Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

Ergebnisbericht.pdf

Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens mit Brücke und Gewässerbauwerken

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 02.10.2026, 16:15 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.evergabe.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt

Dipl.-Ing. für Geotechnik Freier Sachverständiger

Ergebnisbericht

Geotechnischer Bericht zu den Baugrundverhältnissen nach DIN 4022

Bauvorhaben: Errichtung Hochwasserrückhaltebecken Kleine Striegis südlich

von Hainichen, OT Berthelsdorf

Auftraggeber: Stadtverwaltung Hainichen

Markt 1

09661 Hainichen

Bearbeiter: Ing.-Geol. Heiko Seidel

Objektnummer: 2026/08/05

Umfang: 11 Seiten, 4 Anlagen mit 30 Blatt

Datum: 23.09.2026

Verteiler: 1 x Stadtverwaltung Hainichen (+ digital)

1 x IBS, Freiberg

Haupsitz: Ingenieurbüro Thomas Schmidt Niederlassung: Ingenieurbüro Thomas Schmidt Fuchsmühlenweg 7 Niederlassung Annaberg-Buchholz 09599 Freiberg Robert-Blum-Straße 23 09456 Annaberg-Buchholz Tel.: 0 37 31 / 7 98 67 – 0 Tel.: 0 37 33 / 4 28 261 Fax: 0 37 31 / 7 98 67 – 21 Fax.: 0 37 33 / 4 28 263

Internet: http://www.ibsgeotechnik.de e-Mail: info@ibsgeotechnik.de

[Seite 2]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 2

Inhaltsverzeichnis Seite

1 Aufgabenstellung 3

2 Verwendete Unterlagen 3

3 Baumaßnahme und Baugelände 3

4 Untergrundverhältnisse 4

4.1 Geologische Situation 4

4.2 Altbergbausituation 5

4.3 Erdbebengefährdung 5

5 Erkundungsumfang 6

6 Ergebnisse der Feldarbeiten 6

6.1 Baugrundverhältnisse 6

6.2 Hydrogeologische Verhältnisse 6

  1. Ergebnisse der Laborarbeiten 7

8 Schlussfolgerungen 8

8.1 Homogenbereiche und geotechnische Kennwerte 8

8.2 Bautechnische Hinweise 8

Anlagenverzeichnis Blattzahl

Anlage 1 - Lageplan (nach /2/) 1 Anlage 2 - Aufschlussprofile 6 Anlage 3 - Schnittdarstellung 1 Anlage 4 - Ergebnisse der bodenmechanischen Untersuchungen 22

[Seite 3]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 3

1 Aufgabenstellung

Südlich von Hainichen, OT Berthelsdorf ist der Neubau eines Hochwasserrückhaltebe- ckens an der Kleinen Striegis geplant. Wir erhielten den Auftrag /1/, die Baugrundverhält- nisse im Bereich der geplanten Bodenvermörtelung nachzuerkunden und aus geotechni- scher Sicht zu bewerten.

2 Verwendete Unterlagen

/1/ Auftragsschreiben, Stadtverwaltung Hainichen, 07.08.2026 /2/ Vom AG übergebene Planungsunterlagen /3/ Geoportal Sachsenatlas, ©2026 GeoSN /4/ Geologische Karte von Sachsen Nr. 78 Sektion Frankenberg-Hainichen, M 1 : 25 000 /5/ Erdbebenzonenabfrage (Online), GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam /6/ Dokumentation zur Baugrundvor-/ und -hauptuntersuchung (05 bzw. 06/2016), analy- tech Dr. Steinhau, Chemnitz /7/ Arbeitshilfe zur DIN 19700 für Hochwasserrückhaltebecken, LUBW, Karlsruhe, 09/2007

3 Baumaßnahme und Baugelände

Der geplante Standort des Dammbauwerkes befindet sich ca. 500 m südlich des südlichs- ten bebauten Grundstückes Berthelsdorfer Straße 25 im hier flach einfallenden Tal der Kleinen Striegis (siehe Anlage 1 und Bilder 1 und 2). Der Baustandort ist unbebaut und wurde bislang als Acker- bzw. Weideland genutzt.

