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Neubau Hochwasserrückhaltebecken
Kleine Striegis
- Hydraulische Bemessung der
Grundwasserabsenkung -
Dresden, am 15.07.2026
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Neubau Hochwasserrückhaltebecken
Kleine Striegis
- Hydraulische Bemessung der
Grundwasserabsenkung -
Auftraggeber: Stadtverwaltung Hainichen 09661 Hainichen, Markt 1
Auftragnehmer: Ingenieurbüro für Wasser und Boden GmbH Geschäftsstelle Dresden 01219 Dresden, Wasastraße 15
IWB-Projektnummer: 25086
Bearbeiter: Andre Jurides
Dresden, am 15.07.2026
M. Kritzner S. Seemüller Geschäftsführer interner Prüfvermerk
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Inhaltsverzeichnis
Erläuterungsbericht Seite 1 Veranlassung .......................................................................................................... 1
2 Wasserrechtliches Erlaubnisverfahren ................................................................. 2
3 Planungsgrundlagen .............................................................................................. 2
4 Planungsrandbedingungen .................................................................................... 3
4.1 Baugrube .................................................................................................................. 3
4.2 Absenkziel ................................................................................................................ 3
4.3 Baugrundverhältnisse ............................................................................................... 4
4.4 Grundwasserverhältnisse ......................................................................................... 5
4.5 Durchlässigkeitsbeiwert ............................................................................................ 5
4.6 Dauer der Trockenhaltung der Baugrube .................................................................. 5
5 Bemessung Grundwasserabsenkung (GWA) Durchlassbauwerk ....................... 6
5.1 Verwendete Software ............................................................................................... 6
5.2 Ergebnisse ............................................................................................................... 6
5.3 Absenktrichter, Absenkziel, Absenkzeit .................................................................... 7
5.4 Empfehlungen für die Bauausführung ....................................................................... 7
5.5 Einleitung des Grundwassers ................................................................................... 8
5.6 Grundwasserbeschaffenheit ..................................................................................... 8
5.7 Auswirkungen ........................................................................................................... 9 5.7.1 Darstellung der Auswirkungen auf den Naturhaushalt ....................................... 9 5.7.2 Einschätzung sonstiger Auswirkungen ............................................................ 10
5.8 Maßnahmen ........................................................................................................... 10 5.8.1 Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung oder zum Ausgleich von Beeinträchtigungen ......................................................................................... 10 5.8.2 Maßnahmen zur Überwachung der Grundwasserstände, der Grundwasserbeschaffenheit und der Einleitungsmengen ................................ 10
6 Bemessung Grundwasserabsenkung (GWA) Brückenbauwerk ........................ 11
6.1 Planungsrandbedingungen ..................................................................................... 11
6.2 Empfehlungen für die Bauausführung ..................................................................... 12
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Anlagenverzeichnis
Teil 1: Baugrube Durchlassbauwerk
1 Baugrundmodell .................................................................................................... 1 Blatt
2.1 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 326.50_Absenkziel 324.05 ....................... 7 Blatt
2.2 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 327.00_Absenkziel 324.05 ....................... 7 Blatt
2.3 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 327.50_Absenkziel 324.05_Stufe 1 .......... 7 Blatt
