionsform sowie BNBModul Nutzen und Betreiben unterzogen werden. nach der nachgewiesenen Schadensintensität. In jedem Fall geht es darum, den Konstruktionsaufbau (soweit Exposition nicht schon in der baukonstruktiven Bestandsaufnahme Dieser Teilaspekt der Bestandsaufnahme umfasst die geschehen), das Schadensausmaß und die Schadens Erkundung von besonderen Einwirkungen auf das Be intensität einschließlich der Konsequenzen für die standsgebäude, welche durch den Standort oder die Tragfähigkeit zu erkunden. Typische Untersuchungs Umgebung bedingt sind. Dabei sollte neben dem Status felder der Baudiagnose sind hier unter anderem quo zum Untersuchungszeitpunkt auch die Entwick lung innerhalb der folgenden Nutzungsphase nach ■ bei Holzkonstruktionen: Instandsetzung abgeschätzt werden. die Bestimmung von pflanzlichen und tierischen Holzschädlingen einschließlich des Schadens Unter dem Themenfeld der Exposition sind besondere ausmaßes und der intensität Umwelteinwirkungen wie eine Grund oder Hochwas ■ bei Mauerwerkskonstruktionen: sergefährdung, Radon oder hohe thermische Belastun die Beurteilung der Ein oder Mehrschaligkeit, der gen im Sommerfall (Lage in städtischen Hitzeinseln) Verbundeigenschaften des Mauerwerkskörpers zu berücksichtigen. Bei zeitweiliger Hochwasserbean sowie der Materialeigenschaften der Mauersteine spruchung sollten auch die spezifischen Vorwarnzeiten und des Mörtels am Standort erkundet werden. Besondere anthropo ■ bei Stahlbetonbauteilen: gene Ein wirkungen können etwa in Form von hohen die Analyse der Bewehrungslage und führung, Lärm emissionen in der Umgebung gegeben sein. der Karbonatisierungstiefe sowie des Bewehrungs zustandes In jedem Fall werden hinsichtlich der Exposition nur ■ im Gründungsbereich: solche externen Einwirkungen am Standort betrachtet, die Beurteilung der Baugrundeigenschaften, der die nicht durch die üblichen Planungs und Bemessungs zulässigen Sohlpressungen sowie der Setzungs algorithmen (zum Beispiel für Wind und Schneelas empfindlichkeit ten) abgedeckt sind beziehungsweise die im Einzelfall ■ bei korrosionsgeschädigten Stahlbauteilen: deren Kennwerte übertreffen. die Untersuchung der tragfähigen Restquerschnitte
158 Teil D – Bauen im Bestand
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Im Fall der Tragwerksanalyse werden die baudiag In allen Varianten sind Modernisierungsmaßnahmen nostischen Untersuchungsergebnisse direkt in der an der Gebäudehülle sowie der Anlagentechnik zu statischen Bemessung berücksichtigt, um auf dieser untersuchen. Die genauen Inhalte der Varianten und Grundlage statische Ertüchtigungen oder etwa Ver die Abstufungen zwischen ihnen sind für jede Bau stärkungskonstruktionen zu konzipieren. maßnahme im Bestand individuell festzulegen. Für D 4 Bauwerke mit Denkmaleigenschaften sind grundsätz Energetische Qualität lich nur denkmalgerechte Maßnahmen zu untersu Die Bewertung der energetischen Qualität berücksich chen. Für jede Variante ist der Einfluss der energetischen tigt gleichermaßen den Status quo vor Beginn der In Modernisierung auf die jährlichen Energieverbräuche standsetzung und das Potenzial für energetische Ertüch und Energiekosten darzustellen. Anschließend sind tigungen im Zuge einer Komplettmodernisierung. die daraus resultierenden Lebenszykluskosten der ver Sie basiert zwingend auf den Ergebnissen der geomet schiedenen Varianten gegenüberzustellen (siehe Kapi rischen, der baukonstruktiven sowie der haustechni tel 4.2). schen Bestandsaufnahme. In der minimalen Variante zielen die Modernisierungs Im Zuge der ingenieurmäßigen Erfassung und Bewer maßnahmen auf die Einhaltung gesetzlicher Mindest tung der vorhandenen und der potenziell erreichbaren anforderungen an den Gebäudebestand hinsichtlich energetischen Qualität des Bestandgebäudes sind ins des Wärme und Feuchteschutzes sowie der Energie besondere folgende Aspekte zu betrachten: effizienz. Hierbei sind neben den Anforderungen der EnEV grundsätzlich auch die Schadensfreiheit inner ■ energetische Bilanzierung des IstZustandes halb der künftigen Nutzung sowie die Einhaltung des gemäß der jeweils gültigen EnEV hygienisch erforderlichen Mindestwärmeschutzes ■ Ausweisen der maßgeblichen energetischen gemäß DIN 41082 sicherzustellen. Schwachstellen ■ Auswerten der Verbrauchsstruktur des Gebäudes In der optimierten Variante ist zu untersuchen, in ■ Identifizieren von bauphysikalischen Problemen wieweit ökologische, ökonomische und soziokulturelle und Mangelpunkten (Detailanalyse) Aspekte gleichzeitig und gleichwertig berücksichtigt ■ Variantenbetrachtung zur Ermittlung des Potenzials werden können. Hierzu sind mindestens Umweltwir für eine energetische Ertüchtigung kungen, Ressourceninanspruchnahme, Wirtschaftlich keit, Funktionalität und Gestaltung miteinander in Die Ermittlung des Potenzials für energetische Moder Einklang zu bringen. Alternativ können auch spezifi nisierungsmaßnahmen sollte über eine überschlägige sche Zielvorgaben – zum Beispiel die energetische Variantenbetrachtung erfolgen. Hinsichtlich Art und Ertüchtigung des Gebäudes auf NeubauNiveau gemäß Umfang der energetischen Modernisierung eines Ge EnEV – betrachtet werden. bäudes existiert im Regelfall eine Vielzahl von denkbaren Möglichkeiten und Abstufungen. Die Untersuchung In der Zielvariante sollte die Möglichkeit der Realisie des energetischen Ausgangszustandes sowie der Opti rung einer besonders hochwertigen energetischen Mo mierungsvarianten sollte hierbei mindestens folgende dernisierung des Bestandsgebäudes untersucht werden. Varianten betrachten: Hinsichtlich der Bauwerke ohne Denkmaleigenschaf ten kann etwa die Möglichkeit der Realisierung eines ■ minimale Variante Niedrigstenergiegebäudes untersucht werden. Hingegen ■ optimierte Variante könnte bei Bauwerken mit Denkmaleigenschaften ■ Zielvariante zum Beispiel eine Untersuchung der Möglichkeiten für eine denkmalgerechte energetische Modernisierung des Gebäudes auf NeubauNiveau gemäß EnEV betrach tet werden.