Bild 1: Luftbild /3/ mit geplantem Dammbauwerk

[Seite 4]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 4

Bild 2: Baustandort, Blickrichtung Nordwest

Der geplante Damm soll eine Länge von ca. 280 m, eine Höhe bis ca. 10,5 m und eine Aufstandsbreite bis ca. 45 m aufweisen. Der Wasserspiegel bei Vollstau liegt bei ca. 1 m u. Dammkrone. Am südlichen Dammfuß ist eine 6 m breite Bodenvermörtelung als Un- tergrundabdichtung vorgesehen.

4 Untergrundverhältnisse 4.1 Geologische Situation

Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Frankenberg-Hainichener Zwischengebirge, dass den nördlichen Teil der Werdau-Hainichener-Rotliegendsenke darstellt. Aufgrund der Lage zwischen dem Granulitmassiv im Nordwesten und dem Erzgebirgsmassiv im Südosten ist dieses Gebiet, bedingt durch die Hebung des Erzgebirges, intensiv tekto- nisch beansprucht worden, was sich in Form von Faltung, Überfaltung, Störungszonen sowie Überschiebungen äußert.

Den geologischen Untergrund bilden altpaläozoische Gneise in verschiedenen Ausbil- dungsformen (Augengneis, Granitgneis sowie Zwischenformen) in denen örtlich Glim- mer-/Chlorit- und Hornblendeschiefer zwischengeschaltet sind.

Das Grundgebirge wird von den Resten einer ehemals geschlossenen Decke aus Rot- liegendablagerungen überdeckt. Diese, aus der unteren Stufe des Mittelrotliegenden stammenden Ablagerungen, setzen sich aus meist rötlich gefärbten Konglomeraten, ar- koseartigen Sandsteinen und Schieferletten zusammen. Nach /4/ können sie auf der tek- tonisch sehr stark gestörten Festgesteinsoberkante Mächtigkeiten bis 80 m erreichen. In der näheren Umgebung des Bebauungsstandortes schwankt sie zwischen 40 m und 70 m.

[Seite 5]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 5

Überdeckt wird der gesamte Schichtenkomplex von einem pleistozän gebildeten Deckgebirge, dass i.d.R. 1 m bis 2 m und in Tallagen auch 8 m bis 10 m mächtig sein kann. Dieses Deckgebirge setzt sich im Wesentlichen aus Lößlehm, seltener Gehänge- lehm und in den Talauen aus Auelehm und Kies-/Schotterbildungen zusammen.

Den Abschluss des natürlichen Schichtenprofiles bildet eine geringmächtige Mutterbo- denschicht (Oberboden). Im Zuge anthropogener Einflüsse kann die natürliche Schich- tenfolge ganz oder teilweise abgetragen, umgelagert, vermischt bzw. durch ver- schiedenartige Auffüllungen ersetzt bzw. überschüttet worden sein.

Lößlehm Grauwacken, Grau- wackensandsteine und -schiefer und geplantes Tonschiefer Dammbauwerk Konglomerate arkoseartige Sandsteine und Auebildungen Letten

Bild 3: Auszug aus der geologischen Karte /4/; unmaßstäblich

4.2 Altbergbausituation

Der Untersuchungsstandort liegt gemäß /3/ außerhalb von Hohlraumverdachtsgebieten (Bild 4), so dass eine Altbergbaugefährdung ausgeschlossen werden kann.

Legende:

Gebiet mit unterird. Hohlräumen

gemäß § 7 Sächs. HohlrVO

Baustandort

Bild 4: Hohlraumkarte nach /3/

4.3 Erdbebengefährdung

Der Untersuchungsstandort befindet sich nach /5/ in keiner Erdbebenzone.

[Seite 6]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 6

5 Erkundungsumfang

Die Nacherkundung der Baugrundverhältnisse erfolgte mit 5 Rammkernsondierungen bis zum Ende der Sondierfähigkeit zwischen 2,2 und 6,5 m u. GOK. Aus den Aufschlüssen wurden 5 Bodenmischproben für bodenmechanische Untersuchungen entnommen.