2.4 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 327.50_Absenkziel 325.50_Stufe 2 .......... 7 Blatt
2.5 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 327.50_Absenkziel 326.50_Stufe 3 .......... 7 Blatt
3 Ergebnistabelle ..................................................................................................... 1 Blatt
4 Hydroisohypsenplan ............................................................................................. 1 : 500
Teil 2: Baugrube Brückenbauwerk
5 Ergebnisausdruck DC-Absenkung GW 324.90_Absenkziel 323.50 ....................... 6 Blatt
25086_GWA_Bericht.docx 15.07.2026
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Lageplanauszug Baugrube Durchlassbauwerk ................................................ 1
Abbildung 2 Talquerschnitt durch die Baugrube .................................................................. 3
Abbildung 3 Längsschnitt durch die Baugrube..................................................................... 3
Abbildung 4 Geologischer Schnitt durch die Dammachse /1/ .............................................. 4
Abbildung 5 Baugrubenpolygon (Auszug aus Programm DC-Absenkung) .......................... 6
Abbildung 6 Auszug aus dem Hydroisohypsenplan (südwestliches Baufeld) ....................... 9
Abbildung 7 Auszug aus dem Hydroisohypsenplan (nordöstliches Baufeld) ........................ 9
Abbildung 8 Baugrubenpolygone der Brückenwiderlager (Auszug aus Programm DC- Absenkung) ................................................................................................... 11
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Analyseparameter Grundwasserproben........................................................... 8
Abkürzungsverzeichnis
DGM Digitales Geländemodell
GWA Grundwasserabsenkung
BGS Baugrubensohle
GOK Geländeoberkante
UWB Untere Wasserbehörde
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Teil 1: Baugrube Durchlassbauwerk
1 Veranlassung
Die Große Kreisstadt Hainichen plant die Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens an der Kleinen Striegis südlich der Ortslage Berthelsdorf. Das Hochwasserrückhaltebecken ist als Steinschüttdamm mit einer geneigten Innendichtung geplant. Der Durchlass wird als Massivbauwerk aus Stahlbeton errichtet. Die Landesdirektion Sachsen hat den Plan mit Planfeststellungsbeschluss vom 17.12.2024 festgestellt /2/.
Für die Errichtung des geplanten Durchlassbauwerkes ist eine 1.610 m² große Baugrube mit einer Aushubtiefe von 3,55 bis 3,75 m u. GOK erforderlich. Die allseits geböschte Baugrube ist in Abbildung 1 dargestellt. Die von einem idealen Rechteck leicht abweichende polygonale Form ergibt sich aus einer DGM-Analyse. Als bauzeitliche Wasserhaltung ist eine Grundwasserabsenkung (GWA) sowie eine temporäre Gewässerumleitung der Kleinen Striegis geplant. Die Gewässerumleitung ist nicht Gegenstand dieser Unterlage und bereits planfestgestellt.
Abbildung 1 Lageplanauszug Baugrube Durchlassbauwerk
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2 Wasserrechtliches Erlaubnisverfahren
Bei der bauzeitlichen Grundwasserabsenkung (GWA) handelt es sich um Benutzungen im Sinne des § 9 Abs. 1 Ziffer 5, Abs. 2 Ziffer 1 WHG, für das i.d.R. durch die untere Wasserbehörde (UWB) gem. § 8 Abs. 1 WHG ein Erlaubnisverfahren einzuleiten ist.
Gemäß Pkt. 2.2b der Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschluss vom 17.12.2024 für den Gewässer- und Hochwasserschutz sind die Unterlagen im vorliegenden Fall der Landesdirektion Sachsen vorzulegen.
„Die Detailunterlagen für die bauzeitlichen Grundwasserhaltungsmaßnahmen zum Trockenhalten der Baugrube(n) sind der oberen Wasserbehörde der Landesdirektion Sachsen (Referate 42 und 47) spätestens einen Monat vor dem geplanten Beginn zu übergeben. Die Unterlagen müssen folgenden Angaben enthalten:
• Art und Dauer der geplanten Bauwasserhaltung,
• Angabe der Entnahmemengen, Absenkziel in der Baugrube,
• Art der Ableitung des geförderten Grundwassers, Darstellung der Einleitstellen,
• Beschreibung der Maßnahmen zum Rückhalt von absetzbaren Stoffen vor Einleitung des Grundwassers in ein Gewässer,
• bei geplantem Verbau: Art des Baugrubenverbaus, ggf. Grundriss und Querschnitt des Verbaus,
• Überwachungsmaßnahmen bzw. Eigenkontrollen zur ordnungsgemäßen Funktionsfähigkeit sowie der absenkungsbedingten Auswirkungen der Grundwasserhaltung.