Teil D – Bauen im Bestand 159
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Schadstoffe BUNDESBAU Für Baumaßnahmen im Bestand des Charakteristische Gebäudeschadstoffe lassen sich nahe Bundes sind darüber hinaus die Arbeitshilfen Recycling zu in jedem Bestandsgebäude finden. Da sich Schad des Bundes (www.arbeitshilfenrecycling.de) einge stoffe direkt auf die Gesundheit der Nutzer auswirken führt, welche die Durchführung von Schadstoffgutach können, ist diesem Thema höchste Priorität beizumes ten und die Beseitigung von Schadstoffen regeln. D 4 sen. Besteht der Verdacht auf Schadstoffe im Gebäude oder kann dies nicht grundsätzlich ausgeschlossen Die Einbindung eines Sachverständigen bei der Bewer werden, so sind in jedem Fall weitergehende Untersu tung von Schadstoffen, mit der auch eine Abschätzung chungen notwendig. Im Interesse einer nachhaltigen des Risikop otenzials für Mensch und Umwelt vorzuneh Modernisierung des Bestandes ist sicherzustellen, dass men ist, sollte zwingend erfolgen. Die Schadstoffanalyse von Schadstoffen keine Gefährdung hinsichtlich der ist ausführlich in einem Schadstoffkataster zu doku Gesundheit von Menschen sowie der Umweltmedien mentieren. Verbleiben im Bauwerk Schadstoffe, so ist Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Luft aus mit geeigneten Maßnahmen dauerhaft sicherzustellen, geht. Aus diesem Grund ist die Erstellung eines Schad dass kein Risikopotenzial für Mensch und Umwelt stoffgutachtens unumgänglich und sollte bereits in der besteht. Der Verbleib der Schadstoffe ist insbesondere Phase der Projektvorbereitung vorgenommen werden. gegenüber den Gebäudenutzern transparent zu kom Die Bewertung der Schadstoffvorkommen und Schad munizieren und in der Gebäudebestandsdokumentation stoffsanierung erfolgt im Rahmen des Kriteriensteck festzuhalten. briefs „Risiken für die lokale Umwelt“ (siehe hierzu BNB_BK 1.1.6). Das Ergebnis eines Schadstoffgutachtens muss den Nachweis oder den Ausschluss eines Handlungsbedarfs Bei der Baudiagnose im Hinblick auf Schadstoffe in hinsichtlich der Beseitigung eines Risikopotenzials Gebäuden sollten die Untersuchungsergebnisse der durch Schadstoffe aufzeigen. Sofern ein Gutachten einen baukonstruktiven, der baugeschichtlichen und eventu Handlungsbedarf feststellt, sind die entsprechenden ell auch der haustechnischen Bestandsaufnahme be Maßnahmen einzuleiten. rücksichtigt werden. Häufig existieren markante Zusam menhänge zwischen bestimmten Bauzeitabschnitten, Feuchte- und Salzbelastungen den zu dieser Zeit typischen Baukonstruktionen und Zu den typischen Problemfeldern von Bestandsgebäu haustechnischen Anlagen und einer daraus resultieren den zählen Feuchte und Salzbelastungen. Diese sind den Gefährdung durch charakteristische Schadstoffe. insbesondere in folgenden Bereichen des Gebäudes Auch aus einer bestimmten Gebäudenutzung in der verbreitet: Vergangenheit können sich Verdachtsmomente auf bestimmte Schadstoffe ergeben. ■ in erdberührten oder erdüberdeckten Gebäudeteilen ■ in Gebäudeteilen mit Bezug zu mangelhaften Dach Beim Umgang mit Schadstoffen in Gebäuden sowie für deckungen und insbesondere Dachabdichtungen die Erstellung eines Schadstoffgutachtens greifen di einschließlich deren Anschlussbereichen und verse Gesetze ineinander, die dem Bauherrn eine Reihe Durchdringungen von Pflichten auferlegen. Zu diesen Gesetzen gehören ■ in der Umgebung besonders exponierter Konstruk Arbeitsschutz und Chemikaliengesetze ebenso wie das tionselemente wie Dachterrassen, Balkone, Lauben Sozialgesetzbuch und die daraus folgenden Unfallver gänge oder Staffelgeschosse hütungsvorschriften. Insbesondere zu berücksichtigen sind die Verordnung über Sicherheit und Gesundheits schutz auf Baustellen (Baustellenverordnung) sowie die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS).
