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Ingenieurbüro Thomas Schmidt
Dipl.-Ing. für Geotechnik Freier Sachverständiger
Ergebnisbericht
Geotechnischer Bericht zu den Baugrundverhältnissen nach DIN 4022
Bauvorhaben: Errichtung Hochwasserrückhaltebecken Kleine Striegis südlich
von Hainichen, OT Berthelsdorf
Auftraggeber: Stadtverwaltung Hainichen
Markt 1
09661 Hainichen
Bearbeiter: Ing.-Geol. Heiko Seidel
Objektnummer: 2026/08/05
Umfang: 11 Seiten, 4 Anlagen mit 30 Blatt
Datum: 23.09.2026
Verteiler: 1 x Stadtverwaltung Hainichen (+ digital)
1 x IBS, Freiberg
Haupsitz: Ingenieurbüro Thomas Schmidt Niederlassung: Ingenieurbüro Thomas Schmidt Fuchsmühlenweg 7 Niederlassung Annaberg-Buchholz 09599 Freiberg Robert-Blum-Straße 23 09456 Annaberg-Buchholz Tel.: 0 37 31 / 7 98 67 – 0 Tel.: 0 37 33 / 4 28 261 Fax: 0 37 31 / 7 98 67 – 21 Fax.: 0 37 33 / 4 28 263
Internet: http://www.ibsgeotechnik.de e-Mail: info@ibsgeotechnik.de
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Baugrundgutachten 2026/08/05 HWRB Kleine Striegis südlich Hainichen, OT Berthelsdorf Seite 2
Inhaltsverzeichnis Seite
1 Aufgabenstellung 3
2 Verwendete Unterlagen 3
3 Baumaßnahme und Baugelände 3
4 Untergrundverhältnisse 4
4.1 Geologische Situation 4
4.2 Altbergbausituation 5
4.3 Erdbebengefährdung 5
5 Erkundungsumfang 6
6 Ergebnisse der Feldarbeiten 6
6.1 Baugrundverhältnisse 6
6.2 Hydrogeologische Verhältnisse 6
- Ergebnisse der Laborarbeiten 7
8 Schlussfolgerungen 8
8.1 Homogenbereiche und geotechnische Kennwerte 8
8.2 Bautechnische Hinweise 8
Anlagenverzeichnis Blattzahl
Anlage 1 - Lageplan (nach /2/) 1 Anlage 2 - Aufschlussprofile 6 Anlage 3 - Schnittdarstellung 1 Anlage 4 - Ergebnisse der bodenmechanischen Untersuchungen 22
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1 Aufgabenstellung
Südlich von Hainichen, OT Berthelsdorf ist der Neubau eines Hochwasserrückhaltebe- ckens an der Kleinen Striegis geplant. Wir erhielten den Auftrag /1/, die Baugrundverhält- nisse im Bereich der geplanten Bodenvermörtelung nachzuerkunden und aus geotechni- scher Sicht zu bewerten.
2 Verwendete Unterlagen
/1/ Auftragsschreiben, Stadtverwaltung Hainichen, 07.08.2026 /2/ Vom AG übergebene Planungsunterlagen /3/ Geoportal Sachsenatlas, ©2026 GeoSN /4/ Geologische Karte von Sachsen Nr. 78 Sektion Frankenberg-Hainichen, M 1 : 25 000 /5/ Erdbebenzonenabfrage (Online), GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam /6/ Dokumentation zur Baugrundvor-/ und -hauptuntersuchung (05 bzw. 06/2016), analy- tech Dr. Steinhau, Chemnitz /7/ Arbeitshilfe zur DIN 19700 für Hochwasserrückhaltebecken, LUBW, Karlsruhe, 09/2007
3 Baumaßnahme und Baugelände
Der geplante Standort des Dammbauwerkes befindet sich ca. 500 m südlich des südlichs- ten bebauten Grundstückes Berthelsdorfer Straße 25 im hier flach einfallenden Tal der Kleinen Striegis (siehe Anlage 1 und Bilder 1 und 2). Der Baustandort ist unbebaut und wurde bislang als Acker- bzw. Weideland genutzt.