6 Ergebnisse der Feldarbeiten 6.1 Baugrundverhältnisse

Die Lage der GPS-gestützt abgesteckten/eingemessenen Aufschlusspunkte ist Anlage 1 und deren Profildarstellungen sind Anlage 2 zu entnehmen. Die zusammenfassende Inter- pretation erfolgte in einem Längsschnitt in Anlage 3. Der vorgefundene Schichtenaufbau kann zusammenfassend wie folgt charakterisiert werden:

  • Den Beginn der Schichtenprofile bildet eine 0,5 bis 2,3 m mächtiger Lehmdecke aus Löß-, Hang- bzw. Auelehm. Löß- und Hanglehm weisen eine mindestens halbfeste und der Auelehm eine weiche bis steife Konsistenz auf.
  • Zwischen den Aufschlusspunkten BK 6 /6/ und BK 4 /6/ schließen sich daran locker bis mitteldicht gelagerte Auesedimente (Sand-Kies-Gemisch mit variierendem Schluffgehalt) an. Sie reichen bis in Tiefen zwischen 1,7 und 3,9 m u. GOK.
  • Der Festgesteinshorizont (Rotliegendes) beginnt mit einer zersetzten bis vollständig verwitterten Zone, die bis in Tiefen zwischen 5,0 und 6,5 m u. GOK reicht. Die danach folgende Zone aus stark verwittertem Fels weist Mächtigkeiten zwischen 1,4 und 10,0 m auf. Mäßig verwitterter Fels steht in Tiefen zwischen 7,4 und 15,0 m u. GOK an.

6.2 Hydrogeologische Verhältnisse

Während der Feldarbeiten wurden in den Sondierungen RKS 2 und 4 Grundwasserzu- läufe innerhalb der Auesedimente festgestellt, die leicht über dem Niveau der kleinen Striegis lagen.

[Seite 7]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 7

7 Ergebnisse der Laborarbeiten

Aus den Rammkernsondierungen wurden 5 gestörte Bodenmischproben entnommen

und hinsichtlich Kornverteilung und natürlicher Wassergehalt untersucht. Die Probe-

nahmehorizonte sind an den Profildarstellungen in Anlage 2 gekennzeichnet. Den voll-

ständigen Laborbericht enthält Anlage 4 und Tabelle 1 eine zusammenfassende Ergeb-

nisübersicht. In Tabelle 2 wurden die Ergebnisse aus /6/ zusammengefasst.

ProbenbezeichnungMP 1MP 2MP 3MP 4MP 5
übliche BenennungLöß-/HanglehmAuesedimentFels, zersetzt
Kornfraktionen: [%]2,55 60,85 26,85 9,754,13 16,70 36,46 42,715,50 20,49 40,78 33,234,30 20,81 41,39 33,4910,57 47,69 27,99 13,76
Ton (<0,002 mm)
Schluff (<0,063-0,002 mm)
Sand (<2-0,063 mm)
Kies (<6,3-2 mm)
Ungleichförmigkeitsgrad9,25197,00222,68175,4─
Kornstufung1,22,01,51,3─
Gruppensymbol DIN 18196ULGU*SU*SU*UL
Bodenbenennung DIN 4022U, t‘, s, g‘G, s*, u, t‘S, g*, u, t‘U, t‘, s, g‘U, t‘, s, g‘
k-Wert nach USBR/Bialas [m/s] f1,3 • 10-72,75 • 10-67,8 • 10-71,07 • 10-66 • 10-8
natürlicher Wassergehalt (%)8,388,968,1210,1413,23