160 Teil D – Bauen im Bestand
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In derartigen Bereichen sollten sorgfältige Inspektio 4.5.2 Rückbauplanung und Rückbaumaßnahmen nen im Hinblick auf das Ausmaß und die Intensität Die im Zuge der Bestandsanalyse ermittelten Ergebnis vorhandener Feuchtebelastungen stattfinden, um auf se sind bei der Rückbauplanung und in deren Folge dieser Grundlage baustoffspezifische Instandsetzungs bei der Ausschreibung und Vergabe der Rückbaumaß maßnahmen abzugrenzen. Für die Feuchteanalyse nahmen (BNB_BK 5.1.7) zu berücksichtigen. Folgende D 4 stehen verschiedene Untersuchungsmethoden, von der Kriterien sind somit im Zuge der Rückbaumaßnahme ersten Feuchteindikation am Objekt bis hin zu Labor zu überprüfen und zu koordinieren: methoden zur präzisen Bestimmung der Schadensur sachen, zur Verfügung. Grundsätzlich führen erhöhte ■ Planung des Rückbaus Feuchtebelastungen keinesfalls nur zu optischen Prob ■ selektiver Rückbau (unter den Voraussetzungen lemen, sondern beeinflussen das Raumklima und die in Nutzung oder nicht in Nutzung befindlicher Materialeigenschaften wie etwa die Wärmeleitfähigkeit Bestand) oder die Festigkeitseigenschaften einiger Baustoffe ■ Prüfen auf Abfalltrennung und Entsorgung negativ. Weiterhin bilden durchfeuchtete Bauteilober flächen eine sehr günstige Grundlage für sekundäre Eine frühzeitige Rückbauplanung beinhaltet dabei Schadensprozesse wie Schimmelbelastungen oder nicht nur Vorgaben aus dem Bereich der Nachhaltigkeit, Schäden durch FrostTauWechselbeanspruchung. sondern begründet sich aus einer Vielzahl rechtlicher Vorschriften wie der Baustellenverordnung. Die Baufach lichen Richtlinien Recycling 4 enthalten Vorgaben, die Umgang mit Schadsalzen bei der Planung und Durchführung von Rückbaumaß nahmen umzusetzen sind. Im Zuge typischer Schadensmechanismen bei der Durchfeuchtung von kapillar-porösen Baustoffen kommt es, sofern eine Quelle dafür vorhanden ist, nicht selten zum Eintrag gelöster Schadsalze in den Baustoff. Zu den markanten Schadsalzen zählen hier Chloride, Sulfate und Nitrate. Diese beeinträchtigen die Material- eigenschaften insoweit, dass es infolge des Kristallisa- tionsdruckes zu vor allem oberflächennahen Struktur- schäden in der Verdunstungszone kommt und dass eine erhöhte Hygroskopizität feuchtebelasteter Baustoffe wiederum zu einer dauerhaften Feuchtebelastung führt. Stark erhöhte Salzkonzentrationen führen stets zu ei- nem deutlich erhöhten Sanierungsaufwand, in wenigen Extremfällen erfordern sie den Rückbau ganzer Bauteile. Empfehlenswerte Diagnosemethoden sind einerseits die qualitative Salzanalyse und andererseits die quanti- tative Salzanalyse, in deren Ergebnis die konkrete Belas- tungsintensität und die daraus resultierenden Instand- setzungsmaßnahmen zu definieren sind.
4 BMI (2018 b)
Teil D – Bauen im Bestand 161
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4.5.2.1 Planung des Rückbaus 4.5.2.3 Prüfen auf Abfalltrennung und Entsorgung Auf Grundlage der Bestandsanalyse (siehe Kapitel 4.5.1) Im Zuge des Rückbaus ist neben dem Schutz der Men ist eine Rückbauplanung durchzuführen, in deren schen auch die kontrollierte Entsorgung der Abbruch Zusammenhang die wiederverwendbaren Bauteile und und Verpackungsmaterialien von Relevanz. Eine Kon Baustoffe sowie Schadstoffe und Altlastenkontamina trolle der korrekten Abfalltrennung ist erforderlich, D 4 tionen bestimmt werden. Die Rückbauplanung ist weshalb eine Benennung der Zuständigkeiten bei der durch entsprechend qualifiziertes Personal vor Beginn Abfalltrennung mit der Sicherstellung eines entspre des Rückbaus als Grundlage der Ausführung zu erstel chenden Berichtswesens im Sinne eines Bautagebuchs len. Als Ergebnis der Rückbauplanung entsteht ein durchgeführt werden sollte. Rückbau und Entsorgungskonzept, das unter anderem die folgenden Punkte beinhalten sollte:
■ Logistikkonzept ■ Analyse der Erschütterungsanfälligkeit ■ Berücksichtigung der Umwelt / Umfeldbelästigung ■ Konzept zum Umgang mit Bauschutt und belasteten Materialien ■ Zeitplan ■ Rückbaumethoden ■ Zuständigkeiten
BUNDESBAU Umfang und Inhalt der Rückbauplanung bei Baumaßnahmen im Bestand des Bundes sind den Arbeitshilfen Recycling zu entnehmen.
4.5.2.2 Konzept für den selektiven Rückbau Im Vergleich zu Baustellen des Neubaus oder des frei gezogenen Bestandes sind bei einem Umbau unter laufendem Betrieb besondere Vorkehrungen zu treffen, da hier auch während der Bauzeit Nutzer vor Ort sind beziehungsweise Räumlichkeiten trotz baulicher Maß nahmen weitergenutzt werden. In diesem Fall sind die Erstellung eines Rückbaukonzepts und eine Zusam menstellung der notwendigen Nutzerinformationen erforderlich. Dabei sind Maßnahmen zur Sicherstellung der störungsfreien Weiternutzung nicht betroffener Gebäudeabschnitte zu treffen und ein entsprechend abgestimmter Bauzeitenplan zu erstellen.