Das Ende der bauzeitlichen Grundwasserhaltungsmaßnahmen ist der oberen Wasserbehörde der Landesdirektion Sachsen (Referate 42 und 47) anzuzeigen.“
3 Planungsgrundlagen
/1/ Geotechnischer Bericht - Stufe Hauptuntersuchung nach DIN EN 1997-2 analytec Dr. Steinhau - Ingenieurgesellschaft für Baugrund, Geophysik und Umweltengineering mbH, Chemnitz, 15.09.2016
/2/ Planfeststellungsbeschluss, Neubau Hochwasserrückhaltebecken an der Kleinen Striegis in Hainichen, Landesdirektion Sachsen, Chemnitz, 17.12.2024
/3/ Ergebnisbericht Baugrund- und Abfalluntersuchung Brücke Wirtschaftsweg – Kleine Striegis Fluss-km 14+395, Ingenieurbüro Eckert GmbH, Chemnitz, 20.11.2025
/4/ Neubau Hochwasserrückhaltebecken Kleine Striegis, Ausführungsplanung (LESEFASSUNG), Ingenieurbüro für Wasser und Boden GmbH, Dresden, 20.02.2026
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4 Planungsrandbedingungen
4.1 Baugrube
Einen Auszug aus dem Talquerschnitt A-A durch die Baugrube zeigt Abbildung 2.
GOK = 328,10…328,30 m NHN
BGS = 324,55 m NHN
Abbildung 2 Talquerschnitt durch die Baugrube
Für die Baugrube gelten folgende Randbedingungen:
• Geländeoberkante (GOK) ca. 328,10…328,30 m NHN
• Gewässersohle ca. 326,50 m NHN
• Baugrubensohle (BGS1) 324,55 m NHN
• Grabensohle (BGS2) 323,50 m NHN
• Baugrubentiefe 3,55…3,75 m u. GOK
Im Bereich der Anbindung der vertikalen Sickerwegverlängerung ist ein etwas tiefer liegender Einbindegraben mit einer Grabensohle bei 323,50 m NHN geplant (vgl. Abbildung 3).
BGS = 324,55 m NHN
BGS = 323,50 m NHN
Abbildung 3 Längsschnitt durch die Baugrube
4.2 Absenkziel
Für die Grundwasserabsenkung ist ein Absenkziel von 324,05 m NHN zu erreichen. Dieses ist für die Trockenhaltung der Baugrube als ausreichend zu bewerten. Größere Absenktiefen wären zwar möglich, sind aber im Verhältnis zum Nutzen als unwirtschaftlich zu bewerten, da die gesamte Wasserhaltungsanlage dann größer dimensioniert werden müsste. Die bauzeitliche Trockenhaltung des Einbindegrabens soll mit einer offenen Wasserhaltung ergänzt werden.
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4.3 Baugrundverhältnisse
Im Baubereich ist mit kleinräumig rasch wechselnden Untergrundverhältnissen zu rechnen. So sind auf engem Raum sowohl Hochlagen des mäßig verwitterten Festgesteins als auch Zonen von tiefgründig verwitterten und tektonisch intensiv beanspruchten Sedimentgesteinen zu erwarten. Oberhalb der wechselnd stark verwitterten Festgesteine und deren hangender Zersatzzone mit Lockergesteinseigenschaften ist eine quartäre Sedimentbedeckung vorhanden, wobei es sich im Talbereich i.a. um die typische Abfolge von Flusssedimenten (Flusskies, Flusssand und Auelehm) und in den angrenzenden Hangbereichen um meist gemischtkörnige Hangablagerungen handelt. Bereichsweise wurden außerdem i.d.R. nur (sehr) geringmächtige Lößlehmablagerungen als oberste Bodenschicht unterhalb der im geplanten Baufeld nahezu durchgängig vorhandenen rezenten Mutterbodenbedeckung aufgeschlossen.
Ab ca. 2 bis 4 m unter der Geländeoberkante setzen im Standortbereich die ca. 2 bis 6 m mächtigen Zersatzböden der Festgesteine ein. Darunter folgen die abschnittsweise u.a. in Abhängigkeit vom Ausgangsgestein sehr unterschiedlich intensiv verwitterten Sedimentgesteine. Tendenziell ist von einer Abnahme des Verwitterungsgrades mit der Tiefe auszugehen, wobei diese im Standortbereich keinesfalls gleichmäßig zu erwarten ist. Es treten vielmehr in Störungszonen tiefreichend stark verwitterte Abschnitte auf, an die sich Aufragungen deutlich weniger verwitterungsbeeinflusster Gesteine anschließen. Abbildung 4 enthält einen geologischen Schnitt entlang der geplanten Dammachse, der die beschriebenen Baugrundverhältnisse unter dem geplanten Dammbauwerk veranschaulicht.
