Planungs- und Bauüberwachungsleistungen für das Betriebsgebäude der Kläranlage Dümpelfeld
Verbandsgemeinde Adenau - Abwasserwerk · Adenau, Deutschland · TED
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Zusammenfassung
Die Verbandsgemeinde Adenau – Abwasserwerk beauftragt Objektplanungs- und Bauüberwachungsleistungen für das Betriebsgebäude der zentralen Kläranlage in Dümpelfeld. Der Leistungsumfang umfasst die Planung des eingeschossigen Betriebsgebäudes einschließlich der Innenraumplanung für Labor und Schaltwarte sowie die Leistungsphasen 1 bis 9 nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die Kläranlage wird infolge der Flutkatastrophe wiederaufgebaut, erweitert und künftig für rund 27.000 Einwohnerwerte sowie einen erwarteten Zulauf von etwa 250 Litern pro Sekunde ausgelegt; die Angebotsfrist endet am 28. September 2026 um 08:00 Uhr.
Vergabeunterlagen
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Beschreibung
Die Verbandsgemeinde Adenau betreibt zur Reinigung der anfallenden Abwässer aus den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Adenau unter anderem die mechanisch biologische Zentralkläranlage "Adenauer Bach" in Dümpelfeld (KA Dümpelfeld) mit einer aktuellen Ausbaugröße von derzeit rd. 20.000 EW. Die 1993 in Betrieb genommene Anlage wurde auf das Verfahrensziel der Abwasserreinigung mit simultaner aerober Schlammstabilisierung ausgelegt. Infolge der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vom 14./15. Juli 2021 wurde auch diese Anlage überflutet und stark in Mitleidenschaft gezogen. Besonders schwerwiegende Schäden beziehen sich auf die Anlagen- und EMSR-Technik, auf das Betriebsgebäude nebst Trafostation, Schaltraum, Notstromaggregat und Gerätehalle/-garage sowie auf die Gebläsestationen, die allesamt auf einer Höhe von ca. 1,5 m bis 2,0 m überflutet und großteils zerstört wurden. Während die zentrale Kläranlage in Dümpelfeld durch gemeinsame Kraftanstrengungen des Abwasserwerks Adenau unter Zuhilfenahme einer Vielzahl von Entsorgungsfachbetrieben, der Bundeswehr, Technisches Hilfswerk -THW- und weiterer Institutionen wenige Wochen nach der Katastrophe wieder einen provisorischen Betrieb aufnehmen konnte, wurden die beiden direkt an der Ahr gelegenen Kläranlagen der Nachbarverbandsgemeinde Altenahr in Altenahr (KA Mittelahr) und Mayschoß hingegen durch die Flutkatastrophe vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau der Kläranlagen in der VG Altenahr (Mittelahr) kann insbesondere auch aufgrund der hierfür notwendigen umfangreichen Maßnahmen zur Realisierung der Hochwassersicherheit und mangels Gewährleistung der zukünftigen Hochwasserresilienz nicht mehr erfolgen. Entsprechend den Ergebnissen einer in Auftrag des Umweltministeriums erstellten umfangreichen Studie über die "zukunftsfähige Abwasserbehandlung im Ahrtal" haben die Verbandsgemeinderäte Adenau und Altenahr als gesetzlich zuständige Abwasserbeseitigungsträger deshalb im Februar 2022 jeweils den Beschluss zum Anschluss des Abwassersystems der bisherigen Kläranlage Altenahr an die zentrale Kläranlage Dümpelfeld gefasst. Um die Abwässer und Klärschlämme aus beiden Verbandsgemeinden aufnehmen und reinigen zu können, muss die Kläranlage in Dümpelfeld entsprechend wiederaufgebaut, umgebaut, erweitert und auf die Verfahrensführung mit Klärschlammfaulung umgestellt werden. Nach aktueller Bedarfsplanung wird die Kläranlage zu einer Ausbaugröße von rd. 27.000 EW erweitert. Die zulaufenden Wassermengen betragen voraussichtlich rd. 250 l/s. Ein in energetischer und wirtschaftlicher Hinsicht optimierter zukünftiger Anlagenbetrieb ist angestrebt mit einem Höchstmaß an Anlagenverfügbarkeit. Dabei sollen auch die Möglichkeiten von KI berücksichtigt bzw. genutzt werden. Der Einsatz der KI soll dabei eine Optimierung von Prozessen im Hinblick auf Ressourceneinsparung und Energieeffizienz umfassen. Ziel ist ein zukünftig möglichst klimaneutraler Kläranlagenbetrieb. Eine Planung mit BIM ist angedacht bzw. vorgesehen.
