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Infrastruktur Nahwärmeversorgung D-Lab IEE Kassel Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
LEISTUNGSBESCHREIBUNG
ANLAGE 1.1 - ALLGEMEINE BAUBESCHREIBUNG FREIANLAGEN
1.1.1 - ALLGEMEIN
Das Fraunhofer-Institut IEE wurde in den Jahren 2018 bis 2022 am nordwestlichen Rand der Kasseler Innenstadt direkt neben dem Hauptbahnhof neu errichtet. In dem Zuge wurden die Freiflächen komplett neu angelegt. Durch verschiedene Baumaßnahmen in den folgenden Jahren wurde die an der Nordseite des Grundstücks gelegene, im Rahmen des Institutsneubaus parkähnlich gestaltete Freifläche, erheblich in Mitleidenschaft gezogen und soll deshalb im Zuge der in diesem Leistungsverzeichnis enthaltenen Arbeiten wiederhergestellt und teilweise neu gestaltet werden.
1.1.2 - ERSCHLIESSUNG BAUGRUNDSTÜCK
Das Baufeld befindet sich auf dem Betriebsgelände des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE (Flur 48 Flurstück 10/30). Das Betriebsgelände ist 4-seitig von öffentlichen Quartiersstraßen umschlossen. Die Zufahrt und Anlieferung erfolgt über die Einfahrt mit Schrankenanlage an der Clara-Immerwahr-Straße im Nordwesten des Grundstücks.
1.1.3 - BAUFELD
Für den Standort gilt gemäß statischer Einordnung:
- Schneelastzone 2
- Windlastzone 1
Das Baugebiet ist gemäß DIN EN 1998-1 und DIN EN 1998-1/N keiner Erdbebenzone zugeordnet. Das Baufeld wird mit Bauzaun vom Betriebsgelände abgetrennt.
1.1.4 – BAUGRUND UND KAMPFMITTEL
Bas Betriebsgelände wurde in den Jahren 2018 bis 2022 mit mehreren Institutsgebäuden bebaut und landschaftsgärtnerisch gestaltet. Dabei wurde der Boden auf dem gesamten Betriebsgelände im Rahmen der Kampfmittelsondierung und -räumung ca. 1,5 m tief abgetragen und nach der Sondierung teilweise wieder eingebaut. Das Baufeld wurde zusätzlich mit Tiefensonde überprüft. Das gesamte Betriebsgelän- de inkl. das Baufeld ist kampfmittelfrei.
Für das Baufeld wurde vom AG ein Baugrundgutachten beauftragt. Bei den drei durchgeführten Baggerschürfe bis ca. 3 m Tiefe wurden bauschuttartige Auffüllungen in mitteldichter Lagerung mit vorherrschend bindigen Schichtabschnitten und partiell abfallenden Lagerungsdichten festgestellt. Die Mächtigkeit der Auffüllungen beträgt bis zu 8 m und steigt von Süd nach Nord an.
Grundwasser oder Bodenhorizonte mit erhöhter Feuchteanreicherung wurden bis in Endtiefen der Schürfe nicht festgestellt. Abhängig von der Witterung muss generell damit gerechnet werden, dass Schicht- bzw. Sickerwasser im Baubereich auch oberflächennah auftreten kann.
Leistungsbeschreibung - Anlage 1.1 Sachstand 28.07.26 / Seite 1 von 2
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1.1.5 – WIEDERHERSTELLUNG UND NEUGESTALTUNG FREIFLÄCHE NORD UND WEITERE MASSNAHMEN
Die wiederherzustellende Freifläche schließt sich direkt an die Grundstückseinfahrt an der Nordseite an. Als Abgrenzung zur Clara-Immerwahr-Straße ist eine mehrreihige Hecke angelegt mit integriertem Zaun. Die Hecke setzt sich am Parkplatz entlang der Straße nach Süden fort und wurde vor Fertigstellung des Institutsneubaus als Umgrenzung der Wiesenfläche am südlichen Grundstücksende nochmals beträcht- lich erweitert. Zur Schillerstraße hin wird die Fläche durch eine massive Stützwand begrenzt, die von einem Stabgitterzaun bekrönt ist. Zur Joseph-Beuys-Straße an der Ostseite ist eine steile Böschung vorhanden mit einer der Straße folgenden neueren Stahlbetonstützwand am Böschungsfuß. Die Böschung ist durch einen Maschendrahtzaun vom Institutsgelände abgegrenzt.