Bild 1: Luftbild /3/ mit geplantem Dammbauwerk
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Bild 2: Baustandort, Blickrichtung Nordwest
Der geplante Damm soll eine Länge von ca. 280 m, eine Höhe bis ca. 10,5 m und eine Aufstandsbreite bis ca. 45 m aufweisen. Der Wasserspiegel bei Vollstau liegt bei ca. 1 m u. Dammkrone. Am südlichen Dammfuß ist eine 6 m breite Bodenvermörtelung als Un- tergrundabdichtung vorgesehen.
4 Untergrundverhältnisse 4.1 Geologische Situation
Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Frankenberg-Hainichener Zwischengebirge, dass den nördlichen Teil der Werdau-Hainichener-Rotliegendsenke darstellt. Aufgrund der Lage zwischen dem Granulitmassiv im Nordwesten und dem Erzgebirgsmassiv im Südosten ist dieses Gebiet, bedingt durch die Hebung des Erzgebirges, intensiv tekto- nisch beansprucht worden, was sich in Form von Faltung, Überfaltung, Störungszonen sowie Überschiebungen äußert.
Den geologischen Untergrund bilden altpaläozoische Gneise in verschiedenen Ausbil- dungsformen (Augengneis, Granitgneis sowie Zwischenformen) in denen örtlich Glim- mer-/Chlorit- und Hornblendeschiefer zwischengeschaltet sind.
Das Grundgebirge wird von den Resten einer ehemals geschlossenen Decke aus Rot- liegendablagerungen überdeckt. Diese, aus der unteren Stufe des Mittelrotliegenden stammenden Ablagerungen, setzen sich aus meist rötlich gefärbten Konglomeraten, ar- koseartigen Sandsteinen und Schieferletten zusammen. Nach /4/ können sie auf der tek- tonisch sehr stark gestörten Festgesteinsoberkante Mächtigkeiten bis 80 m erreichen. In der näheren Umgebung des Bebauungsstandortes schwankt sie zwischen 40 m und 70 m.
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Überdeckt wird der gesamte Schichtenkomplex von einem pleistozän gebildeten Deckgebirge, dass i.d.R. 1 m bis 2 m und in Tallagen auch 8 m bis 10 m mächtig sein kann. Dieses Deckgebirge setzt sich im Wesentlichen aus Lößlehm, seltener Gehänge- lehm und in den Talauen aus Auelehm und Kies-/Schotterbildungen zusammen.
Den Abschluss des natürlichen Schichtenprofiles bildet eine geringmächtige Mutterbo- denschicht (Oberboden). Im Zuge anthropogener Einflüsse kann die natürliche Schich- tenfolge ganz oder teilweise abgetragen, umgelagert, vermischt bzw. durch ver- schiedenartige Auffüllungen ersetzt bzw. überschüttet worden sein.
Lößlehm Grauwacken, Grau- wackensandsteine und -schiefer und geplantes Tonschiefer Dammbauwerk Konglomerate arkoseartige Sandsteine und Auebildungen Letten
Bild 3: Auszug aus der geologischen Karte /4/; unmaßstäblich
4.2 Altbergbausituation
Der Untersuchungsstandort liegt gemäß /3/ außerhalb von Hohlraumverdachtsgebieten (Bild 4), so dass eine Altbergbaugefährdung ausgeschlossen werden kann.
Legende:
Gebiet mit unterird. Hohlräumen
gemäß § 7 Sächs. HohlrVO
Baustandort
Bild 4: Hohlraumkarte nach /3/
4.3 Erdbebengefährdung
Der Untersuchungsstandort befindet sich nach /5/ in keiner Erdbebenzone.