Abbildung 4 Geologischer Schnitt durch die Dammachse /1/
Das für die Modellierung verwendete Baugrundmodell ist in Anlage 1 enthalten.
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4.4 Grundwasserverhältnisse
Die hydrogeologischen Verhältnisse sind in der Talaue der Kleine Striegis durch die Existenz von zwei Grundwasserstockwerken gekennzeichnet /1/.
Der erste Grundwasserleiter ist der quartäre Talgrundwasserleiter – ein typischer Porengrundwasserleiter /1/. Der zweite (nichtquartäre) Grundwasserleiter wird von den Sandsteinschichten und den Fanglomeraten der Härtensdorf-Formation des Rotliegend sowie der Kluftgrundwasserführung in den geologischen Störungsbereichen der Hainichen- Formation des Viséums gebildet /1/. Für die Bemessung der Grundwasserabsenkungsanlage (GWA) ist der quartäre Talgrundwasserleiter maßgebend.
Die Baugrunduntersuchung /1/ erkundete folgende Grundwasserstände:
• GW am 25.05.2026: 327,48 m NHN (BS 5/2016)
• GW am 24.06.2016: 326,62 m NHN (BK 2/2016)
Im Rahmen der 2016 durchgeführten Baugrunderkundung /1/ stellte sich der Ruhewasserspiegel in der Talaue bei den geotechnischen Aufschlüssen in etwa bei 1,00 bis 2,50 m u. GOK ein. Es handelt sich demzufolge um einen korrespondierenden quartären Grundwasserhorizont, dessen Wasser je nach dem Anschnittniveau der gut wasserleitenden Sand- bzw. Kieslagen mehr oder weniger gespannt unter den bereichsweise auftretenden Lehmdeckschichten vorliegt /1/.
Die Kleine Striegis stellt den lokalen Vorfluter für den quartär angelegten Talgrundwasserleiter dar, wobei abhängig vom Grundwasserstand eine Infiltration in die Kleine Striegis oder eine Exfiltration in den Talgrundwasserleiter auftreten kann /1/. Der örtliche Grundwasserstand wurde in der Baugrundaufschlüssen jeweils oberflächennah, d.h. bei häufig etwa 1 m unter GOK festgestellt /1/. Der bauzeitliche Bemessungswasserstand ist prinzipiell den maßgebenden Wasserständen des Vorfluters / Bachlaufes gleichzusetzen und sollte mind. ca. 0,5 m über den aktuell gemessenen Wasserständen angesetzt werden /1/.
4.5 Durchlässigkeitsbeiwert
Zur Feststellung der Wasserdurchlässigkeit des quartär angelegten Grundwasserleiters wurde am 05.08.2016 ein Pumpversuch in der zur Grundwassermessstelle GWM 3 ausgebauten BK 4 durchgeführt. Die GWM 3 wurde zwischen 2 m und 4 m u. GOK im Talgrundwasserleiter verfiltert, wobei der wassererfüllte untere Teil des Flusskieses und der Verwitterungszersatz des Rotliegend mit 4“-Filterrohr ausgebaut wurden. Das Pumpversuchsprotokoll ist als Anlage A 9 des Baugrundgutachtens /1/ zu finden.
Der aus dem Pumpversuch für den quartär angelegten Talgrundwasserleiter abzuleitende mittlere Durchlässigkeitsbeiwert beträgt k = 2,55 ∙ 10-5 m/s. f
4.6 Dauer der Trockenhaltung der Baugrube
Für die geplanten Massivbauarbeiten wurde in der Ausführungsplanung eine vorläufige Dauer von 160 Tagen = 32 Wochen ermittelt. Die Dauer der Trockenhaltung der Baugrube soll äquivalent dazu angenommen werden. Die Zeitspanne für das Einrichten und Absenken und Wiederansteigen des Grundwasserspiegels ist darin noch nicht inkludiert.