Tabelle 1: Ergebniszusammenfassung der bodenmechanischen Untersuchungen

ProbenbezeichnungMP 1 BS 3MP 1 BS 3MP 1 BS 8MP 3 BS 2MP 3MP 1 BK 1MP 1 BK 2MP 1 BK 4MP 2 BS 8MP 3 BS 8MP 2 BS 9MP BK2 1MP 2 BK 2MP 2 BK 4
EntnahmeortBS 5
LößlehmAue- lehmAuesedimenteFels, zersetzt
übliche Benennung
Kornfraktionen: [%]84,0 15,2 0,876,6 16,4 7,066,3 25,1 8,612,9 22,5 64,614,9 26,9 58,315,9 25,0 59,132,0 25,5 42,58,5 27,4 64,137,7 28,0 34,333,6 60,9 5,420,4 47,5 32,126,2 46,4 27,432,2 35,4 32,441,7 33,3 25,1
Feinkorn (<0,063)
Sand (<2-0,063 mm)
Kies (<6,3-2 mm)
Ungleichförmigkeitsgrad───317,9─500,3246873,8149,948,4151,3279,7660,4225,0
Abstufungsgrad───2,8─4,10,51,70,12,93,85,10,80,2
Gruppensymbol DIN 18196TLTM─GUGUGU*GU*GUSU*SU*SU*SU*SU*─
Bodenbenennung DIN 4022U,t,sU,s,g‘U,s,g‘G,s,u‘G,s,u‘G,s,uG,u*,sG,s,u*G,u*,sS,u*,g‘S,g*,uS,g,uS,g*,u*U,s*,g
k-Wert nach BEYER [m/s] f───9,9E-6─1,8E-67,9E-99,4E-53,5E-71E-75,9E-76,6E-81,8E-85,9E-8
natürlicher Wassergehalt (%)18,825,915,87,414,53,95,90,811,49,27,07,25,83,8
Wasser- gehaltFließgrenze [%]34,548,4───────
Ausrollgrenze [%]21,130,2───────
Plastizitätszahl I P13,422,6───────
Konsistenzzahl I C1,170,8───────
halb- feststeif────────
Konsistenz
Baugrundvoruntersuchung 2015 /6/Baugrundhauptuntersuchung 2016 /6/

Tabelle 2: Ergebniszusammenfassung der bodenmechanischen Untersuchungen /6/

[Seite 8]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 8

8 Schlussfolgerungen 8.1 Homogenbereiche und geotechnische Kennwerte

HomogenbereichABC1C2C3
Boden-/GesteinsartLöß-/Hang-/ AuelehmAuesedimente (Sand bis Kies)Fels zersetzt stark verwittert mäßig verwittert
gruppe DIN 18196 Boden- klasse DIN 18300 klasse DIN 18301UL/TL/TMSU/SU*/GU/GU*SU*/UL──
43-4467
BB 2-3BN 1-2, BS 1BN 2 / BB 2-3FV 1-2, FD 1FV 3-5, FD 2
Stein-/Blockanteil [%]─ / ─10-25 / ─<10 / ── / ── / ─
cal g k/g ´k [kN/m3]20 - 21 / 10 - 1120 / 1220 / 1021 bis 22 / ─24 bis 25 / ─
cal f ´k [°]27,532,530 bis 32,540 bis 5055 bis 65
cal c´k/cu,k [kN/m2]0,5 - 5 / 2 - 401 bis 2 / 2 bis 50,5 – 5 / 2 - 4010 bis 20 / ─20 bis 50 / ─
cal Es R [MN/m2]2 bis 1540 bis 8020 – 6080 bis 150>150
Lagerungsdichte─mitteldicht───
Konsistenzweich bis halbfest─weich bis festfestfest
Verdichtbarkeitmäßigmittel bis gutmittel bis mäßig──
Verdichtbarkeitsklasse*2)V3V1 bis 2V2-3──
Wasserdurchlässigkeitsehr geringmittel bis großmittel bis gering──
kf – Wert [m/s]<10-810-3 < 10-510-5 bis 10-7──
FrostempfindlichkeitF 3F 3F 3F 2F 1
Veränderungsgrad──zersetztzerfallenzerklüftet
Verwitterungsgrad*1)──4-532
Druckfestigkeit [N/mm2]───1-1020-40
*1) Verwitterungsgrad: *2) nach ZTV A-StB 97/06 (zurückgezogen) 0 Kein sichtbares Zeichen von Verwitterung. 1 Verfärbungen weisen auf Verwitterung des Gesteins und der Oberflächen von Trennflächen hin. 2 Weniger als die Hälfte des Gesteins ist zersetzt/zerfallen (zusammenhängendes Steinskelett/Steinkerne). 3 Mehr als die Hälfte des Gesteins ist zersetzt/zerfallen. 4 Das gesamte Gestein ist zu Boden zersetzt/zerfallen. Die Gebirgsstruktur ist größtenteils noch unversehrt. 5 Das gesamte Gestein ist zu Boden umgewandelt. Die Gebirgsstruktur und die Gesteinstextur sind aufgelöst.*2) nach ZTV A-StB 97/06 (zurückgezogen)