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5 Erkundungsumfang
Die Nacherkundung der Baugrundverhältnisse erfolgte mit 5 Rammkernsondierungen bis zum Ende der Sondierfähigkeit zwischen 2,2 und 6,5 m u. GOK. Aus den Aufschlüssen wurden 5 Bodenmischproben für bodenmechanische Untersuchungen entnommen.
6 Ergebnisse der Feldarbeiten 6.1 Baugrundverhältnisse
Die Lage der GPS-gestützt abgesteckten/eingemessenen Aufschlusspunkte ist Anlage 1 und deren Profildarstellungen sind Anlage 2 zu entnehmen. Die zusammenfassende Inter- pretation erfolgte in einem Längsschnitt in Anlage 3. Der vorgefundene Schichtenaufbau kann zusammenfassend wie folgt charakterisiert werden:
- Den Beginn der Schichtenprofile bildet eine 0,5 bis 2,3 m mächtiger Lehmdecke aus Löß-, Hang- bzw. Auelehm. Löß- und Hanglehm weisen eine mindestens halbfeste und der Auelehm eine weiche bis steife Konsistenz auf.
- Zwischen den Aufschlusspunkten BK 6 /6/ und BK 4 /6/ schließen sich daran locker bis mitteldicht gelagerte Auesedimente (Sand-Kies-Gemisch mit variierendem Schluffgehalt) an. Sie reichen bis in Tiefen zwischen 1,7 und 3,9 m u. GOK.
- Der Festgesteinshorizont (Rotliegendes) beginnt mit einer zersetzten bis vollständig verwitterten Zone, die bis in Tiefen zwischen 5,0 und 6,5 m u. GOK reicht. Die danach folgende Zone aus stark verwittertem Fels weist Mächtigkeiten zwischen 1,4 und 10,0 m auf. Mäßig verwitterter Fels steht in Tiefen zwischen 7,4 und 15,0 m u. GOK an.
6.2 Hydrogeologische Verhältnisse
Während der Feldarbeiten wurden in den Sondierungen RKS 2 und 4 Grundwasserzu- läufe innerhalb der Auesedimente festgestellt, die leicht über dem Niveau der kleinen Striegis lagen.
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7 Ergebnisse der Laborarbeiten
Aus den Rammkernsondierungen wurden 5 gestörte Bodenmischproben entnommen
und hinsichtlich Kornverteilung und natürlicher Wassergehalt untersucht. Die Probe-
nahmehorizonte sind an den Profildarstellungen in Anlage 2 gekennzeichnet. Den voll-
ständigen Laborbericht enthält Anlage 4 und Tabelle 1 eine zusammenfassende Ergeb-
nisübersicht. In Tabelle 2 wurden die Ergebnisse aus /6/ zusammengefasst.
| Probenbezeichnung | MP 1 | MP 2 | MP 3 | MP 4 | MP 5 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| übliche Benennung | Löß-/Hanglehm | Auesediment | Fels, zersetzt | ||||
| Kornfraktionen: [%] | 2,55 60,85 26,85 9,75 | 4,13 16,70 36,46 42,71 | 5,50 20,49 40,78 33,23 | 4,30 20,81 41,39 33,49 | 10,57 47,69 27,99 13,76 | ||
| Ton (<0,002 mm) | |||||||
| Schluff (<0,063-0,002 mm) | |||||||
| Sand (<2-0,063 mm) | |||||||
| Kies (<6,3-2 mm) | |||||||
| Ungleichförmigkeitsgrad | 9,25 | 197,00 | 222,68 | 175,4 | ─ | ||