Für die Dauer der Grundwasserabsenkung werden 8 Monate angesetzt.
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5 Bemessung Grundwasserabsenkung (GWA) Durchlassbauwerk
5.1 Verwendete Software
Im Rahmen der Bemessung erfolgte die Berechnung mit DC-Absenkung. Das Programm ist eine spezialisierte Softwarelösung für die geohydraulische Berechnung von Grundwasserabsenkungen im Tief- und Grundbau. Das Programm berechnet und optimiert Mehrbrunnenanlagen (offene Wasserhaltung, Schwerkraftbrunnen, Vakuumanlagen) sowie die daraus resultierenden Absenktrichter für Baugruben. Die methodischen Berechnungsansätze basieren auf etablierten hydrogeologischen Grundlagen (z. B. nach Herth/Arndts) für stationäre Zustände. Die Anwendung bietet grafische Auswertungen in Form von Hydroisohypsen und Schnitte durch das Baufeld.
5 3
46
Abbildung 5 Baugrubenpolygon (Auszug aus Programm DC-Absenkung)
Für die GWA kommt eine Schwerkraftentwässerung zum Einsatz. Das Wasser fließt allein durch die Schwerkraft zum Brunnen und wird dort von einer Unterwassermotorpumpe gefördert. Die Schwerkraftentwässerung ist ideal für gut durchlässige Böden wie Kiese und Sande. Die Einbautiefe ist nahezu unbegrenzt, da die Pumpe direkt im Wasser am Grund des Brunnens sitzt. Anwendungsgrenzen bestehen in feinkörnigen Böden (Schluff, Feinsand), da die Schwerkraft dort nicht ausreicht, um das Wasser aus den Poren zu lösen. Es wird eine geböschte Baugrube ohne wasserdichte Baugrubenumschließung berechnet. Die Anordnung der Schwerkraftbrunnen erfolgt 1,00 m außerhalb der Baugrube (vgl. Abbildung 5).
5.2 Ergebnisse
Für die Grundwasserabsenkung wurden folgende spezifische Förderraten berechnet:
• günstiges Szenario (GW = 326,50 m NHN): 2,7 l/s = 9,88 m³/h = 236 m³/d
• ungünstiges Szenario (GW = 327,50 m NHN): 3,3 l/s = 11,85 m³/h = 284 m³/d
Die Ergebnisausdrucke aus DC-Absenkung sind in Anlage 2 enthalten.
Alle Berechnungsergebnisse sind zudem in Anlage 3 tabellarisch zusammengestellt.
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5.3 Absenktrichter, Absenkziel, Absenkzeit
Das planmäßige Absenkziel beträgt 324,05 m NHN bzw. 4,25 m u. GOK.
In Abstimmung mit dem AG erfolgt eine Optimierung der Betriebsdauer und Absenkziele durch stufenweise Außerbetriebnahme der Wasserhaltung und stufenweise Wiederanstieg, um Betriebskosten zu senken:
• Initialphase (ca. 14 Tage): vollständige GW-Absenkung bis auf Absenkziel der Stufe 1
• Stufe 1 (ca. 63 Tage): Absenkziel 324,05 m NHN = 4,25 m u. GOK (Gründungssohle)
• Stufe 2 (ca. 147 Tage): Absenkziel 325,50 m NHN = 2,80 m u. GOK (-0,20 m u. OK Bodenplatte)
• Stufe 3 (ca. 10 Tage): Absenkziel 326,50 m NHN = 1,80 m u. GOK (Niveau Gewässersohle)
• Abschlussphase (ca. 7 Tage): vollständiger GW-Wiederanstieg bis auf natürliche Verhältnisse Die Dauer zur Erreichung des planmäßigen Absenkziels beträgt je nach tatsächlicher Bodenbeschaffenheit und anstehenden Grundwasserverhältnisse bis zu 14 Tage.
Die Größe des Absenktrichters beträgt maximal 66 m.
Die Hydroisohypsen sind in Anlage 4 dargestellt.