162 Teil D – Bauen im Bestand
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5. Nachhaltigkeitsbewertung von
Baumaßnahmen im Bestand
Bundesverfassungsgericht Karlsruhe: erste mit Silber zertifizierte Komplett- modernisierung
D 5
Der Kriteriensatz des BNBModuls Komplettmodernisie rungs oder Umbaumaßnahme entstandene Gebäude rung setzt sich aus unveränderten Neubaukriterien, mo berücksichtigt. Der Fokus der Betrachtung liegt also difizierten Neubaukriterien und spezifischen Bestands nicht nur auf den einzelnen baulichen Eingriffen. Es kriterien zusammen. Damit wird den Besonderheiten werden daher auch die im Bestandsgebäude bereits von Baumaßnahmen im Bestand Rechnung getragen. eingebrachten und dort verbleibenden Produkte und Der strukturelle Unterschied besteht in den zwei zu Bauteile bei ausgewählten Bewertungskriterien und sätzlichen Kriterien Bestandsanalyse (BNB_BK 5.1.6) und Berechnungen berücksichtigt. Dies ist beispielsweise Rückbaumaßnahmen (BNB_BK 5.1.7), die das Modul dann von Bedeutung, wenn diese für die gegenwärtige Komplettmodernisierung zusätzlich bei der Beschrei und zukünftige Nutzungsphase eine negative Wirkung bung und Bewertung der Prozessqualität aufweist. auf Menschen und Umwelt haben können oder Pro dukte und Bauteile eine negative Wirkung infolge der Mit dem Modul Komplettmodernisierung steht ein Baumaßnahme im Bestand zum Beispiel durch De ganzheitliches Bewertungssystem für Baumaßnahmen montage und Entsorgung entfalten können. im Bestand zur Verfügung, das die ökologischen, öko nomischen, soziokulturellen, funktionalen und techni Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den schen Anforderungen gleichzeitig und gleichgewichtig Planungsablauf nach HOAI beziehungsweise RBBau berücksichtigt. Über dieses Modul kann der Beitrag ei wird strukturell im Teil B dieses Leitfadens beschrieben ner Baumaßnahme im Bestand zu einer nachhaltigen und ist sinn gemäß auch auf die Modernisierung von Entwicklung transparent, messbar und überprüfbar Bestandsgebäuden anzuwenden. Gemäß der Abbildung dargestellt werden. D5 fällt der folgende Anwendungsfall in die Modernisie rungsphase: Bei einer Baumaßnahme im Bestand steht stets das gesamte Gebäude im Fokus der Betrachtung. Dies be ■ III.1 Komplettmodernisierung mit Bewertungszeit deutet, es wird jeweils das im Ergebnis der Modernisie punkt c (siehe Kapitel 5.1)
Teil D – Bauen im Bestand 163
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KRITERIENTABELLE AM BEISPIEL DER SYSTEMVARIANTE BÜRO- UND VERWALTUNGSGEBÄUDE ABBILDUNG D4
D 5
| BNB-MODUL KOMPLETTMODERNISIERUNG (VERSION 2017) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Nachhaltigkeitskriterien | Bedeutungsfaktor | Gewichtung Gesamtbewertung | |||
| ÖKOLOGISCHE QUALITÄT | 22,5% | ||||
| Wirkungen auf die globale und lokale Umwelt | |||||
| BK | 1�1�1 | Treibhauspotenzial (GWP) | 3 | 3,750% | |
| BK | 1�1�2 | Ozonschichtabbaupotenzial (ODP) | 1 | 1,250% | |
| BK | 1�1�3 | Ozonbildungspotenzial (POCP) | 1 | 1,250% | |
| BK | 1�1�4 | Versauerungspotenzial (AP) | 1 | 1,250% | |
| BK | 1�1�5 | Überdüngungspotenzial (EP) | 1 | 1,250% | |
| BK | 1�1�6 | Risiken für die lokale Umwelt | 3 | 3,750% | |
| BK | 1�1�7 | Nachhaltige Materialgewinnung / Biodiversität | 1 | 1,250% | |
| Ressourceninanspruchnahme | |||||
| BK | 1�2�1 | Primärenergiebedarf | 3 | 3,750% | |
| BN | 1�2�3 | Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen | 2 | 2,500% | |
| BK | 1�2�4 | Flächeninanspruchnahme | 2 | 2,500% | |
| ÖKONOMISCHE QUALITÄT | 22,5% | ||||
| Lebenszykluskosten | |||||
| BK | 2�1�1 | Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus | 3 | 11,250% | |
| Wirtschaftlichkeit und Wertstabilität | |||||
| BN | 2�2�1 | Flächeneffizienz | 1 | 3,750% | |
| BK | 2�2�2 | Anpassungsfähigkeit | 2 | 7,500% | |
| SOZIOKULTURELLE UND FUNKTIONALE QUALITÄT | 22,5% | ||||
| Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit | |||||
| BN | 3�1�1 | Thermischer Komfort | 3 | 2,935% | |
| BN | 3�1�3 | Innenraumlufthygiene | 3 | 2,935% | |
| BN | 3�1�4 | Akustischer Komfort | 1 | 0,978% | |
| BN | 3�1�5 | Visueller Komfort | 3 | 2,935% | |
| BN | 3�1�6 | Einflussnahmemöglichkeiten durch Nutzer | 2 | 1,957% | |
| BN | 3�1�7 | Aufenthaltsqualitäten | 1 | 0,978% | |
| BN | 3�1�8 | Sicherheit | 1 | 0,978% | |
| Funktionalität | |||||
| BN | 3�2�1 | Barrierefreiheit | 2 | 1,957% | |
| BN | 3�2�4 | Zugänglichkeit | 2 | 1,957% | |
| BN | 3�2�5 | Mobilitätsinfrastruktur | 1 | 0,978% | |
| Sicherung der Gestaltungsqualität | |||||
| BK | 3�3�1 | Gestalterische und städtebauliche Qualität | 3 | 2,935% | |
| BK | 3�3�2 | Kunst am Bau | 1 | 0,978% | |
| TECHNISCHE QUALITÄT | 22,5% | ||||
| Technische Ausführung | |||||
| BN | 4�1�1 | Schallschutz | 2 | 4,500% | |
| BK | 4�1�2 | Wärme- und Tauwasserschutz | 2 | 4,500% | |
| BN | 4�1�3 | Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit | 2 | 4,500% | |
| BN | 4�1�4 | Rückbau, Trennung und Verwertung | 2 | 4,500% | |
| BN | 4�1�5 | Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren | 1 | 2,250% | |
| BN | 4�1�6 | Bedienungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit der TGA | 1 | 2,250% | |
| PROZESSQUALITÄT | 10,0% | ||||
| Planung | |||||
| BN | 5�1�1 | Projektvorbereitung | 3 | 1,200% | |
| BN | 5�1�2 | Integrale Planung | 3 | 1,200% | |
| BN | 5�1�3 | Komplexität und Optimierung der Planung | 3 | 1,200% | |
| BN | 5�1�4 | Ausschreibung und Vergabe | 2 | 0,800% | |
| BN | 5�1�5 | Voraussetzungen für eine optimale Bewirtschaftung | 2 | 0,800% | |
| BK | 5�1�6 | Bestandsanalyse | 3 | 1,200% | |
| BK | 5�1�7 | Rückbaumaßnahmen | 1 | 0,400% | |
| Bauausführung | |||||
| BN | 5�2�1 | Baustelle / Bauprozess | 2 | 0,800% | |