| Kornstufung | 1,2 | 2,0 | 1,5 | 1,3 | ─ | ||
| Gruppensymbol DIN 18196 | UL | GU* | SU* | SU* | UL | ||
| Bodenbenennung DIN 4022 | U, t‘, s, g‘ | G, s*, u, t‘ | S, g*, u, t‘ | U, t‘, s, g‘ | U, t‘, s, g‘ | ||
| k-Wert nach USBR/Bialas [m/s] f | 1,3 • 10-7 | 2,75 • 10-6 | 7,8 • 10-7 | 1,07 • 10-6 | 6 • 10-8 | ||
| natürlicher Wassergehalt (%) | 8,38 | 8,96 | 8,12 | 10,14 | 13,23 |
Tabelle 1: Ergebniszusammenfassung der bodenmechanischen Untersuchungen
| Probenbezeichnung | MP 1 BS 3 | MP 1 BS 3 | MP 1 BS 8 | MP 3 BS 2 | MP 3 | MP 1 BK 1 | MP 1 BK 2 | MP 1 BK 4 | MP 2 BS 8 | MP 3 BS 8 | MP 2 BS 9 | MP BK | 2 1 | MP 2 BK 2 | MP 2 BK 4 | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Entnahmeort | BS 5 | ||||||||||||||||||||||||||
| Lößlehm | Aue- lehm | Auesedimente | Fels, zersetzt | ||||||||||||||||||||||||
| übliche Benennung | |||||||||||||||||||||||||||
| Kornfraktionen: [%] | 84,0 15,2 0,8 | 76,6 16,4 7,0 | 66,3 25,1 8,6 | 12,9 22,5 64,6 | 14,9 26,9 58,3 | 15,9 25,0 59,1 | 32,0 25,5 42,5 | 8,5 27,4 64,1 | 37,7 28,0 34,3 | 33,6 60,9 5,4 | 20,4 47,5 32,1 | 26,2 46,4 27,4 | 32,2 35,4 32,4 | 41,7 33,3 25,1 | |||||||||||||
| Feinkorn (<0,063) | |||||||||||||||||||||||||||
| Sand (<2-0,063 mm) | |||||||||||||||||||||||||||
| Kies (<6,3-2 mm) | |||||||||||||||||||||||||||
| Ungleichförmigkeitsgrad | ─ | ─ | ─ | 317,9 | ─ | 500,3 | 2468 | 73,8 | 149,9 | 48,4 | 151,3 | 279,7 | 660,4 | 225,0 | |||||||||||||
| Abstufungsgrad | ─ | ─ | ─ | 2,8 | ─ | 4,1 | 0,5 | 1,7 | 0,1 | 2,9 | 3,8 | 5,1 | 0,8 | 0,2 | |||||||||||||
| Gruppensymbol DIN 18196 | TL | TM | ─ | GU | GU | GU* | GU* | GU | SU* | SU* | SU* | SU* | SU* | ─ | |||||||||||||
| Bodenbenennung DIN 4022 | U,t,s | U,s,g‘ | U,s,g‘ | G,s,u‘ | G,s,u‘ | G,s,u | G,u*,s | G,s,u* | G,u*,s | S,u*,g‘ | S,g*,u | S,g,u | S,g*,u* | U,s*,g | |||||||||||||
| k-Wert nach BEYER [m/s] f | ─ | ─ | ─ | 9,9E-6 | ─ | 1,8E-6 | 7,9E-9 | 9,4E-5 | 3,5E-7 | 1E-7 | 5,9E-7 | 6,6E-8 | 1,8E-8 | 5,9E-8 | |||||||||||||
| natürlicher Wassergehalt (%) | 18,8 | 25,9 | 15,8 | 7,4 | 14,5 | 3,9 | 5,9 | 0,8 | 11,4 | 9,2 | 7,0 | 7,2 | 5,8 | 3,8 | |||||||||||||
| Wasser- gehalt | Fließgrenze [%] | 34,5 | 48,4 | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | |||||||||||||||||
| Ausrollgrenze [%] | 21,1 | 30,2 | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ||||||||||||||||||
| Plastizitätszahl I P | 13,4 | 22,6 | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ||||||||||||||||||
| Konsistenzzahl I C | 1,17 | 0,8 | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ||||||||||||||||||
| halb- fest | steif | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ─ | ||||||||||||||||||
| Konsistenz | |||||||||||||||||||||||||||