Qualifikation
Erklärung des Bewerbers, dass er seiner Verpflichtung zur Zahlung von Steuern nachgekommen ist. Erklärung des Bewerbers, dass er seiner Verpflichtung zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nachgekommen ist. Der Auftraggeber behält sich vor, wenn dies aus Gründen eines ausreichenden Wettbewerbs erforderlich ist, fehlende unvollständige oder fehlerhafte Unterlagen nachzufordern, soweit dies rechtlich zulässig ist, insbesondere im Sinne des § 56 VgV.
Lose
1 LosLos 3 - Objektplanung Gebäude - Gegenstand dieser Ausschreibung Der Bearbeitungsumfang beinhaltet die Objektplanungsleistungen für Gebäude gemäß § 34 HOAI in den Leistungsphasen 1-9 für das Betriebsgebäude, einschließlich der Planung der Ausstattung der Innenräume des Labors (ohne Inventar) und der Räume der Schaltwarte. Folgendes Raumprogramm ist vorgesehen (zur Orientierung): Das Betriebsgebäude wird als eingeschossiges Massivgebäude mit begrüntem Flachdach ausgeführt. Die Hauptabmessungen betragen L x B = 29,99 m x 15,51 m. Raum ungefähre Größe in m² aus Genehmigungsplanung Schaltwarte - 23, Meisterbüro - 21, Analysenraum/Labor - 45, Besprechungsraum - 30, Sanitärbereich Herren mit SW-Trennung - 64, Sanitärbereich Damen mit SW-Trennung - 43, Aufenthaltsraum - 47, Wasch-/Trockenraum - 10, HAR/Heizung/Lüftung - 10, Außentoilette - 6, Damen Toilette - 5, Herren Toilette - 13, Flure/ Schleusen - 70. Ergänzend dazu ist die Technische Ausrüstung für das Betriebsgebäude selbst zu planen, diese Leistungen werden als separates Los ausgeschrieben. Diese Planungsleistungen sind in die Objektplanung zu integrieren. Der Bearbeitungsumfang umfasst ferner ein Fassadenkonzept für die Hochbauten (Maschinengebäude) der Kläranlage und für das Betriebsgebäude, das ästhetischen sowie Nachhaltigkeitsaspekten Rechnung tragen soll. Die Planungsaufgabe beinhaltet ein hohes Maß an Abstimmungsbedarf mit den weiteren an der Planung Beteiligten: Hinsichtlich der Funktionsräume, die im Betriebsgebäude für den Betrieb der Anlage vorzuhalten sind, sind die Vorgaben des Objektplaners für die Ingenieurbauwerke zu integrieren. Die Kläranlage soll mit dem vom Auftragnehmer zu erstellenden Fassadenkonzept ein ästhetisch ansprechendes und nachhaltiges Erscheinungsbild erhalten. Die Vorstellungen des Auftragnehmers sind mit den Vorgaben des Objektplaners für die Ingenieurbauwerke in Übereinstimmung zu bringen. Die zu planenden Objekte ergeben sich mit voraussichtlich den nachbenannten anrechenbaren Kosten (netto): Objektplanung Gebäude - KG 300 - 993.621,05 EUR; TGA Gebäude - KG 400 - 509.879,00 EUR.
