Dienstleistungen für den Roll-out des Präventionsprogramms ReGe Pflege
AOK Bayern - Die Gesundheitskasse · München, Germany · TED
Zeitplan
- 10. Aug. 2026Bekanntmachung veröffentlichtAuf TED publiziert
Zusammenfassung
Die AOK Bayern sucht einen Dienstleister für die Umsetzung des bundesländerübergreifenden Roll‑outs des Präventionsprogramms ReGe Pflege. Das Projekt soll in 6‑8 weiteren Regionen in Bayern, Hamburg, Nordrhein‑Westfalen (Rheinland) und Sachsen umgesetzt werden. Der Leistungszeitraum beträgt 1260 Tage (ca. 3,5 Jahre). Es handelt sich um Gesundheitsförderungs‑ und Präventionsleistungen nach §§ 20, 20a SGB V.
VergabeHero-Einschätzung
Die AOK Bayern will das Präventionsprogramm ReGe Pflege, das bereits in drei Regionen pilotiert wird, in weiteren sechs bis acht Regionen ausrollen. Dafür wird ein Dienstleister gesucht, der Konzepte und Umsetzungsleistungen für die Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten älterer, pflegebedürftiger Menschen erarbeitet. Die Leistungen umfassen die Planung, Koordination und Durchführung des Roll‑outs über einen Zeitraum von etwa dreieinhalb Jahren. Interessierte Unternehmen können sich bereits jetzt über die geplante Vergabe informieren, bevor das eigentliche Verfahren im September 2026 startet.
Beschreibung
Prävention in der häuslichen Pflege zu stärken, ist das Ziel des Projektes "ReGe Pflege". ReGe-Pflege wird seit 2024 in der AOK-Rheinland/Hamburg in 3 Regionen pilotiert. Im nächsten Schritt beabsichtigen die AOK PLUS, die AOK Bayern zusammen mit der AOK Rheinland/Hamburg eine Ausweitung des Projektes auf weiteren 6 - 8 Regionen in 4 Bundesländern (Roll-Out). Die Zielsetzung des AOK-Systems ist eine weitere Implementierung und Optimierung des erprobten Umsetzungskonzeptes. Für diese Umsetzung in den weiteren Regionen wird demnächst ein Dienstleister gesucht, der im Wege eines eu-weiten Vergabeverfahrens (voraussichtlich ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb) auszuwählen und zu beauftragen ist. Im Rahmen des Vergabeverfahrens werden voraussichtlich Konzepte oder Darlegungen zum geplanten Vorgehen für die Umsetzung des Projekt-Roll-Outs von geeigneten Anbietern erwartet. Interessierte Unternehmen sollen mit dieser Veröffentlichung frühzeitig über die geplante Vergabe vorinformiert werden. Der offizielle Start des Vergabeverfahrens erfolgt mit einer weiteren Veröffentlichung eu-weit über diese Plattform und das Deutsche Vergabeportal (DTVP). Nach aktueller Planung ist die verfahrenseröffnende Veröffentlichung im September 2026, spätestens im dritten Quartal 2026 vorgesehen. In dieser Veröffentlichung enthaltene Informationen dienen der Vorinformation und haben einen vorläufigen Charakter. Änderungen bleiben jederzeit vorbehalten. Allgemeine Informationen zum Pilotprojekt sind unter https://www.aok.de/gp/ambulante-pflege/rege-pflege#c23640 zu finden.