5.4 Empfehlungen für die Bauausführung
Zur bauzeitlichen Trockenhaltung kommt eine geschlossene Wasserhaltung mit Schwerkraftbrunnen (Ausbaudurchmesser von DN 400) zum Einsatz. Für das Vorhaben sind Schwerkraftbrunnen (Tiefbrunnen) prinzipiell besser geeignet als Vakuumlanzen. Der größere Durchmesser reduziert die Eintrittsgeschwindigkeit am Filterrohr, was das Risiko von Verockerung oder Sandführung minimiert. Dadurch ergibt sich über die Bauzeit eine deutlich stabilere und wartungsärmere Wasserhaltung. Zudem ermöglicht dieser Durchmesser den Einsatz leistungsstarker Unterwasserpumpen, die bei den zu erwartenden Zuflüssen aus dem Flusskies notwendig sein werden. Die Nähe zum Gewässer lässt nämlich auf eine hohe Wasserführung und potenziell unerschöpfliche Zuströme schließen.
Das Bohrloch selbst sollte etwa 100 bis 150 mm größer sein als das Filterrohr also ca. 500 bis 600 mm, um eine ausreichende Filterkiesschüttung zur Stabilisierung des anstehenden Bodens zu gewährleisten. Da der Verwitterungszersatz ab 2,50 m u. GOK deutlich schlechter durchlässig ist, fungiert dieser als hydraulische Barriere oder bietet nur geringe Ergiebigkeit. Die Brunnen sollten daher tief genug in diese Schicht einbinden (Sumpfrohr), um den hochdurchlässigen Kieshorizont vollständig zu entwässern.
Im Ergebnis der geohydraulischen Berechnung soll die GWA durch Herstellung von
• 25 Schwerkraftbrunnen
• Innendurchmesser 400 mm
• Bohrlochdurchmesser 600 mm
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• auszubauende Filterstrecke ≥ 1,75 m
• Einbautiefe 8,50 m unter Geländeoberkante
• max. Gesamtförderleistung 5 l/s = 18 m³/h umgesetzt werden. Die Brunnen sind im Abstand von 1,00 m gleichmäßig, um die Baugrube herzustellen. Der Betrieb der Anlage erfolgt über eine Dauer von 8 Monaten bzw. 243 Tagen.
5.5 Einleitung des Grundwassers
Die Ableitung des gehobenen Grundwassers soll direkt im Unterwasser in die Kleine Striegis erfolgen. Hierzu ist bauzeitlich eine rund 80 m lange oberirdische Druckrohrleitung im Bankettbereich der bestehenden Baustellenzufahrt (linkes Ufer) bis zum geplanten Einleitpunkt zu verlegen. Der Einleitpunkt ist im Hydroisohypsen (vgl. Anlage 4) dargestellt.
Die Koordinaten der geplanten Einleitstelle betragen (ETRS89_UTM33):
X = 366491.15 Y = 5643715.58
5.6 Grundwasserbeschaffenheit
Die im Rahmen der Baugrunderkundung /1/ gewonnenen Grundwasserproben wurden auf Stahl- und Betonaggressivität untersucht. Die dabei ermittelten Parameter sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
Tabelle 1 Analyseparameter Grundwasserproben
| Entnahmestelle | - | BS2 | BS8 | BK4 | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Entnahmetiefe | - | 1,45 m | 3,00 m | 2,78 m | ||||||||||
| Entnahmedatum | - | 23.04.2015 | 19.05.2016 | 04.08.2016 | ||||||||||
| Probe | - | WP1 | WP1 | WP2 | ||||||||||
| Aussehen | - | schw. milchig trüb | schwach trüb | Klar | ||||||||||
| Farbe | - | farblos | farblos | farblos | ||||||||||
| Geruch (unverändert) | - | unauffällig | unauffällig | unauffällig | ||||||||||
| Geruch (angesäuert) | - | unverändert | unverändert | unverändert | ||||||||||
| pH-Wert | mg/l | 7,3 | 6,3 | 6,2 | ||||||||||
| Gesamthärte | mg/l | 120 | 60 | 40 | ||||||||||
| Hydrogencarbonat | mg/l | 95 | 35 | 34 | ||||||||||
| Nitratcarbonat | mg/l | 25 | 25 | 6 | ||||||||||
| Calcium | mg/l | 68,1 | 32,1 | 16,0 | ||||||||||
| Magnesium | mg/l | 51,9 | 27,9 | 24,0 | ||||||||||
| Ammonium | mg/l | 0,5 | 0,5 | 0,5 | ||||||||||
| Sulfat | mg/l | 48,0 | 26,0 | 20,0 | ||||||||||
| Chlorid | mg/l | 25,0 | 95,0 | 50,0 | ||||||||||
| CO 2 | mg/l | 0,0 | 90,9 | 79,8 |
Es kann u.U. erforderlich werden ergänzende Analyseparameter anhand einer Grundwasserprobe zu bestimmen. Dies ist durch die UWB standort- und einzelfallbezogen zu entscheiden. Diese Leistungen sind dann durch einen geotechnischen Sachverständigen bzw. dessen akkreditiertes Labor zu erbringen.