| BN | 5�2�2 | Qualitätssicherung der Bauausführung | 3 | 1,200% | |
| BN | 5�2�3 | Systematische Inbetriebnahme | 3 | 1,200% | |
| STANDORTMERKMALE | |||||
| Standortmerkmale | |||||
| BN | 6�1�1 | Risiken am Mikrostandort | 2 | – | |
| BN | 6�1�2 | Verhältnisse am Mikrostandort | 2 | – | |
| BN | 6�1�3 | Quartiersmerkmale | 2 | – | |
| BN | 6�1�4 | Verkehrsanbindung | 3 | – | |
| BN | 6�1�5 | Nähe zu nutzungsrelevanten Einrichtungen | 2 | – | |
| BN | 6�1�6 | Anliegende Medien / Erschließung | 2 | – |
Quelle: BBSR
164 Teil D – Bauen im Bestand
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BEWERTUNGSZEITPUNKTE DER KOMPLETTMODERNISIERUNG ABBILDUNG D5
I Entwicklungsphase II Reguläre Betriebsphase III Anpassungsphase II Weichenstellung für nachhaltiges Reguläres Nutzen und Betreiben Grundinstandsetzung und Nutzen und Betreiben des Bestandsgebäudes Anp ass ung an neue Anforderungen
I�1 I�2 II�1 Baumaßnahme Übergang
BNB_BN BNB_BN BNB_BB
Gewährleis- tungsphase
Neubau- Neubestand maßnahme D 5
Planungs- und Nutzungsphase Bauphase
| II�1 Regulärer Betrieb | |||
|---|---|---|---|
| BNB_BB II�2 Projektvor- bereitung BNB_BK BNB_BB Altbestand | |||
| Modernisierung | Nutzungsphase |
Zeit
Projektbeginn Baufertigstel- 5 Jahre nach Ende Baufertigstel- 5 Jahre nach lung / Inbetrieb- Baufertig- Nutzungsz eit lung / Inbetrieb- Baufertig- nahme stell ung nahme stell ung
a b e e e e e c d e f
Mögliche Bewertungszeitpunkte: a Bewertung Neubaumaßnahme b Bewertung Neubestand als Neubau (Sonderlösung für Übergangsphase) c Bewertung Komplettmodernisierung d Bewertung Neubestand als Komplettmodernisierung (Sonderlösung für Übergangsphase) e Bewertung Modul Nutzen und Betreiben (Beispiele) f Sonderfall Bauwerksdiagnose ohne Bezug zu einer Maßnahme (Beispiel)
Quelle: BBSR
5�1 Nachhaltigkeitsbewertung von Betrachtungsgegenstand ist das Gebäude (mit Wechsel Komplettmodernisierungen wirkungen zum Grundstück) im realisierten Zustand Das BNBModul Komplettmodernisierung ist planungs einschließlich des geplanten Verlaufs der Nutzung. Die und baubegleitend auf Baumaßnahmen im Bestand Erläuterungen des Teils A dieses Leitfadens sind auch anzuwenden, wenn es sich bei diesen um Komplettmo für das Modul Komplettmodernisierung zu beachten. dernisierungen im Sinne der Definition dieses Leitfadens Es gelten des Weiteren auch die in der Anlage B7 des handelt (siehe Kapitel D2.2). Die Bewertungskriterien Leitfadens aufgeführten Mindesterfüllungsgrade. müssen bereits in der Phase der Projektvorbereitung (ESBau) berücksichtigt werden. Einen Überblick gibt die Abbildung D4. Mit dem Modul Komplettmoder nisierung sind ebenso wie mit dem Modul Neubau spä testens zum Zeitpunkt der Übergabe und Inbetrieb nahme Nachhaltigkeitsaspekte zu quan tifizieren und ein Gesamterfüllungsgrad zu bestimmen.
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5�2 Nachhaltigkeitsbewertung von sind vielmehr die qualitativen Anforderungen festzu Teilmodernisierungen legen, welche die Nachhaltigkeit der Maßnahme sicher Die Bestimmung eines Gesamterfüllungsgrades mit stellen. Zu diesem Zweck sind die Qualitätsstufen der dem BNBModul Komplettmodernisierung ist für Teil jeweils relevanten Kriterien des BNBSystems als modernisierungen in der Regel mit einem unverhält Orientierungswerte heranzuziehen. Die Zielvereinba nismäßigen Aufwand verbunden und muss daher auch rungstabelle wird Teil der Unterlagen der Projektvor nicht vorgenommen werden. Eine quantitative Bewer bereitung. Die Zielvereinbarung ist für den gesamten tung von Teilmodernisierungen über absolute Bench Projektverlauf bindend. marks schließt sich bei einigen Kriterien auch grundsätz D 5 lich aus, da es für diese aufgrund des großen Spektrums Dabei sind zunächst diejenigen Kriterien des Moduls unterschiedlichster Baumaßnahmen keinen derartigen Komplettmodernisierung zu identifizieren, welche Vergleichs beziehungsweise Bewertungsmaßstab ge durch die jeweilige Maßnahme beeinflusst werden kön ben kann. Es wird jedoch empfohlen, eine bereits im nen (beeinflusste Kriterien). Die Zielvereinbarung muss Vorfeld der Maßnahme bestehende BNBBewertung nur bezüglich dieser beeinflussten Kriterien erfolgen. fortzuschreiben und zu aktualisieren. In diesem Fall Die Zielvereinbarungstabelle ist durch die Bauverwal können die Ergebnisse der Kriterien ausgetauscht wer tung mit Unterstützung eines BNBNachhaltigkeits den, die von der Teilmodernisierung betroffen sind. koordinators zu erarbeiten, der eine sinngemäße Über Unabhängig von der Durchführung einer Nachhaltig tragung der betreffenden Kriterien vornimmt. Der keitsbewertung muss auch im Anschluss an Teilmoder BNBNachhaltigkeitskoordinator hat die Umsetzung nisierungen eine Anpassung der Objektdokumentation der Zielvereinbarung im Rahmen des Planungs und stattfinden. Bauprozesses in Anlehnung an die Nachweisführung des BNB zu dokumentieren. Hinsichtlich der Teilmodernisierungen gilt es sicher zustellen, dass die jeweilige Maßnahme den Anforde 5�3 Sinngemäße Anwendung rungen des nachhaltigen Bauens nachkommt. Bei Für Baumaßnahmen im Bestand, für deren Gebäude Teilmodernisierungen müssen grundsätzlich die Aus und Nutzungsart noch kein Modul Komplettmoder führungen und Anforderungen des Kapitels 4. „Spezifi nisierung existiert, kann ebenfalls nur eine sinngemäße sche Kriterien des nachhaltigen Bauens im Bestand“ Anwendung des Moduls Komplettmodernisierung beachtet und erfüllt werden. Darüber hinaus sind alle vorgenommen werden. Näheres regelt eine gesonderte für die Teilmodernisierung notwendigen Leistungen Arbeitshilfe. grundsätzlich nachhaltig zu beschaffen. Als Hilfsinstru ment steht hierfür der Kompass Nachhaltigkeit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammen arbeit5 zur Verfügung.