Auf der Fläche wurde ein einfaches rechteckiges Gebäude für Forschungszwecke aus Stahlbeton (District Lab) errichtet mit Teststrecken für Nah- und Fernwärmeleitungen inkl. zweier unterirdischer, an die Rohrteststrecke angebundener Nebengebäude mit Einstiegschächten. Nordöstlich des District Lab ist eine ca. 16 x 16 m große Zisterne vorhanden mit vier Lüftungsschächten und einem Funktionsschacht im Bereich Zu- und Ablauf. Die Zisterne ist ca. 2 m hoch mit Erdreich überdeckt und wird durch Regen- wasser aus den Dachflächen der Institutsgebäude gespeist. Das Zisternenwasser soll für die Gartenbe- wässerung nutzbar gemacht werden. Östlich der Zisterne wurde in jüngster Zeit eine Photovoltaikanlage installiert. Die Sonnenkollektoren sind auf Metallgestellen mit Streifenfundamenten aus Beton aufgestellt.
Im Zuge des Institutsneubaus wurde eine organische Wegeführung geschaffen mit einer wasserge- bundenen Decke seitlich begrenzt durch Rasenbordsteinen. Im Westen umschließt der Fußweg eine ca. 50 cm zum umliegenden Gelände abgesenkte Retentionsmulde zur Aufnahme und Verdunstung von Niederschlagswasser. Die Grünfläche ist als Wiese ausgebildet und mit einzeln stehenden Bäumen bestanden.
In der aktuellen Planung soll die Freifläche mit einem Stabgitterzaun von dem südlich der Zufahrtsstraße gelegenen öffentlich zugänglichen Grundstücksbereich abgegrenzt werden. Ein weiterer Stabgitterzaun auf der Grünfläche südlich der Einfahrt und Schrankenanlage soll die gerne genutzte fußläufige Abkür- zung quer über das Grundstück unattraktiver machen. Im Bereich des District Lab Gebäudes ist eine mit Betonpflaster befestigte gabelstaplerbefahrbare Pflasterfläche geplant, die als Zufahrt bis zu dem Schachtbauwerk im Norden (Schacht 2) weiter geführt wird. Eine weitere gepflasterte Zuwegung wird an der Ostseite hergestellt, die an die vorhandene Pflasterfläche angebunden wird. Im Bereich der Zufahrt bzw. Zuwegungen zum District Lab sind insgesamt drei doppelflügelige Tore im Stabgitterzaun vorgesehen.
Auf der Freifläche werden weitere Bäume ergänzt. Eine Baumreihe mit 6 Bäumen wird auf der Grünfläche zwischen den Pkw-Stellplätzen analog zur Ausführung der weiter südlich gelegenen Parkplätze gepflanzt. Außerdem ist ein einzelner Baum als Ersatzpflanzung im Bereich der östlichen Böschung vorgesehen. Die vorhandenen Bäume und die mehrreihigen Hecken werden über Tröpfchenleitungen automatisch bewässert. Die Wasserstation befindet sich in dem eingeschossigen Gebäude, in östlicher Verlängerung des District Labs. Das vorhandene Bewässerungssystem soll im Zuge der aktuellen Maßnahme auf die neu zu pflanzenden Bäume und die einreihige Hecke um die Wiese an der Clara-Immerwahr-Straße und Joseph-Beuys-Straße im Südwesten erweitert werden. Dazu muss in einem Teilbereich auch die Parkplatzzufahrt gequert und das dort verlegte Betonpflaster aufgenommen werden. Da die häufig von Lkw befahrene Zufahrtsstraße wegen der fehlenden Ausrundungen an den Kurven regelmäßig beschädigt wird und dabei auch Grünflächen überfahren werden, sollen in den kritischen Bereichen nachträglich Kurvenausrundungen hergestellt werden.
Leistungsbeschreibung - Anlage 1.1 Sachstand 28.07.26 / Seite 2 von 2