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5.7 Auswirkungen
5.7.1 Darstellung der Auswirkungen auf den Naturhaushalt
Die Auswirkungen auf den Naturhaushalt werden als eher gering bewertet, da im künftigen Baufeld alle erforderlichen Gehölze bereits im Winterhalbjahr 2025/26 beseitigt wurden. Einige der durch den Umweltplaner DÄRR kartierten Gehölze konnten jedoch erhalten werden, da diese der Bauaufgabe nicht unmittelbar im Weg sind. Der maximale Absenktrichter (66 m um die Baugrube) hat geringfügigen Einfluss auf unmittelbar angrenzende Vegetationsbestände (vgl. Abbildung 6 und Abbildung 7).
Abbildung 6 Auszug aus dem Hydroisohypsenplan (südwestliches Baufeld)
Abbildung 7 Auszug aus dem Hydroisohypsenplan (nordöstliches Baufeld)
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Betroffen sind im südwestlichen Baufeld die Gehölze 56m (Esche), 56n (Stieleiche), 56o (Esche), 56p (Erle) mit baubedingt bis zu 60 cm tieferen Grundwasserständen sowie im nordöstlichen Baufeld die Gehölze 111 (Erle), 112 (Esche) und 113 (Erle) mit baubedingt bis zu 40 cm tieferen Grundwasserständen.
5.7.2 Einschätzung sonstiger Auswirkungen
Sonstige Auswirkungen z.B. auf die Standsicherheit, Setzungen, Grundbruch etc. sind nicht zu erwarten, da keine benachbarten Bauwerke vorhanden sind.
5.8 Maßnahmen
5.8.1 Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung oder zum Ausgleich von Beeinträchtigungen
Zur Vermeidung von Sedimenteinträgen durch Einleitung in die örtliche Vorflut ist eine Sedimentationsanlage aus einem 7 m³ Absetzcontainer vorgesehen. Damit wird sichergestellt, dass partikuläre Stoffe mit einem Korndurchmesser > 0,1 mm in der Anlage sedimentieren und nicht in die Kleine Striegis gelangen.
Zum Schutz der Gewässersohle vor Erosion hat die Einleitung über einen Brunnenring/Schachtunterteil zu erfolgen, welcher leicht in die Gewässersohle einzulassen ist, so dass dieser ca. 10 cm über Gewässersohle hinausragt. So kann das Wasser strömungsberuhigt abfließen.
5.8.2 Maßnahmen zur Überwachung der Grundwasserstände, der Grundwasserbeschaffenheit und der Einleitungsmengen
Die bauzeitliche Überwachung der Grundwasserstände erfolgt über eine temporäre Grundwassermessstelle und einem kontinuierlichen Monitoring. Hierzu ist vor Baubeginn ein Rammfilter mit einer Endteufe von 8,50 m u. GOK innerhalb des zu erwartenden Absenktrichters (60 m Radius um die Baugrube) einzubringen. Der exakte Standort ist zur Bauanlaufberatung gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde festzulegen. Zur Messung des Wasserstandes wird ein Diver in den Ausbau gehangen. Die Betreuung und Datensicherung erfolgt wöchentlich durch die örtliche Bauüberwachung oder ein extern beauftragtes Büro. Die Messstelle wird für die gesamte Dauer der Grundwasserabsenkung betrieben und anschließend vollständig zurückgebaut.