Über diese Anforderungen hinausgehend ist bei Teil modernisierungen – in Abhängigkeit der bestehenden Erlasslage im Bundesbau – eine sinngemäße Anwen dung der relevanten Kriterien des jeweils vorhandenen Moduls Komplettmodernisierung durchzuführen. In Anlehnung an die Anlage B1 des Leitfadens Nachhal tiges Bauen ist zu diesem Zweck eine Zielvereinbarungs tabelle aufzustellen, wobei weder der Gesamterfüllungs grad noch Teilerfüllungsgrade zu bestimmen sind. Es
5 www.oeffentlichebeschaffung.kompass-nachhaltigkeit.de
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Glossar
abiotische Ressourcen: Wirkungskategorie, die die Instandsetzung: Instandsetzungsmaßnahmen sind Reduktion des globalen Bestandes an Rohstoffen, resul entsprechend HOAI Maßnahmen zur Wiederherstel tierend aus der Entnahme nicht erneuerbarer und nicht lung des zum bestimmungsgemäßen Gebrauch geeig belebter (=abiotischer) Ressourcen, beispielsweise mine neten Zustandes (SollZustandes) eines Gebäudes, ralische Rohstoffe, fossile Energieträger, beschreibt Gebäudeteils, Bauteils oder einer Anlage.
Bundesbauverwaltung: BBR und die für den Bund Lebenszyklus / Lebensweg: nach DIN 14040 aufeinander tätigen Länderbauverwaltungen folgende und miteinander verbundene Stufen eines Produktsystems (Zusammenstellung von Prozess Diskontierung: Abzinsung; diese Methode der Zinses modulen) von der Rohstoffgewinnung oder Rohstoff zinsrechnung dient der Ermittlung des Anfangskapitals erzeugung bis zur endgültigen Beseitigung (wenn Endkapital, Zinssatz und Laufzeit bekannt sind) Mikroklima: Klima einer bodennahen atmosphärischen Endenergie: die dem Endnutzer zur Verfügung stehende Schichtung bis zu einer Höhe von etwa 2 Metern, in Energiemenge (zum Beispiel Heizöl), die sich aus der der Horizontalen bezogen auf Areale bis 100 Meter Er Nutzenergie (die vom Endnutzer benötigte Energie, streckung zum Beispiel Heizwärme) zuzüglich Verlusten bei Um wandlung, Verteilung und Übergabe ergibt Modernisierung: entsprechend HOAI bauliche Maß nahmen zur nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchs Heiz beziehungsweise Kühlperiode: nach DIN 13790 wertes eines Gebäudes, soweit es sich nicht um Erwei Periode des Jahres, während der ein signifikanter terungs, Umbau oder Instandsetzungsmaßnahmen Heizwärme beziehungsweise Kühlbedarf besteht handelt
Heizwärmebedarf: nach DIN 41082 rechnerisch er Nutzungsdauer: nach DIN 18960 Übergabe und Opti mittelte Wärmeeinträge über ein Heizsystem, die zur mierungsphase, Betriebsphase, Modernisierungsphase Aufrecht erhaltung einer bestimmten mittleren Raum und Rückgabephase bis zum Beginn der Beseitigungs temperatur in einem Gebäude oder in einer Zone eines phase Gebäudes benötigt werden – auch als NettoHeizenergie bedarf bezeichnet Primärenergiebedarf: nach DIN 41086 Energiemenge, die zur Deckung des JahresHeizenergiebedarfs und Inspektion: nach DIN 31051 Maßnahme zur Feststel des Warmwasserbedarfs (Trinkwasserwärmebedarf) lung und Beurteilung des IstZustandes einer Be benötigt wird, unter Berücksichtigung der zusätzlichen trachtungse inheit einschließlich der Bestimmung der Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten Ursachen der Abnutzung und des Ableitens der not außerhalb der Systemgrenze Gebäude bei der Gewin wendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung nung, Umwandlung und Verteilung der jeweils einge setzten Brennstoffe entsteht Instandhaltung: Hierzu gehören nach RBBau, Teil C, alle konsumtiven Maßnahmen, die der Erhaltung der Qualitätssicherung: Bezeichnung für die organisatori baulichen Anlagen, einschließlich der technischen schen und technischen Maßnahmen zur Gewährleistung Gebäudeausrüstung und der Außenanlagen dienen einer den vorgegebenen Anforderungen entsprechen (Instandhaltung). Wartungs und Inspektionsleistungen den Konzept und Ausführungsqualität. Qualitätssiche sind ebenso wenig Teil der Bauunterhaltung wie die rung umfasst die Qualitätsplanung (Auswahl der Quali Herrichtung, die durch eine neue Zweckbestimmung tätsmerkmale für ein Produkt), Qualitätssteuerung erforderlich wird (vergleiche Abschnitt C RBBau). (Vorgabe der geplanten Ausführungsanforderungen sowie deren Überwachung und eventuelle Korrektur) und Qualitätskontrolle.