Lose
1 LotGegenstand des geplanten Vergabeverfahrens werden Umsetzungsleistungen für den bundesländerübergreifenden "Roll-out" des Pilotprojekts der AOK Rheinland/Hamburg "ReGe Pflege - Regionales Gesundheitsnetz für Pflegebedürftige Daheim" in weiteren 6 - 8 Regionen sein (Bundesländer Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen-Teilregion Rheinland und Sachsen). Der geplante Auftrag umfasst Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten gemäß §§ 20, 20a SGB V für ältere pflegebedürftige Menschen, die zu Hause durch Angehörige oder durch ambulante Pflegedienste versorgt werden. ReGe Pflege vernetzt Partner in den Regionen und setzt zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen im Rahmen einer 3,5-jährigen Projektlaufzeit um. Das auszurollende Projekt richtet sich an Menschen ab 60 Jahren in häuslicher Pflege bis Pflegegrad 3 sowie an ihre pflegenden Angehörigen. Es soll, die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen durch Vernetzung und den Ausbau wohnortnaher präventiver und gesundheitsfördernder Angebote im häuslichen Umfeld verbessert werden. Zentraler Ausgangspunkt ist das bereits entwickelte und im Rahmen der Pilotphase validierte Fach- und Umsetzungskonzept. Das Fachkonzept stellt den verbindlichen inhaltlichen und methodischen Anker dar. Es bildet die Arbeitsgrundlage für den zukünftigen Auftragnehmer, die koordinierenden Stellen vor Ort sowie das für jedes Netzwerk einzurichtende Steuerungsgremium und fungiert als praxisorientierter Handlungsleitfaden für den Aufbau und die Steuerung kommunaler Netzwerke. Wesentliche Aufgaben des zukünftigen Dienstleisters im Roll-Out sind (1) die Gesamtsteuerung und das Projektmanagement über alle 6 - 8 Regionen, (2) Regionale Koordinierungsstellen müssen aufgebaut, finanziert und fachlich begleitet werden, (3) Netzwerke sollen aufgebaut, weiterentwickelt sowie zum Projektende verstetigt werden, (4) Umsetzung von Präventionsmaßnahmen, (5) Partizipation und Empowerment sowie (6) Nachhaltigkeit und Verstetigung und (7) Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit. Im Einzelnen: Zu (1) Gesamtsteuerung und Projektmanagement - Koordination des gesamten Roll-outs, Einbindung der Projektziele in die kommunalen Zielkataloge sowie der Einbezug einer datenbasierten Gesundheits- und Pflegeberichterstattung, um Bedarfe und Ressourcen regional zu identifizieren. Zu (2) Regionale Koordinierungsstellen - Aufbau, Finanzierung und fachliche Begleitung von Koordinierungsstellen, die bei geeigneten kommunalen oder sozialen Trägern angesiedelt sind. Diese Stellen übernehmen das Netzwerkmanagement, die Organisation von Veranstaltungen, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Dokumentation und Qualitätssicherung vor Ort und müssen vom zukünftigen Dienstleister entsprechend unterstützt und begleitet werden. Dazu zählt auch die Bereitstellung von modularen Schulungen (mehrere Workshops pro Jahr), regelmäßigen Qualitätszirkeln und fachliche Coachings, um die Stellen dauerhaft eigenständig und qualitätsgesichert arbeiten zu lassen. Zu (3) Netzwerkaufbau und -entwicklung - Etablierung von Netzwerken mit 15 - 30 Partnern pro Region (z. B. Kommunen, ÖGD, Pflegestützpunkte, sozial engagierte Verbände, Ehrenamtliche, Pflegedienste, Hausärzte, Quartiersmanagement). Bestehende regionale Netzwerke sind dabei zu berücksichtigen und gezielt weiterzuentwickeln, um Parallelstrukturen zu vermeiden. Die Zusammenarbeit wird in einem Steuerungsgremium verankert und über Kooperationsvereinbarungen geregelt. Zu (4) Umsetzung von Präventionsmaßnahmen - Der Dienstleister unterstützt die Erarbeitung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen durch Netzwerkpartner oder die koordinierende Stelle. Das betrifft die Durchführung von zielgruppenspezifischen Angeboten in den Handlungsfeldern körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Gewaltprävention. Ergänzend sollen Ernährung sowie Klima- und Gesundheitsaspekte erprobt und - sofern möglich - wissenschaftlich validiert werden. Alle Maßnahmen müssen den Vorgaben des Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbands entsprechen und niedrigschwellige Zugänge bieten. Zu (5) Partizipation und Empowerment - Aktive Einbindung von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Interessenvertretungen durch Fokusgruppen, Gesundheitswerkstätten oder Peer-Formate. Die Beteiligung soll bereits in der Bedarfserhebung, Priorisierung und Qualitätssicherung verankert sein. Zu (6) Nachhaltigkeit und Verstetigung - Entwicklung von Strategien, die die Netzwerke und Maßnahmen langfristig in kommunale Strukturen integrieren, sowohl organisatorisch als auch finanziell, um eine dauerhafte Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus sicherzustellen. Zu (7) Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit - Nutzung und, wenn nötig, barrierefreie Weiterentwicklung von AOK-CI-konformen Materialien zur zielgruppenspezifischen Ansprache von Fachakteuren, Betroffenen und deren Angehörigen. Die bereits für das Pilotprojekt umfassend entwickelten Materialien, Instrumente und Vorlagen - insbesondere zum konzeptionellen Vorgehen, Prozessen, Rollen, Maßnahmenplanung, Veranstaltungen, Dokumentation sowie Kommunikation - werden bereitgestellt und sind durch den zukünftigen Dienstleister konsequent zu nutzen, regionsspezifisch anzupassen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Der Auftrag umfasst zudem Leistungen der Qualitätssicherung, Dokumentation und des Berichtswesens. Sämtliche Maßnahmen sind durch den zukünftigen Dienstleister in Abstimmung mit den auftraggebenden AOKen zu organisieren. Durch die Kombination aller zuvor beschriebenen Leistungen und Aktivitäten soll ein lernendes System entstehen, das Erfahrungen aus dem Roll-out systematisch integriert, die Qualität kontinuierlich sichert und die Gesundheitsförderung für pflegebedürftige Menschen dauerhaft stärkt.