Einleitmengen sind mittels Wassermengenmessung zu erfassen. Diese ist an die Abflussleitung zu installieren. Die Messwerte sind im Rahmen der Bauberatungen wöchentlich zu protokollieren.
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Teil 2: Baugrube Brückenbauwerk
6 Bemessung Grundwasserabsenkung (GWA) Brückenbauwerk
6.1 Planungsrandbedingungen
Für den Ersatzneubau des Brückenbauwerkes über die Kleine Striegis werden zwei kleine Rechteckbaugruben gemäß Abbildung 8 mit temporärer Grundwasserabsenkung (GWA) erforderlich.
0 5 ,6
3,80 3,80
Abbildung 8 Baugrubenpolygone der Brückenwiderlager (Auszug aus Programm DC-Absenkung)
Für die Bemessung werden folgende Randbedingungen definiert:
• Geländeoberkante 326,30 m NHN
• Gewässersohle 324,38 m NHN
• Grundwasserstand entspricht Gewässersohle zzgl. 0,50 m (≈ 324,88 m NHN) bzw. korrespondiert mit Wasserständen der Kleinen Striegis (ca. 324,90…325,30 m NHN)
• Baugrubensohle 323,50 m NHN = 2,80 m u. GOK
• Absenkziel 323,00 m NHN = 3,30 m u. GOK
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6.2 Empfehlungen für die Bauausführung
Aufgrund des geringen planmäßigen Absenkzieles von 323,00 m NHN = 3,30 m u. GOK und einer Druckdifferenz zum natürlichen Bemessungsgrundwasserstand Δh = 1,90 m, erfolgt die bauzeitliche GWA als offene Wasserhaltung mittels umlaufender Drainagegräben (Breite 0,25 m) und Pumpensümpfen.
Die berechnete Fördermenge beträgt < 0,5 l/s bzw. rund 1,6 m³/h.
Die Berechnungsergebnisse sind in Anlage 5 zusammengestellt.
Die Dauer hängt von der geplanten bzw. tatsächlich eingesetzten Bautechnologie ab. Da die Brücke als monolithisches Ortbetonbauwerk errichtet werden soll, sind Schalungs-, Bewehrungs-, Betonier- und Aushärtezeiten zu berücksichtigen, so dass für die Trockenhaltung der Baugrube vorläufig von mindestens 6 bis 8 Wochen ausgegangen werden sollte. Es wird von einem Dauerbertrieb 24/7 der Pumpen ausgegangen. Die Gesamtfördermenge kann demnach mit rund 1.590…2.120 m³ prognostiziert werden.
Die Oberflächenwasserhaltung der Kleinen Striegis erfolgt mittels Fangedämmen im Ober- und Unterwasser und einer Doppelverrohrung 2 x DN 1200 mit 12 m Länge. Mit einem Gefälle von 0,7 % können damit bis zu 6.360 l/s abgeführt werden, so das als BauHW ein HQ5 = 5,3 m³/s festgelegt werden kann. Hydraulische Einflüsse aus der Oberflächenwasserhaltung auf die offene Grundwasserhaltung sind somit zum Planungszeitpunkt nicht zu erwarten.
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Anlage 1
Baugrundmodell
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Anlage 2.1
Ergebnisausdruck
DC-Absenkung
GW 326.50_Absenkziel 324.05
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Anlage 2.2
Ergebnisausdruck
DC-Absenkung
GW 327.00_Absenkziel 324.05
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Anlage 2.3
Ergebnisausdruck
DC-Absenkung
GW 327.50_Absenkziel 324.05
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Anlage 2.4
Ergebnisausdruck
DC-Absenkung
GW 327.50_Absenkziel 325.50
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Anlage 2.5
Ergebnisausdruck
DC-Absenkung
GW 327.50_Absenkziel 326.50
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Anlage 3
Ergebnistabelle
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Anlage 4
Hydroisohypsenplan
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