| Baugrundvoruntersuchung 2015 /6/ | Baugrundhauptuntersuchung 2016 /6/ |
Tabelle 2: Ergebniszusammenfassung der bodenmechanischen Untersuchungen /6/
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8 Schlussfolgerungen 8.1 Homogenbereiche und geotechnische Kennwerte
| Homogenbereich | A | B | C1 | C2 | C3 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Boden-/Gesteinsart | Löß-/Hang-/ Auelehm | Auesedimente (Sand bis Kies) | Fels zersetzt stark verwittert mäßig verwittert | |||||||
| gruppe DIN 18196 Boden- klasse DIN 18300 klasse DIN 18301 | UL/TL/TM | SU/SU*/GU/GU* | SU*/UL | ─ | ─ | |||||
| 4 | 3-4 | 4 | 6 | 7 | ||||||
| BB 2-3 | BN 1-2, BS 1 | BN 2 / BB 2-3 | FV 1-2, FD 1 | FV 3-5, FD 2 | ||||||
| Stein-/Blockanteil [%] | ─ / ─ | 10-25 / ─ | <10 / ─ | ─ / ─ | ─ / ─ | |||||
| cal g k/g ´k [kN/m3] | 20 - 21 / 10 - 11 | 20 / 12 | 20 / 10 | 21 bis 22 / ─ | 24 bis 25 / ─ | |||||
| cal f ´k [°] | 27,5 | 32,5 | 30 bis 32,5 | 40 bis 50 | 55 bis 65 | |||||
| cal c´k/cu,k [kN/m2] | 0,5 - 5 / 2 - 40 | 1 bis 2 / 2 bis 5 | 0,5 – 5 / 2 - 40 | 10 bis 20 / ─ | 20 bis 50 / ─ | |||||
| cal Es R [MN/m2] | 2 bis 15 | 40 bis 80 | 20 – 60 | 80 bis 150 | >150 | |||||
| Lagerungsdichte | ─ | mitteldicht | ─ | ─ | ─ | |||||
| Konsistenz | weich bis halbfest | ─ | weich bis fest | fest | fest | |||||
| Verdichtbarkeit | mäßig | mittel bis gut | mittel bis mäßig | ─ | ─ | |||||
| Verdichtbarkeitsklasse*2) | V3 | V1 bis 2 | V2-3 | ─ | ─ | |||||
| Wasserdurchlässigkeit | sehr gering | mittel bis groß | mittel bis gering | ─ | ─ | |||||
| kf – Wert [m/s] | <10-8 | 10-3 < 10-5 | 10-5 bis 10-7 | ─ | ─ | |||||
| Frostempfindlichkeit | F 3 | F 3 | F 3 | F 2 | F 1 | |||||
| Veränderungsgrad | ─ | ─ | zersetzt | zerfallen | zerklüftet | |||||
| Verwitterungsgrad*1) | ─ | ─ | 4-5 | 3 | 2 | |||||
| Druckfestigkeit [N/mm2] | ─ | ─ | ─ | 1-10 | 20-40 | |||||
| *1) Verwitterungsgrad: *2) nach ZTV A-StB 97/06 (zurückgezogen) 0 Kein sichtbares Zeichen von Verwitterung. 1 Verfärbungen weisen auf Verwitterung des Gesteins und der Oberflächen von Trennflächen hin. 2 Weniger als die Hälfte des Gesteins ist zersetzt/zerfallen (zusammenhängendes Steinskelett/Steinkerne). 3 Mehr als die Hälfte des Gesteins ist zersetzt/zerfallen. 4 Das gesamte Gestein ist zu Boden zersetzt/zerfallen. Die Gebirgsstruktur ist größtenteils noch unversehrt. 5 Das gesamte Gestein ist zu Boden umgewandelt. Die Gebirgsstruktur und die Gesteinstextur sind aufgelöst. | *2) nach ZTV A-StB 97/06 (zurückgezogen) |
Tabelle 3: Homogenbereiche, Kennwerte und Eigenschaften der Baugrundschichten
8.2 Bautechnische Hinweise
Der Baugrubenaushub kann im erforderlichen Aushubniveau uneingeschränkt mit dem Bagger erfolgen.