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Bildnachweise
Raumkonditionierung: Beheizung, Kühlung, Be und Titelseite: qatsi.tv GmbH & Co.KG Entlüftung, Befeuchtung, Beleuchtung und Trink Seite 4: BMU / Harald Franzen Seite 5: Bernadette Grimmenstein Photography warmwasserversorgung unter Einsatz von Energie zur Seite 10 oben: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe Ausbildung bestimmter Bedingungen in Räumen Seite 10 unten: andreas meichsner photography Seite 12: BBSR Sonneneintragskennwert: nach DIN 41082 rechnerisch Seite 13: Christoph Gebler, Hamburg ermittelte Anforderungsgröße zur Bewertung des Seite 20: Reinhard Görner, www.goernerfoto.de Seite 22 unten: BBSR SonnenenergieEintrags von transparenten Außenbau Seite 26 oben: BBSR teilen im Hinblick auf die Vermeidung von Überhitzung Seite 26 unten: BBSR im Sommer Seite 27: BBSR Seite 30: andreas meichsner photography Stoffstrom: nach VDI 4091 eine durch Gewinnung, Seite 39: BBSR Seite 42: Stefan Lippert / Architekt Verarbeitung, Ge / Verbrauch und Entsorgung (Verwer Seite 49: léonwohlhage Architekten, Berlin tung / Beseitigung) von Roh, Hilfs und Betriebsstoffen, Seite 51: Horst Krüger | Dipl.Ing. Architekt – Architektonische Energie, Produkten und Abfällen hervorgerufene Stoff Fotografie und Materialbewegung von einem Ort A zu einem Ort B Seite 52: LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla Seite 55: andreas meichsner photography Seite 59 oben: BBSR Strahlungstemperaturasymmetrie: nach DIN 7730 eine Seite 59 unten: BBSR beispielsweise durch warme Decken oder kalte Wände Seite 61: Bernadette Grimmenstein Photography (Fenster) ver ursachte asymmetrische Strahlung, die von Seite 62: BBSR Seite 66 links: BMU (ZEBAU GmbH) Menschen als unangenehm empfunden wird Seite 66 rechts: andreas meichsner photography Seite 69: BBSR Verbesserung: nach DIN 31051 Kombination aller tech Seite 71: BBSR nischen und administrativen Maßnahmen sowie Maß Seite 73 links: Anderhalten Architekten Gesellschaft von Architekten mbH nahmen des Managements zur Steigerung der Funkti Seite 73 rechts: qatsi.tv GmbH & Co.KG onssicherheit einer Betrachtungseinheit, ohne die von Seite 75: BBSR ihr geforderte Funktion zu ändern Seite 79 links: BBSR Seite 79 rechts: BBSR Seite 81: BBSR Wartung: nach DIN 31051 Maßnahmen zur Verzöge Seite 87: BBSR rung des vorhandenen Abnutzungsvorrats Seite 89: Thomas Lewandovski, Architekturphotographie Seite 93: Florian Profitlich Zertifizierung: Eine Zertifizierung unterscheidet sich Seite 103: BBSR gegenüber der grundsätzlichen beziehungsweise sinn Seite 105: Jan Bitter Fotografie Seite 119: BBSR gemäßen Anwendung des Bewertungssystems Nach Seite 131: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe haltiges Bauen ohne Zertifizierung dahingehend, dass Seite 133 links: Florian Profitlich im Rahmen der Zertifizierung eine abschließende Seite 133 rechts: Florian Profitlich Überprüfung aller Einzelqualitäten verbunden mit der Seite 136: Florian Profitlich Seite 138: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe Ermittlung des Gesamterfüllungsgrades und einer Seite 139: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe Gesamtnote erfolgt. Die erreichte Gesamtqualität wird Seite 150: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe durch ein BNBZertifikat bestätigt. Seite 151: Florian Profitlich Seite 153: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe Seite 157: Florian Profitlich Seite 163: bild_raum, Stephan Baumann, Karlsruhe
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Quellenverzeichnis
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170 Anhang
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DIN EN ISO 14044: 200610: Umweltmanagement – Ökobilanz – Anforderungen und Anleitungen
Anhang 171
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Lützkendorf, Thomas (2007): Nachhaltigkeitsmanagement, in: VDI 20671: 201209: Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Managementleistungen im Lebenszyklus von Immobilien, Anlagen – Grundlagen und Kostenberechnung Hrsg.: Viering, Kochendörfer, Liebchen; Vieweg & TeubnerVerlag, 01/2007, S. 365–391 VOB/A (2012): Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Teil A: Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (2002): Perspektiven für Bauleistungen, 2012 Deutschland – Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Presse und Informationsdienst der Bundesregierung, 2002
NRW (2007): Leitfaden Public Private Partnership – Wirtschaft lichkeitsuntersuchungen bei PPPProjekten, erstellt unter der Federführung des Landes NordrheinWestfalen durch die länder offene Arbeitsgruppe zum gleichen Thema (im Auftrag der FMK) gemeinsam mit der gleichnamigen BundesArbeitsgruppe, 2007
Pfarr, Karlheinz (1984): Grundlagen der Bauwirtschaft, Essen 1984, S. 151–153
REACHVerordnung (2018): Verordnung der Kommission zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulas sung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACHVerordnung / REACH: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), in Kraft getreten am 01.06.2007, zuletzt geändert am 10.10.2018
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Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung (2012): Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit, Beschluss vom 6. Dezem ber 2010
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UBA (2008): Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäu den – Erarbeitet von der InnenraumlufthygieneKommission des Umweltbundesamtes, Hrsg.: Umweltbundesamt (UBA), 08/2008
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Abkürzungsverzeichnis