Tabelle 3: Homogenbereiche, Kennwerte und Eigenschaften der Baugrundschichten

8.2 Bautechnische Hinweise

Der Baugrubenaushub kann im erforderlichen Aushubniveau uneingeschränkt mit dem Bagger erfolgen.

Für kurz- und mittelfristige Standzeiten von Baugruben ohne Verbau ist die Standsi- cherheit der Baugrubenwände mit Böschungswinkeln £ 60° bei steifer Konsistenz gege- ben. Bei stärkeren Wasserzutritten, weicher Bodenkonsistenz bzw. zum „Ausfließen“ nei- gender Auesedimente sind Böschungswinkel £ 45° bzw. geeignete Verbaumaßnahmen (z.B. senkrechter Verbau oder gesicherter Teilverbau) gemäß DIN 4124 auszuführen.

[Seite 9]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 9

Liegen Baugrubensohlen tiefer 5 m u. GOK ist die Standsicherheit rechnerisch nachzu- weisen.

Alle anstehenden Schichten sind ab einer mindestens steifen Konsistenz als Dammauf- standsfläche bzw. Gründungssohle geeignet. Löß- bzw. Hanglehm wiesen im Zuge dieser Baugrunduntersuchung bzw. der nach /6/ eine mindestens steife bis teils feste Konsistenz auf. Eine weiche Konsistenz wurde lediglich im lokal auftretenden Auelehm festgestellt.

Werden in der Dammaufstandsfläche großflächig weiche Zonen festgestellt/angetroffen, wird zur Tragfähigkeitserhöhung in Abhängigkeit von der Dicke der weichen Schicht fol- gende Vorgehensweise vorgeschlagen:

  • Um die Befahrbarkeit des Lehms bei weicher Konsistenz zu gewährleisten, ist in das Planum eine 0,3 bis 0,5 m starken Schicht aus Grobschlag der Körnung 0/200 bis 0/300 zur Stabilisierung des Baugrunds einzuwalzen.
  • Anschließend ist ein 0,3 bis 0,6 m mächtiges Mineralgemischgründungspolster der Kör- nung 0/45 oder 0/56 einzubauen, das zur Verhinderung des Eindringens von Feinteilen mit einem Kombigeotextil (z.B. Verbundstoff Basetrac® Duo PET 30 B15 der Fa. Hues- ker oder gleichwertig) zu ummanteln ist.
  • Auf der Wasserseite ist das Polster durch eine mindestens 1,0 m starke Abdichtung gegen das Eindringen von Wasser zu schützen.
  • Die Verdichtungsqualität ist mittels statischen Plattendruckversuchen (E ≥ 60 MN/m²) v2

nachzuweisen.

Alternativ dazu ist auch die Herstellung eine zweilagigen (2 x 30 cm) Bodenverfestigung mittels Kalk-Zement-Stabilisierung möglich. Die genaue Rezeptur ist durch entspre- chende Proctorversuche im Labor zu ermitteln. Gemäß der Faustregel des Mischbin- derherstellers Dorosol® C sind zur Reduzierung des Wassergehaltes Bindemittelzuga- ben entsprechend Tabelle 4 erforderlich.

MischbinderBindemittelzugabe zur Erreichung eine Proctordichte von:
95 %97 %
Dorosol C 303,5 %6,0 %
Dorosol C 502,0 %3,5 %

Tabelle 4: Erforderliche Bindemittelzugabe Dorosol

[Seite 10]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 10

Soll das vorgesehene Erdbauwerk als homogener Dammkörper ohne zusätzliche Dich-

tung errichtet werden, müssen die einzusetzenden Dammbaustoffe (Aushubmassen oder

angelieferte Masse) die Mindestanforderungen entsprechend Tabelle 5 aufweisen. Die

erforderlichen Scherparameter des Dammkörpers sind durch entsprechende Laborversu-

che nachzuweisen.