Für kurz- und mittelfristige Standzeiten von Baugruben ohne Verbau ist die Standsi- cherheit der Baugrubenwände mit Böschungswinkeln £ 60° bei steifer Konsistenz gege- ben. Bei stärkeren Wasserzutritten, weicher Bodenkonsistenz bzw. zum „Ausfließen“ nei- gender Auesedimente sind Böschungswinkel £ 45° bzw. geeignete Verbaumaßnahmen (z.B. senkrechter Verbau oder gesicherter Teilverbau) gemäß DIN 4124 auszuführen.
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Liegen Baugrubensohlen tiefer 5 m u. GOK ist die Standsicherheit rechnerisch nachzu- weisen.
Alle anstehenden Schichten sind ab einer mindestens steifen Konsistenz als Dammauf- standsfläche bzw. Gründungssohle geeignet. Löß- bzw. Hanglehm wiesen im Zuge dieser Baugrunduntersuchung bzw. der nach /6/ eine mindestens steife bis teils feste Konsistenz auf. Eine weiche Konsistenz wurde lediglich im lokal auftretenden Auelehm festgestellt.
Werden in der Dammaufstandsfläche großflächig weiche Zonen festgestellt/angetroffen, wird zur Tragfähigkeitserhöhung in Abhängigkeit von der Dicke der weichen Schicht fol- gende Vorgehensweise vorgeschlagen:
- Um die Befahrbarkeit des Lehms bei weicher Konsistenz zu gewährleisten, ist in das Planum eine 0,3 bis 0,5 m starken Schicht aus Grobschlag der Körnung 0/200 bis 0/300 zur Stabilisierung des Baugrunds einzuwalzen.
- Anschließend ist ein 0,3 bis 0,6 m mächtiges Mineralgemischgründungspolster der Kör- nung 0/45 oder 0/56 einzubauen, das zur Verhinderung des Eindringens von Feinteilen mit einem Kombigeotextil (z.B. Verbundstoff Basetrac® Duo PET 30 B15 der Fa. Hues- ker oder gleichwertig) zu ummanteln ist.
- Auf der Wasserseite ist das Polster durch eine mindestens 1,0 m starke Abdichtung gegen das Eindringen von Wasser zu schützen.
- Die Verdichtungsqualität ist mittels statischen Plattendruckversuchen (E ≥ 60 MN/m²) v2
nachzuweisen.
Alternativ dazu ist auch die Herstellung eine zweilagigen (2 x 30 cm) Bodenverfestigung mittels Kalk-Zement-Stabilisierung möglich. Die genaue Rezeptur ist durch entspre- chende Proctorversuche im Labor zu ermitteln. Gemäß der Faustregel des Mischbin- derherstellers Dorosol® C sind zur Reduzierung des Wassergehaltes Bindemittelzuga- ben entsprechend Tabelle 4 erforderlich.
| Mischbinder | Bindemittelzugabe zur Erreichung eine Proctordichte von: | |
|---|---|---|
| 95 % | 97 % | |
| Dorosol C 30 | 3,5 % | 6,0 % |
| Dorosol C 50 | 2,0 % | 3,5 % |
Tabelle 4: Erforderliche Bindemittelzugabe Dorosol
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Soll das vorgesehene Erdbauwerk als homogener Dammkörper ohne zusätzliche Dich-
tung errichtet werden, müssen die einzusetzenden Dammbaustoffe (Aushubmassen oder
angelieferte Masse) die Mindestanforderungen entsprechend Tabelle 5 aufweisen. Die
erforderlichen Scherparameter des Dammkörpers sind durch entsprechende Laborversu-
che nachzuweisen.