Zuschlagskriterien
5 Kriterien- price35%
Das Angebot mit dem wirtschaftlich günstigsten Preis erhält 10 Punkte. Ein Angebot mit einem doppelt so hohen Preis erhält 0 Punkte. Dazwischen wird interpoliert. In die Wertung Ihres Angebots fließen die Zeithonorare mit folgenden, geschätzten Zeitansätzen ein: - 20 Stunden Geschäftsführer/Partner/Inhaber - 50 Stunden angestellte Architekten/Ingenieure - 40 Stunden Zeichner/Schreibkraft/sonstige Mitarbeiter
- quality15%
Hinsichtlich des Wertungskriteriums "Systematische Herangehensweise an die Planungsaufgabe - Methoden für die Planung eines Fassadenkonzeptes" erhält ein Angebot - 0-3 Punkte, welches Methoden vorstellt, die eine Erfüllung der genannten Aspekte nicht oder nur sehr eingeschränkt erwarten lassen. - 4-6 Punkte erhält ein Angebot, das einen Vorschlag macht, in dem eine Erfolgserreichung der Planung hinsichtlich der genannten Aspekte grundsätzlich zu erwarten ist. - 7-10 Punkte erhält ein Angebot, das Methoden vorschlägt, durch deren Umsetzung die Erreichung des planerischen Erfolges der genannten Aspekte in einem besonderen Maße gesichert erwarten lässt.
- quality30%
Hinsichtlich des Wertungskriteriums "Systematische Herangehensweise an die Planungsaufgabe - Konzept zur Errichtung des Betriebsgebäudes unter Berücksichtigung der täglichen Betriebsabläufe auf einer Kläranlage" erhält ein Angebot - 0-3 Punkte, welches nicht erwarten lässt, dass die Betriebsabläufe berücksichtigt werden. - 4-6 Punkte erhält ein Angebot, das einen Vorschlag macht, mit dem die Berücksichtigung der Betriebsabläufe grundsätzlich zu erwarten ist. - 7-10 Punkte erhält ein Angebot, das Methoden vorschlägt, die die Betriebsabläufe aufgreifen und in die Planung integrieren sowie dadurch kurze Wege im Betrieb gewährleisten. Das Konzept lässt ein Verständnis für die Abläufe erkennen.
- quality15%
Hinsichtlich des Wertungskriteriums "Örtliche Präsenz in der Phase der Bauüberwachung" erhält ein Angebot - 0-3 Punkte, bei dem eine Leistungserbringung durch berufsunerfahrenes und nicht hinreichend qualifiziertes Personal angeboten wird und/oder von einer Präsenz der objektspezifischen Fachbauleitung der technischen Anlagen nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen auszugehen ist. - 4-6 Punkte erhält ein Angebot, bei dem von einer durchgehenden oder nahezu durchgehenden Präsenz der objektspezifischen Fachbauleitung auszugehen ist und diese sowohl berufserfahren als auch qualifiziert ist. - 7-10 Punkte erhält darüber hinaus ein Angebot, mit dem Methoden vorgeschlagen werden, die eine mangelfreie und funktionsgerechte Bauausführung mit großer Sicherheit erwarten lassen und der Bauprozess lückenfrei dokumentiert wird.
- quality5%
Hinsichtlich des Wertungskriteriums "Akzeptanz des Vertrages" erhält ein Angebot - 0-3 Punkte, das zu einer sehr ungünstigen Risikoverteilung zulasten des Auftraggebers führt, zum Beispiel durch die Vereinbarung von haftungsbeschränkenden Vereinbarungen, der Verkürzung der Verjährungsfristen für Mängelansprüche oder eine Reduzierung der Leistungspflichten. - 4-6 Punkte erhält ein Angebot, das zu einer ungünstigen Risikoverteilung zulasten des Auftraggebers führt, beispielsweise durch die Verkürzung der Verjährungsfristen für Mängelansprüche. 7 Punkte erhält ein Angebot, das keine wesentlichen oder gar keine Abweichungen vom vorgeschlagenen Vertragsmuster regelt. - 8-10 Punkte erhält ein Angebot, das eine für den Auftraggeber günstigere Risikoverteilung vorsieht, als der vorgeschlagene Vertragsentwurf.