AMEV Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik ImmoWertV Immobilienwertermittlungsverordnung staatlicher und kommunaler Verwaltungen INKA Instrument für Nutzerbefragungen zum AP Acidification Potential Komfort am Arbeitsplatz (Versauerungspotenzial) KG Kostengruppe ASR Technische Regeln für Arbeitsstätten KrW-/AbfG Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz BauGB Baugesetzbuch LAK Liegenschaftsbezogenes BauNVO Baunutzungsverordnung Abwasserentsorgungskonzept BBR Bundesamt für Bauwesen und LCA Life Cycle Assessment (Ökobilanz) Raumordnung LCC Life Cycle Costs (Lebenszykluskosten) BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und NRF Netto-Raumfläche Raumforschung ODP Ozone Depletion Potential BFR GBestand Baufachliche Richtlinien (Ozonschichtabbaupotenzial) Gebäudebestandsdokumentation OTI Oberste Technische Instanz BFR Verm Baufachliche Richtlinien Vermessung PEe Primärenergiebedarf erneuerbar BGF Bruttogrundfläche PEne Primärenergiebedarf nicht erneuerbar BGG Behindertengleichstellungsgesetz PLAKODA Planungs- und Kostendaten der Zentral- BHO Bundeshaushaltsordnung stelle für Bedarfsbemessung und BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz wirtschaftliches Bauen des Landes BMF Bundesministerium der Finanzen Baden-Württemberg BMI Bundesministerium des Innern, für Bau POCP Photochemical Oxidant Creation Potential und Heimat (bodennahes Ozonbildungspotenzial) BMU Bundesministerium für Umwelt, POE Post Occupancy Evaluation Naturschutz und nukleare Sicherheit PPP Public Private Partnership BMVBS Bundesministerium für Verkehr, Bau und RBBau Richtlinien für die Durchführung von Stadtentwicklung Bauaufgaben des Bundes BMVg Bundesministerium der Verteidigung RLT Raumlufttechnik BNB Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen RPW 2013 Richtlinie für Planungswettbewerbe 2013 CAFM Computer-Aided-Facility-Management RÜV Richtlinie für die Überwachung der CO Kohlenstoffdioxid V erkehrssicherheit von baulichen Anlagen 2 DGNB Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges des Bundes Bauen SiGe-Plan Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan DIN Deutsches Institut für Normung e. V. SLA Service Level Agreements EEWärmeG Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz SNAP Systematik für Nachhaltigkeitsanforde- EMIS Energie- und Medieninformationssystem rungen in Planungswettbewerben des Bundes und der Länder TGA Technische Gebäudeausrüstung EnEV Energieeinsparverordnung THG Treibhausgas EP Eutrophication Potential TRGS Technische Regeln für Gefahrstoffe (Überdüngungspotenzial) UBA Umweltbundesamt EPD Environmental Product Declaration VDI Verein Deutscher Ingenieure (Umweltproduktdeklaration) VOB Vergabe- und Vertragsordnung für ES-Bau Entscheidungsunterlage – Bau Bauleistungen EW-Bau Entwurfsunterlage – Bau VOC Volatile Organic Compounds (flüchtige GED Gemeinschaft Energielabel Deutschland o rganische Verbindungen) GEMIS Globales Emissions-Modell Integrierter WECOBIS Webbasiertes ökologisches Systeme Baustoffinformationssystem GWP Global Warming Potential WertR Richtlinien für die Ermittlung der Verkehrs- (Treibhausgaspotenzial) werte (Marktwerte) von Grundstücken HOAI Honorarordnung für Architekten und ZBau Baufachliche Ergänzungsbestimmungen Ingenieure
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Anlagenübersicht
B1 Zielvereinbarungstabellen B1�1 Zielvereinbarungstabelle Neubau B1�2 Zielvereinbarungstabelle Komplettmodernisierung B2 Kriterien nach BNB in den Phasen der RBBau (jeweils unterschieden nach Neubau beziehungsweise Komplettmodernisierung mit / ohne Denkmal eigenschaften) B2�1 Übersicht zu den zu beachtenden Kriterien in den Phasen der RBBau B2�2 Nachweisanforderungen in der Phase der ES-Bau B2�3 Nachweisanforderungen in der Phase der EW-Bau B3 Pre-Check (Muster) B4 Energetisches Pflichtenheft (Muster) B5 Bericht zur Bewertung der Nachhaltigkeit (Muster) B6 Nachhaltigkeitsanforderungen in Planungswett bewerben B7 Mindesterfüllungsgrade Bundesbauten B8 Gesundheit
C1 Mindestanforderungen und Empfehlungen für das Nutzen und Betreiben C2 Muster-Erfassungsbogen zu Betriebs- und Instandsetzungskosten mit Mindestdetaillierungsgrad C3 Kriterientabelle für Maßnahmen des Bauunterhalts (Checkliste Qualitätssicherung) C4 Nachhaltigkeitsbericht des Betreibers (Checkliste) C5 Bewertungstabelle BNB-Modul Nutzen und Betreiben C6 Kriterientabelle BNB-Übergangsmodul Neubestand C7 Zielvereinbarungstabelle Nutzen und Betreiben
D1 Kriterientabelle BNB-Modul Komplettmoder nisierung D2 Bewertungstabelle BNB-Modul Komplettmo dernisierung
Die Anlagen stehen im Informationsportal www�nachhaltigesbauen�de unter der Rubrik „Leitfäden und Arbeitshilfen“ zum Abruf zur Verfügung�
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Impressum
Herausgeber Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), AltMoabit 140 ⋅ 10557 Berlin Internet: www.bmi.bund.de
Redaktion Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Referat II 5 – Nachhaltiges Bauen EMail: nachhaltigesbauen@bbr.bund.de ⋅ Internet: www.bbsr.bund.de
Gestaltung Janet Wagner Gestaltung, Berlin
Druck Druckerei Conrad, Berlin
Bildnachweise Siehe Seite 169.
Stand Januar 2019
- aktualisierte Auflage 500 Exemplare
Bestellung dieser Publikation Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung (BBSR) Referat II 5 Nachhaltiges Bauen EMail: nachhaltigesbauen@bbr.bund.de ⋅ Internet: www.nachhaltigesbauen.de
Hinweis Diese Publikation ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Gedruckt auf Recyclingpapier.
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