| Kennwerte / Kenngrößen | Forderung |
|---|---|
| Bodengruppen | ST*, GT*, UL, TL |
| Durchlässigkeit | ≤ 1 • 10-9 m/s |
| Tongehalt | > 10 % |
| Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen | > 30 % |
| Kies-/Steingehalt | ≤ 35 % |
| natürlicher Kalkgehalt | < 10 % |
| Fließgrenze | ≤ 50 % |
| Ausrollgrenze | ≤ 20 % |
| Glühverlust | £ 5 % organische Stoffanteile |
| Reibungswinkel | ≥ 27,5 % |
| Kohäsion | ≥ 3 kN/m² |
Tabelle 5: Kennwerte und Kenngrößen für das Dammschüttmaterial
Hinsichtlich des Dammbaues sind folgende Vorgaben zu beachten: • Es ist sicherzustellen, dass die verwendeten Bodenarten gleichmäßig durchmischt werden (gleichbleibende Qualität des Einbaumaterials). • Wird zum Dammbau Ersatzboden verwendet, sind für diesen rechtzeitig vor Baube- ginn die Kornverteilung, Glühverlust, Rohdichte, Plastizitätsgrenzen, natürlicher Was- sergehalt, Proctordichte, optimaler Einbauwassergehalt, Durchlässigkeit und die Scherfestigkeit zu ermitteln. • Für das Dammschüttmaterial sind die in Tabelle 6 enthaltenen Verdichtungsgrade
nachzuweisen.
| Bodengruppe DIN 18196 | Bereich | Proctordichte [%] |
|---|---|---|
| ST*/GT*/UL/TL | von OK Damm bis 1,0 m Tiefe | 100 |
| ab 1,0 u. OK Damm bis Sohle | 97 |
Tabelle 6: Nachzuweisende Verdichtungsgrade
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• Die Baustoffe sollten in Lagen von 0,2 bis 0,4 m eingebaut werden und mit 4 bis 8
Übergängen verdichtet werden. Um eine gute Verzahnung der einzelnen Lagen un-
tereinander zu erreichen, sind grundsätzlich statische Walzen (mit knetenden Auf-
sätzen; Schaffußwalzen) zu verwenden. • Um die geforderte Verdichtung in den Randbereichen des Dammes zu gewährleis-
ten ist mit Überprofil zu schütten oder ein für Randbereiche geeignetes Verdich-
tungsgerät einzusetzen. • Der profilierte Dammkörper ist abschließend mit einer mindestens 0,20 m dicken
Oberbodenschicht mit geeigneter Begrünung/Bepflanzung abzudecken. Hierfür eig-
nen sich auch befestigte Begrünungsmatten. Dadurch wird ein klimatischer Aus-
gleich für den Dammkörper und zusätzlich eine Erhöhung des Erosionsschutzes
bewirkt. • Das Dammmaterial ist gegen Wasserzutritte (Niederschläge) zu schützen (Abdecken). • Die luft- und wasserseitige Böschung sind wegen der notwendigen Pflege mit einem Neigungsverhältnis ≤ 1 : 2,5 anzulegen. • Am wasserseitigen Dammfuß wird der Einbau einer Steinpackung empfohlen.
Der Dammbau bzw. der Einbau der mineralischer Dichtungsschichten ist baubegleitend
zu überwachen. Einbauwassergehalt, Proctordichte und Kornzusammensetzung sind
kontinuierlich ca. aller 500 m³ vor dem Einbau zu überprüfen (insbesondere bei Ersatz-
böden) und der Verdichtungsgrad ist mit 4 bis 8 Prüfungen je nach Größe des horizon-
talen Dammquerschnittes für jede zweite Lage nachzuweisen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Freiberg, den 23.09.2026
Ing.-Geol. Heiko Seidel Dipl.-Ing. Thomas Schmidt
Objektbearbeiter Leiter des Büros