Kennwerte / KenngrößenForderung
BodengruppenST*, GT*, UL, TL
Durchlässigkeit≤ 1 • 10-9 m/s
Tongehalt> 10 %
Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen> 30 %
Kies-/Steingehalt≤ 35 %
natürlicher Kalkgehalt< 10 %
Fließgrenze≤ 50 %
Ausrollgrenze≤ 20 %
Glühverlust£ 5 % organische Stoffanteile
Reibungswinkel≥ 27,5 %
Kohäsion≥ 3 kN/m²

Tabelle 5: Kennwerte und Kenngrößen für das Dammschüttmaterial

Hinsichtlich des Dammbaues sind folgende Vorgaben zu beachten: • Es ist sicherzustellen, dass die verwendeten Bodenarten gleichmäßig durchmischt werden (gleichbleibende Qualität des Einbaumaterials). • Wird zum Dammbau Ersatzboden verwendet, sind für diesen rechtzeitig vor Baube- ginn die Kornverteilung, Glühverlust, Rohdichte, Plastizitätsgrenzen, natürlicher Was- sergehalt, Proctordichte, optimaler Einbauwassergehalt, Durchlässigkeit und die Scherfestigkeit zu ermitteln. • Für das Dammschüttmaterial sind die in Tabelle 6 enthaltenen Verdichtungsgrade

nachzuweisen.

Bodengruppe DIN 18196BereichProctordichte [%]
ST*/GT*/UL/TLvon OK Damm bis 1,0 m Tiefe100
ab 1,0 u. OK Damm bis Sohle97

Tabelle 6: Nachzuweisende Verdichtungsgrade

[Seite 11]

Ingenieurbüro Thomas Schmidt Dipl.-Ing. für Geotechnik Fuchsmühlenweg 7 09599 Freiberg Tel. 03731/79867-0, Fax 03731/79867-21

Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 11

• Die Baustoffe sollten in Lagen von 0,2 bis 0,4 m eingebaut werden und mit 4 bis 8

Übergängen verdichtet werden. Um eine gute Verzahnung der einzelnen Lagen un-

tereinander zu erreichen, sind grundsätzlich statische Walzen (mit knetenden Auf-

sätzen; Schaffußwalzen) zu verwenden. • Um die geforderte Verdichtung in den Randbereichen des Dammes zu gewährleis-

ten ist mit Überprofil zu schütten oder ein für Randbereiche geeignetes Verdich-

tungsgerät einzusetzen. • Der profilierte Dammkörper ist abschließend mit einer mindestens 0,20 m dicken

Oberbodenschicht mit geeigneter Begrünung/Bepflanzung abzudecken. Hierfür eig-

nen sich auch befestigte Begrünungsmatten. Dadurch wird ein klimatischer Aus-

gleich für den Dammkörper und zusätzlich eine Erhöhung des Erosionsschutzes

bewirkt. • Das Dammmaterial ist gegen Wasserzutritte (Niederschläge) zu schützen (Abdecken). • Die luft- und wasserseitige Böschung sind wegen der notwendigen Pflege mit einem Neigungsverhältnis ≤ 1 : 2,5 anzulegen. • Am wasserseitigen Dammfuß wird der Einbau einer Steinpackung empfohlen.

Der Dammbau bzw. der Einbau der mineralischer Dichtungsschichten ist baubegleitend

zu überwachen. Einbauwassergehalt, Proctordichte und Kornzusammensetzung sind

kontinuierlich ca. aller 500 m³ vor dem Einbau zu überprüfen (insbesondere bei Ersatz-

böden) und der Verdichtungsgrad ist mit 4 bis 8 Prüfungen je nach Größe des horizon-

talen Dammquerschnittes für jede zweite Lage nachzuweisen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Freiberg, den 23.09.2026

Ing.-Geol. Heiko Seidel Dipl.-Ing. Thomas Schmidt

Objektbearbeiter Leiter des Büros

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung